TEST: Teufel T 8 Subwoofer – Frontfire oder Downfire? Ja!

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Lautsprecher Teufel, seit jeher bekannt für bärenstarke und hochwertige Subwoofer, schickt eine neue Generation ins Rennen. Wir haben uns zunächst den kleinen T 8 geschnappt und wollen sehen, was im kompakten Gehäuse steckt. Auf dem Papier sehen 100 Watt Leistung erst einmal etwas mager aus – Teufel warnt aber gleich, dass man den effizienten Kompakt-Sub nicht unterschätzen sollte, da der neue Class D-Verstärker sehr effizient ist, rauscharm arbeitet und es „locker mit klassischen 250 Watt Verstärkern“ aufnimmt. Ideal arbeitet der T 8 mit Teufel-Systemen, sowohl in 2.1- als auch 5.1-Konfiguration, zusammen und bietet sogar ein integriertes Wireless Modul für eine saubere, drahtlose Verbindung. Natürlich ist auch eine kabelgebundene Integration mittels Cinch möglich. Noch ein Clou der neuen Modelle ist die hohe Variabilität: Wie in der Überschrift angedeutet, antwortet der T 8 auf die Frage „Downfire oder Frontfire“ schlichtweg mit „Ja!“. Mit wenigen Handgriffen kann er vom einen zum anderen Prinzip umgebaut werden. Preislich liegt der Teufel T 8 mit 319,99 Euro im günstigen Segment.

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Downfire-Subwoofer

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Die Standfüße können je nach Einsatzzweck umpositioniert werden

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Rückseite

Der neue T 8 Subwoofer von Teufel gehört mit einem Preis von knapp 320 Euro zum günstigen Preissegment. So begnügt man sich bei der Oberflächenveredelung des MDF-Gehäuses mit einer schlichten schwarzen Folierung, die sauber aufgeklebt ist und auch an den Ecken und Kanten keine unschönen Ausfransungen aufweist. Das Chassis sitzt gut integriert, die Verschraubung ist aber sichtbar. Leider gibt es auch keine Abdeckung, die diese im Frontfire-Betrieb überdecken könnte. Wird der Subwoofer nach dem Downfire-Prinzip betrieben, ist das natürlich weniger schlimm. Immer sichtbar bleiben allerdings die jeweils ungenutzten Bohrungen für die Standfüße, die je nach Einsatzzweck an der Rückseite oder der Unterseite befestigt werden. Das Umbauen ist mit einem Imbusschlüssel absolut problemlos und schnell erledigt. Weitere Einstellungen sind laut Hersteller nicht notwendig.

Die Füße bestehen aus Kunststoff und sind unten gummiert, damit der Subwoofer nicht rutschen kann. Sie werden mit Imbusschrauben fixiert und bieten ausreichend Bodenentkopplung sowie einen soliden Stand. Die Bassreflexöffnung und auch die Metallplatte auf der Rückseite sind sehr gut eingepasst. Die Bedienelemente umfassen die Einstellung für Phase, Pegel, Bass Boost (bei 60 und 80 Hz) sowie die Auswahl, ob der Subwoofer kabelgebunden oder drahtlos betrieben wird. Außerdem kann der Eingangspegel, relevant für die Auto On-Funktion, festgelegt werden. Was fehlt, ist ein Regler zur Einstellung der Übergangsfrequenz. An Anschlüssen steht, wer keine drahtlose Verbindung per Wireless Modul nutzen möchte, ein einzelner, sauber integrierter Cinch-Eingang zur Verfügung. Das Innenleben birgt keine Überraschungen und wirkt, bezogen auf die günstige Preisklasse, in Ordnung. Das Netzkabel ist leider fest mit dem Sub verbunden und nicht ohne weiteres austauschbar.

Ein optionales Wireless Modul ist nicht notwendig, sondern direkt im Woofer integriert. Die  drahtlose Verbindung ist besonders praktisch, da man den Subwoofer dann ohne lästige Kabel an der idealen Position im Raum platzieren kann. Das wird häufig unterschätzt, gerade im Heimkino spielt der Ort, an dem der Subwoofer aufgestellt wird, eine erhebliche Rolle.

Bei der Verwendung als Frontfire-Woofer sollte man noch bedenken, dass die Bedienelemente sich dann an der Unterseite befinden und diese nur bedient werden können, wenn der Sub auf die Seite gelegt bzw. angehoben wird. Zudem muss, sofern man den T 8 nicht drahtlos verwendet, das Cinch-Kabel Platz finden. Bei konventionellen Kabeln sollte dies in der Regel kein Problem sein, hochwertige Subwoofer-Kabel kommen aber auch mal mit größeren, gekapselten Steckern.

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Bedienelemente

Teufel-T-8-Innenleben

Innenleben des T 8 Subwoofers

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Woofer-Chassis

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Bassreflexöffnung

Der Teufel T 8 ist mit einem 20cm Chassis ausgestattet, dass aus Aluminium gefertigt ist. Das Gehäuse besteht, wie bereits erwähnt, aus MDF und ist innen verstrebt, um eine höhere Stabilität zu gewährleisten und Vibrationen und Resonanzen zu vermeiden. Der maximale Schalldruck beträgt laut Datenblatt 111 dB, die untere Grenzfrequenz liegt bei 37 Hz (-3 dB).

Wir beginnen unsere Klangtestreihen mit einem klassischen Violinkonzert von Mozart, in dem der Teufel Woofer seine Feinfühligkeit und Präzision unter Beweis stellen kann. Er wird hier lediglich an vereinzelten Stellen unterstützend benötigt, dann muss aber blitzschnell Kraft und Tiefgang zur Verfügung stehen. Der Teufel Sub agiert hier sehr gut und dezent, greift nicht in höher liegende Frequenzbereiche ein und spielt insgesamt sehr harmonisch mit den kombinierten Lautsprechern zusammen. Ist er gefordert, packt er reaktionsschnell zu und liefert einen satten Punch, der auch von solider Präzision gekennzeichnet ist. Er unterstützt mit Kraft, aber auch einem räumlichen Volumen, das als Fundament die breite Bühne ausgezeichnet unterstützt. Auch bei der Pianosonate für zwei in D-Dur (KV 448) können wir dem Teufel Subwoofer ein sehr harmonisches Zusammenspiel attestieren, in dem er nur eingreift, wenn es wirklich notwendig ist. Dann aber ist er flink und mit dem notwendigen Krafteinsatz zur Stelle.

Auch wenn wir die Schaltfrequenz etwas erhöhen und die Bühne für die Altrocker der Eagles, in einer Live-Aufnahme der Farewell Tour aus Melbourne, frei wird, macht der Teufel Subwoofer eine hervorragende Figur. Zunächst unscheinbar, aber beim Einsatz des Schlagzeugs in „Heartache Tonight“ sofort kraftvoll präsent, haucht er der großzügigen Bühne in den tiefen Frequenzen leben ein und wird zum mitreißenden Element. Dennoch drängt er sich nicht zu sehr in den Vordergrund und überlagert feine akustische Details in den niedrigen Frequenzbereichen. Im Frontfire-Modus wirkt der T 8 sehr direkt und präzise, wohingegen er als Downfire-Variante seine Platzierung noch besser verstecken kann und geringfügig diffuser daherkommt, was sich auf räumliche Wirkung und Atmosphäre positiv auswirkt. Bei „Life in the fast Lane“ gefällt der T 8 ebenfalls ausgezeichnet, die einzelnen harten Kickbässe kommen flink, direkt und mit sattem Punch. Auch bezüglich seines Tiefgangs muss sich der kompakte Subwoofer nicht verstecken, sondern bewegt im Rahmen seiner Möglichkeiten auch in den untersten Bereichen viel Luft.

Als Vertreter der elektronischen Musik haben wir uns heute mal wieder für Paul Kalkbrenner entschieden, der den noch jungen Cohen-Klassiker „Darker“ für sich neu interpretiert hat. Vorweg: Kraftvoll, satt, präzise. Damit lässt sich der neue Teufel Woofer recht gut beschreiben. Besonders, wenn man seinen günstigen Preis bedenkt, muss man wirklich staunen. Natürlich liefern hier Bassmonster, wie z.B. der kürzlich getestete Dali M-10 D, noch deutlich mehr Kraft im subsonischen Bereich und eine feinere Strukturierung der verschiedenen Frequenzebenen im Bassbereich. Dennoch: Alle Achtung! Für nicht einmal 320 Euro kann ein Wohnzimmer um 25m² schon mit recht ordentlicher Bassgewalt beschallt werden, ohne dass beim Teufel etwas verzerrt oder „clipped“. Front- und Downfire-Prinzip nehmen sich hier ehrlicherweise nicht viel, in beiden Modi überzeugt uns der Teufel Woofer mit kraftvollen, nicht ortbaren Bässen. Die Präzision ist im direkten Modus etwas höher und insgesamt bietet sich hier noch am meisten Potential – innerhalb seiner Preisklasse jedoch eine ausgezeichnete Performance.

Abseits des elektronischen Genres macht der neue Teufel Woofer auch bei den enorm basslastigen Tracks der „Truckfighters“ eine tolle Figur und hinterlegt die verzerrten Gitarrenklänge mit einem dichten Fundament, dass sich bei hohem Pegel durchaus in die Magengrube des Zuhörers verlagert. Selbst als es gegen Mitte des Liedes extrem schnell wird, reagiert der T 8 stets akkurat, flink und kann seine bisherige Kraftentfaltung aufrechterhalten. Überhaupt scheint er mit komplexem Geschehen gut zurechtzukommen, wenn natürlich nicht alle Strukturen und Feinheiten sämtlicher Bassebenen herausgearbeitet werden können. Dennoch gilt es, die hohe Präzision trotz der Komplexität und der hohen Geschwindigkeit des Gesamtgeschehens, nochmals zu loben, das ist in dieser Preisregion kein Regelfall. Auch die Kraftentfaltung generell empfinden wir als positiv, trotz seiner Kompaktheit ist eine sinnvolle Beschallung eines mittelgroßen Wohnzimmers sinnvoll möglich.

Filmton ist natürlich ebenfalls ein wichtiges Kriterium beim Subwoofer-Kauf und so muss sich der Berliner Neuzugang bei „The Dark Knight“ und der bewährten Bankraub-Szene, gleich zu Beginn des Filmes, beweisen. Überaus kraftvoll lässt er die ersten Kanonenschläge, bevor die Schergen sich überhaupt ihren Weg in das Innere des Bankgebäudes bahnen, erscheinen. Das hätten wir aus diesem kompakten Gehäuse und der recht unscheinbaren Innenelektronik zunächst gar nicht erwartet. Beim Aufschießen des Fensters bemerkt der Kenner zwar, dass hier feindynamische Facetten bei der Glasexplosion fehlen, stark auffallend ist dies aber nicht. Der Subwoofer greift unterstützend reaktionsschnell ein, drängt sich aber auch nicht zu stark in den Vordergrund. Auch im subsonischen Bereich kann er noch Kraft entwickeln, großkalibrige Schüsse sind problemlos spürbar.

Auch bei John Wicks hervorragender Szene im Nachtclub, als der Protagonist eine Spur der Verwüstung hinter sich her zieht, liefert der Teufel Woofer eine überaus ansprechende Leistung. Seien es die Schüsse aus kleinem Kaliber oder die harten Techno/Dance-Bässe der Tanzfläche, der T 8 bietet für seinen günstigen Preis sowohl soliden Punch als auch ein tolles Volumen mit hoher atmosphärischer Dichte, ohne zuviel Präzision vermissen zu lassen. Selbstverständlich geht hier noch mehr, besonders bei der Differenzierung verschiedener Ebenen in den tiefen Bereichen und feindynamischen Details sowie Strukturen. Dennoch bewahrt der kleine Teufel-Woofer, auch bei dem chaotischen „Gun Martial Arts“-Spektakel inklusive elektronischer harter Hintergrundmusik, die Ruhe und wirkt trotz des hohen Anspruchs stets souverän. Auch bei hohem Pegel gibt er sich keine Blöße, sondern bleibt ohne Verzerrungen und liefert ein kraftvolles Fundament mit solidem Tiefgang.

Für nicht einmal 320 Euro fahren die Berliner „Teufel“ eine sehr beachtliche akustische Performance auf und müssen sich im Konkurrenzumfeld vor niemandem verstecken. Ein harter Gegner ist der SUB 8.17 von XTZ, der ebenfalls  herausragende Akustik-Eigenschaften mitbringt. Er kann zwar nicht von Frontfire zu Downfire ummontiert werden, bietet aber mit integrierten EQ-Kurven und beiliegenden Bassstopfen ebenfalls solide Flexibilität. Die Verarbeitungswertung geht an XTZ, der 8.17 ist lackiert und sowohl in matt schwarz und weiß oder hochglanz schwarz erhältlich. Natürlich müssen wir anmerken, dass er mit 345 Euro etwas teurer ist, als der T 8 von Teufel. Ein Vorteil, der beim T 8 nicht unterschätzt werden darf, ist die Möglichkeit der drahtlosen Anbindung. Gerade im Heimkino ist die Platzierung des Subwoofers sehr wichtig und oftmals liegt der gewünschte Aufstellungsort genau da, wo kein Kabel hin soll. Teufel bietet auch die Möglichkeit, vorhandene AV-Geräte mit einem entsprechenden Sender für die Subwoofer auszustatten. Gegen Klassiker, wie z.B. einem Klipsch R-10SW, die ebenfalls eine gute Akustik bieten – etwas runder, satter und voluminöser, wie man Klipsch eben kennt – kann sich der T 8 hingegen ohne größere Hürden durchsetzen. Die Verarbeitungs- und Materialqualität liegt auf ähnlichem Niveau, der T 8 ist aber klar vielseitiger und flexibler.

Fazit

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Teufel T 8 Subwoofer

Teufel bietet mit dem neuen T 8 einen besonders flexiblen Kompakt-Subwoofer an, der trotz der nicht allzu groß bemessenen Dimensionen und einer digitalen Verstärkerleistung von 100 Watt eine exzellente akustische Performance im unteren Preissegment abliefert. Für nicht einmal 320 Euro lässt sich ein mittelgroßes Wohnzimmer hervorragend beschallen: Volumen, Tiefgang, Kraftentfaltung – hier gibt es wenig zu meckern. Selbst präzise ist er, besonders als Frontfire-Variante. Im Downfire-Betrieb wirkt er etwas satter und runder, dafür mit etwas weniger knackigen Kickbässen, letztendlich auch eine Frage des individuellen Geschmacks. Optisch gefällt er uns allerdings in dieser Konfiguration klar besser. Zwar sind auch bei der Abstrahlung nach unten dann die Imbusschrauben inklusive den Bohrungen für die Füße sichtbar, davon abgesehen kann der T 8 aber durch seine optische Schlichtheit überzeugen. Im Frontfire-Betrieb ohne Abdeckung sollten Interessenten, zumindest im schicken Wohnzimmer, mit möglichen Vetos des Partners rechnen. Die Verarbeitungsqualität ist insgesamt solide, Luft nach oben gibt es aber. Sehr praktisch ist, dass sich der T 8 mit kompatiblen Teufel-Produkten oder unter Verwendung des Subwoofer Wireless Transmitters mit kompatiblen AV-Geräten ohne Kabel verbindet.

Akustisch starker Subwoofer mit sehr hoher Flexibilität zum günstigen Preis
ueberragend
08.11.2017

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 08.11.2017




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