TEST: Teufel T 10 – flexibler Front- oder Downfire-Aktivsubwoofer mit 25 cm Chassis

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Erst vor kurzem haben wir uns den neuen T 8 Subwoofer genauer angesehen. Die zweite Komponente der neuen Subwoofer-Generation bei Lautsprecher Teufel ist der T 10, der mit größerem Chassis, mehr Volumen und mehr Leistung daher kommt. Davon abgesehen ähneln sich die beiden Komponenten sehr, sowohl optisch als auch beim Materialeinsatz. Das gilt auch für die Möglichkeit, beide Modelle als Frontfire- oder Downfire-Woofer einsetzen zu können. Auch die Möglichkeit, den LFE drahtlos in die heimische Anlage zu integrieren, ist hier natürlich ebenfalls gegeben. Der T 8 Subwoofer kostet 419,99 Euro.

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Rückseite

Wie schon beim T 8 Subwoofer mit 100 Watt, erscheinen auch auch beim T 10 die angegebeben 150 Watt zunächst nicht allzu hoch bemessen. Allerdings beteuert der Berliner Hersteller, dass der neue Class D-Verstärker sehr effizient ist und durchaus mit klassischen Verstärkern der 300 Watt-Klasse konkurriert. Die untere Grenzfrequenz des T 10 gibt Teufel mit 33 Hz an, es findet sich auch eine Phasenregelung. Die Verarbeitung ist, ebenso wie beim T 8, eher einfach, aber meist sieht man den aktiven Subwoofer ohnehin nicht im Zimmer. Dank der kompakten Abmessungen von 38 cm Tiefe, 35,10 cm Breite und 48,30 cm Höhe kann man ihn gut verstauen. 

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Standfüße

Die Füße des T10 bestehen wie beim T 8 aus Kunststoff und sind unten gummiert, damit der Subwoofer stabil steht. Sie werden mit Imbusschrauben fixiert und offerieren somit ausreichend Bodenentkopplung und einen soliden Stand. Die Bassreflexöffnung und auch die Metallplatte auf der Rückseite sind präzise eingepasst. Die Bedienelemente beinhalten die Einstellung für Phase, Pegel, Bass Boost (bei 60 und 80 Hz) sowie die Auswahl, ob der Subwoofer kabelgebunden oder drahtlos betrieben wird. Außerdem kann der Eingangspegel, relevant für die Auto On-Funktion, festgelegt werden. Was wir vermissen, ist ein Regler zur Justage der Übergangsfrequenz. An Anschlüssen steht, wer keine drahtlose Verbindung per Wireless Modul nutzen möchte, ein einzelner, ordentlich eingelassener Cinch-Eingang zur Verfügung. Das Innenleben ähnelt stark dem T 8 und wirkt, bezogen auf die Preisklasse, gut gemacht, aber nicht in irgendeiner Hinsicht überdurchschnittlich hochwertig. Das Netzkabel ist leider auch beim T 10 fest mit dem Sub verbunden und daher nicht ohne weiteres austauschbar.

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Wireless-Modul eingebaut, einstellbarer Auto Level, Sub Level, Bass Boost

Das haben wir schon beim T 8 gelobt: Ein optionales Wireless Modul ist nicht notwendig, sondern direkt im Woofer integriert. Die kabellose Verbindung ist äußerst praktisch, da man den Subwoofer dann ohne störende, unter Umständen lange und somit defektanfällige Kabel an der idealen Position im Raum aufstellen kann. Dieser Fakt wird häufig unterschätzt, gerade im Heimkino spielt der Ort, an dem der Subwoofer aufgestellt wird, eine große Rolle – Stichworte „Raummoden“ und „Bassauslöschung“. 

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Kein Gitter bei der Verwendung als Frontfire-Subwoofer

Bei der Verwendung als Frontfire-Woofer sollte man noch wissen, dass sich die Bedienelemente dann an der Unterseite befinden und nur bedient werden können, wenn der Sub auf die Seite gelegt bzw. angehoben wird – das ist ein funktionaler Nachteil des Konzepts. Zudem muss, sofern man den T 8 nicht drahtlos verwendet, das Cinch-Kabel Platz finden. Bei konventionellen Kabeln sollte dies in der Regel kein Problem sein, hochwertige Subwoofer-Kabel kommen aber auch mal mit größeren, gekapselten Steckern.

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25 cm Basschassis

Teufel-T-10-Innenleben

Elektronik innen

Der Teufel T 10 ist mit einem 25cm Chassis ausgestattet, dass aus Aluminium gefertigt ist. Das Gehäuse besteht, wie bereits erwähnt, aus MDF und ist innen verstrebt, um eine höhere Stabilität zu gewährleisten und Vibrationen und Resonanzen zu vermeiden. Der maximale Schalldruck beträgt laut Datenblatt 115 dB/1m, die untere Grenzfrequenz liegt bei 33 Hz (-3 dB).

Klang

Klassik zuerst! Der Teufel T 10 Subwoofer kommt bei Mozarts Violinkonzert no.4 in D-Dur zum Einsatz und darf seine Feinfühligkeit und Finesse unter Beweis stellen. Das gelingt schon zu Beginn des Konzertes sehr gut, indem sich das neue Modell hervorragend in unsere Bühnendarstellung einfügt und sich selbst nicht zu stark in den Vordergrund rückt. Wird Tiefton gefordert, ist er flink zur Stelle und liefert sowohl fundiertes Volumen als auch zupackende Kraft. Dabei werden darüber liegende Frequenzbereiche nicht negativ beeinflusst oder gar überlagert. Bei der Klassik-Darbietung erfreut uns der T 10 im Frontfire-Modus mit einer sehr direkten Art, die auch von sehr solider Präzision und Flinkheit geprägt ist. Downfire kann er ebenfallls überzeugen, wirkt dann insgesamt runder und etwas geschmeidiger, Geschmackssache. Die Lautsprecherkomponenten arbeiten äußerst harmonisch zusammen, der Teufel Subwoofer wird hier keinesfalls als Außenstehender wahr genommen, sondern fügt sich hervorragend in die Gesamtkomposition ein.

Auch bei der Klaviersonate desselben Komponisten (D-Dur K. 448) schlägt sich der Vertreter aus Teufels neuer Subwoofer-Kollektion ausgezeichnet. Hier muss man besonders aufpassen, da sich bei den Klavierklängen häufig einmal der Subwoofer bei Frequenzbereichen einmischt, in denen er nichts verloren hat. Der Teufel T 10 hält sich hier aber dezent zurück. Voraussetzung ist natürlich auch eine korrekte Einstellung der Übergangsfrequenz, was bei unserem Yamaha CX-A5100 AV-Vorverstärker kein Problem darstellt – am Teufel Subwoofer ist eine solche Einstellung aber nicht möglich. Weniger zurückhaltend, und das ist auch gut so, verhält sich der Woofer bei dem experimentellen Klangkonstrukt von Cikada Duo mit dem Titel „Arne Nordheim“, die unterschiedlichsten Glockenlaute mischen sich hier mit tiefen Bässen und einem voluminösen Fundament. Blitzschnell ist der T 10 zur Stelle und gibt sich auch in einem größeren Wohnzimmer nicht die Blöße, sondern überzeugt mit sehr guter Kraftentfaltung.

Dieses Mal gibt es keine lange Schonfrist: Der Hauptstädter macht gleich Bekanntschaft mit einem, ebenfalls sehr basslastigen, Nachbarn. Paul Kalkbrenners Interpretation von Leonard Cohens „Darker“ steht auf dem Programm und strapaziert den T 10 aufs Äußerste. Überfordert wirkt der Teufelianer aber gar nicht, sondern liefert ein sehr massives Tieftongebilde, dass auch beim anspruchsvollen Kickbass-Punch eine gute Figur macht. Großvolumige Bassboliden, die in der Regel auch teurer sind, holen hier im subsonischen Bereich noch ein paar Dezibel heraus und differenzieren die verschiedenen Ebenen im Bassbereich noch etwas klarer. Man muss jedoch stets den Preis von unter 420 Euro für den T 10 im Kopf behalten, und dafür wird ein beachtliches Kraftpotential und ein sehr guter Tiefgang entfaltet. Insgesamt wirkt der T 10, vor allem im Downfire-Betrieb, recht rund und satt und definiert entsprechend seiner Preisklasse, wird aber nie wirklich schwammig oder unpräzise.

Wirklich erstaunlich ist, und hier spielt der Subwoofer weit über seine Preisklasse hinaus, wie pegelfest und souverän sich der Teufel T 10 gibt. Pegel, die jenseits von jeglicher Wohnzimmertauglichkeit liegen und bei denen selbst der Nachbar noch jede einzelne Bassdrum mitverfolgen kann, lassen den T 10 kalt. Ohne mit der Wimper zu zucken geht er selbst härteste Einsätze mit und schlägt dabei nicht an. Hier kann er auch sein kleines Geschwister, der T 8 als Konkurrenz aus gleichem Hause, ausstechen und eignet sich auch für große Wohnzimmer. Im subsonischen Bereich geht natürlich noch mehr, aber für weniger als 420 Euro wird hier schon ein brachiales Spektakel geboten, ohne dass der Woofer bezüglich seiner Abmessungen den Rahmen sprengt, im Gegenteil. Auch hohe atmosphärische Dichte bei langen Bässen und pulsierenden Fundamenten, wie es Andrew Bayers „Counting The Points“ herrvoragend demonstriert, sind für den immer noch recht kompakten Berliner Teufel kein Problem. Generell schlägt er sich bei diesen Anforderungen immer einen Tick besser als bei sehr trockenen und extrem harten Kickbässen, die er aber auch gelungen präsentiert. Dennoch würden wir den T 10 im Downfire- aber auch im Frontfire-Betrieb, besonders Anhängern eines fülligen, massiven und satten Basses ans Herz legen. Der absoluts Präzisionsfanatiker muss ohnehin mehr Geld in die Hand nehmen.

Die Sounds der Truckfighters bieten sich hier geradezu an, die verzerrten Klänge gehören zur Kür des Hauptstädters: sie kommen tief, mit dem notwendigen Volumen und der gewünschten Kraft. Trotz des umfassenden Tieftonbereiches gewinnt der Subwoofer nicht die Oberhand, sondern ist sich um seiner Stellung bewusst. Die höheren Frequenzbereiche bleiben unberührt und sauber, der T 10 fügt sich exzellent in das Gesamtgeschehen ein und hinkt nie hinterher.

Im Heimkino-Betrieb wird die Musikwiedergabe nicht die einzige Aufgabe des Teufel Subwoofers bleiben. Der Woofer versucht sich an der ersten Szene aus Christopher Nolans zweitem Batman-Titel „The Dark Knight“ und liefert bereits in den ersten Sekunden schlagkräftige Argumente. Die Bassschläge, bevor die als Clown verkleidete Schurken überhaupt die Bank betreten, gelingen mit enormem Nachdruck und sattem Punch. Selbst die Strukturen der einzelnen Tieftonebenen wird solide herausgearbeitet und auch das Fundament gelingt ausgezeichnet. Der Unterschied zwischen kleinkalibrigen Handfeuerwaffen und größerem Kaliber lässt sich blind hören – gewaltig klingt das Abfeuern der Schrotflinte durch den Bankangestellten William Fichtner, der einen letzten Versuch unternimmt, den Joker zu stoppen. Der Teufel Subwoofer fügt sich in die Kino-Atmosphäre hervorragend ein und tritt nicht als separates Objekt auf. Die Elemente, die im subsonischen Bereich angesiedelt sind, und direkt am Körper des Zuschauers gefühlt werden können, sind ebenfalls spürbar.

Anders stellt es sich auch bei John Wick mit Keanu Reeves als erbarmungslosen Killer nicht dar. Der Teufel Subwoofer ist bei harten Bässen stets flink und präzise zur Stelle und setzt sowohl Kickbässe als auch tiefer liegende, voluminöse Tieftonelemente ausgezeichnet um. Trotz der Komplexität des akustischen Geschehens, dass sich während der „Gun Fu“-Einlagen des Protagonisten, abspielt, zeigt der T 10 flinke Reaktion und Kraft. Die Kombination aus dem 80er Elektro-Verschnitt von Kaleidas „Think“ und der Umgegungsgeräusche ist kein Problem, der Woofer verwaltet beides ohne Kompromisse. Hart und tief gelingen dann auch die Schusswechsel, die sich durchaus auch in der Magengrube des Zuschauers bemerkbar machen. Wiederum begeistert die Souveränität des Teufel Subwoofers, auch bei sehr hohen Pegeln. Auch dynamische Differenzen und Detailstrukturen werden weitgehend erfasst, so dass der Teufel T 10 auch bei Filmton eine ausgezeichnete Gesamtperformance aufbieten kann.

Konkurrenzvergleich

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  • XTZ Spirit Sub 12: Mit 495 EUR ist der extrem hochwertig verarbeitete XTZ-Subwoofer teurer – aber das Geld Wert. Wem eine gediegene Optik und eine exzellente akustische Qualität wichtig sind, der liegt hier genau richtig. Wer hingegen nur eine überragende Bassleistung fokussiert und die letzten Euro gern spart, kann getrost zum T 10 von Teufel greifen. 

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  • Mehr Geld = mehr Bass? Diese Rechnung geht beim Sunfire SDS-12 auf. Solide, mit unerschütterlicher Endstufenleistung und hoher Präzision, ist er seine rund 650 EUR Wert. Der T 10 aus Berlin ist allerdings nur unwesentlich schlechter und dafür viel günstiger.

Jamo J 110 Sub Front Seitlich1

  • Günstiger geht es auch: Der Jamo J 10 SUB ist für den ambitionierten Einsteiger akustisch absolut ausreichend und kostet lediglich 250 EUR. Wer deutlich mehr möchte, sollte aber lieber zum T 10 greifen, der pegelfester und präziser agiert. 
Fazit

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Noch besser als der kleinere T 8 gefällt uns der größere und 100 EUR teurere T 10 von Teufel. Kräftiger, sauberer spielend und mit mehr Tiefgang versehen, kann man den T 10 durchaus auch fürs dedizierte Heimkino engagieren. Dass er schlicht verarbeitet ist und nicht wirklich viel hermacht, ist für wahre Sound-Fans kein echtes Manko, denn sie suchen heftigen Bass und kein Designer-Stück. Flexibel einzusetzen als Frontfire-Bassist oder Downfire-Subwoofer, vermissen wir nur ein Gitter für den Frontfire-Einsatz. Für knapp 420 EUR erzielt der aktive Subwoofer aus Berlin ein erstklassiges Test-Resultat. 

Preiswertes Berliner Kraftpaket mit schlichter Optik, aber erstklassiger Akustik – zum unschlagbaren Preis
preisklassenreferenz
Aktive Subwoofer bis 500 EUR
Test 20. November 2017

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 20.11.2017




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