TEST: SVS PB-1000 – Kompakte Bassgewalt unter 500 EUR?

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„Kompakt“ – zumindest für SVS-Standards. Mit dem PB-1000 präsentiert die US-amerikanische Subwooferschmiede den kleinsten Bassreflex-Subwoofer ihrer Produktpalette. Nur sein geschlossenes Pendant in Würfelform, der SB-1000, ist noch etwas kompakter. An Leistung soll es dem Bassreflex-Vertreter dennoch nicht mangeln, der Frontfire-Woofer wird von einer 300 Watt Sledge DSP-Endstufe befeuert. Unter www.sv-sound.com ist der PB-1000 zum Sonderpreis von 499 EUR erhältlich, die UVP liegt bei 600 EUR.

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Das 10″ Langhub-Chassis feuert nach vorne

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Auch die Bassreflexöffnung ist in der Schallwand integriert

Wie bereits erwähnt handelt es sich beim PB-1000 um einen Frontfire-Subwoofer. Im Gegensatz zum Downfire-Prinzip ist hier etwas höhere Präzision zu erwarten. Als Treiber dient ein 25,4 cm Chassis mit einer sehr belastbaren Gummisicke und Langhub-Aufhängung. Die Schwingspule ist polkernentlüftet, dadurch besser gekühlt und kann höhere Leistung erzielen. Den kraftvollen Antrieb übernehmen Dual-Ferrit-Magnete. Die Bassreflexöffnung, die sich ebenfalls auf der Vorderseite befindet, ist knapp 9 cm groß und strömungsoptimiert.

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Furnier „Schwarze Eiche“

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Stoffbespannung und Befestigungsstifte

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Gummikegel sorgen für Bodenentkopplung

Das Gehäuse des PB-1000 im Furnier „Schwarze Eiche“ macht einen sehr soliden Eindruck. Wir haben die SVS-Subwoofer bereits robust und eher rustikal kennengelernt und auch diese Bassreflex-Konstruktion bildet hier keine Ausnahme. Gerundete Gehäusekanten verleihen dem Subwoofer im eigentlich klassischen Look einen gewissen Chic. Für die Bodenentkopplung sind kleine Gummikegel verantwortlich, die auch auf Parkett für gute Standfestigkeit sorgen. Das Chassis, die Bassreflexöffnung und die Endstufe auf der Rückseite sind recht sauber integriert, wenn leicht überstehende Kanten an vereinzelten Stellen zu sehen sind.

Mit Abmessungen von 46,7 x 38,1 x 46,7 cm kommt der PB-1000 auf ein Gewicht von 21 kg, für die hauptsächlich der Basstreiber und die starre Gehäusekonstruktion verantwortlich sind. Natürlich wiegt die Elektronik auch ein wenig, allerdings handelt es sich um eine digitale Endstufe, die keinen riesigen Trafo für eine gesicherte Stromzufuhr benötigt. Die Stoffbespannung wirkt ebenfalls sehr robust, Klebestellen zur Befestigung an der Holzkonstruktion sind zwar erkennbar, bei angebrachtem Gitter aber nicht zu sehen. Solide Metallstifte sorgen für festen Halt am Subwoofer auch im Betrieb.

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Rückseite des PB-1000

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Innenelektronik

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Puffer-Kondensatoren

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Anschlüsse und Regler

300 Watt RMS Dauerleistung bringt die digitale STA-300 Sledge-Endstufe des SVS PB-1000 und verhilft dem Tiefton-Chassis zu einem Frequenzgang von 19-270 Hz bei +/- 3dB. Die Class D Technologie sorgt für geringe Wärmeentwicklung und ist sehr effizient. Im Standby sinkt der Stromverbrauch auf gerade einmal 0,5 Watt maximal. Für Stufenlose Regelung des Tiefpassfilters, der Lautstärke und Phase sind drei Drehregler integriert, an Anschlüssen finden sich Stereo Cinch Ein- und Ausgänge, auch High Level Lautsprecheranschlüsse sind vorhanden. Das Stromkabel kann problemlos getauscht werden, ein separater Power-Schalter kann zur kompletten Trennung vom Netz herangezogen werden. Auch eine Auto-Standby-Funktion ist integriert und kann mit einem Kippschalter auf der Rückseite aktiviert werden.

Klang

Der PB-1000 darf sich direkt an der basslastigen elektronischen Musik des niederländischen Produzenten und DJs Tiestö versuchen – mit Erfolg. Der SVS-Woofer schleudert uns die Bässe bei hohem Pegel um die Ohren und sorgt für rassige Hiebe in die Magengrube. Dabei trägt er nicht unbedingt zu dick auf, gerade hier würde uns das vermutlich ohnehin kaum stören, sondern greift präzise, aber dann sehr druckvoll, zu. Das Tieftonfundament ist klar strukturiert und voluminös, ohne sich dabei in zu hohe Frequenzbereiche zu heben und für schwammige Bässe zu sorgen. Beim Übergang auf Tegan & Saras „Back in Your Head“ meistert er die tiefen Elemente sehr gut, wenn man hier in großen Räumen mit dem Pegel auch nicht übertreiben darf. Das pulsierende Fundament des eigentlichen Liedes gelingt hervorragend, und als sich die harten, schlagenden Bässe hinzugesellen, erfreut uns der PB-1000 mit enormem Nachdruck und exzellenter Atmosphäre. Auch beim Remix von Klaus Badelts „He’s a Pirate“, was die meisten wohl aus dem Film „Fluch der Karibik“ in Erinnerung haben, begeistert er mit Souveränität und Stärke. Der PB-1000 agiert präzise, schnell und kraftvoll, die einzelnen tiefen Frequenzbereiche werden homogen und mit identischem Selbstbewusstsein wiedergegeben, ein Absacken eines einzelnen Bereiches gibt es nicht. In Räumen bis zu 40 qm sollte der PB-1000 problemlos einzusetzen sein und bietet im Hinblick auf das doch recht kompakte Gehäusevolumen einen exzellenten Tiefgang – für größere Räume, für die er auch nicht unbedingt gedacht ist, muss man dann auch zu größerem greifen.

Ein aktiver Subwoofer ist ja nicht nur dazu da, bei elektronischer oder anders gearteter, harter Musik für mächtig Spektakel zu sorgen, sondern muss auch bei Klassik, Classic Rock, Jazz, o.ä. desöfteren mit eingreifen. Beim Evergreen „Hotel California“ der Eagles gibt sich unser PB-1000 ausgezeichnet. Er überdeckt nicht ungewünscht die Mitten, greift aber wenn es notwendig wird kraftvoll zu. Die Bassdrum des Schlagzeug verlangt ab und an den kraftvollen Nachdruck unseres SVS-Subwoofers und erhält diesen zu jeder Zeit sofort und mit hervorragender Präzision. Ein Anschlagen ist niemals zu hören, auch wenn wir in unserem Hörraum den Pegel mal wieder beinahe an die Spitze treiben. Klar kann man den PB-1000 mit entsprechendem Equipment an seine Grenzen zwingen, dann sind aber häufig auch die Räumlichkeiten einfach zu groß für einen Subwoofer mit diesen Abmessungen. Bezüglich Tiefgang, Kraft und Präzision darf sich der kleinste Bassreflex-Vertreter von SVS jedenfalls definitiv nichts nachsagen lassen.

Natürlich muss sich der PB-1000 auch im Filmbetrieb beweisen. Für entsprechende Befeuerung sorgt zunächst einmal die DTS-HD MA 5.1 Spur von Stirb Langsam 4.0. Im fünften Kapitel liefern sich die Schergen und Bruce Willis ein heftiges Feuergefecht, dass der PB-1000 mit Bravour meistert. Blitzschnell reagiert er bei den hochkalibrigen Geschossen und lässt unser Sofa erzittern. Stets ist er mit Kraft und Nachdruck zur Stelle, selbst beim Schnellfeuer sind die einzelnen Schüsse problemlos differenzierbar. Durch das satte Volumen wird der Zuschauer sehr gut mit in die Geschehnisse einbezogen und kann sich exzellent in die Bredouille der beiden Protagonisten hinein versetzen. Die verschiedenen Kaliber der unterschiedlichen Waffen lassen sich ebenfalls sehr heraushören, bei der finalen Explosion, die die Ruhe nach dem Sturm einleitet, gibt sich der Subwoofer keine Blöße und meistert den Knall mit Bravour.

Auch beim ersten Kapitel des „Dark Knight“ in Dolby TrueHD erschüttert uns der PB-1000 bis ins Mark. Beim ersten lang gezogenen Paukenschlag können wir das tiefgründige Fundament bereits erspüren. Kurz darauf folgt das Aufschießen des Fensters beim Wolkenkratzer gegenüber der Bank. Hier lässt sich das Aufsplittern und die einzelnen Tieftonebenen sehr gut erkennen. Wie bereits angedeutet greift der LFE stets präzise ein und liefert dann satte und nachdrückliche Kraft. Das Pulsieren im Untergrund erledigt der PB-1000 souverän, auch wenn er nebenbei bei Schüssen oder Elementen im Score andere Aufgaben erledigen muss. Bei den Pumpgun-Schüssen aus William Fichtners Flinte legt er sich dann noch einmal richtig ins Zeug und schleudert uns die voluminös klingenden Schüsse angemessen entgegen.

Im Vergleich mit anderen Subwoofern sucht der PB-1000 in dieser Größe seinesgleichen. Der Heco Phalanx Micro200A ist auch mit einer 300 Watt Class D-Endstufe ausgestattet, damit ebenfalls recht leistungsstark und noch kompakter. Er spielt ebenfalls so tief hinunter wie der SVS-Vertreter, kann das Potential aber durch sein geringeres Gehäusevolumen nicht ganz so ausschöpfen wie sein amerikanischer Konkurrent. Der PB-1000 schafft etwas mehr Spektakel und macht subjektiv einen kräftigeren, gehaltvolleren Eindruck. Die Verarbeitungsqualität ist beim etwas teureren Heco auf höherem Niveau, in schwarzem Hochglanzlack muss sich der Würfel auch im modernen Wohnzimmer nicht verstecken.

Die geschlossene Konstruktion des SB-1000, der ebenfalls für 499 EUR bei sv-sound erhältlich ist, wartet mit einer sehr ähnlichen Performance auf. Kraft und Tiefgang sind quasi identisch. Das etwas geringere Gehäusevolumen gleicht der SB-1000 durch eine etwas größere Membranfläche aus. Der geschlossene Subwoofer greift gerade bei feingeistiger Musik noch etwas chirurgischer ein, während der PB-1000 etwas voluminöser aufspielt. Beide Subwoofer eignen sich perfekt für tiefe Bass-Spektakel in nicht allzu großen Räumen. Tiefgang-Fanatiker und Kinofans, die in großen Räumen hohe subsonische Ansprüche haben, können sich dann bedenkenlos an den großen Brüdern im SVS-Sortiment bedienen.

Fazit

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Der PB-1000 macht keine Experimente. Weder bei Optik und Verarbeitung, die eher klassisch und robust daherkommt, noch bei den traditionellen akustischen Tugenden. Der kompakteste Bassreflex-Subwoofer im SVS-Sortiment liefert enorme Basskraft, Volumen und exzellenten Tiefgang. In Räumen bis etwa 40 m² lässt er die Konkurrenz im identischen Preisgefüge hinter sich und macht sowohl bei Action-Spektakeln als auch in einem breiten Spektrum verschiedener Musikgenre eine hervorragende Figur.

Klassische Optik und klasse Akustik – Trotz recht kompakter Abmessungen sorgt der PB-1000 für Bass-Spektakel im Heimkino/Wohnzimmer
preisklassenreferenz
Aktive Subwoofer Mittelklasse
09.01.2014

+ Exzellenter Tiefgang
+ Sattes Volumen
+ Kraft und Nachdruck
+ Hohe Präzision
+ Geeignet für Musik- und Filmton

– nur in Schwarz erhältlich

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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