TEST: SVS Aktivsubwoofer PB 2000 – brachialer Bass für 899 EUR?

SVS PB-2000 Front Seitlich1

Derzeit können sich Bassliebhaber ein schlagkräftiges Schnäppchen sichern, denn der brandneue Aktivsubwoofer SVS PB 2000 im großen Bassreflexgehäuse wird für 899 anstatt für 1.000 EUR bei SV-Sound angeboten. 

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30 cm Treiber

SVS PB-2000 Anschluesse Bedienelemente

 Lautstärke, Phase, Tiefpassfilter, Line Level und LFE-Anschlüsse

Zum Einsatz kommt die selbe Endstufe, die im kompakteren, ebenfalls neuen SB 2000 ihren Dienst verrichtet – durch das beim PB 2000 größere Gehäuse und das Bassreflex-Prinzip aber erwarten wir noch  mehr Tiefgang, Nachdruck und Volumen. Die Endstufe hört auf den Namen STA-500D Sledge. 500 Watt Dauerleistung und 1.100 Watt Peak-Leistung sprechen eine eindeutige Sprache – „schlapp machen gilt nicht“, könnte man salopp sagen. Die Endstufe arbeitet digital nach dem Class D-Prinzip, was heißt: Wenig Verlustwärme beim Verstärkungsvorgang, hohe Effizienz. 

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Endstufe

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 ELKOs

SVS PB-2000 Innenleben3

 Kabel in Schaumstoffummantelung

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 Schaltnetzteil und Class D-Endstufe

Vorgeschaltet ist eine clevere DSP-Elektronik, die eine präzise, akkurat gestaffelte Basswiedergabe unter alle Bedingungen sicherstellen soll. Lieferbar ist das Basskraftwerk nur in Blach Ash – Freude trendiger Farb-Spielereien stehen klar nicht im Fokus von SVS. Die Verarbeitung ist sauber und robust, der PB 2000 entpuppt sich mit Abmessungen von 52,7 x 43,94 x 55,88 cm aber klar als „Männerspielzeug“, das man nicht eben mal im etwas beengten Wohnzimmer in die Ecke stellen kann. Das Gewicht fällt mit 29,8 kg auch nicht eben niedrig aus. Gut gefällt uns das stabile Metallschutzgitter vor dem Frontfire-Treiber. Mit einer untersten Grenzfrequenz von 17 Hz laut Hersteller dringt der Bass-Bolide mit gerundeten Gehäuseecken aber sogar in subsonische Gefilde vor. Der 30 cm Treiber garantiert Souveränität durch schiere Größe, mit der doppelten Ferrit-Magnet-Bestückung, der Aluminium-Polypropylen-Konusmembran, dem pulverbeschichteten Alu-Druckgusskorb und der Polkernentlüftung möchte die Chassiskonstruktion aber auch durch technische Raffinesse punkten. 

Klang

Beim „Black Symphony“-Konzert (PCM 5.1) der melodiösen Heavy-Kombo Within Tempatation haben wir eine Blu-ray gefunden, die dem bärenstarken aktiven Subwoofer wie aufs Chassis geschnitten ist. Hier spielt er seine großartige Souveränität voll aus. Mit dem exzellenten Yamaha RX-A3030 hat er einen praktisch perfekten Spielpartner, da der größte Aventage AV-Receiver problemlos die Gangart des SVS PB 2000 mitgeht. Der Yamaha steuert den aktiven Subwoofer präzise an und versorgt die anderen Kanäle mit Leistung satt, so dass man ohne Reue aufdrehen kann. Schon das facettenreiche Intro fordert den PB 2000, aber der US-Woofer pariert auch tiefste Bassschläge souverän. Seine Endstufe liefert massige 500 Watt, als kurzzeitiger Peak werden sogar 1.100 Watt geboten – auch für Hörräume geeignet, die größer als 30 Quadratmeter sind. Der SVS-Bassist baut im Intro jedes Bassgebilde präzise auf und gibt die entsprechenden Impulse reaktionsschnell wieder. Träge, wabernder Bass – wer diese Attribute mit einem US-amerikanischen Subwoofer gleichsetzt, sollte sich mal den PB 2000 anhören, denn nichts von alledem trifft zu. Hier wird purer, kraftvoller, authentischer Bass offeriert, der sich auch bei den Songs von Within Temptation bestens entfalten kann. Das Schlagzeug hat Wucht, trifft aber stets passgenau, unschönes Nachschwingen kennt der PB 2000 nicht. Das von nachdrücklicher Energie getragene Konzert ist die ideale Spielwiese für den Subwoofer, der auch beweist, wie gut er sich ins tonale Gesamtgefüge integriert. Er wummert oder donnert nicht in der Ecke vor sich hin, sondern baut ein klar gestaffeltes, exakt passendes Fundament auf, das nie störend oder überdimensioniert wirkt. 

Den „richtigen Ton“ trifft der ausladende Bassexperte auch bei „Tequila Sunrise“ von den Eagles (DTS-HD Master Audio, BD Farewell Tour), hier baut er ein passendes Fundament auf und integriert sich sehr gut zwischen die Front- und den Centerlautsprecher. Er liefert korrekt dosiertes Volumen und begeht, korrekte Einpegelung vorausgesetzt, nicht den Fehler, sich in den Vordergrund zu schieben. Man könnte aufgrund der schieren Abmessungen und der technischen Daten schon einen gewisse Dominanz erwarten, diese bleibt aber im Spielbetrieb aus. Das heißt nicht, dass der PB 2000 langweilig spielt oder sich im akustischen Hintergrund versteckt. Er schiebt, wenn er gefragt ist, gewaltig an und spendiert dem Song ein gefälliges Volumen – kurzum, er macht genau das, was er Hörer mit gewissem Anspruch möchte. Sehr gut stellt er dies auch bei „Love Will Keep Us Alive“ unter Beweis. Der Klang erzeugt ein wohliges Gefühl beim Zuhörer, schlichtweg aufgrund der hervorragenden Souveränität des SVS-Woofers. 

Im  Filmtonbetrieb im 15. Kapitel der „Avengers“ Blu-ray (DTS-HD Master Audio) fesselt uns die exzellente Basswiedergabe des PB 2000 ebenfalls. Es führt kaum ein Weg an der Aussage vorbei, dass es sicherlich noch bessere aktive Subwoofer als die von SVS gibt – aber nicht zu diesem Preis. Für 899 EUR erhält man einen Bassisten, der so brachial und gekonnt aufspielt, dass man sich nur verdutzt die Augen reiben kann, was die US-Amerikaner für das faire Budget servieren. Die gepanzerte Riesenechse, die aus dem schwarzen Loch kommt, wird mit markerschütterndem Bass dargestellt. Der PB 2000 schafft es überdies, auch bei hohem Grundpegel noch verschiedene Bass-Gefüge auseinander zu differenzieren. Nie wird die Präsentation zu oberflächlich oder zu undifferenziert. Extrem tiefe, kurze Bassschläge arbeitet der PB 2000 akkurat heraus, er schafft auf der einen Seite eine mitreißende Wiedergabe, auf der anderen Seite aber agiert er stets authentisch. Genau das ist die Mischung, die auch anspruchsvolle Anwender schätzen – „billiger Kravallsound“ wünscht sich diese Klientel nicht – und genau so agiert der SVS auch nie. Er wirkt immer gelassen, gibt dem Bass auch Struktur und Präzision mit auf den Weg zum Hörer. Das, was wir schon bei den Musikstücken festgestellt haben, ist auch bei Filmton so: Der PB 2000 integriert sich sauber, die Bass-Kulisse wirkt geschlossen, in sich schlüssig, homogen – so dass man mitfiebern kann, ohne irgendwelche störenden Einflüsse akzeptieren zu müssen. 

Bei der Konkurrenzanalyse fangen wir mit einem extrem talentierten aktiven Subwoofer an, der allerdings nicht direkt in der identischen Preisliga spielt. Für weniger als 650 EUR macht der Nubert nuBox AW-993 deutlich, dass er nach wie vor der Preis-/Leistungsmeister ist. Klar, der größere SVS liefert noch mehr Schub, schließlich ist er größer und teurer – aber wer nicht viel Buget zur Verfügung hat, macht mit dem AW-993 nichts falsch.  Konkurrenz aus eigenem Hause droht mit dem SVS SB 2000, der ein geschlossenes Gehäuse hat, daher besonders präzise spielt, und deutlich kompakter daher kommt. Mit aktuell, 749 EUR ist man hier dabei. Der PB 2000 offeriert noch mehr Tiefgang und Volumen, ist aber größer und 150 EUR teurer. Gewaltig geht auch der Quadral QUBE 12 zur Sache. Nimmt man die aktuellen Preise als Grundlage, sind 100 EUR mehr für den Hannoveraner Bass-Spezialisten zu berappen. Der QUBE 12 wirkt optisch attraktiver und geschliffener, beeindruckt durch enorme Homogenität und einen extrem angenehmen Bass. Bei Tiefgang und Pegelfestigkeit kann sich dafür der PB 2000 noch besser in Szene setzen. 

Fazit

SVS PB-2000 Front Seitlich5

Wie auch der geschlossene SB 2000 offeriert der nach dem Bassreflexprinzip arbeitende, vom Gehäusevolumen her größere PB 2000 eine erstklassige Leistung zum absolut fairen Kaufpreis. Er ist zwar nicht das, was man landläufig unter dem Wort „kompakt“ versteht, dafür aber kann man ihn bedenkenlos auch im größeren dedizierten Heimkinoraum einsetzen. Die Endstufe ist enorm leistungsfähig und bricht auch bei großer Lautstärke nicht ein. Im Zusammenspiel mit einem starken AV-Receiver erfährt man hier ein umfassendes Hörvergnügen – im Detail überzeugt der PB 2000 dabei mit Impulstreue, Differenzierungsvermögen sowie einem hohen Maß an Integrationsfähigkeit. Freude optischer Raffinesse liegen beim solide verarbeiteten PB 2000 nicht absolut richtig – wohl aber derjenige, der für derzeit unter 1.000 EUR ein High-Performance-Basskraftwerk für alle Lebenslagen sucht. 

Erneut eine erstklassige Leistung – SVS hat mit dem PB 2000 den nächsten Volltreffer gelandet
preisklassenreferenz
Aktive Subwoofer bis 1.000 EUR

+ Enorme Pegelfestigkeit
+ Hervorragender Tiefgang
+ Präzise und impulstreu
+ Robuste Verarbeitung
+ Günstiger Kaufpreis

– Nur in schwarz lieferbar

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 21. Februar 2014




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