TEST: Sharp 2.0 Soundbar HT-SB106 - Kompakt, günstig, leistungsstark?

Mit der HT-SB106 bietet Sharp für lediglich 99 Euro UVP (Marktpreis unter 80 Euro) eine enorm günstige und kompakte Soundbar an, die besonders für den Einsatz mit kleineren TV-Geräten und Monitoren geeignet ist. Gerade im preiswerten Einstiegsbereich leisten integrierte TV-Lautsprecher nicht viel, hier soll die 2.0-Komponente ohne zusätzlichen Subwoofer Vorteile bieten. Dank HDMI-Beschaltung inklusive ARC ist eine komfortable Einkabelverbindung möglich - außerdem ist die HT-SB106 mit Bluetooth ausgestattet und gibt drahtlos zugespielte Audiosignale wieder. Ob sich die Investition in der niedrigen Preisregion lohnt, lesen Sie im Testbericht.

Materialübergang und Bedienelemente

Rückseite

Anschlüsse

Gesamtansicht

Für den aufgerufenen Preis ist die Sharp-Soundbar sehr gut verarbeitet. Natürlich sitzen die Treiber in einem Kunststoffgehäuse, das ist allerdings auch bei deutlich teureren Komponenten gang und gäbe. Ober- und Unterseite sind mattschwarz und passen gut zum Metallgitter, dass vor den Chassis integriert ist. Die Seitenteile sind hochglanzschwarz gehalten und setzen einen schicken optischen Akzent. Rechter Hand sind Bedienelemente am Gerät integriert, die einen sehr guten Druckpunkt aufweisen. Neben Power-Button und Quellenwahl kann man noch die Lautstärke direkt am Gerät einstellen. Die Soundbar ist mit keinerlei Füßen versehen, auch eine gummierte Leiste für bessere Standfestigkeit sucht man vergeblich. Dennoch steht die Soundbar solide auf dem Gehäuse und wackelt nicht. Im Bedarfsfall kann man sie aber per Schlüsselloch-Aufhängung an der Wand montieren, sowohl Schrauben als auch Dübel liegen bei.

Soundbar mit Fernbedienung

Fernbedienung in Großansicht

Lieferumfang

Sehr gut finden wir, dass trotz des günstigen Preises eine solide Fernbedienung mit echten gummierten Drucktasten beiliegt. Das haptische Feedback könnte zwar ausgeprägter sein, dennoch wirkt es klar hochwertiger als einfache Folientasten. Die Fernbedienung liegt gut in der Hand, bietet neben Lautstärke-Regelung und Wiedergabetasten Direktzugriff auf die Eingänge sowie den EQ und wird mit einer AAA-Batterie betrieben. Auch ein dedizierter Mute-Button gehört zum Layout.

Klang

Die HT-SB106 kann direkt per HDMI mit dem TV verbunden werden und gibt dank ARC-Support über diese Einkabelverbindung das Audiosignal vom Fernseher wieder, auch die Lautstärkeregelung kann dann dank HDMI-CEC mit der TV-Fernbedienung erfolgen. Alternativ lässt sich die Sharp Soundbar auch mit einem optischen Digitalkabel verbinden. In beiden Fällen benötigt die Komponente ein unkodiertes PCM-Signal, Dolby Digital oder andere codierte Tonspuren können von der Soundbar nicht verarbeitet werden. Zusätzlich zu den kabelgebundenen Möglichkeiten wird auch die drahtlose Signalübertragung via Bluetooth unterstützt. Eingriffe in den Sound sind nur geringfügig möglich, eine Bass/Treble-Einstellung oder ähnliches gibt es nicht, dafür kann man mit der EQ-Taste auf der Fernbedienung einen von drei vorinstallierten Modi (Musik, Movie und News) wählen.

Die Bluetooth-Kopplung erfolgt unproblematisch: Nach dem Einschalten wählt man mit der BT-Taste oder dem Quellenwahl-Button an der Seite der Soundbar den Bluetooth-Modus. Dass man sich im Bluetooth-Modus befindet zeigt eine schnell blinkende blaue Status-LED an. Der Kopplungsmodus ist allerdings nur für einige Sekunden aktiviert. Ist man nicht schnell genug muss der Bluetooth-Modus erneut wie beschrieben aktiviert werden. In den sichtbaren Geräten auf dem Smartphone oder einem anderen Bluetooth-kompatiblen Gerät wird die Soundbar eindeutig als SHARP HT-SB106 identifiziert und mit einem Klick verbunden. Die Verbindung blieb während des Testzeitraumes stabil und auch nach erneutem Einschalten der Soundbar gelang der Verbindungsaufbau automatisch. Die Lautstärke lässt sich mit dem Smartphone regeln, mit dem eigens einstellbaren Soundbar-Pegel wird dies aber nicht synchronisiert.

Anlässlich der Adventszeit beginnen wir die Bluetooth-Zuspielung mit John Lennons Happy Xmas. Die Sharp Soundbar präsentiert eine solide Vokalstimme und arbeitet auch die Gitarrenklänge gut heraus. Die Instrumente zentrieren sich ein wenig in der Mitte der Bühne und insgesamt könnte sich der Klang besser von der Soundbar lösen. So zeigt auch der vermittelte räumliche Aufbau ein wenig Potential, die Differenzierung der einzelnen Instrumente gelingt aber gut. Das nicht allzu üppig bemessene Volumen merkt man der Soundbar durchaus an, es fehlt an Atmosphäre und Dichte. Der gebotene Pegel ist aber für die Größe der Soundbar absolut in Ordnung und zur Aufbesserung des TV-Sounds eines günstigen Flachbildschirms auch im mittelgroßen Wohnzimmer ok. Untenrum fehlt es ein wenig an Volumen und Fülle, Percussion-Elemente werden aber gut integriert und auch der Kinderchor gefällt mit Natürlichkeit. Die begleitenden Weihnachtsglocken sind ein wenig in den Hintergrund gerückt, davon abgesehen gefällt die Kulisse aber mit klarer Durchhörbarkeit und Transparenz.

Auch bei "Boat on the River" von Styx fallen die kompakten Abmessungen der Sharp Soundbar auf, es fehlt schlichtweg an Punch und Kraft in den niedrigen Frequenzbereichen. Mitten und Höhen können aber durchaus überzeugen und besonders die Stimmwiedergabe gefällt hier mit charakteristischen Eigenschaften von Dennis DeYoung. Auch die Saiteninstrumente gelingen klar und mit guter Dynamik. Im Maximalbereich bleibt die HT-SB106 souverän. Man kennt seine Grenzen: der Tieftonbereich wird, im Bereich in dem die Treiber überstrapaziert werden würden, außen vor gelassen, so wird auch bei hohem Pegel ein sauberes und angenehmes Klangbild realisiert.

Mit der EQ-Taste können wir die drei Presets durchschalten. Als Hinweis, welcher Modus aktuell aktiviert ist, dient wieder die einzelne Status LED: einmaliges Blinken bedeutet, dass der Musik-Modus aktiv ist, zweimaliges Blinken zeigt den Movie-Modus an und bei dreimaligem Blinken ist der Modus Nachrichten aktiviert. Die Presets unterscheiden sich schon deutlich und erwartungsgemäß: Movie- und Musik-Modus ähneln sich weitgehend, bei Movie wird allerdings der Tieftonbereich noch ein wenig mehr betont und die Kulisse wirkt etwas voller, beim Nachrichten-Modus liegt der Fokus klar auf den Mitten während die anderen Bereiche etwas zurückgenommen werden, wirkliche Vorteile erkennen wir aber nicht.

Nachdem wir bei unserem TV-Gerät die Audioausgabe via HDMI auf PCM umstellen kann die HT-SB106 auch Ton ausgeben. Direkt zu Beginn der Filmwiedergabe von Netflix fällt direkt auf, dass der erreichbare Pegel niedriger ist als bei der Bluetooth-Zuspielung und, sofern man weiter als 2 Meter von der Soundbar entfernt sitzt, auch etwas zu wünschen übrig lässt. Die ersten von Dialog geprägten Szenen in Deadpool zeigen solide Vokalstimmen mit guter Sprachverständlichkeit. Sobald die Motorräder und Vans eintreffen und der berüchtigte Superheld von der Brücke springt werden die Kompromisse, die man mit der günstigen Sharp Soundbar eingehen muss, deutlich. Zwar bleiben Stimmen durch die gesamte Kampfszene hinweg klar verständlich, aufgrund des fehlenden Tieftonbereichs wirken die Action-Sequenzen aber nicht so mitreißend und spektakulär. Auch die Motorengeräusche sind insgesamt eher einheitlich, unterschiedliche Fahrzeuge klingen sehr ähnlich. Unterschiedliche Geschosse und Kaliber sind nur im Ansatz zu unterscheiden. Etwas mehr Räumlichkeit und eine breitere Bühne als konventionelle Lautsprecher in günstigen TVs wird aber zweifellos geboten.

Auch bei Fantastic Beasts and Where To Find Them stellt sich die akustische Präsentation mit Klarheit und solider Präzision dar. Der fehlende Subwoofer macht sich aber ebenso stark bemerkbar, ohne Support kann die HT-SB106 leider keine nennenswerte Kraft in den niedrigen Frequenzen realisieren. Dennoch kann man der Sharp-Soundbar ein lebendiges und emotionales Klangbild entlocken, außerdem punktet sie wieder mit sehr guter Sprachverständlichkeit und charakteristischer Stimmwiedergabe. Die Räumlichkeit könnte ausgeprägter sein. Ohne einen virtuellen Surround-Modus haben wir hier auch nicht viel erwartet, dennoch könnte sich der Klang noch besser von den Lautsprechern lösen und die Frontkulisse breiter und tiefer erscheinen. Insgesamt bleibt für den Filmenthusiasten hier natürlich einiges zu wünschen übrig, in Anbetracht der Preisklasse bietet die Sharp Soundbar aber eine solide Performance und bietet gegenüber einfachen TV-Lautsprechern in günstigen Preisklassen einen klaren Benefit.

Typische Konkurrenten im kompakten Format wären die JBL Bar Studio oder die Cinebar One von Teufel (ohne Subwoofer). Diese sind zwar etwas teurer, bieten aber beide klar mehr Ausstattung und Features. Zwar ist auch die Sharp HT-SB106 mit HDMI+ARC bestückt, die anderen beiden können aber Dolby Digital-Tonspuren dekodieren und sind darüber hinaus mit virtuellen Surround-Modi bestückt, die trotz des kompakten Gehäuses eine sehr räumliche Präsentation realisieren. Gerade die Cinebar One mit den seitlichen Treibern und Dynamore Ultra sticht hier hervor, ist aber auch die teuerste im Bunde. Auch bei der gebotenen Lautstärke kann die Sharp Soundbar leider nicht mithalten. Bluetooth bieten alle drei, die Cinebar One kann sogar per USB direkt an einen PC angeschlossen werden.

Fazit

Sharp HT-SB106

Die Sharp HT-SB106 ist für diejenigen Anwender interessant, die zum Schnäppchenpreis die integrierten TV-Lautsprecher eines Fernsehers im niedrigen Preisbereich aufbessern möchten. Sie kann mit - in Anbetracht des günstigen Preises - solider Verarbeitungsqualität und ihrem schlanken Design punkten. Akustisch gibt es für ein wenig mehr finanziellem Invest mehr Pegel, Räumlichkeit und Emotionen, außerdem Dolby Digital-Decoder und virtuelle Surround-Modi. Exzellent ist die HDMI-Bestückung inklusive ARC und CEC sowie die Unterstützung von Bluetooth für Marktpreise um die 80 Euro.

Schnäppchen-Soundbar mit HDMI+ARC und CEC sowie Bluetooth-Support in schlanker Form

14.12.2018

Test: Philipp Kind
Datum: 14.12.2018

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