TEST: Saxx airSOUND AS 40 – erfolgversprechender Einstieg bei den aktiven Multiroom-Audio-Systemen?

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Nun ist es soweit: Auch Saxx steigt mit den airSOUND-Modellen AS 40 (229 EUR) und AS 50 (299 EUR) in den hart umkämpften Markt für Multiroom Audio-Aktivlautsprecher ein. Wir haben anhand eines Testa des AS 40 überprüft: Ist diese Mission gelungen? Zunächst stellen wir aber beide Devices vor. 

Leistungsmangel herrscht schon beim AS 40 nicht. Der kompakte, nobel auftretende kleine Multiroom Audio-Spezialist bringt schon 30 Watt an Spitzenleistung mit. Die Dauerleistung beträgt 25 Watt. Eine 2,6 cm Seidenkalotte und ein 11,5 cm Tiefmitteltöner mit Polypropylen-Membran sind verbaut. Es handelt sich um einen Mono-2-Wege-Lautsprecher, der nach dem Bassreflex-Prinzip arbeitet. Der AS 40 ist 2,4 kg schwer, ist 219 mm breit, 147 mm hoch und 120 mm tief. Der integrierte Akku sorgt für maximal 10 Stunden Spielzeit.

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Saxx airSOUND AS 40

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Stationäre Bedienelemente an der Oberseite

Beim AS 50 stehen satte 50 Watt Impulsleistung und 40 Watt Dauerleistung in den technischen Daten, auch hier ist ein Akku mit an Bord: Bis zu 12 Stunden Spielzeit sind hier möglich. Der AS 50 ist ein Stereo 2-Wege-Bassreflex-Lautsprecher, der mit mit 2 x 2,6 cm Seidenkalotten-Hochtönern und mit einem 11,5 cm Tief-/Mitteltöner bestückt ist. Der AS 50 wiegt 3 kg und ist 287 mm breit, 158 mm hoch und 145 mm tief.  Vorhanden bei beiden Modellen ist auch ein 3,5 mm Miniklinken-Audio-Exerneingang. Ebenfalls findet sich ein USB-Slot zur Spannungsversorgung externer Devices an beiden Multiroom Audio-Speakern. Ein Bluetooth-Label tragen beide Geräte nicht, haben aber eine vergleichbare Funktion an Bord.
Der Verbindungsaufbau ist ähnlich dem bekannten Bluetooth-System und wird in der Regel im gleichen Einstellungsmenü vorgenommen. Die Reichweite des Direct Audio Streaming beträgt im Gebäude ca. 8 m, in Abhängigkeit von der Umgebung.

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Seite

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Rückseite

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Rückseite und Oberfläche

Wir haben uns den AS 40 genau angeschaut, denn um noch Akzente setzen zu können, muss man sich etwas einfallen lassen: Saxx ist dies definitiv gelungen. Die beiden Lautsprecher erweisen sich nicht nur als schlicht-elegant hinsichtlich ihrer Formensprache, sondern auch als außergewöhnlich hochwertig verarbeitet für die Preisklasse, in der sie beheimatet sind.

Die Oberflächenlackierung des MDF-Gehäuses im Farbton „warm grey“ Version, erscheint haptisch angenehm und optisch deutlich über Preisklassen-Level. Das Anschlussfeld auf der Rückseite besteht komplett aus Metall. Es ist befriedigend eingepasst, lediglich an manchen Ecken finden sich hinsichtlich der Spaltmaße kleine Differenzen – wir schauen aber darüber hinweg, denn wir sind nicht in der Liga, in der man Perfektion erwarten kann. Sehr schick und auch gut zu bedienen sind die Sensortasten direkt an den Geräten. Das Angebot umfasst hier auch frei programmierbare Stationstasten, die frei belegt werden können. So ist es ein Leichtes, die favorisierten Internet Radio-Stationen hier komfortabel zu hinterlegen. Leider, dies ist ein kleiner Nachteil, sind die Sensortasten nicht beleuchtet. Man kann AS 40 und AS 50 natürlich auch über eine App steuern: „Saxx Audio“ heißt sie und ist für Apple iOS Devices und für Android-Devices kostenlos zum Download in den jeweiligen App Stores erhältlich. Was noch für Saxx spricht: Wie üblich bei den Produkten der Niedersachsen kann man auch den airSOUND AS 40 bis zu 4 Wochen lang Probe hören. 

Wie bindet man den AS 40 ins Netzwerk ein?

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Der Einrichtungs-Assistent wird gestartet

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Das WiFi-Passwort muss eingegeben werden

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WPS-Taste am AS 40 drücken

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Der AS 40 ist eingerichtet

Zunächst lädt man sich die App herunter, anschließend wird der airSOUND-Lautsprecher eingeschaltet (längeres Drücken des SAXX-Logo-Schalters vorn auf dem Gitter). Dann wird oben links bei den Sensortasten die Quellen-Taste gedrückt, bis man auf dem WLAN-Eingang ist (LED blinkt rot). Dann gibt man in der App das Passwort des Routers ein, dann wird die WPS-Taste am AS 40 gedrückt. Hier wäre hilfreicher, wenn man erst gar kein Passwort eingeben müsste und sich die Geräte, also Router und AS 40, direkt über WPS finden würden. Nun folgt  dann die Verbindung zwischen den Devices. Sollte diese Art der Verbindungsherstellung nicht funktionieren, und es folgt eine Fehlermeldung, findet man innerhalb der App eine alternative Möglichkeit, doch noch eine Connection herzustellen. Man geht hierzu aus der App raus und in die WLAN-Einstellungen des Smartphones – dort, wo dann die zur Verfügung stehenden Netzwerke angezeigt werden, kann man sich direkt mit dem Saxx AS 40 verbinden. Ist diese Verbindung hergestellt, wechselt man zurück in die App und dort gibt man nochmals das Passwort vom Router ein – dann ist der AS 40 eingebunden. 

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Übersicht der vorhandenen Dienste

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Wiedergabe via TuneIn, schön visualisiert

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Verwendung von Spotify Connect

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Zugriff auf Server im Netzwerk

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Übersicht eines Ordners auf unserem DLNA-Server

Möglich ist eine dauerhafte Direktverbindung über das direkte Wireless-Netzwerk zwischen Smartphone und AS 40. Dann aber ist die Eingangsquelle (Sensortaste) zu wechseln, die LED sollte dann blau blinken. Wählt man diese Art der Verbindung, kann man nur auf die Musikinhalte, die auf dem Smartphone oder Tablet lokal gespeichert sind, zurückgreifen. 

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Spotify Connect-Wiedergabe

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Der AS 40 kann direkt von Spotify aus angewählt werden

Die airSOUND-Komponenten haben folgende Streaming-Dienste integriert:

  • Tune In Internetradio
  • iHeart Radio
  • Spotify Connect (funktioniert über die Spotify App, zudem benötigt man Spotify Premium/9,99 EUR pro Monat)
  • Tidal
  • Napster

Die App überzeugt mit frischer Optik und netten Details (z.B. sich drehender virtueller „Plattenteller“ bei der Wiedergabe eines Titels) und praktischer Handhabung (kompletter Zugriff im Falle des iPhones auf die Wiedergabelisten in iTunes möglich – das geht nicht bei allen Konkurrenten). Hier lässt sich Saxx nichts nachsagen. 

Klang

Wir starten mit Titeln aus Spotify Connect, und in der Liste der zur Verfügung stehenden Wiedergabe-Devices taucht der AS 40 direkt auf. „The Sun Always Shine On TV“ in der Version von Mario Lopez fördert erstaunliche Talente des kleinen Aktivlautsprechers an den Tag. Er klingt zwar etwas dumpf, hat aber ordentlich „Dampf“ und schreckt auch vor höheren Pegeln nicht zurück. Souverän ist die Basswiedergabe, gut die Trennung von elektronischen Effekten, vokalen Elementen und der Bass-Linie. Auch „Final Fantasy“, Trance-Klassiker von Extreme Trax, überrascht uns positiv. Tadellose räumliche Wirkung, solide Bass-Performance über Klassendurchschnitt, und ein angenehmer, homogener Klang auch bei gehobenem Pegel. Wir bleiben in der musikalischen Vergangenheit und lauschen „Inside Out“ von Culture Beat. Wieder eine prima Leistung des airSOUND AS 40, der gerade im kleineren Raum durchaus als vollwertiger Lautsprecher durchgehen kann.

Ferienhaus, Studentenbude, über die WiFi-Direct-Verbindung und dank Akku auch abends beim Grillen am See: Der kleine „Aktivist“ liefert eine saubere Performance ab, die sich keinesfalls hinter den „Großen“ verstecken muss. „What Is Love 2016“ – wir sind in unserer Zeit musikalisch angekommen, und ein weiteres Mal ziehen wir den Hut vor dem Saxx-Speaker: Selbst der leicht dumpfe Einschlag, eingangs der Klangwertung leicht kritisiert, ist kaum noch vorhanden. Die immer sehr hohe Verständlichkeit der vokalen Elemente ist hervorzuheben und auch die räumliche Staffelung findet unsere Zustimmung. „Somewhere New“ von Klingande beweist es ebenfalls: Für einen vergleichsweise schlicht aufgebauten Aktivlautsprecher ist die Wiedergabe von Stimmen, inklusive räumlicher Intensität und Konturenschärfe, wirklich bewundernswert gut. Im Bassbereich wird hinsichtlich Volumen sowie Tiefgang eine ordentliche Leistung geboten, so dass man zweifelsohne bislang sehr zufrieden sein kann mit dem AS 40. Übrigens ist es möglich, zwei AS 40 als Stereopaar zu betreiben. Sehr einfach kann einer Box dann der linke und der anderen der reche Kanal zugewiesen werden.

Direkt von unserem Apple iPhone 7 Plus hören wir „L’Attesa“ von Andrea Bocelli. Kein einfaches Stück für einen eher einfach ausgerichteten Lautsprecher. Doch der AS 40 enttäuscht uns auch hier nicht. Er legt eine harmonische Note in seine Präsentation, die wir als äußerst vorteilhaft wahrnehmen. Anstatt einer leicht spitzen, überschärften Wiedergabe, die dann bei gehobenem Pegel auch noch von akustischen Artefakten geplagt wird, spielt der kleine Niedersachse gelassen und mit leicht warmem Einschlag auf. Mit so gelungener Feinabstimmung kann man auch eher einfache Technik so gut „trimmen“, dass man sogar von Hörspaß sprechen kann.

„You Only Live Twice“ von Nancy Sinatra, Titelsong des gleichnamigen 007-Films, liegt dem airSOUND-Lautsprecher ebenfalls. Gut gelingt die Trennung von Stimme sowie Instrumenten, Nancys vokale Performance wird überdies mit einer recht ordentlichen Klarheit auf den Weg in den Hörraum geschickt. Die verschiedenen musikalischen Ebenen kommen akkurat zum Ausdruck. Oberflächlich und „platt“ erscheint der Klang daher nie. Und auch „Moonraker“, gesungen von Shirley Bassey und ebenfalls eine James Bond-Filmmelodie, lebt bei der Wiedergabe durch den AS 40 in erstaunlicher Art und Weise auf: Klare Strukturen, gute Ausprägung der Stimme, und ein recht dynamischer sowie glaubwürdiger Bassbereich sind hier die Pluspunkte. 

Wir setzen dem airSOUND AS 40 nun HiRes Audio-Files im Flac-Format vor, die wir über die App von unserem NAS-System zuspielen. „California Dreamin“ in der Adaption von Diana Krall (Album: Wallflower) liegt in 48 kHz/24-Bit Stereo vor. Natürlich kann man von einem Device wie dem AS 40 nicht erwarten, dass eine komplette, äußerst detailverliebte Präsentation von HiRes-Dateien möglich ist, aber das, was der AS 40 uns präsentiert, ist alles andere als schlecht: Erneut eine lebendige Stimmwiedergabe mit voll befriedigender Auflösung und einer guten Trennung von den instrumentalen Anteilen. All dies trifft auf eine wirklich überraschend ausgeprägte Räumlichkeit und auf einen runden Bassbereich. Sogar FLAC 192 kHz/24-Bit Material wird problemlos wiedergegeben, so „Basil“ von Mark Knopfler. Die Darstellung der Stimme ist wieder äußerst gelungen, aber selbst die akustische Gitarre wird ohne größere Schwächen herausmodelliert. „Diamante“ (96/24) von Alessi bringt, wie  wir es kennen, etwas italienisches Flair in den Hörraum. Sowohl die weibliche als auch die männliche Gesangsstimme arbeitet der kompakte Aktivlautsprecher gelungen heraus. Die Räumlichkeit ist auch im filigranen Bereich durchaus ausgeprägt. 

Konkurrenzvergleich

Teufel Raumfeld One S Front Seitlich3

  • Teufel Raumfeld One S: Aktuell ist der Berliner WLAN-Lautsprecher exakt zum gleichen Preis (20 EUR günstiger als sonst) erhältlich. Und der One S startet gleich durch: Ihn gibt es in 2 Farben, er hat einen 50 Watt Bi-Amping-Verstärker und eine tolle App mit jeder Menge integrierter Streaming-Dienste. Doch der Newcomer schlägt sich wacker: Denn er hat einen eingebauten Akku, der dem One S fehlt, und mit WiFi Direct kann der airSOUND AS 40 dann auch bei der Party am Badesee als Partner vom Smartphone auftrumpfen. Mit seinem edlen, mattgrauen Gehäuse gerät er bei Optik und Verarbeitungs- sowie Materialqualität ebenfalls nicht ins Hintertreffen. Akustisch präsentiert sich das Berliner Kompaktmodell als sehr guter Partner, was an der aufwändigeren Bestückung liegt: Ein 2-Wege-Koaxial-System und 2 x 95 mm Passiv-Basstreiber. Allerdings ist auch der airSOUND AS 40 dank rundem Bassbereich und tadelloser Räumlichkeit in klanglichen Belangen überzeugend. Wichtig für die Zukunft: Teufel plant die Google Cast for Audio-Integration. 

Samsung WAM3500 Bedienelemente

  • Samsung Wireless Audio 360 System R1: Mit 199 EUR ist der kleinste der Samsung-R-Baureihe mit der charakteristischen zylindrischen Bauform fair kalkuliert. Dank der „Ring-Radiator“ Technologie wird ein besonders räumlicher 360 Grad-Sound erzielt, was in der Praxis recht gut funktioniert. 45 Watt stehen an Leistung bereit, das ist auch ein ordentlicher Wert. Vorteilhaft ist, dass der R1 auch über Bluetooth verfügt. Nicht überzeugend: Einen Akku hat der Samsung Aktivlautsprecher nicht. Die Verarbeitung ist sehr gut, die Materialqualität liegt aber merklich unter dem Saxx airSOUND AS 40. Klanglich verfolgt der Samsung R1 eine recht emotionale Linie, also spricht er den „Spaßhörer“ an. Der Saxx AS 40 liefert mehr Homogenität und einen nochmals angenehmeren Klang, ohne irgendwo anders merklich ins Hintertreffen zu geraten. 

Panasonic SC-ALL05 Front Seitlich1

  • Panasonic SC-ALL05: Mittlerweile gute App, einfaches Handling, spritzwasserfest, mit Bluetooth, Akku ist vorhanden, der Preis ist heiß, die Verarbeitung gut, die Optik schick: Es fällt schwer, Argumente gegen den schmucken Wireless Multiroom Audio-Lautsprecher zu finden. Doch eines fällt uns dann doch ein: Der Saxx airSOUND AS 40 klingt besser. Noch runder, homogener, mit besser ausgeprägtem Bassbereich. Ein großer Erfolg für den Newcomer, der dadurch Ausstattungsnachteile gegenüber dem flexiblen SC-ALL05 wettmachen kann. 
Fazit

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Ein sehr gelungener Einstieg für Saxx: Der airSOUND AS 40 sieht ausgesprochen gut aus, überzeugt durch hochwertige Materialqualität und bietet einen sehr homogenen, runden, gefälligen Klang mit erstaunlich ausgeprägtem Bassbereich und tadelloser Verständlichkeit von Stimmen. Die App hat uns mit der netten Grafik und dem einfachen Handling überzeugt. Der Kaufpreis ist mit knapp 230 EUR für ein so edel wirkendes und klangstarkes Produkt als sehr fair zu bezeichnen. Gut gefällt uns auch, dass ein Akku mit einer ordentlichen Laufzeit von 10 Stunden mit an Bord ist. Dank WiFi Direct-Verbindungsmöglichkeit kann man den airSOUND AS 40 auch mobil einsetzen. Was fehlt uns? Top wäre noch, wenn der Speaker spritzwasserfest wäre. Prima ist, dass Tidal als derzeit angesagter Streaming-Dienst bereits integriert ist. So stellt sich nur die Frage, ob Saxx zukünftig auch an Google Cast for Audio denkt. Bereits jetzt aber, soviel steht fest, stellt der AS 40 eine echte Bereicherung in seinem Marktsegment dar. 

Edles Design, hohe Materialqualität, coole App und tadelloser Klang: Saxx feiert mit dem AS 40 einen Einstand nach Maß
ueberragend
Wireless Multiroom Audio-Lautsprecher bis 300 EUR
Test 29. November 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 29. November 2016

 




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