TEST: Samsung Galaxy A5 – Großzügige Ausstattung in der Mittelklasse

Quasi im Windschatten des S8 bringen die Koreaner ein neues Mittelklasse-Modell auf den Markt, das bezüglich seiner Ausstattung in dieser Preisklasse neue Maßstäbe setzen möchte

Genau genommen können die 2017-Auflagen des A5 und des A7 als Vorhut des neuen Flaggschiffs gelten, denn diesmal ließ sich Samsung aus gutem Grund besonders viel Zeit für das S8. Gut so, denn auch in der 300-Euro-Preisklasse muss der Weltmarktführer Flagge zeigen, um gegen die preisaggressiven chinesischen Konzerne gewappnet zu sein. Interessant dabei: Die A-Modelle behalten jedes Jahr ihren Namen, um sich wohl als Brand zu etablieren.

Aufsehen erregt das A5 bereits dank Always-On-Display. Dadurch hat der Nutzer stets die Uhr, das Datum sowie Status-Eckdaten im Blick – praktisch. Ansonsten ist der Asiate optisch ziemlich schlichter Natur. Der Unibody ist aus Aluminium gefertigt, die Rückseite mit widerstandsfähigem Glas ausgestattet. Auffällig ist allerdings der große Home-Button unterhalb des Displays, der zugleich als Fingerprintscanner fungiert. Gut: Durch die IP-Schutzklasse 68 übersteht der Funker auch ein kurzes Bad und ist solide für den Strandeinsatz gerüstet. Insgesamt eine sehr gute Darbietung  im Bereich Verarbeitung. Einziger Schwachpunkt: Die Oberfläche verschmiert geradezu magisch schnell.

Das Samsung Galaxy A5 bietet ein 5,2-Zoll Super-AMOLED Display mit der FullHD-Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten. Schärfe, Farbwiedergabe und Helligkeit kann durchaus überzeugen, wenn man die Qualität in Relation zum Preis setzt.

Aufgenommen mit dem Samsung Galaxy A5

Die Kameras sind geradezu spektakulär ausgestattet, denn sowohl die Haupt- als auch die Frontkamera ermöglichen eine Auflösung von bis zu 16-Megapixel. Allerdings bedeuten die nüchternen Zahlen nicht unbedingt auch optimale Qualität, denn die Hauptkamera kommt schnell ins Schwitzen, sobald das Motiv komplexer, die Distanzen weiter und vor allem die Lichtverhältnisse schlechter werden. Im Praxistest gelang dem Tester im Büro kein einziges scharfes Foto selbst bei geringer Distanz und auch bei Aufnahmen in der Natur bei gutem Tageslicht waren scharfe Aufnahmen eher Glückssache. Grund: Es fehlt ein Bildstabilisator, sodass Fotoalbum-reife Schnappschüsse eine sehr ruhige Hand erfordern. Auch bei Selfies ist das der Fall, zumal die Kamera weniger Lichtempfindlich ist und Details schneller verloren gehen. Der Camcorder beherrscht dafür aber auch Full HD.

Das restliche Ausstattungsprogramm ist für die Preisklasse angenehm umfangreich, denn auch ein Fingerprintscanner und der schnelle USB-C-Port gehören genauso zum Inventar wie alle schnelle Datenautobahnen.

Kein 7.0, denn auf dem A5 ist „nur“ Android 6.0.1 draufgespielt. Im Zusammenspiel mit Samsungs bewährtem User Interface TouchWiz treten aber dennoch keinerlei Probleme auf.

Seitenansicht

Praktisch ist, dass der linke Startbildschirm für die Anwendung „Upday“ reserviert ist. Es handelt sich dabei um eine digitale Zeitschrift, die sich nach eigenen Bedürfnissen personalisieren lässt. Auch der mächtige Home Button, der von zwei Android-Standartsensortasten flankiert wird, ist im Alltag praktisch.

Weniger schön ist hingegen der unausgereift wirkende Fingerprintscanner. Selbst beim zweiten Versuch eine Fingerkuppe anzulegen traten immer wieder Probleme bei der Erkennung auf – und das alles andere als selten. Hier wurde wohl ein wenig gespart.

Ansonsten überzeugt aber die Handhabung durch ein gesundes Tempo und dem Always-On-Display, als nur eines von vielen Extras. Viele bekannte Samsung-Zusatzfunktionen, wie Smart Stay oder Kamera-Schnellstart (zwei Mal die Home-Taste drücken) wurden ebenfalls implementiert. Es lohnt sich daher durchaus, etwas Zeit in die Personalisierung zu stecken.

Rückseite

Toll, wie hochwertig bereits Mittelklasse-Smartphones mittlerweile aufgestellt sind. Samsungs Exynos 7880 bringt zusammen mit 3 GByte Arbeitsspeicher das A5 gehörig auf Trab. Okay, das Leistungsniveau eines S7 wird nicht erreicht, doch diesen Anspruch wollen wir gar nicht erheben und im Praxistest zeigte sich die Performance stets von der Sonnenseite, was Arbeitstempo, Multitasking und Unterstützung von 3D-Games betrifft. Mehr ist in dieser Preisklasse nicht nötig.

Bei der Akkuleistung zeigt das Samsung-Phone zwei Gesichter. Bei intensiver Dauernutzung liegt die Laufzeit über elf Stunden, was eine sehr gute Leistung ist. Bei der reinen Rufbereitschaft stehen hingegen nur drei knappe Tage Dauereinsatz zu Buche, was anno 2017 nicht gerade das Gelbe vom Ei ist. Positiv dafür: Nach nicht einmal zwei Stunden Ladezeit meldet der 3.000 mAh-starke Akku wieder vollste Einsatzbereitschaft.

Wo ist eigentlich der Lautsprecher? Der Mono-Speaker ist ungewohnter Weise mal oben auf der rechten Seite platziert worden. Der Vorteil: Auch wenn das A5 auf den Tisch liegt, gibt es keinerlei Beeinträchtigungen. Der kleine Lautsprecher überzeugt überhaupt durch eine gehobene Spielfreude: Luftig, breit gestaffelt, kleines Bassfundament und auch bei hoher Lautstärke nicht unsauber. Solch eine Klangvorstellung – auch beim Freisprecher – gibt es nur selten in der Mittelklasse.

Davon scheint auch die Sprachqualität zu profitieren, denn bei Telefonaten werden Stimmen in beide Senderichtungen sauber und laut von Umgebungsgeräuschen übertragen. So soll es sein.

Fazit

Schon beeindruckend, wieviel Komfort es mittlerweile für einen Online-Preis von rund 299 Euro gibt, denn von den nackten Fakten her gibt es keine riesigen Unterschiede zur Spitzenklasse. Bei genauerer Überprüfung zeigt sich aber doch, dass es zur Referenzklasse noch recht großer Sprung ist, denn im Bereich Kameraqualität kann dieser Koreaner keineswegs mit dem S8 mithalten. Auch im Bereich Performance und der Fingerprintscanner-Genauigkeit liegt das Niveau ein paar Etagen tiefer. Dennoch gibt es aktuell kaum ein anderes Smartphone, das für vergleichsweise wenig Geld so viel bietet – sogar eine lupenreine IP 68 Klassifizierung.

Samsung Galaxy A8 – Ausstattungswunder der Mittelklasse
sehrgut
08.06.2017

+ Sehr gutes Preis/Ausstattungsverhältnis
+ IP-Schutzklasse 68
+ Guter Klang

– … wenn auch nicht ganz sauber
– Mäßige Kameraqualität
– Mäßige Rufbereitschaft

 

Test: Ulf Schneider
Datum: 08.06.2017




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