TEST RE-MAKE: Jamo Aktivsubwoofer SUB 660 – immer noch „up to Date“ für 400 EUR?

Jamo Sub660 Front Seitlich4

Schon 2012 haben wir den Jamo Aktivsubwoofer SUB 660 getestet, mit einem überzeugenden Resultat. Aus gegebenem Anlass haben wir uns nun erneut, dreieinhalb Jahre nach dem Test aus März 2012, wieder einen der Bass-Boliden in „Black Ash“ kommen lassen: Bei elektrowelt24 und bei redcoon gibt es eine Neuauflage des Kraft-Würfels, und zwar für schlanke 399 EUR anstatt ehemals 549 EUR. Der Verkauf des Tiefbass-Experten hat bereits begonnen. Mit satten 660 Watt Leistung und einem darstellbaren Frequenzbereich zwischen 24 und 200 Hz bleibt hier kaum ein Wunsch offen, gerade wenn man den Kaufpreis mit ins Kalkül zieht. Die Übernahmefrequenz ist stufenlos zwischen 40 und 200 Hz einstellbar.

Des Weiteren finden sich stufenlose Regler für Phase (auf Subwoofer-Rückseite) und Boundary Gain Compension (hinten) sowie Lautstärke (vorne).  Die Boundary Gain Compension kompensiert den Einfluss des Raumes bei niedrigen Frequenzen bei wandnaher Aufstellung. Überhaupt scheint ein satter, klarer Bass ganz dick im Lastenheft der Jamo-Entwickler unterstrichen zu sein. Denn der SUB 660 ist nicht als Bassreflex-Subwoofer ausgeführt wie die überwiegende Mehrheit der Konkurrenten. Bassreflex-Subwoofer, ebenso wie Bassreflex-Lautsprecher, bringen als Vorteil stets einen guten Wirkungsgrad im Bassbereich mit. dadurch wird nicht so viel Endstufen-Leistung für ansprechende Ergebnisse benötigt, oder im Umkehrschluss: Mit kräftigen Endstufen lässt sich viel erreichen.

Der SUB 660 besitzt ein geschlossenes Gehäuse. Dieses steht für hohe Wiedergabe-Präzision, wenn es akkurat konstruiert ist. Das nämlich ist genau das Problem bei Bassreflex-Gehäusen: Strömungsgeräusche und Verwirbelungen am Bassreflex-Port beeinträchtigen die Präzision der Wiedergabe. Die Schwierigkeit bei geschlossenen Gehäusen ist, dass für den gleichen Bassdruck wie beim Bassreflex-Woofer erheblich mehr Endstufenleistung benötigt wird. Genau darum sieht Jamo 660 Watt Leistung der eingebauten, effizienten Class D-Endstufe vor. 

Jamo Sub660 Anschluesse Bedienelemente Rueckseite

Sehr reichhaltiges Anschlusssortiment, mit Hoch- und Niederpegel-Ein- und Ausgängen

Jamo Sub660 Anschluesse Bedienelemente Rueckseite2

Stufenlos einstellbar: Übernahmefrequenz, Phase, Boundary Gain Compension

Jamo Sub660 Rueckseite Seitlich2

Rückseite komplett

Der 41,9 cm breite, 40 cm hohe und 41,8 cm tiefe Bassist mit großem 305 mm Basstreiber ist beinahe würfelförmig und wiegt 22,2 kg. Die gerundeten Gehäuseecken sorgen für einen gefällige Optik – man kann den SUB 660 daher nicht nur im dedizierten Heimkinoraum, sondern durchaus auch im Wohnzimmer aufstellen. Auch die aufgeräumte Frontansicht hilft, diese Einschätzung zu unterstützen. Vorn ist der blau beleuchtete Lautstärkeregler untergebracht, eine Fernbedienung befindet sich nicht im Lieferumfang. Die Detailverarbeitung ist für die 400 EUR-Preisklasse nicht zu bemängeln. Das Oberflächen-Finish ist ordentlich, die Folierung weist keine größeren Schwächen auf.

Die rückseitige Platte mit den Anschlüssen – auf der innenliegenden Seite ist die Elektronik untergebracht – präsentiert sich solide und fest verschraubt. Die Anschlüsse sind sauber eingepasst, die Cinch-Buchsen sogar vergoldet. Auch die eigentlichen Anschlussbuchsen für den Anschluss passiver Boxen (Hochpegeleingänge) sind vergoldet. Die Drehregler für Übernahmefrequenz, Phase und Boundary Gain Compension liegen ordentlich in der Hand. Unter dem aktiven Subwoofer sorgt ein Sockel für stabilen Stand. 

Jamo Sub660 Detail Front

Detailverarbeitung

Jamo Sub660 Front Seitlich1

Aufgeräumte Frontansicht

Jamo Sub660 Tieftoener

305 mm Basstreiber

Jamo Sub660 Innenleben

Class D-Endstufe im Detail

Jamo Sub660 Innenleben Gesamt

Übersichtlicher Aufbau

Das Innenleben des SUB 660 zeigt sich aufgeräumt und gut verarbeitet. Auf der Innenseite des Anschlussfeldes befindet sich die gesamte Elektronik rund um die 660 Watt starke Class D-Digitalendstufe. Nur wenige Kabel sind verlegt, dadurch wirkt das Elektronikmodul sehr übersichtlich. 

Klang

Wir steigen direkt mit Tiestos „Adagio For Strings“ ins Geschehen ein (DTS-HD Master Audio, BD „Elements Of Life World Tour – Copenhagen“) und wollen überprüfen, ob der SUB 660 dank seines geschlossenen Gehäuses den harten Kickbass sauber trifft – und wir sind begeistert. Mit Nachdruck und Präzision geht es hier zur Sache, und Bedenken, dass das große 305 mm Basschassis vielleicht aus Sicht der Impulstreue keine Meisterleistungen vollbringen wird, verflüchtigen sich schnell. Der SUB 660 drückt massiv, agiert aber gleichzeitig präzise und bringt Struktur ins tieffrequente Geschehen, Bei „He’s A Pirate“ von der gleichen Blu-ray können wir weitere Höreindrücke sammeln: Der SUB 660 schiebt auch bei hohem Pegel gleichmäßig weiter an, er ist kaum aus der Ruhe zu bringen und agiert sehr souverän.

Für einen aktiven Subwoofer, der für 400 EUR Marktpreis erhältlich ist, eine erstklassige Leistung. Was uns beeindruckt: Wie eiskalt der SUB 660 teurere Konkurrenten in die Schranken weist. Er stellt seine Performance in allen einzelnen Disziplinen unter Beweis: Bassdruck, Bass-Präzision, Volumen und zugleich eine angenehme Abstimmung. Wirkungsvoll unterdrückt die Boundary Gain Compension störende raumakustische Einflüsse bei wandnaher Aufstellung. Unbeeindruckt von hohem Pegel lenkt die 305 mm Membran noch exakt aus – diese Kombination aus großer Membranfläche und großem Hub sorgt für enorme Belastbarkeit. 

Nun hat der SUB 660 die nächste Hürde zu meistern. Überzeugt er auch beim Intro plus dem ersten Song „Jillian“ von der Within Temptation-BD „Black Symphony“? Wir wählten aus Qualitätsgründen die besonders gut gelungene DTS 96/24-Tonspur, selten auf BDs anzutreffen. Die teils subtilen, teils offensiv-druckvollen Bassanteile des Intros bereiten dem Jamo SUB 660 keinerlei Probleme. Er liefert ein sattes Fundament, das auch für große Hörräume bis gut 35 Quadratmeter im Single-Subwoofer-Betrieb ausreicht. Der SUB 660 realisiert eine gleichmäßige, tief nach unten reichende Ausbreitung des Basses – gerade bei dem machtvollen Intro spielt eine standesgemäße Auskleidung des Bassbereiches eine fundamentale Rolle, da sonst Großteile des spezifischen Reizes verloren gehen. Der SUB 660 wird hier auch gehobenen Ansprüchen gerecht und beweist – Gutes muss nicht immer gleich enorm teuer sein.

Wer große Räume effektiv im Bassbereich unter Druck setzen möchte, kann sich gleich zwei der kompakten Kraftwerke besorgen – dann ist auch im 50 Quadratmeter-Hörraum „Feuer unterm Dach“. Der Aufbau der Ouvertüre wird aus Sicht der Basswiedergabe präzise vollzogen, verschiedene parallele Bass-Ereignisse gibt der SUB 660 mit akkurater Differenzierung wieder. Bei „Jillian“ dann wird der Bass schneller, das Anforderungsprofil an den aktiven Subwoofer verändert sich. Der SUB 660 stemmt seine enorme Ausgangsleistung aber auch hier ansatzlos und hält das hohe Präzisions-Potential, das sein geschlossenes Gehäuse verspricht. Er sorgt genau für das Maß an Kribbeln in der Magengrube, das signalisiert: Hier wird Musik erlebt, hier ist man mittendrin. Erneut eine herausragende Leistung des SUB 660, der sich auch nach heutigen Maßstäben noch glänzend schlägt. 

Weiter geht es mit der „Lichtmond 3 – Days Of Eternity“ BD und der DTS-HD Master Audio 5.1 Tonspur. Wir hören „Nightflight To Chronos 1 + 2″und „Feel The Spirit“. Klar war nach den vorangehenden Testreihen, dass sich der Jamo-Subwoofer auch hier sehr gut in Szene setzen würde. Er kann hier die volle Kraft seiner leistungsstarken Endstufe aufbieten – erst bei sehr hohem Pegel gerät der Subwoofer hier an seine Grenzen. Für die Liga 400 EUR ist diese Leistung absolut erstklassig – selbst für 500 bis 600 EUR bräuchte der kraftvolle SUB 660 keinen Konkurrenten zu fürchten. Er hat Punch, Ausdruckskraft, Tiefgang und Volumen – es fehlt demnach an nichts, um aus dieser Blu-ray ein echten Spektakel werden zu lassen. 

Nun überprüfen wir die Leistungen des SUB 660 bei der Wiedergabe von Filmton. „G.I. Joe – die Abrechnung“ zeigt viele sehr massive Effekte, gleich zu Beginn, während noch der traditionelle MGM Löwe brüllt, geht es im Background schon los. Harte, gleichzeitig tief nach unten reichende Bassschläge lassen das Können des SUB 660 gleich aufblitzen. Der Jamo-Subwoofer hat keinerlei Probleme, bis unter 30 Hz zu spielen – das ist höchst beachtlich, denn so riesig ist sein Gehäuse keinesfalls (siehe Abmessungen). Kurze Bassimpulse werden zuverlässig erkannt und ansprechend umgesetzt. So gut man auch sucht – man findet beim SUB 660 keine Nachteile – wenn man seinen Preis mit ins Kalkül zieht. Klar – es gibt teurere Subwoofer, die haben noch mehr Tiefgang, noch mehr Volumen, noch mehr Staffelung, noch mehr Präzision und schaffen noch größere Pegel – diese Modelle können dann aber auch gut und gerne doppelt so teuer sein wie der SUB 660. Im 2. Kapitel, ca. ab Laufzeit 12 Minuten, wird es wieder effektreich.

Tiefe Bassschläge, die im bassstarken Music Score enthalten sind, gehören ebenso dazu wie das Donnern der Triebwerke der Helikopter und das Öffen der Ladeluke. Durch den kraftvollen Bass wird der Spannungsbogen deutlich, und schon kurz darauf folgende heftige Feuergefechte, die mit einem präzisen und kraftvollen tieffrequenten Bass unterlegt sind. Der SUB 660 beweist bei diesem Actionfilm, dass ihn auch große Effekte und Effektkombinationen kalt lassen. Er bleibt stets Herr der Lage, und legt genau die Souveränität an den Tag, die wir schon bei der Wiedergabe von Musikmaterial bewundert haben.

Immer wieder gern genommen – die „Avengers“ Blu-ray, denn im Kapitel „Der Krieg“ ist ein gefürchteter großer Effekt zu vernehmen: Die gepanzerte Riesenechse kommt aus dem schwarzen Loch mit ohrenbetäubendem Dröhnen und bahnt sich ihren zerstörerischen Weg durch die Straßen New Yorks. Und der SUB 660 schlägt sich exzellent – nur kurz schlägt die Membran an, ansonsten gibt er diesen gewaltigen, schwierigen Effekt herausragend wieder. Man kann sich tatsächlich die Frage stellen in Anbetracht solcher Performance, wie es manche Anbieter von Subwoofern rechtfertigen, mehr als das Doppelte an Kaufpreis für eine schwächere Leistung abzukassieren. Die zahlreichen unterschiedlichen tieffrequenten Effekte, auch beim Gefecht zwischen Thor und Loki, kommen mit ausgezeichnetem Nachdruck heraus. Der SUB 660 macht richtiges Heimkino-Vergnügen aus diesem Blockbuster, und er schiebt unnachgiebig an, ohne die Präzision bei der Darstellung komplexerer Effektgebilde zu vernachlässigen.

Konkurrenzvergleich

Einer der besten uns bekannten aktiven Subwoofer bezahlbarer Preisregionen ist ein direkter Konkurrent – der Dali SUB E-9F für 499 EUR. Für 100 EUR mehr bietet der Dali-Bassist die noch geschliffenere Optik und er integriert sich noch eine Idee fließender in die Front-Klangkulisse. Dafür bringt der SUB 660 noch mehr Tiefgang und Pegelfestigkeit mit. Präzise spielt auch der Dali-Subwoofer auf, und er besticht auch mit einem beeindruckendem Volumen. Beides kann der SUB 660 aber ebenso gut, so dass es letzten Endes heißt: Mehr Pegel und Tiefgang bei Jamo, mehr Geschliffenheit bei Klang und Verarbeitung bei Dali. 

Klein, schick und preislich fair – der Heco Phalanx Micro 200 A ist ein toller aktiver Subwoofer, der gerade einmal 238 x 245 x 270 mm misst. 300 Watt RMS-Leistung machen sich nicht schlecht, und für mehr Effizienz gibt es noch 2 Passiv-Radiatoren. Der Phalanx geht richtig gut, wer wenig Platz hat, liegt hier richtig. Der SUB 660 langt bei der Pegelfestigkeit aber heftiger hin, zudem bildet er komplexe Bassgebilde besser ab und bietet den besseren Tiefgang. 

 

Fazit

Jamo Sub660 Front Seitlich1

Der Jamo SUB 660 überzeugt heute mehr denn je – zum sehr günstigen Preis von rund 400 EUR brilliert er mit enormer Kraft, exzellentem Tiefgang und toller Präzision. Positiv zu ergänzen ist die ausgezeichnete Verarbeitung. Der aktive Subwoofer wirkt somit optisch und erst recht aus akustischer Sicht deutlich hochwertiger, als es der Kaufpreis suggeriert. Wer demnach für wenig Geld ein Maximum an Performance sucht, liegt hier goldrichtig. 

Rundherum erstklassiger aktiver Subwoofer zum Schnäppchenpreis
preisklassenreferenz
Aktive Subwoofer bis 500 EUR
Test 14. Oktober 2015

+ Enorm pegelfest
+ Überragender Tiefgang
+ Volumen
+ Präzision
+ Verarbeitung
+ Preiswert

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 14. Oktober 2015




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