TEST: Pioneer Stereoverstärker A-70DA/Netzwerk-Player N-70A – höchste Performance zum bezahlbaren Preis?

Pioneer A-70DA N-70A Gruppenbild2

Der Pioneer Top-Stereoverstärker A-70DA ist zu Marktpreisen um die 1.400 EUR wahlweise in schwarzer oder silberner Variante erhältlich – edel ausgestattet mit großem, hochwertigem Lautstärkedrehregler, USB-DAC und symmetrischen Neutrik-XLR-Terminals findet er im N-70A Netzwerk-Player (ebenfalls in schwarz oder silbern im Handel), der für rund 1.150 EUR am Markt offeriert wird, seinen idealen Partner. Mit dem A-70DA werden allerdings auch Anhänger klassischen Vinyls sehr zufrieden sein, denn Kennzeichen seiner Ausstattung sind auch hochwertige MC-Tonabnehmer, die dank umschaltbarem Phonoteil genauso wie MM-Tonabnehmersysteme versorgt werden. 

Pioneer A-70DA Bedienelemente Front1

Großer, gut in der Hand liegender Lautstärkedrehregler, komplett aus Metall

Pioneer A-70DA Bedienelemente Front2

Solide ausgeführte Drehregler für Balance, Höhen, Bass

Der A-70DA liefert 2 x 90 Watt bei 20 Hz bis 20 kHz, 0,5 Prozent Klirrfaktor, an 4 Ohm, an 8 Ohm unter sonst identischen Bedingungen bleiben 2 x 65 Watt übrig. Der Pioneer A-70DA weist eine klassische, an den Pioneer Stereo-Verstärkern der 80er und beginnenden 90er Jahre orientierte Optik auf, die aber irgendwie Charme hat. Das exzellent verarbeitete Aluminium-Frontpanel wird klar von insgesamt fünf Drehreglern beherrscht, der größte ist für die Justage der Lautstärke zuständig und eiert nur leicht. Leider fehlt eine Rasterung, was den Eindruck von Hochwertigkeit weiter vergrößern würde.  Genau das tut das Gewicht von satten 17 kg, hier merkt man, dass der Aufbau des Verstärkers enorm hochwertig ausgeführt ist. Belege sind zum Beispiel komplett getrennte Transformatoren für die Vor- und Endstufensektion, einzeln vergossen und geschirmt. Die Vorstufe ist komplett symmetrisch ausgelegt, da lohnt sich die XLR-Beschaltung, die auch der Netzwerk-Player N-70A mitbringt. 

Pioneer A-70DA Innenleben Gesamt

„Drei Kammern für ein Halleluja“ – nahezu perfekter Innenaufbau. Der A-70DA bringt Class D Endstufen in besonders hoher Qualität mit

Pioneer A-70DA Innenleben1

Trafo 1

Pioneer A-70DA Innenleben2

Trafo 2

Pioneer A-70DA Innenleben3

Sorgfältiges Layout in jedem Detail, doppelt ausgeführtes Chassis

Pioneer A-70DA Anschluesse Rueckseite2

Speaker A + B Terminals, sehr edel ausgeführt

Pioneer A-70DA Anschluesse Rueckseite1

Anschlusssektion. USB, koaxialer und optischer Digitaleingang, Phono MM/MC, XLR, Cinch – es fehlt an nichts

Pioneer A-70DA Fernbedienung

Fernbedienung

Insgesamt ist der A-70DA demnach ein beeindruckender Verstärker mit exzellenter Technik, auf einige Merkmale gehen wir später noch genauer ein. Im Lieferumfang enthalten ist eine ordentlich verarbeitete, stabförmige Fernbedienung. 

Pioneer N-70A Front Seitlich1

N-70A

Pioneer N-70A Fernbedienung

Der N-70A bringt eine sehr ähnliche Fernbedienung mit und kann alternativ über die Pioneer Control-App gesteuert werden

Pioneer N-70A Display

3,5 Zoll messendes Farbdisplay

Pioneer N-70A Front Seitlich2

USB-Slot auch vorn

Pioneer N-70A Bedienelemente Front1

Bedienelemente, sorgfältig eingepasst

Der N-70A Netzwerk-Player möchte beim glanzvollen Auftritt des „Kollegen“ natürlich nicht zurückstecken. Auch er ist ausgezeichnet verarbeitet und besitzt eine Alu-Frontblende mit feinem Schliff. Große, vertrauenserweckende Standfüße befinden sich unter dem Netzwerk-Player. – und wirft auch eine Menge interessanter Merkmale in die Waagschale. So beherrscht er sämtliche gängigen HiRes-Audioformate inklusive DSD, bieter vTuner Internet Radio und Spotify Connect. Tidal als Streaming-Dienst, der auch HiRes-Musik offeriert, wird nicht unterstützt. Dafür aber Apple AirPlay, Google Cast fehlt.

Pioneer N-70A LAN Converter

WLAN als externes Zusatz-Bauteil beim N-70A

Natürlich ist ein DLAN-Zertifikat mit an Bord. Ein Modul für die WiFi-Einbindung ist nicht – im Sinne bestmöglicher klanglicher Reinheit – im Gehäuse untergebracht, sondern wird separat mitgeliefert und mittels Netzwerk-/USB-Kombianschluss mit dem N-70A verbunden. Eine praktische WPS-Funktion ist ins WLAN-Dongle integriert. Ein tadellos auflösendes 3,5 Zoll Farbdisplay ermöglicht auch das Hinzufügen von Album-Covern. Es ist auch bei externem Lichteinfall gut ablesbar. Die Anschlusssektion mit USB-A, USB-B, optischem sowie koaxialem digitalem Ein- und Ausgang sowie Ethernet-Buchse, Cinch- und XLR-Terminals ist überragend ausgestattet und überdies sehr sauber verarbeitet. 11,5 kg wiegt der Netzwerk-Player im klassischen 43 cm Rastermaß. Im Inneren weist auch er, ebenso wie der A-70DA, eine Aufteilung in drei separate Kammern für kleinstmögliche Beeinflussung der verschiedenen Baugruppen auf. 

Pioneer N-70A Innenleben Gesamt

N-70A mit aufwändigem inneren Aufbau. Analog- und Digitalsektion sind komplett voneinander getrennt und haben eine eigene Stromversorgung

Pioneer N-70A Innenleben1

Keine Beeinflussungen der einzelnen Baugruppen

Pioneer N-70A Innenleben3

Sorgfältiges Platinenlayout

Pioneer N-70A Innenleben2

Übersichtlich und hochwertig

Pioneer N-70A Anschluesse Rueckseite2

Alles da beim N-70A – dieser Reim trifft voll ins Schwarze, denn es finden sich digitale Ein- und Ausgänge (optisch/koaxial), USB-Anschluss für iPod/iPhone, USB-DAC

Pioneer N-70A Anschluesse Rueckseite1

Cinch- und XLR-Beschaltung

Pioneer A-70DA Rueckseite Seitlich

Rückseite komplett

Der N-70A ist erstklassig verarbeitet und bietet viele Einsatzmöglichkeiten. Umfassender HiRes-Support, Spotify Connect, AirPlay, DLNA – fast alles ist an Bord. Google Cast und Tidal fehlen. Was kann man zum Handling sagen? Der N-70A reagiert recht zügig, wenn man z.B. innerhalb der Ordnerstruktur z.B. unseres NAS-Systems navigiert. Sicher, manch ein Device mag noch eine Idee schneller sein, aber beschweren kann man sich beim Pioneer, eine stabile Einbindung ins Heimnetzwerk vorausgesetzt, nicht. Auch, wenn man den mitgelieferten WLAN-Adapter einsetzt, ist die Arbeitsgeschwindigkeit gut. 

Pro & Contra A-70DA:

+ Hochwertige Anmutung außen
+ 3-Kammer-Aufbau innen
+ Sehr reichhaltige Anschlussbestückung
+ USB-DAC bis 384 kHz/32-Bit
+ Loudness-Funktion

– Keine Rasterung im Lautstärkedrehregler
– Kein Display

Pro & Contra N-70A:

+ USB-DAC (bis zu 384 kHz/32-Bit)
+ Gut ablesbares 3,5 Zoll-Display
+ 3-Kammer-Aufbau innen
+ Sehr gutes Finish
+ Umfangreicher HiRes-Support

– Kein Google Cast und kein Tidal

Klang

Mit beiden Komponenten kann man auf sehr viele verschiedene Arten Musik genießen. Wir haben einige davon ausprobiert.

Zunächst ist in den N-70A eine vTuner Internet Radio-Plattform integriert, wir fangen sozusagen „klein“ an und checken, wie gut denn die Klangqualität bei stark komprimierten Musik-Streams ist. In MP3 128 kbps hören wir „Amsterdam Trance Radio“ mit recht schnellen, typischen klassischen Trance-Tracks wie „Skala“ von Russel G oder „Topaz“ von Dan Stone. Hier sind wir bereits höchst angetan von der enormen Dynamik, die der A-70DA bei der Verstärkung des Signals an den Tag legt. Mit Nachdruck und einer raumfüllenden Wucht wird der Bass wiedergegeben, der sich überdies knackig präsentiert und auch bei beachtlichem Pegel nicht unpräzise wird. Die elektronischen Effekte befördert der Pioneer A-70DA weit in den Hörraum hinein und schafft so viel Atmosphäre. Schon bei diesem aus qualitativer Sicht eher minderwertigem Quellmaterial setzt sich das bei uns mittels XLR verbundene Pioneer-Duo hervorragend in Szene. Komprimierte Audio-Quellen werden im Übrigen mit dem „Auto Sound Retriever“ effektiv aufgefrischt und gewinnen an Kontur und Klarheit. 

Nun bleiben wir grob beim Genre – die anderen, „seriöseren“ Musikrichtungen heben wir uns für später und für höhere Qualitätsstufen auf – und lauschen mittels Spotify Connect „Dreamer Trance“ von Mediateria im General Base-Mix. Und wieder trumpft die Kombination mit enormer Dynamik auf. Der A-70DA verbindet ein weiteres Mal Wucht mit Präzision, er bleibt auch bei stark gehobenem Pegel absolut souverän. In Verbindung mit der Nubert nuVero 70, einem hoch talentierten Lautsprecher, dem man trotz vergleichsweise kompakter Abmessungen auch im Bassbereich jede Menge zutrauen kann, wird ein ungemein stimmiger, lebendiger Klang erzielt. Die Strukturen sind bereits bei diesem deutlich datenreduzierten Material klar erkennbar und stabil herausgearbeitet. Das gilt auch für „Back Again“ von General Base. Hier überzeugt die Pioneer-Kombination wieder durch die überragende akustische Weitläufigkeit. Auffällig ist, dass trotz der sehr dynamischen Auslegung auch ein äußerst angenehmer, in sich schlüssiger Sound fokussiert wird. Spitz oder aggressiv wird der A-70DA nie. Er bietet auf der einen Seite viel Klarheit und Frische im Hochtonbereich, bleibt auf der anderen Seite aber stets harmonisch und homogen, das konnte man in der Vergangenheit beileibe nicht von allen Pioneer Stereo- und Mehrkanal-Komponenten sagen. 

Übrigens – MP3, MPEG4-AAC sowie WMA bis 320 kbps werden vom N-70A wiedergegeben.

Jetzt greifen wir mit dem A-70DA auf High Resolution Audio-Dateien von unserem NAS-HDD-System zu. Hier kann der Netzwerk-Player mit seinen superben D/A-Wandlern punkten: ESS Sabre32 Ultra DAC in doppelter Ausfertigung (2 x ES9016S kanalgetrennt mit 8 internen Kanälen im Parallelbetrieb) befinden sich im Inneren. Der hochpräzise Masterclock Generator minimiert digitale Zeitlauffehler im Signal. Der N-70A gibt alles, was „Rang und Namen“ hat, an HiRes-Formaten wieder: DSD64/DSD128, was DSD 2,8/5,6 MHz entspricht, es wird die 192 kHz/24-Bit-Wiedergabe von AIFF, FLAC und WAV unterstützt, die 96/24-Wiedergabe von Apple Lossless Audio Codec (ALAC) und auch die unterbrechungsfreie Wiedergabe (Gapless) von AIFF, WAV, ALAC und FLAC. 

Wir lauschen „Past Is Dead“ von Bad Religion (FLAC 88,2 kHz/24-Bit). Und oftmals wird dieser Track zu schrill wiedergegeben und daher als enorm anstrengend vom  Zuhörer wahrgenommen. Natürlich ist dem Track eine gewisse gewollte Aggressivität eigen, aber trotzdem möchte der Punkrock-Fan auch mit hohem Pegel hören, was kaum möglich ist, wenn das akustische Ergebnis zu schrill ist. Der A-70DA bleibt hier seiner zuvor bereits gezeigten Auslegung 100 Prozent treu und verbindet eine exzellente, als ungefiltert und unmittelbar wahrgenommene Dynamik mit einer sehr gut ausbalancierten Darstellung des Hochtonbereichs und der oberen Mitten. So kann man auch längere Zeit mit recht drastischen Lautstärken hören. Der A-70DA besitzt enorm hochwertige „Pure Audio Grade High Effiency Power MOSFET Class D“ Verstärkereinheiten, etwas einfacher formuliert keine analogen, sondern digitale Endstufen, die aber durch ihre sorgfältige Auslegung mit analogen Pendants locker mithalten sollen, ohne die typischen Nachteile analoger Class A- oder Class AB Endstufen mitzubringen. Probe aufs Exempel: Sie geben 45 Minuten Vollgas mit dem A-70DA. Und siehe da, man kann die Hand, ohne das Gesicht zu verziehen, aufs nur lauwarme Gehäuse legen. Es entsteht beim Verstärkungsprozess praktisch keine Verlustwärme. Der Klang ist zudem, wie vom Hersteller versprochen, keinesfalls synthetisch, sondern sehr mitreißend, auch bei den weiteren Bad Religion-Stücken „Popular Consensus“ und „Robin Hood In Reserve“.

Nun wechseln wir den Musikstil und wenden uns dem in FLAC 48/24 vorliegenden Album „Wallflower“ von Diana Krall zu. Hier hören wir gleich in den ersten Titel „Alone Again“ hinein und staunen, wie charismatisch Pioneers Top-HiFi-Bausteine Dianas Stimme herausarbeiten. Auch die Trennung zu den Instrumenten gelingt auf hohem Niveau. Die Räumlichkeit, die aufgebaut wird, genügt auch sehr stark gehobenen Ansprüchen und wirkt immer authentisch und akkurat durchstrukturiert. Bei „Desperado“ kokettiert das „Team Pioneer“ mit einer sehr feinen Herausarbeitung des Klaviers direkt am Anfang des Stücks. Dann erhebt Diana ihre Stimme, und kleine vokale Einzelheiten, die den Reiz einer Stimme erst ausmachen, entgehen hier gerade dem A-70DA nicht. Sein erstklassiger Dynamikumfang ist immer wieder aufs Neue positiv hervorzuheben, hier muss man sogar festhalten, dass der Vollverstärker für seinen Kaufpreis sogar als günstig zu bezeichnen ist. Mit „I Can’t Tell You Why“ beenden wir unsere Wallflower-Session, und die beiden Pioneer-Devices laufen nochmals zu großer Form auf. Bass-Struktur, Tiefgang, die Trennung der Stimme gerade auch von den tieffrequenten Elementen und die räumliche Tiefe untermauern die große Klasse der japanischen HiFi-Geräte.

Aus Giacomo Puccinis berühmter Oper „Turandot“ gibt uns Tenor Jonas Kaufmann nun „Nessun Dorma“ zum Besten. Und die Qualität der vokalen Wiedergabe liegt in der Tat hoch, wenn sich das Pioneer-Duo um eine aussagekräftige Vorstellung kümmert. Auch bei großer Lautstärke bleiben die Konturen der Stimme im vollen Umfang erhalten. Jedes einzelne Instrument kommt trotz der Fokussierung auf den vokalen Part gediegen und mit individuellem Charakter heraus. Das gilt auch für den Chor, den die beiden Pioneer-Komponenten vielschichtig und sensibel präsentieren. Aus Puccinis „Madame Butterfly“ folgt nun, aus dem dritten Akt, Addio, Fiorito Asil“- ein komplexes Stück, das beide Pioneer-Devices aber dank überragender feindynamischer Fähigkeiten gelassen und mit toller Tiefenwirkung meistern. Die überaus gelungene, in sich schlüssige und homogene Auslegung hilft gerade dem A-70DA, sich auch für den Klassik-Liebhaber hochinteressant zu machen, das ist nicht eben typisch für Pioneer-Vollverstärker, die sonst auch gern den „Rocker“ gespielt haben.

Nicht nur der A-70DA, auch der N-70A verfügt über einen USB-DAC, und nicht über irgendeinen: Bis zu studiotauglichen 384 kHz/32-Bit verarbeitet der DAC alles, das ist erstklassig. Der ansychrone USB-DAC bietet des weiteren Unterstützung sogar für DSD 5,6 MHz. Wir wollen nun wissen: Wie gut hört sich die Pioneer-Kombination an, wenn wir den USB-DAC des N-70A einsetzen und setzen für eine Beurteilung das uns bestens bekannte Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nr.4, KV 218, in FLAC 96/24 ein. Als Zuspieler dient unser 2015er MacBook Pro mit dem Audirvana Plus Software-Player. Und wir sind begeistert, die Augen des Klassik-Freundes werden leuchten: Filigran, lebhaft, angenehm, räumlich fein gestaffelt – es fehlt an nichts. Die Violine ertönt wohl ausbalanciert, mit viel Brillanz, aber keiner Aggressivität, die so oft stört. Steht ein orchestraler Einsatz an, stellt der A-70DA seine Kräfte unmittelbar, also mit enormer Impulstreue, zur Verfügung. 

„River Towns“ (FLAC 192/24) aus dem „Tracker“ Album vom Mark Knopfler zeigt, dass alle Arten von Bassimpulsen sehr ausgewogen und exakt in den Hörraum getragen werden. Der Tiefgang ist überragend, und die Stimme Marks löst sich richtig gut von den Lautsprechern. Die Dynamik innerhalb der Stimme kommt vielschichtig heraus, auch kleine dynamische Unterschiede bereiten den Pioneer Komponenten keine Probleme. Die sehr schöne Detaillierung des Songs wird hervorragend zur Geltung gebracht, was man besonders schön am Saxophon-Part hören kann, der aus feindynamischer Sicht bestens gelungen ist. 

„Diamante“ (FLAC 96/24) von Sandra und Tony Alessi verbreitet italienisches Flair im Hörraum – und die beiden Pioneer-Experten sorgen dafür, dass man sich auch wirklich im sonnigen Süden Europas wähnt: Sehr gute Integration der weiblichen und der männlichen Gesangsstimme, feine Herausarbeitung vom Rhythmus und eine schwung- sowie gefühlvolle Gesamt-Präsentation gehören zu den Merkmalen, die besonders hervorgehoben werden sollten. Insgesamt also eine weitere reife Leistung, hier insbesondere des N-70A, der technisch auf sehr hohem Level operiert und sich mit Netzwerk-Playern von High End-Herstellern souverän messen kann – und das zum vergleichsweise bürgerlichen Kaufpreis. 

Und genau diesen Track hören wir nun über den USB-DAC im A-70DA. Hier ist ebenfalls ein Bauteil an Bord, das maximal 384 kHz/32-Bit-Auflösung schafft. Wir würden nicht die Wahrheit schreiben, wenn wir behaupten würden, es gäbe riesige klangliche Unterschiede – beide USB-DACs operieren auf so hohem Level, dass es schlichtweg eine Freude ist, zuzuhören. Der USB-DAC des A-70, das muss allerdings gesagt werden, gehört zu den leistungsfähigsten überhaupt: Selbst Quad-DSD mit bis zu 11,2 MHz  werden wiedergegeben. Bei PCM reicht das Vermögen bis zu 384 kHz/32-Bit. Liebhaber klassischer Ausstattungsmerkmale können sich übrigens sehr am A-70DA freuen, denn auch eine früher sehr beliebte Loudness-Taste für ein Anheben von Bass und Höhen bei kleinerer Lautstärke im Sinne eines vollen Klangbildes ist beim Pioneer Vollverstärker-Flaggschiff Bestandteil des Ausstattungsumfangs. Mit viel Feingefühl und kultiviertem Auftritt agiert der hochwertige Verstärker auch dann, wenn man die Loudness-Funktion aktiviert. Übrigens sei angemerkt, dass man dem A-70DA getrost auch auf konventionellem digitalen Wege Signale zuführen kann. Diese werden „on board“ dann von hochwertigen, enorm präzisen ESS Sabre32 Ultra DAC-Wandlereinheiten von der digitalen in die analoge Ebene transformiert. 

In 48/24 hören wir uns nochmals Diana Krall an: „Don’t Dream It’s Over“, das könnte auch das Motto manches Konkurrenten des A-70DA sein. Der Pioneer ist preislich nicht zu teuer und extrem gut, da ist es alles andere als einfach, Mittel und Wege zu finden, diesen talentierten Spielmeister noch zu übertrumpfen. Das geht sicherlich, dann aber mit entsprechend hohem finanziellem Einsatz. Dianas Stimme wird sehr feingliedrig übertragen, so dass der spezifische Reiz sehr gut zum Tragen kommt. Der Bassbereich ist exakt ausgeformt, es ist auch bei höherem Pegel stets mehr als genug Nachdruck vorhanden – allerdings immer auf eine angenehm authentische Art und Weise, so dass sich die tieffrequenten Anteile nie unpassend in den Vordergrund schieben. 

Fazit

Pioneer A-70DA N-70A Gruppenbild1

Mit erstklassiger Wandlerbestückung, hervorragender Verarbeitung und brillanten akustischen Eigenschaften setzt das „Team Pioneer“ bestehend aus A-70DA und N-70A, Maßstäbe in ihrer Preisklasse. Umfangreicher HiRes-Support inklusive DSD, sinnvolle und reichhaltige Anschlussbestückung sowie ein bilanzierend einfaches Handling sind weitere Pluspunkte, so dass es letzten Endes schwer fällt, echte Nachteile zu entdecken. Der Lautstärkedrehregler des A-70DA könnte gerastert sein, und der schon nicht mehr ganz taufrische N-70A unterstützt weder Tidal noch Google Cast. Sonst aber herrscht „eitel Sonnenschein“, Pioneer präsentiert echtes Spitzen-Stereo zum enorm fairen Kaufpreis.

Pioneer zeigt, wie es geht: Beeindruckende Akustik, edle Technik und sinnvolle Ausstattung zum fairen Kaufpreis
referenz
Vollverstärker A-70DA/Netzwerk-Player N-70A: Stereo-Komponenten Oberklasse, Test 02. Juni 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02. Juni 2016 




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