TEST: Panasonic SC-ALL5CD – Kompaktes HiFi-System mit Multiroom-Flexibilität

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Nach dem Motto „ALL Connected“ bietet Panasonic ein besonders breites Spektrum innerhalb des ALL Multiroom-System Portfolios an. Wortwörtlich von der Soundbar bis zum Micro HiFi-System sind der Flexibilität kaum Grenzen gesetzt. Wir haben uns von der neuen Welle der Produkte bereits den kompakten SC-ALL2 sowie die Soundbase SC-ALL30T angesehen, jetzt gesellt sich das ALL Connected HiFi-Sysem SC-ALL5CD dazu. Erwartungsgemäß bringt es sämtliche Features der Multiroom-Komponenten mit sich, darunter WiFi- und Bluetooth-Musik-Streaming, Zugriff auf Internetradio und Dienste wie Spotify sowie DAB+ Radioempfang. Dem SC-ALL5CD zu Eigen und schon am Namen erkennbar ist die Wiedergabemöglichkeit konventioneller CDs. Mit einem digitalen 40W-Verstärker und dualen Passivradiatoren soll ein kraftvoller Sound gelingen. Dank Re-Streaming kann in Kombination mit weiteren ALL-Komponenten, die allesamt auf Qualcomms AllPlay-Technologie basieren, in verschiedenen Räumen Musik von sämtlichen möglichen Quellen wiedergegeben werden. Das SC-ALL5CD ist zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 379 EUR zu haben.

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Gesamantsicht SC-ALL5CD mit offener Disc-Lade

Panasonic SC-ALL5CD Bedienelemente Seitlich

Seitliche Touch-Bedienelemente

Panasonic SC-ALL5CD Display

Kleines Segment-Display

Panasonic SC-ALL5CD Fernbedienung

Beiliegende Fernbedienung

Das Panasonic SC-ALL5CD weist mit 53cm eine stattliche Breite auf. Aufgrund der gerade einmal knapp 10cm messenden Tiefe findet das Micro HiFi-System allerdings trotzdem recht problemlos einen Platz und wirkt nicht zu massiv. Es macht bezüglich seiner Optik einen in sich stimmigen und durch den Schwarz-silbernen Kontrast der Stoffgitter und der CD-Abdeckung einen eleganten Eindruck. Die Seitenteile sind aus hochglanzschwarzem Kunststoff, rechter Hand sind Touch-Bedienelemente untergebracht, die flink reagieren und kein erneutes Drücken der gewünschten Taste erfordern. Auffällig an der Geräte-Vorderseite ist noch ein recht kompaktes Segment-Display, das mit sehr guter Helligkeit z.B. den aktuell gewählten Eingang anzeigt. Das Display ist in zwei Stufen dimmbar, abschalten kann man es aber nicht. Die mittige Laufwerksabdeckung sitzt akkurat zwischen den Stoffgittern und wirkt solide, per Knopfdruck fährt sie zügig und recht geräuscharm auf.

Trotz der geringen Tiefe besteht beim SC-ALL5CD kaum Kippgefahr, kleine Gumminoppen auf der Unterseite garantieren einen rutschfesten Stand. Die mitgelieferte Fernbedienung ist zwar recht kompakt, es handelt sich aber nicht um eine billig wirkende Fernbedienung mit Folientasten sondern um gummierte Tasten mit sehr gutem Druckpunkt. Zudem wird die Fernbedienung mit einer AA-Batterie und nicht mit einer Knopfzelle mit Strom versorgt.

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Ethernet-Slot

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Stromzufuhr und Anschluss für die Antenne

Panasonic SC-ALL5CD Anschluesse Oberseite

Obenauf: Klinkeneingang und USB-Slot

Panasonic SC-ALL5CD Rueckseite Seitlich1

Rückseite gesamt

 Die Anschlüsse für zusätzliche externe Quellen sitzen beim SC-ALL5CD praktischerweise direkt an der Oberseite des Gerätes unter einer Kunststoffklappe. Hier kann man z.B. einen externen MP3-Player (Eingang AUX) anschließen oder einen mit Musikdateien bestückten USB-Stick. Der USB-Slot eignet sich mit 5V/1.5A auch zum Laden eines Smartphones. An der Rückseite findet sich der Anschluss für das Stromkabel sowie DAB/FM-Antenne. Daneben ist noch ein Ethernet-Slot untergebracht, allerdings kann man das Panasonic System auch problemlos ins WLAN einbinden. Die Anschlüsse sind solide eingepasst, der NFC-Spot befindet sich an der Geräte-Oberseite rechts neben dem USB-Anschluss.

Die Integration des SC-ALL5CD ins Heimnetzwerk geht relativ unproblematisch von der Hand. Die beiliegende Wi-Fi Einrichtungs-Kurzübersicht ist aber durchaus hilfreich. Über das Menü wird unter „Network“ und „Net Setup“ die Einrichtung gestartet. Wer über einen WPS-fähigen Router verfügt wählt „WPS Push“ aus und drückt die entsprechende Taste am Router. Ist dies nicht der Fall, muss die manuelle Einrichtung gewählt werden. Dabei baut das SC-ALL5CD ein eigenes WLAN-Netzwerk auf, mit dem man sich am einfachsten mit einem Smartphone oder Tablet einwählt. Daraufhin kann man dem Panaosnic Gerät einen eindeutigen Namen zuweisen und das Netzwerk-Passwort des Heimnetzwerkes wird manuell eingegeben. Binnen wenigen Sekunden sollte dann das SC-ALL5CD mit dem eigenen Netzwerk verbunden sein. Der letzte Schritt entfällt lediglich noch auf das Herunterladen der „Panasonic Music Streaming“ App, die kostenlos für iOS und Android erhältlich ist.

Die Verbindung via Bluetooth bietet zwar nicht die identische Flexibilität sowie Umfang der über Netzwerk verfügbaren Dienste des SC-ALL5CD, ist aber noch unproblematischer und schneller eingerichtet. Das Panasonic-Gerät bietet unter den Bedienelementen eine Bluetooth-„Pairing“-Taste, wechselt man aber die Quelle auf Bluetooth, erscheint das SC-ALL5CD automatisch unter den verfügbaren Geräten im Smartphone oder Tablet. Ein Klick darauf und die beiden Geräte sind miteinander verbunden und die Musik vom mobilen Endgerät kann am SC-ALL5CD wiedergegeben werden. Hier macht das HiFi-System einen schwungvollen, lebendigen Eindruck. Eine solide Klarheit wird geboten, wenn auch das Piano nicht ganz authentisch klingt. Mit Joe Bonamassas „Jockey Full of Bourbon“ stellen wir das Panasonic-Gerät aber auch vor eine recht anspruchsvolle Aufgabe. Die Räumlichkeit ist gut, die Stimme steht zentral, könnte sich aber noch etwas besser von den Lautsprechern lösen. Sehr gut gefallen uns die Gitarrenklänge, das einzelne Anzupfen der Stahlsaiten lässt sich gut nachvollziehen. Auch untenrum wird zwar nicht höchste Präzision, aber durchaus etwas Punch und Volumen geboten.

Bevor wir uns weitere Wiedergabemöglichkeiten und deren akustische Qualitäten ansehen und anhören, werfen wir einen kurzen Blick auf die „Panasonic Music Streaming“-App. Da wir bereits verschiedene Panasonic ALL-Geräte getestet haben, wollen wir nicht sämtliche Einzelheiten und Details erneut erwähnen, sondern nur einen kurzen Überblick über die Verwendungsmöglichkeiten und vorhandenen Funktionen geben.

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Quellenwahl

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Typische Kategorisierung im DLNA-Betrieb

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Ordnerübersicht

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Titelauswahl

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Aktuelle Wiedergabe

Beim Start der App wird das Netzwerk direkt nach vorhandenen ALL-Lautsprechern abgesucht und diese in einer Übersicht angezeigt. Unter dem ersten  Reiter „Lautsprecherauswahl“ kann dann derjenige gewählt werden, den man für das aktuelle Musik-Streaming verwenden möchte. Außerdem kannn man Gruppen bilden, damit das Audiosignal gleichzeitig von mehreren ALL-Geräten wiedergegeben wird. Hier kann man, sofern man einen ALL8 oder ALL3 besitzt, auch eine Stereo-Paarung festlegen. Unter „Musikquelle“ wird dann ausgewählt, woher das Audiosignal an die ALL-Geräte kommen soll. Hier stehen eventuell vorhandene DLNA-Server zur Verfügung, oder aber durch die „Re-Streaming“-Funktionalität der ALL-Komponenten auch die ALL-Komponenten selbst. In diesem Fall z.B. steht uns der SC-ALL5CD zur Verfügung, der anderen Komponenten das ihm zugespielte Bluetooth-Signal oder die CD-Wiedergabe weiterleiten kann.

Auch die Musik-Streaming-Dienste kann man hier auswählen, allerdings müssen diese in den Einstellungen zugeschalten werden, da sich ohnehin bei der Auswahl des jeweiligen Dienstes die Diensteigene App öffnet. In Spotify wird dann der SC-ALL5 direkt als Spotify-Connect-fähiges Gerät angezeigt. Die Titelauswahl zeigt das typische DLNA-Layout und unter Wiedergabe wird der aktuelle Titel inklusive Album-Cover, sofern vorhanden, angezeigt.

Das SC-ALL5CD gibt MP3, AAC, ALAC, WAV- und FLAC-Dateien kompromisslos wieder. Auch hochauflösendes Audio-Material bereitet dem Multiroom Musik-System keine Probleme, bis zu einer Auflösung von 192 kHz wird sämtliches Material abgespielt. Natürlich kann eine solch kompakte Komponente nicht den tatsächlichen Benefit dieser Aufnahmen reproduzieren, jedoch ist die Wiedergabemöglichkeit sehr praktikabel und sinnvoll, da ja die eigene Musikbibliothek nicht in sämtlichen, unterschiedlichen Formaten und Auflösungen vorliegt.

Die Navigation und Reaktion auf Eingabebefehle vom Smartphone ist ausgezeichnet. Es entstehen weder Probleme bei der Verwaltung des DLNA-Servers und der Wiedergabeliste, noch benötigt das Panasonic-Gerät ausgiebige Pufferzeiten. Wir spielen dem kompakten System von Bad Religions True North Album den Titel „Dharma and the Bomb“ zu und sind direkt begeistert. Gerade bei derart komplexen Punkrock-Titeln fällt es kompakten Komponenten meist schwer, die Struktur der Bühne und der einzelnen Instrumente beizubehalten. Selbstverständlich darf man hier keine akustischen Meisterleistungen erwarten, allerdings hält das SC-ALL5CD durchaus eine gewisse Differenzierung aufrecht und verarbeitet das akustische Geschehen nicht zu einem Einheitsbrei. Der Sound gelingt auch durchaus kräftig und lebendig. Die Auslegung ist sicher nicht audiophil sondern eher etwas basslastig. So schafft das Musik-System aber einen sehr angenehmen und mitreißenden Sound, der auch bis zu einem sehr soliden Maße Pegelfestigkeit zeigt. Das Panasonic-Gerät kann laut aufspielen und durchaus einen größeren Raum beschallen, oberhalb der 80% des möglichen Pegels treten dann aber langsam leichte Verzerrungen und Kompression auf.

Selbst Simon Viklunds „Fuse Box“ macht auf dem SC-ALL5CD einen ausgezeichneten Eindruck. Die verschiedenen Strukturen im Tieftonbereich werden zwar nur im Ansatz erfasst, bieten aber Punch und Nachdruck. Insgesamt könnten einzelne akustische Elemente sich etwas besser lösen und die Räumlichkeit etwas ausgeprägter sein. Stärke des HiFi-Systems ist sicher die mitreißende Abstimmung und für ein Kompaktsystem gute Dynamik. Selbst die Stimme von Diana Krall bei „Stop this World“ wird recht gut erfasst. Die endgültige Charakteristik und feine Facetten können nicht ausdefiniert werden, aber der gute Eindruck bleibt. Auch die Jazz-Instrumente im Hintergrund bleiben präsent und Elemente wie der Besen am Schlagzeug werden erfasst. Auch klingt das Geschehen nicht zu unterrepräsentiert in den Mitten, eine gewisse Klarheit trägt ebenfalls entscheidend zum sehr guten Gesamteindruck bei.

Das CD-Laufwerk verhält sich unproblematisch und leise beim Lesen unserer „James Bond Themes“, gespielt vom Royal Philharmonic Orchestra. Wenn auch, wie bereits erwähnt, die Räumlichkeit nicht enorm ausfällt, so sorgt das SC-ALL5CD doch für eine breite Bühne und sehr solide lokale Staffelung der Orchesterinstrumente. Die Blechblasinstrumente verfügen über eine gewisse, wenn auch nicht absolut authentische, Schärfe und können problemlos als solche erkannt werden. Die Streicher wirken sanft und angenehm, das gesamte Ensemble dynamisch und schwungvoll.

Mit anderen Multiroom-Lautsprechern lässt sich das SC-ALL5CD nur schwer vergleichen, da es über die zahlreichen ALL Multimedia-Features auch die Wiedergabemöglichkeit von CD bietet und bereits ein Stereo-System in sich selbst ist. Die Einrichtung erfolgt wie bei den anderen ALL-Komponenten relativ flink und ohne größere Probleme. Besonderer Vorteil der ALL-Komponenten ist sicherlich u.a. das „Re-Streaming“ – und hier bietet gerade das SC-ALL5CD erhebliche Benefits. Neben dem Bluetooth-Streaming stehen so anderen Komponenten innerhalb des Multiroom-Systems nämlich auch die Audiosignale von CD oder sogar DAB+ zur Verfügung.

Fazit

Panasonic SC-ALL5CD Front Seitlich4

Mit dem SC-ALL5CD bietet Panasonic ein akustisch leistungsfähiges und solide verarbeitetes HiFi Musik-System. Gleichzeitig ist die Komponenten Bestandteil des ALL Multiroom-Systems und kann durch die zahlreichen multimedialen Features auch auf eine enorme Flexibilität zurückgreifen. Sicher sind 379 EUR kein Pappenstiel, durch Panasonics Re-Streaming-Funktionalität kann sich aber ein Benefit für das gesamte ALL-System ergeben, da so die CD- sowie Radio-Funktionen (DAB+/FM) plötzlich für alle vorhandenen Komponenten zur Verfügung stehen. Die Integration ins eigene Heimnetzwerk sowie die Handhabung, sei es mit der beiliegenden Fernbedienung oder im Idealfall der Smartphone/Tablet-Applikation ist intuitiv und komfortabel.

Flexibles Multiroom-Kompakt-HiFi-System mit solider akustischer Performance, CD-Wiedergabe und DAB+ Empfang
ueberragend
13.08.2015

+ Eleganter Auftritt
+ Sensitive Touch-Bedienelemente
+ Solide akustische Performance
+ Hohe Flexibilität
+ ALL Re-Streaming
+ Bluetooth + WiFi
+ WPS integriert
+ Recht unproblematisches Handling

– Ohne App Navigation mit kleinem Display etwas schwierig

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13.08.2015




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