TEST mit Display Basic Check: Orion CLB40B950S

Orion CLB40B950S Front Seitlich3

Nachdem wir uns in letzter Zeit weitgehend in höheren preislichen Regionen von UHD-Geräten oder FullHD-Flaggschiffen aufgehalten haben, möchten wir diesmal einen Preis-/Leistungs-Champ küren. Ob uns das mit dem 40-Zöller B950S von Orion gelingt, klären wir im folgenden Testbericht. Der EDGE LED LCD-TV wird von einem erfolgreichen chinesischen Unternehmen produziert, das auch LCD-Panels für populäre Hersteller fertigt. Der TV ist zu Marktpreisen um die 300 – 400 EUR erhältlich und gehört damit definitiv zu den günstigsten Vertretern dieser Preisregion. Der Orion spezialisiert sich auf reine Bildschirmfunktionen und möchte ein möglichst hochwertiges Bild bieten. Dafür verzichtet man auf sämtliche Smart TV & Netzwerk-Funktionen. Ein Triple Tuner ist an Bord, via USB können Dateien wiedergegeben werden und der TV bietet Energieeffizienzklasse A+.

Orion CLB40B950S Verarbeitung2

Hochglanzschwarzer Rahmen

Orion CLB40B950S Standfuss Front

Standfuß und „ORION“-Schriftzug

Orion CLB40B950S Standfuss Rueckseite

Rückansicht des Standfußes

Orion CLB40B950S Bedienelemente Unterseite

Bedienelemente am TV

Orion CLB40B950S Rueckseite Seitlich2

Gesamtansicht der Rückseite

Der TV kommt im hochglanzschwarzen Kunststoff-Rahmen daher und ist mit vier Schrauben an einem hochwertig erscheinenden, gläsernen Standfuß angebracht. Der Aufbau ging nicht allzu leicht von der Hand, da die Standfußbefestigung nicht mit konventionellen Schrauben und vorgebohrtem Gewinde erfolgt, sondern selbstschneidende Schrauben in Kunststoff eingedreht werden müssen. Nach erfolgreicher Anbringung aber scheint die Konstruktion den nicht allzu schweren 40-Zöller recht solide zu halten. Das Gerät selbst kommt mit hochglanzschwarzem Rahmen daher und wirkt eher schlicht. Die Rückseite ist teils aus Kunststoff und teils aus Metall, die Bautiefe ist am Rand am geringsten und weitet sich bis zur Mitte auf über 5cm aus. Stationäre Bedienelemente umfassen Lautstärkeregler, Programm- und Quellenwechsel sowie eine Menü-Taste und den Power-Button. Mittig ist der Orion-Schriftzug zu sehen und links ist eine Status-LED integriert.

Orion CLB40B950S Fernbedienung

Beiliegende Fernbedienung

Die Fernbedienung im konventionellen Format liegt recht gut in der Hand und bietet einen sehr guten Tastendruckpunkt. Das typische Layout mit mittigen Lautstärke- und Programmwechseltasten sowie dem Navigationskreuz mit zentraler OK-Taste ist nicht zu kritisieren. Auch die Menü- und Quellenwahltasten sind in diesem Bereich platziert. Zwei AAA-Batterien versorgen die Fernbedienung mit Strom.

Orion CLB40B950S Anschluesse Rueckseite2

Anschlüsse

Orion CLB40B950S Anschluesse Rueckseite1

weitere Anschluss-Slots

Der Orion TV ist mit drei HDMI-Anschlüssen ausgestattet. Aktueller Standard liegt bei ca. vier Slots, allerdings kommt man innerhalb dieser Preisklasse wohl auch mit dreien aus. Video-seitig gibt es noch einen FBAS/Composite-Eingang und einen VGA-Anschluss. Neben den FBAS-Videoeingang gesellt sich ein analoger Stereo Cinch-Eingang. Digitales Audio kann optisch via TOSLINK ausgegeben werden. Zudem gibt es einen Kopfhöreranschluss und einen USB-Slot, außerdem einen CI+ Modul-Slot. Komponentenvideo- und Scart-Anschluss ist ebenfalls möglich, allerdings nur mit den beiliegenden Adaptern.

Orion CLB40B950S Screenshot 1

Kurze Erstinstallation

Orion CLB40B950S Screenshot 2

Sendersuchlauf

Orion CLB40B950S Screenshot 3

Satellitensuchlauf

Orion CLB40B950S Screenshot 6

Transparentes Menü mit Bildparametern

Orion CLB40B950S Screenshot 7

Toneinstellungen

Orion CLB40B950S Screenshot 8

Systemkonfiguration

Orion CLB40B950S Screenshot 5

Einstellungen zum Tuner, Senderliste bearbeiten, etc.

Der Orion Fernseher bringt einen kleinen Installationsassistenten mit sich. Hier wird lediglich die OSD Sprache, das Land und der „Energiemodus“ festgelegt, Energiemodus entspricht der Wahl zwischen Heim- und Store-Modus“. Danach erfolgt ein automatischer Sendersuchlauf via DVB-C oder DVB-S.

Das eigentliche Menü legt sich transparent über das aktuelle Bildgeschehen und ist in die Kategorien Sendersuche, Bildeinstellungen, Toneinstellungen, Uhrzeit, Schutz und Konfiguration unterteilt. In den Bildeinstellungen finden sich die üblichen Parameter Kontrast, Helligkeit, Farbe, Schärfe sowie Einstellungen zur Farbtemperatur, Rauschunterdrückung, dem dynamischen Kontrast und der Punkt „Gesichtsfarbe“. Zudem gibt es verschiedene Bildfelder, darunter Persönlich, Mild, Standard, Dynamisch. Die Bildfelder unterscheiden sich nur geringfügig und kaum in der Farbtemperatur sondern bezüglich ihrer Helligkeit. „Mild“ z.B. wirkt etwas dunkler, die Farben intensiver.

Die Navigation durch das Menü des Orion TV geht grundsätzlich recht problemlos von der Hand und auch der Aufbau wirkt solide und gut durchschaubar. Auf Eingabebefehle reagiert der TV zumeist flott und reaktionsschnell, ganz vereinzelt aber „stockt“ der TV und es dauert 1-2 Sekunden, bis wieder ein Befehl entgegen genommen wird.

Bild
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Bevor wir uns an die Testbilder machen, sondieren wir zunächst die einzelnen Bildfelder und wählen ein subjektiv ansprechendes aus. Die Bildfelder unterscheiden sich aber insgesamt nur geringfügig und da man nur im Modus „Persönlich“ die einzelnen Bildparameter wie Kontrast, Helligkeit, etc. einstellen kann, belassen wir es bei „Persönlich“. Wie üblich belassen wir zunächst die Parameter in der Grundeinstellung, lediglich die Farbtemperatur ändern wir direkt auf „Warm“, da die beiden anderen Einstellungen deutlich zu kalt sind. Bei unserem PLUGE-Testbild zeigt der Orion leider keine sehr gute Performance. Mit den rudimentären Einstellungsmöglichkeiten ist eine korrekte Schwarzwerteinstellung nur sehr schwer möglich. Auch beim Kontrast fehlt es uns etwas an Differenzierung. Nicht nur beim Unterschwarz sondern auch im Bereich Überweiß wird nicht klar differenziert und Clipping ist sichtbar. Hier kann man mit einer Erhöhung des Kontrastes etwas nachbessern, allerdings ist dann ein leichter Rotstich zu sehen. Im Display Basic Check belassen wir es daher bei der Grundeinstellung. Im Bereich Schärfe sollte man vom Standardwert 50 stark zurückgehen, etwa auf einen Wert zwischen 15 und 25. Overscan ist aktiv, diesem Umstand wirkt man beim Bildformat mit der Einstellung „PointToPoint“ entgegen.

uebersicht1

Übersicht 1

gamut_weisspunkt

Gamut Weißpunkt

gamut_luminance

Farbhelligkeit in Abhängigkeit vom Referenz-Weiß

uebersicht2

Übersicht 2

gammakurve

Gammakurve

gammapunkt

Gammapunkt

uebersicht3

Übersicht 3

rgb_balance

RGB Balance

farbtemperatur

Farbtemperatur

Der Orion TV zeigt einerseits sehr gute, andererseits weniger positive Eigenschaften im Display Basic Check. Der HD-Farbraum rec.709 wird vom Orion mit leichten Abweichungen bei der Primärfarbe Blau exzellent getroffen, alle Farben liegen innerhalb des Toleranzbereiches. Der Weißpunkt im Zoom ist ebenfalls ausgezeichnet, alle IRE-Bereiche werden nahe dem Ideal abgebildet. Auch die Farbhelligkeit in Abhängigkeit zum Referenz-Weiß macht einen recht guten Eindruck, die größte Differenz liegt bei Rot und Magenta vor. In der Gamma-Übersicht zeigt der CLB40B950S die größten Schwächen. Mit einem Durchschnittswert von 1,65 ist das Gamma viel zu niedrig und zeigt sich besonders in den höheren Helligkeitsbereichen mit viel zu tiefen Werten. Deutlich freundlicher wird es wieder in der Übersicht 3 mit einer sehr soliden RGB Balance und exzellenter Farbtemperatur, die beinahe über das gesamte Spektrum bei 6500K liegt.

Praxisbetrieb

Wir spielen dem Orion Fernseher Casino Royale von unserem Panasonic Blu-ray Player in 1080p und 24 Hz zu. Hier fällt gleich auf, dass man den Player direkt mit der TV-Fernbedienung des CLB40B950S steuern kann, standardmäßig ist HDMI CEC also aktiviert. Irgendeine Form von Zwischenbildberechnung bietet der TV nicht, wir sehen uns also die native Darstellung von 24p-Material an. Insgesamt bietet der Orion TV eine etwas durchwachsene Präsentation. Bei ruhigen Szenen und Aufnahmen ohne größere Bewegungen bietet der TV eine sehr detail- und kantenscharfe Darstellung. Sind aber flinke Bewegungen im Bild, wie z.B. als die Zuschauer ihre Wetteinsätze in der provisorischen Kampfarena tätigen, oder auch bei Kamerafahrten, stellen sich Treppenstufen an Kanten und ein Verlust der Details ein. Es wirkt so, als würde der TV bei Bewegungen nicht die volle 1080p FullHD-Auflösung aufrechterhalten und bieten können. Auch direkt zu Beginn der zweiten Szene, bei der Kamerafahrt über die Arena, ist dieser Umstand beim „Madagascar“-Schriftzug sofort ersichtlich. Die Farbgebung hingegen macht einen sehr guten Eindruck, weder zu kalt noch zu warm wirkt die Darstellung authentisch und natürlich. Die 24p-Wiedergabe an sich wirkt recht geschmeidig und, abgesehen vom 24p-Judder, ruckelfrei, der Pulldown des Orion TVs scheint solide zu funktionieren. Bei der Szene, in der 007 am verkohlten Holzbalken steht, ist die Schwarz-/Graudifferenzierung ganz ordentlich, stellenweise wirken dunkle Bildbereiche aber etwas verrauscht. Während der blitzschnellen Verfolgungsjagd fällt der Auflösungsverlust nicht ganz so auf und das Bild bleibt durchweg angenehm und stabil. Auch die Räumlichkeit und Plastizität ist solide. Abschließend kann man sagen, dass die Darstellung für den nicht allzu häufigen Filmgenuß einen ganz guten Eindruck macht, Enthusiasten werden aber schnell die Grenzen des Orion Flachbildschirms erkennen.

Als nächstes knöpfen wir uns das DVD-Upscaling von Filmmaterial vor und spielen die dritte Star Wars-Episode in 576p zu. In den ersten Sekunden zeigt sich ein recht stabiles und scharfes Bild. Die gelbe Laufschrift präsentiert sich zunächst sauber und ohne große Ausprägung von Artefakten. Erst ab der Bildmitte zittern die Kanten der einzelnen Lettern leicht und Treppenstufen bilden sich aus, leichte Wellenbewegungen sind in den hinteren Ebenen zu erblicken. Die gelbe Farbe wirkt satt und bleicht nicht aus. Sterne im Hintergrund arbeitet der TV sauber heraus. Beim Kameraschwenk auf den Zerstörer bleibt das Bild ruhig und auch das Objekt bleibt seinen Kanten treu und steht nach einer kurzen Einrastphase von 1-2 Sekunden plastisch im Raum. Leichtes Rauschen ist zwar auf der Oberfläche zu sehen, insgesamt wirkt das Bild aber sauber und angenehm. Auch die kleinen Raumjäger sind sauber ins Bild integriert, beim Abknicken eröffnet sich ein räumliches Panorama mit einer Vielzahl an Belagerungsschiffen, die nicht auf der Planetenoberfläche aufliegen, sondern plastisch darüber zu identifizieren sind. Im Kampfgeschehen bleibt das Bild ebenfalls weitgehend stabil. Die Farben wirken hier etwas lebendig, besonders bei den Nahaufnahmen wird aber deutlich, dass die Farbtemperatur natürlich und authentisch ist. Der Orion ist nicht ganz so rauscharm und arbeitet nicht soviel Detail heraus, wie höherwertige Flachbildschirme. Im Rahmen der Möglichkeiten wird aber ein solides und angenehmes Bild geboten.

Kommen wir zum alltäglichen TV-Betrieb. Öffentliche HD-Programme wie Das Erste HD oder ZDF HD strahlen ihr Programm in 720p aus. Dieses Signal wird dann vom Orion TV auf 1080p hochskaliert. Der Tuner macht hierbei einen sehr soliden Eindruck und offeriert ein sauberes, angenehmes und scharfes Bild ohne zitternde Kanten oder einen instabilen Gesamteindruck. Treppenstufen oder sonstige Artefakte bleiben fast vollkommen aus. Der TV bietet zudem ein Bild mit guter Objektplastizität und solider Ebenenstaffelung. Kombiniert mit einer nicht übermäßig dynamischen Farbgebung ergibt sich hier ein sehr gutes HD-Bild. Bildrauschen ist hier ebenfalls kaum zu sehen, ein cleaner und angenehmer Look die Folge. Im SD-Betrieb ist die Detail- und Kantenschärfe deutlich geringer, wenn auch das Bild weitgehend angenehm und stabil bleibt. Natürlich ist auch das Bildrauschen ausgeprägter und die Farbdynamik ein wenig eingeschränkt. Insgesamt noch eine recht gute Performance mit Luft nach oben.

Ton

Für einen Flachbildschirm in dieser Preisregion bietet der TV eine recht solide akustische Darbietung. Im alltäglichen TV-Betrieb und größtenteils sprachlastigen Sendungen punktet der TV mit klarer Stimmverständlichkeit. Insgesamt ist die Dynamik natürlich eher eingeschränkt und in den unteren Frequenzbereichen passiert nicht viel. Die Höhen sind klar, aber nicht scharf oder aggressiv. Im Filmbetrieb wirkt der TV natürlich besonders bei actionlastigen Szenen eher unspektakulär und nicht wirklich mitreißend. Bei höherem Pegel gibt es dafür wenig Verzerrungen oder durschlagende Chassis, so dass man auch größere Räume recht gut beschallen kann.

Fazit

Orion CLB40B950S Front Seitlich2

Der Orion CLB40B950S ist ein enorm preisgünstiger EDGE LED LCD-TV. Um diesen extrem kompetitiven Preis anbieten zu können, wird auf eventuelle Smart TV- und Netzwerkfeatures komplett verzichtet, auch 3D-Funktionen oder die Zwischenbildberechnung sind nicht integriert. Für einen Preis von nicht einmal 350 EUR erhält man also einen recht gut verarbeiteten Flachbildschirm mit Glas-Standfuß und nicht überaus geringer Bautiefe. Die Auswahl an Anschlüssen ist relativ praxisgerecht und in dieser Preisregion keinesfalls zu beanstanden. Bei der visuellen Performance gefällt besonders die gute und authentische Farbtemperatur in der Einstellung „Warm“ – allerdings zeigen sich auch Schwächen im Bereich der FullHD-Wiedergabe, besonders bei schnellen Bewegungen und Kamerafahrten. Das DVD-Upscaling macht ebenfalls einen guten Eindruck, Potential gibt es in diesem Preisbereich natürlich immer. Wer einen wirklich günstigen 40-Zöller sucht und keinerlei Interesse an Smart TV-Features sowie nicht allzu enthusiastische Ansprüche an die visuelle Performance hat, kann aufgrund des recht einfachen Handlings durchaus einen Blick auf den Orion CLB40B950S werfen. Wer höhere Ansprüche an den Tag legt, muss auch mehr Geld in die Hand nehmen.

Extrem günstiger 40-Zoll TV mit soliden visuellen Leistungen
sehrgut
Test: 02.10.2014

+ Enorm günstiger Kaufpreis
+ Standfuß aus Glas
+ Solide grafische Benutzeroberfläche
+ Schnelle Reaktion auf Eingabebefehle
+ Solide Upconversion
+ Tuner im HD-Betrieb
+ Sehr gute Farbtemperatur

– Reduzierung der Detailschärfe bei Bewegungen im 1080p-Betrieb
– Probleme bei Gamma & Kontrast

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02.10.2014




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