TEST mit XXL-Bildwertung: LG 2018er OLED55C8 - Top-Ausstattung trifft auf Spitzen-Bild

Top-Qualität zu enorm günstigen Marktpreisen: Das 2018er-Modell OLED55C8 ist teilweise schon bei seriösen Anbietern für rund 1.800 EUR zu bekommen. Dafür gibt es einen Ultra HD-TV mit reichhaltiger Ausstattung, darunter der brandneue Alpha9-Prozessor, zahlreiche aufwändige Bildprogramme, Multi-HDR-Kompatibilität (z.B. Dolby Vision, HDR10, HLG), Twin HD-Triple-Tuner und dem LG-eigenen webOS-Betriebssystem.

Der LG OLED55C8 präsentiert sich optisch sehr edel, nachdem der Fuss zusammengebaut und der TV aufgestellt wurde. Die Materialien, aus denen der Fuß und die darüber liegende Abdeckung gefertigt sind, wirken bei genauerem Hinsehen eher einfach. Unser 2017er Modell OLED55C7 erschien, was den Fuß betrifft, im Detail hochwertiger.

Schick sieht er aus, der Standfuß

Materialqualität gut, aber nicht exzellent

Der schmale Rahmen sorgt, wie bereits gewohnt, für einen sehr noblen Gesamteindruck. Der OLED55C8 weist eine sehr geringe Bautiefe auf, ist jedoch unten aus seitlicher Perspektive etwas dicker. Das liegt daran, dass Lautsprechersystem, Elektronik und Anschlussterminals dort unterbracht sind.

Rückseite

Rückseite im Detail

Standfuß von hinten

Die Rückseite des LG OLED55C8 besteht oben aus einer dünnen Metallschicht sowie recht einfachem dunkelgrauem Kunststoff. Insgesamt sieht die Rückseite recht ansehnlich aus und man kann den TV auch frei im Raum aufstellen.

Anschlüsse

Anschlüsse hinten, Teil 1: Buchsen vor den Twin HD-Triple-Tuner, 2 x USB, HDMI In 4, optischer Digitalausgang, LAN-Buchse

USB Eingang 1, dazu 3 x HDMI, CI+ Card-Slot

Ersteinrichtung und Menüs

Handliche Fernbedienung zur Steuerung

Die mitgelieferte Magic Remote liegt gut in der Hand und bringt einen sehr guten Kompromiss mit: Es befinden sich nicht zu viele Tasten auf der Fernbedienung, aber auch nicht zu wenig. So kann man all das, was im Praxisbetrieb wichtig ist, komfortabel bedienen. Wer das Prinzip mit der "Air Mouse"-artigen Verwendung der Magic Remote einmal heraus hat, wird Freude daran haben: Denn der Cursor lässt sich ziemlich präzise und demnach "treffsicher" über den Bildschirm lenken.

Für Netflix und für Amazon Prime Video gibt es direkte Zugriffstasten auf der Fernbedienung. Der runde Knopf mit dem symbolisierten Kabel zwischen Netflix- und Amazon-Taste gibt Überblick über die verschiedenen angeschlossenen Quellen.

Erstinstallation beginnt

Landes- und Sprachwahl

Sprache und Land eingestellt

Herstellen einer Internet-Verbindung

TV oder Settop-Box oder beides?

Wahl des Tuner-Signals

Nur digitale Sender suchen lassen

Gleich beginnt der DVB-S2 Suchlauf

Wahl der Satelliteneinstellung

Automatische Einstellung ist abgeschlossen

Flott geht die Ersteinrichtung vonstatten, und so kann der C8 schon schnell in Betrieb genommen werden. Menü-Optik und Menü-Struktur stellen gerade diejenigen Anwender, die schon einen LG-TV besaßen, vor keinerlei Schwierigkeiten. Der LG OLED55C8 reagiert in fast allen Fällen zügig auf Befehle, die mittels der Fernbedienung gegeben werden. Im betrieb gibt der flexible LG wenig Rätsel auf. Der übersichtliche EPG ist schnell gefunden, neue Inhalte gibt es im "LG Content Store". Natürlich liefert LG auch einen Browser für den schnellen Zugang zum Internet mit. Der C8 erweist sich überdies medial als flexibel und gibt auch Hi-Res-Audio-Dateien wieder - übrigens in recht anständiger Qualität mit frischen Höhen und gutem Raumgefühl.

webOS-Menü, direkt z.B. aus dem Live TV Betrieb aufrufbar

Der C8 läuft unter LGs eigenem webOS-Betriebssystem. Direkt, zum Beispiel aus dem, Live TV-Betrieb, lassen sich z.B. die letzten verwendeten Apps (VoD-Services, YouTube etc.) aufrufen. Das Durchzappen durch die Leiste der zuletzt verwendeten Dienste geht zügig und exakt vonstatten.

Netflix

EPG

Integrierter Browser für den Zugang zum Internet

LG Content Store

Auch HiRes-Audio-Dateien (hier im Flac-Format) gibt der LG wieder

Klares Fazit daher: Das Handling und die Menüs des LG stellen Anwender, die schon einen Smart-TV besaßen, kaum vor Probleme. Und auch, wenn man sich erst mit der Materie vertraut machen muss: Das Meiste, was für den Betrieb im Alltag notwendig ist, lässt sich schnell erlernen.

Bild: Video-EQ

Bildmodus "isf Expert "Heller Raum"

Hier der Energiespar-Bildmodus

Experteneinstellungen

Farbverwaltung

Bildfelder bei SDR-Inhalten

Der LG OLED55C8 überzeugt uns, wie von LG mittlerweile bekannt, mit einem reichhaltig ausgestatteten und effektiv arbeitenden Video-EQ. Hervorragende Bildprogramme, inklusive ISF-Modi für Tag und Nacht sowie Technicolor-Modus, findet man nicht so oft. Die Zwischenbildberechnung arbeitet tadellos, weniger begeistert sind wir von der 2018er Variante der "HDR Effect" Betriebsart.

Bild Tuner 720p Das Erste HD

Der LG 55OLEDC8 überzeugt uns mit einer sehr guten Leistung bei der 720p HD Wiedergabe der ARD. Die ausgezeichnete Kantenschärfe und die exzellente Detaillierung bei hochwertigem Quellmaterial (z.B. Nachrichtensendungen, Dokumentationen oder Serien, die erst gedreht/erstellt wurden) fallen besonders auf. Wir haben, gerade natürlich brandaktuell, auch in Ausschnitte aus Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft hineingeschaut. Hier entpuppt sich die Bewegungswiedergabe als äußerst gelungen und nochmals optimiert im Vergleich zur 2017er Generation. Schon generell haben OLED-TVs weniger Probleme mit Nachziehern, aber was der C8 hier auf die Beine stellt, ist schon grandios: Gestochen scharf, natürlich und flüssig.

Die Frame Interpolation ist mit Sorgfalt abgestimmt und produziert keine Ruckler, weder bei Kamerafahrten noch bei Bewegungen. Lediglich bei Objektkanten, z.B. Trikots der Fußballer, zeigen sich durch die Skalierung und Zwischenbildberechnung leichte Unschärfen, die aber nur bei sehr genauem Hinschauen auffallen. Positiv zu bewerten ist die sehr angenehme Farbgebung beim Bildfeld "Kino", das Rasengrün wirkt natürlich – wer es sehr lebendig mag, kann aber mit Lebhaft und Standard äußerst kräftige Farben realisieren, die trotzdem noch den Bezug zur Realität halten und nicht zu überzogen sind.

Bild Tuner SD - RTL

Das ist nicht selbstverständlich: Selbst die extreme Skalierung von PAL auf Ultra HD gelingt solide. Immer noch überzeugt die Kantenschärfe, Farben erscheinen etwas abgeschwächt, aber erstaunlich authentisch (mit korrektem Bildfeld – Kino, ISF). Und es gibt noch mehr Lob, so für den außergewöhnlich ruhiger Bildstand (für SD-Material) sowie die gute Plastizität und Detailstruktur trotz der geringen Auflösung.

Bild Costa Rica in 4K (60fps/HDR, Ultra HD), YouTube-Streaming

Im Modus "Kino-Home" für HDR zeigt uns der LG bei diesem Trailer, der die Schönheit der Landschaft Costa Ricas präsentiert, eine hervorragende Leistung, gerade bei Detailaufnahmen zum Beispiel von Fröschen, Schlangen und Faultieren. Die Schlangenhaut oder das Auge des Frosches wirken zum Greifen nah, feinst durchzeichnet. Gewollte Bokeh-Effekte der Aufnahme mit gezielten Unschärfen im Hintergrund stellt der C8 hervorragend dar. Ungemein hohe Bildtiefe, sehr solider Bildstand: Hier gibt es nichts zu kritisieren. Auch Pflanzen in Macro-Aufnahme, die Rinde eines Baums oder ein Wasserfall: Der LG sichert stehts feine Kontrastdynamik und eine hohe Bildsauberkeit. Wir raten zum Kino-Home-Modus, da die Farbgebung bei HDR-Standard etwas zu starke Sättigung zeigen. Gerade bei den Grün-Facetten der Flora erkennt man die Vorzüge des besonders ausgewogenen

Bild "Peru" 8K HDR, 60fps , YouTube-Streaming

Hier können wir 8K-Material in Form von Landschaftsaufnahmen aus Peru betrachten. Alte Inka-Bauwerke erscheinen sehr differenziert, Wildkatzen und Schmetterlinge sowie Faultiere zeigen eine unglaublich feine Detaillierung des Fells bzw. der feinen Flügel beim Schmetterling. Auch Panoramaaufnahmen mit langsamen Kamerafahrten bringt der C8 stabil zum Ausdruck. Es stört praktisch kein Ruckeln, nur selten ruckelt es, was aber dann an der Internet-Verbindung (Streaming!) und nicht am Bild-Processing des LG Alpha9 Prozessors liegt. Insgesamt beeindruckt der C8 hier erneut: Auch Peruaner in landestypischer Tracht kommen brillant heraus, jede Einzelheit der Tracht oder auch der Glanz in den Augen wird hervorragend zur Geltung gebracht. Zahlreiche Gewürze von oben in Detailaufnahme oder kirchliche Bauwerek bzw. ein Stadt-Panorama: Es spielt keine Rolle, ob Macroaufnahme oder Panorama-Aufnahmen, mit feiner Tiefenstaffelung und lebendiger visueller Gesamtdynamik verdeutlicht der C8, was hochwertige - und zugleich noch bezahlbare - 2018er TVs leisten können.

Bild "New Zealand Ascending", 8K 60fps, YouTube Streaming

Der nächtliche Sternenhimmel, der sich bewegt, zeigt praktisch jeden noch so kleinen Stern. An den Felswänden holt der C8 auch bei Dämmerung jede kleine Felsspalte heraus. Der Kontrast der grauen felswände zu den schneebedeckten Gipfeln gelingt dem LG vorzüglich. Sich bewegende Wolkenformationen über den Bergipfeln zeigt ein weiteres Mal den tadellosen Bildstand. Aufkommender Nebel über den Bergspitzen, der sich ebenfalls bewegt, erscheint ungemein authentisch. Grüne Wasseroberflächen eines Sees, eingerahmt von bergen, kommen fein strukturiert heraus. Nur ab und zu wirken die Konturen der Berggipfel etwas weich gezeichnet.

Bild Ultra HD Blu-ray  - "Kingsman The Secret Service"

Zunächst zu den Einstellungen. Wir waren hier experimentierfreudig und probierten die Bildfelder "Kino", "Kino-Home", "Technicolor Experte" und "Standard" aus sowie die Zwischenbildberechung "Tru Motion", diese haben wir aktiviert und deaktiviert.

Allgemein können wir festhalten, dass das Ultra HD und HDR-Signal korrekt erkannt und wiedergegeben wird, dabei aktiviert der C8„Ultra HD Deep Colour“. Welches sind die verfügbaren Bildfelder bei Ultra HD und HDR? Bereit stehen hier Lebhaft, Standard, Kino Home, Kino, Spiele und Technicolor Experte.

Wie wir es von modernen High-Tech-Ultra HD-TVs kennen, begeistert die extrem hohe Schärfe und die feine, plastische Detaillierung. Im Vergleich der Bild-Betriebsarten liegt die höchste Natürlichkeit bei "Technicolor Experte" vor. Die Modi Kino und Kino-Home wirken ebenfalls authentisch und liegen sehr nahe beieinander; Kino-Home ist geringfügig heller als Kino und somit dann etwas besser geeignet, wenn etwas externer Lichteinfall herrscht.

Was passiert in den Bildmodi? Im Modus Technicolor Experte wird die Frame-Interpolation „Tru Motion“ komplett deaktiviert, bei den Kino-Bildmodi ist sie noch aktiv. Technicolor Experte soll somit für eine möglichst reine, unbeeinflusste Bilddarstellung stehen, was auch bei sehr gutem Quellmaterial ausgesprochen überzeugend gelingt.

Aktivieren wir die "Tru Motion" Frame-Interpolation doch, so kann man auch sehr zufrieden sein. Denn das System agiert sehr gut und das Bild erscheint sehr flüssig – leichte negative Einflüsse wie Kantenzittern kann man aber bei schnellen Bewegungen der Protagonisten (Kampfszene im Pub / Autorennen danach) erkennen. Daher unsere Bilanz: Auch ohne "TruMotion" wird ein sehr flüssiges und angenehmes Bild geboten – Filmenthusiasten wählen Technicolor Experte.

Wichtig für intensiven Filmgenuss ist natürlich auch eine realistische Farbwiedergabe. Was ist hier beim C8 zu sehen? Wir freuen uns an den sehr kräftigen, aber natürlich wirkenden Farben in den "Kino" und "Technicolor"-Bildmodi; Im Modus Standard erscheint die Farbgebung geringfügig zu kalt von der Farbdynamik her als leicht überzogen.

Wie man es von einem OLED-TV her kennt, ist der Schwarzwert exzellent, keine Kritik – auch das Panel wirkt natürlich nicht mehr rötlich, wie es bei den Modellen vor zwei Generationen noch der Fall war, demnach optimiert LG immer weiter. Der Rotstich war aber auch 2017 schon praktisch verschwunden. Hier musste demnach 2018 nicht mehr viel verbessert werden.

Weitere OLED-Vorzüge setzt der C8 ebenfalls gut erkennbar um. So ist der Kontrast überragend, feine Unterschiede in Grautönen (Anzug Kingsman oder grauer Pullover und schwarze Jacke des Jungen) werden anstandslos herausgearbeitet. Insgesamt erscheint das Bild enorm plastisch, nur ein minimales Rauschen ist noch zu erkennen.

Bild Ultra HD Blu-ray mit Dolby Vision: "Jumanji 2017"

Bei "Jumanji" haben wir ab Filmbeginn geschaut. Schon die erste Sequenz, als der joggende Jugendliche das Jumanji-Spiel am Strand im Sand findet, ist äußerst beeindruckend: Der LG holt souverän kleinste Facetten aus dem Quellmaterial und schlägt sich im Kino-Home-Modus selbst bei etwas externem Lichteinfall extrem stark. Auch die Sequenz im nächtlichen Jugendzimmer beweist das Können des LG, kleinste Kontrast-Nuancen überragend zu präsentieren. Break - nun sind wir in der heutigen Zeit. Ganz gleich, ob die Hautoberfläche der Hand oder der Inhalt des Touchscreens vom Smartphone: Scharf, plastisch und fein stellt der C8 dar. Bilderrahmen an einer creméfarbenen Wand, die Perlenkette am Hals der Mutter: Kleinigkeiten entgehen dem OLED nicht, sie werden enorm genau herausgestellt.

Wieder Szenenwechsel, nun befinden wir uns im Dschungel von Jumanji. Gerade haben die vier Schulkameraden festgestellt, dass sie in die Rolle ihrer Avatare aus dem Spiel geschlüpft sind und landen hart in der Traumwelt. Fein gibt der LG die Grünabstufungen des Urwalds wieder, und auch die Oberfläche der Blätter mit den feinen Rillen wird scharf dargestellt, obwohl die Blätter im Hintergrund und nicht im Bildfokus angesiedelt sind. Was zeichnet den LG im Besonderen aus? Er zeigt uns zum vergleichsweise günstigen Kaufpreis, wie ein angenehmes, homogenes und gleichzeitig doch dynamisches Bild aussieht.

Die Gesichter der Protagonisten unterstützen diesen Eindruck. Man sieht praktisch jede einzelne Pore, und die Hautschattierungen sind sehr filigran. Die Farbwiedergabe im Kino-Home-Modus überzeugt uns. LG hat es geschafft, noch mehr Realismus in die Farbwiedergabe zu bringen. Schon die 2017er UHD OLED-Generation konnte hier bereits überzeugen, doch mit noch mehr Feindynamik und Natürlichkeit setzt sich die 2018er Generation nochmals leicht im Positiven ab.

Das plötzlich aus dem Wasser auftauchende große Nilpferd wird mit stabiler Bewegungswiedergabe wiedergegeben. Überhaupt: Der Bildstand überzeugt in jeder Situation, auch Details zittern nicht. Die verschiedenen Bildebenen von vorn bis hinten strukturiert der LG akkurat durch. Bei Ultra HD-Blu-rays gibt sich der TV keine Blöße, und die Vorzüge von Dolby Vision-Content arbeitet er gerade dann, wenn nicht allzu viel externes Licht am Aufstellungsort herrscht, prima heraus. Im Land Rover kommen Details an den schwarzen Kunstlederbezügen der Kopfstützen ebenso authentisch heraus wie Details an der Kleidung des Fahrers.

Bild Blu-ray – Skyfall 1080p24

Hier griffen wir auf folgende Bildfelder zurück: "isf Experte Heller Raum", "isf Experte Dunkler Raum", "Technicolor Experte", sowie "HDR-Effekt".  Im Gegensatz zur Ultra HD-Wiedergabe sind im Blu-ray-Betrieb die konventionellen Bildfelder inklusive isf-Modi verfügbar.

Was ist zu den Bild-Betriebsarten bei der BD-Wiedergabe zu sagen? "Isf Experte Dunkler Raum" und "Technicolor Experte" wirken von der Farbgebung her fast identisch – bei "isf Experte" ist allerdings "Tru Motion" aktiv und kann individuell justiert werden (Entruckeln 0 bis 10 und Schärfen 0 bis 10) – voreingestellt ist Schärfen +10.

Bei Umgebungslicht empfiehlt sich "isf Experte Heller Raum", allerdings wird auch leicht in die Farbgebung eingegriffen, die mit diesem Bildfeld etwas intensiver und lebendiger wirkt, besonders bei Gelbtönen fällt dies im Vergleich auf. Insgesamt bieten aber die genannten Bildfelder alle ein recht natürliches und angenehmes Bild, die Unterschiede sind Nuancen

Auch bei der Hochskalierung 1080p auf Ultra HD macht der LG eine exzellente Figur und holt alles aus der Blu-ray Auflösung heraus, auch der Bildstand ist angenehm und ruhig - da zeigt sich, dass der LGH Alpha9 Prozessor an Bord üppig mit Rechenleistung ausgestattet ist.

Etwas Kritik gibt es für den Bildmodus HDR-Effekt: Er ist nur bedingt zu empfehlen – möglicherweise ist diese Feststellung quellenabhängig; bei konventioneller 1080p24-Film-Zuspielung fällt ein etwas unruhigeres Bild auf; besonders bei den schnellen Verfolgungsjagden eines Action-Filmes, wie es Skyfall ist, lassen sich zitternde Objektkanten während der Verfolgungsjagd in den ersten Szenen feststellen; außerdem wirkt die Farbgebung zwar etwas intensiver, aber nicht unbedingt authentischer, ein leichter Gelbstich ist dann zu erkennen, und die gewollte Zunahme des Kontrastumfangs wirkt nicht besonders natürlich.

Bilanz: Auch hier, bei der Präsentation normaler Blu-rays, werden Filmfreunde mit Technicolor Experte zufrieden sein, denn das 24p-Bild ohne zugeschalteter Frame Interpolation gelingt hervorragend, störender Judder fällt kaum negativ auf. Und wer möchte, kann TruMotion manuell aktivieren, dann stören Ruckler praktisch gar nicht mehr.

Blu-ray, Mission Impossible, Rogue Nation, Kapitel 4

Dass der Film leichtes Grieseln und Flächenrauschen enthält, kann auch der LG nicht gant verleugnen. Trotzdem - auch hier leistet der OLED Großes. So der Boden in der U-Bahn-Station, das Smartphone in der Hand von Benjamin Dunn, der Kontrast von Dunns Smoking zur ebenfalls dunklen Wand der U-Bahn-Station: Gelassen stellt sich der LG jeder Herausforderung. Das Staatswappen auf der Tür des Maybachs vom Bundeskanzler, die Panorama-Wirkung, als der österreichische Kanzler von Pressefotografen umringt ist: Überall verdeutlicht der LG, dass für die 2018er Generation weiterer Feinschliff erfolgreich vorgenommen wurde.

Das Upscaling, was man z.B. auch an Detailaufnahmen der Wand im Opernhaus und im Treppenhaus bemerkt, ist noch eien Idee schärfer geworden. Dass das Bild des C8 besonders plastisch ist, kommt nicht nur bei Ultra HD Blu-rays, sondern auch bei klassischen BDs sehr gut heraus. Im Kontrollraum für die Turandot-Aufführung holt der LG auch kleine Kontrastdifferenzen sehr sauber heraus. "Technicolor Experte" als Bildmodus können wir nicht in Werkseinstellung empfehlen, hier ist die Frame Interpolation ausgeschaltet und z.B. die Treppenstufen der alten Treppe im Opernhaus zittern dann leicht. Aber: Es ist bei "Bildoptionen" ein Leichtes, die TruMotion-Frame Interpolation manuell zu aktivieren. Dann überzeugt das Bild durch die authentische Wirkung und feinste Kontraststaffelung, es ist nicht ganz so dunkel wie bei isf "Dunkler Raum", und Kontrast-Differenzen wirken besonders authentisch. Trotzdem sollte der Technicolor-Modus auch am besten im komplett abgedunkelten Raum verwendet werden,

Wir haben dann noch den "HDR Effekt" Modus ausprobiert: ""Too much", würde der Engländer sagen. Es macht schon irgendwie Spaß, den großen aufgebohrten Kontrastumfang anzusehen, aber das Bild erscheint nicht mehr absolut natürlich. Der ISF Expertenmodus für den dunklen Raum ist bei praktisch null externem Lichteinfall sehr gut, sobald aber etwas Licht vorherrscht, verwenden wir lieber den ISF-Modus "Heller Raum" - wer denkt, dass dieser Modus erst bei Tageslicht-Einfall Sinn macht, irrt. Auch, wenn im Wohnzimmer noch irgendwo im Raum eine Stehlampe ihr Licht wirft, ist "Heller Raum" die bessere Wahl. Richtig gut bei diesem Beispiel hat uns auch das normale "Kino" Bildprogramm gefallen: sehr ausgewogen, authentische Farben, sehr gute Wiedergabe von Hauttönen. Nur zur Info: "Standard" oder "Lebhaft" wirken unausgewogen.

Alternative zu Technicolor Experte mit aktivierter Zwischenbildberechnung, der auch bei etwas Restlicht gut verwendet werden kann: Im Kino-Modus ist die Schlägerei zwischen Ethan und seinem Widersacher hoch oben über der Bühne sehr realistisch, Details gehen nicht unter, der Kontrast wirkt nie überzogen. Das Bühnenbild der Oper wirkt ebenfalls plastisch, die Kostüme erscheinen zudem in vielen Details. Man sieht deutlich, bei der Großaufnahme von der Seite, dass der Opernsänger stark geschminkt ist, die mattierende Wirkung des Puders entgeht dem aufmerksamen C8 nicht. Die Schlägerei im Kontrollraum, das Attentat auf den Bundeskanzler, die Flucht aus dem Opernhaus: Der C8 bringt stets viel visuelle Ordnung ins Geschehen, durch die sehr gut arbeitende Frame Interpolation bleibt der Bildstand ruhig, Bewegungen erscheinen realistisch.

Bilanz Bild
  • Das Bild des LG C8 ist äußerst plastisch, und zwar bei Full HD-Material ebenso wie bei nativem Ultra HD-Inhalt. Hier zeigt sich der C8 nochmals optimiert im Vergleich zum Vorgänger.
  • Nahaufnahmen sehen extrem gut aus. Da schlagen sich zwar praktisch alle aktuellen UHD-TVs ab der Mittelklasse überzeugend, aber der LG begeistert auch hier durch Dreidimensionalität und eine überragende Tiefenstaffelung.
  • Der Bildstand ist generell sehr gut, nur selten ist, bei Full HD und noch seltener bei Ultra HD-Inhalten, leichtes Bildzittern bei Panorama-Aufnahmen erkennbar, wenn diese in Form einer langsamen Kamerafahrt präsentiert werden. Die Ruckel-Neigung ist jedoch extrem gering, noch weniger vorhanden als bei 2017er LG OLEDs.
  • Im HDR-Betrieb können wir das Bildfeld "Kino-Home" sehr empfehlen, das auch bei etwas externem Lichteinfall noch funktioniert. Ist es absolut dunkel, setzen wir auf "Technicolor Experte". Bei SDR-Material ist der ISF-Modus "dunkler Raum" mit ab Werk aktivierter TruMotion-Zwischenbildberechnung hervorragend, aber: Der Raum sollte wirklich dunkel sein, wenn noch die Stehlampe brennt, ist das schon zu viel. Dann nehmen wir lieber den "Kino-Modus". Bei nativem Ultra HD Material ist der Technicolor Experte-Bildmodus sehr empfehlenswert bezüglich Farbgebung und Detailkontrast, aber die Frame Interpolation ist komplett deaktiviert, daher sieht man bei Blu-rays Ruckler im Bild. Allerdings kann man die Frame Interpolation manuell zuschalten, und dann begeistert Technicolor Experte absolut, auch bei weniger perfektem Quellmaterial. Wir verwenden dann den TruMotion-Modus "flüssig", zu achten ist aber auch beim Technicolor-Modus auf einen komplett abdunkelten Raum. Ob man nun bei SDR-Quellen auf den ISF-Modus "Dunkler Raum" oder auf den Technicolor-Modus setzt, ist individuell vom Quellmaterial abhängig.
  • Der neue Alpha9 Bildprozessor begeistert durch präzise Signalverarbeitung und ein erstklassiges Upscaling niedriger auflösender Quellen (720p, 1.080p) auf die native Panelauflösung. Gerade gute Blu-rays sehen exzellent aus, wenn der C8 sie auf 3.840 x 2.160 Pixel hochrechnet. Weniger versierte Anwender würden hier tatsächlich denken, es handele sich um Ultra HD-Content. Hier ist nochmals eine Steigerung zu den 2017er Modellen mit dem Vorgänger des Alpha9 an Bord festzustellen.
Ton

Zahlreiche Klang-Modi

Dolby Atmos integriert

Akustisch macht der LG C8 eine erstaunlich gute Figur, auch das kennen wir schon vom 2017er Modelle C7. Zahlreiche DSP-Modi, zum Beispiel für Filmton, Musik und die stärkere Betonung vokaler Elemente, präsentieren sich akkurat abgestimmt. Mit der "Adaptive Sound Control" kann man überdies dem TV eine automatische Klanganpassung an das jeweilige akustische Quellmaterial überlassen. Und wie sieht es nun mit dem Sound in der Praxis aus?

Natürlich liefert der Flachbildschirm bei Action-Spektakeln für audiophile Heimkino-Fans nicht genug Punch und Tiefgang, bietet aber ein ansprechendes Fundament und lässt den Tieftonbereich nicht völlig außen vor. So wird man bei der Verfolgungsjagd von "Skyfall", bei dem Bond sich auf dem Dach eines fahrenden Zugwaggons wiederfindet, durchaus mit ins Geschehen einbezogen, auch der nachfolgende Titelsong von Adele gelingt mit ansprechender Dynamik und guter Räumlichkeit.

Die Sprachverständlichkeit ist ausgezeichnet und auch bei komplexerem Geschehen unproblematisch. Der erreichte Pegel reicht für ein mittelgroßes Wohnzimmer völlig aus und selbst im Maximalbereich bleibt der Fernseher souverän, es kommt praktisch nicht zu störenden Verzerrungen. Erfreulich, dass die Auflösung über den gesamten Frequenzbereich relativ ansprechend ist.

Das konnten wir zum Beispiel ebenfalls bei "Jumanji" nachvollziehen. Auch in den vielen Szenen mit hohem Anteil sehr nachdrücklicher Action - z.B. auf dem Basar oder der Endkampf mit den wilden Tieren -, zeigt sich der C8 von seiner akustisch besten Seite. Klar ersetzt er kein hochklassiges Mehrkanal-System, sehr wohl aber eine Soundbar der unteren Mittelklasse, Stimmen arbeitet er nahtlos ein, sie sind allzeit verständlich, wirken aber nie überbetont.

Auch bei "Mission Impossible - Rogue Nation" punktet der C8. Bewusst wählen wir die englische Dolby Atmos-Tonspur, als Ethan Hunt und Ilsa Faust aus dem Opernaus fliehen. Dynamische Differenzen werden impulstreu betont, und ja, der LG schafft wirklich, in Ansätzen eine akustische Überkopf-Ebene darzustellen. Natürlich nicht mit echten Top Firing-Modulen zu vergleichen, aber für einen Falchbildschirm ist die akustische Plastizität wirklich sehr gut gelungen. Noch etwas mehr Feindynamik und etwas bessere räumliche Auflösung - es sind kleine Differenzen zum bereits ausgezeichneten 2017er Modell.

Konkurrenzvergleich

  • Das 2017er Modell LG OLED55C7D konnte im damaligen Test im August 2017 ebenfalls Begeisterung wecken. Revolutionäres hat sich beim 2018er Modell 55OLEDC8 nicht getan, das war aber auch gar nicht nötig. Kleine optische Retuschen, etwas Facelift am Betriebssystem, beim Upscaling noch mehr Bild-Stabilität und eine nochmals gesteigerte Farbtreue: Es ist Feintuning im Detail, das betrifft auch das ebenfalls optimierte TV-Tuner-Bild.

  • Kein OLED, sondern ein LCD-Ultra HD-TV mit Edge LED-Hintergrundbeleuchtung: Für rund 1.500 EUR tritt der Sony KD-55XF8505 an. Der Android-basierte Fernseher ist sauber verarbeitet und hat ein spezielles Standfuß-Design. Er läuft recht zuverlässig, vom Handling her ist die neueste Android Nougat-Version leicht optimiert, wir aber kommen mit dem C8 mit seinem webOS-Betriebssystem noch schneller zurecht. Visuell ist der preiswerte Sony für einen LCD-TV richtig gut: Ordentlicher Schwarzwert, klare Farben, tolle Dynamik. Mit satterem Schwarz und noch mehr Farbbrillanz rechtfertigt der C8 aber seinen Mehrpreis, zudem klingt er noch besser und hat sogar einen Dolby Atmos-Decoder.

  • Philips 55POS9002: Der 2017er OLED hat uns im Dezember 2017 prima gefallen. Die auszeichnete zweiseitige Fernbedienung und die effektvolle Ambilight-Beleuchtung sind Philips-Spezialitäten. Das Upscaling niedriger auflösender Bildinhalte ist ausgezeichnet, bei genauem Hinsehen rauscht das Panel des 55POS9002 etwas mehr als das sehr rauscharme des LG C8. Das Lautsprechersystem des Philips kann dem des LG kein Paroli bieten.
Fazit

Der LG OLED55C8 führt die Erfolgsstory seines Vorgängers fort. Mit elegant-schlichtem Design, einfacher Handhabung, hoher Zuverlässigkeit und sinnvollen, umfangreichen Einstellmöglichkeiten beweist er sein gelungenes Gesamtkonzept. Er verfügt über sehr gute Bild-Programme, so findet man bei praktisch jeden Lichtverhältnissen und jedem Quellmaterial den richtigen Modus. Zudem beeindruckt er durch ein sehr plastisches, fein gestaffeltes Bild mit authentischen Farben. HDR-Inhalte, ganz gleich, ob in HDR10 oder Dolby Vision, gibt er mit sehr differenziertem Gesamt-Kontrastumfang und hoher Kontrastdynamik wieder. Wie auch schon der C8 aus 2017 klingt der C8 überdies richtig gut. Daher können wir den schmucken OLED-TV ohne Einschränkungen empfehlen, da er auch Aufgaben des Alltags - TV-Empfang in hoher Qualität, Streaming von Netflix oder YouTube - souverän meistert. Nur der HDR Effect-Modus hat uns letzten Endes nicht vollkommen überzeugt.

Exzellenter Begleiter für alle Aufgaben: Der LG 55OLEDC8 begeistert mit erstklassigem Bild, toller Ausstattung und hoher Zuverlässigkeit

55-Zoll-TVs bis 2.000 EUR (Marktpreis)

 

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher, Vincent Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich, Philipp Kind
Datum: 05.Juli 2018

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