TEST mit Display Basic Check: Thomson 46FW8785

Thomson 46FW8785 Front Seitlich3

Auch wenn es lange Zeit ruhig war um den Konzern mit Sitz in Frankreich, der mittlerweile unter dem Namen Technicolor agiert, ist der Markenname Thomson ein Begriff. Die Franzosen haben sich allerdings längst aus der Unterhaltungselektronik zurückgezogen und lizensieren die Marke Thomson ausschließlich an TCL. In den aktuellen Modellen steckt also chinesische Technik des wohl größten TV-Herstellers weltweit. Für uns Grund genug, die Modelle mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Den Weg in unsere Redaktion hat der FW8785 in 46 Zoll gefunden. Dabei handelt es sich um ein FullHD-Display mit EDGE LED LCD-Hintergrundbeleuchtung. Die Technischen Daten sind vielversprechend: Smart TV, integriertes WLAN, DLNA-Streaming, HbbTV, Triple Tuner, aktives 3D – sämtliche Technologien, die man bei einem hochwertigen, modernen Fernsehgerät erwartet. Hinzu kommt ein ansprechendes Design mit schmalem Rahmen und 400 Hz Zwischenbildberechnung. Natürlich muss sich der Thomson TV auch visuell beweisen. Hier ist unser Anspruch sogar besonders hoch, denn Thomson greift kein anderer als White Light Consultations bei der Bildoptimierung unter die Arme. Mit dieser Kooperation möchte Thomson ein besonders natürliches und authentisches Bild bieten. Der Preis des FW8785 in 46 Zoll liegt aktuell bei etwa 799 EUR. Wir sind gespannt!

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Schmaler Rahmen am Thomson TV

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Untere Leiste und Standfuß

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Rückseite des Thomson TV-Gerätes 

Der Thomson TV macht dank des sehr schmalen Rahmens von etwa 5mm einen sehr modernen und schicken Eindruck. Die Rahmenleisten fühlen sich hochwertig an und sind aus Metall gefertigt, die obere und untere Leiste ist silber während die seitlichen in schwarz gehalten sind. Der Fuß hat ebenfalls eine silberne Oberfläche, diese ist aber aus Kunststoff. Die Befestigung des Fußes ist nicht ganz optimal. Die Schrauben werden nämlich von unten eingesetzt, d.h. das Gerät muss bei der Installation auf den Kopf gestellt werden.

Bezüglich der Bautiefe ist der FW8785 recht schmal, das Gerät ist im oberen Bereich mit 28mm am dünnsten und verbreitert sich nach unten hin etwas bis hin zu 56mm in den unteren 10cm – dahinter verbergen sich die Lautsprecher, die dadurch von etwas mehr Gehäusevolumen profitieren. Lediglich eine blaue Status-LED findet man beim Thomson mittig unter dem Logo.

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Seitliche Anschlüsse

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weitere Anschlüsse

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Stationäre Bedienelemente

Auf der Rückseite aus mattschwarzem Kunststoff sind stationäre Bedienelemente untergebracht. Damit lassen sich Programme wechseln, die Lautstärke einstellen und auf das Menü zugreifen – bei Menüzugriff kann man mit den Programmwechseltasten die einzelnen Menüpunkte durchschalten. Außerdem auf der Rückseite folgende Anschlüsse: 

  • HDMI 3x (1x ARC)
  • USB 3x
  • Satelliten-LNB und Kabelanschluss
  • Ethernet-Slot
  • Kopfhöreranschluss
  • VGA
  • Anschluss für beiliegenden AV-Adapter
  • Optischer Digitalausgang TOSLINK
  • CI+

Mit dem beiliegenden AV-Adapter können zudem Quellen via Stereo Cinch, Komponente oder Scart AV angeschlossen werden.

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Fernbedienung

Die Fernbedienung hat leicht ausladende Abmessungen und ist zur Mitte hin geringfügig nach innen gebogen. Aufgrund ihrer Größe ist die Bedienung mit einer Hand noch gerade so möglich, dafür bietet sie groß dimensionierte Tasten mit ausreichend Abstand, so dass auch Anwender mit großen Händen keine chirurgischen Präzisionseingriffe zum Betätigen der richtigen Taste durchführen müssen. Der Druckpunkt ist ok, allerdings muss man etwas fester als von anderen Fernbedienungen gewohnt drücken. Mit dem mittigen Kreuz lässt sich gut durch das Menü navigieren, die Menü-Taste könnte aber im Vergleich zu den anderen Tasten etwas größer ausfallen. Zwei AAA-Batterien erledigen die Stromversorgung.

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Beiliegende 3D-Brille

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Frontansicht

Dem 46FW8785 liegen zwei aktive 3D-Shutterbrillen bei, die vor der ersten Verwendung erst zusammengesteckt werden müssen. Die beiden Blügel liegen einzeln bei und werden am Steg via Steckmechanismus zusammengeführt. Obenauf ist  der Power-Button integriert. Über der Brücke wird eine CR2025 Knopfzelle eingesetzt und soll für lange Betriebszeit sorgen. Optisch erinnern die Brillen stark an die aktiven Shutterbrillen, die auch TV-Modellen eines koreanischen Herstellers beiliegen. Die Brillen arbeiten mit Signalübertragung via Funk.

Setup & Menü

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Start eines Installationsassistenten bei der Erstinbetriebnahme

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Sprache und Land wählen

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Standort zuhause oder Shop-Modus?

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Die Netzwerkverbindung kann direkt eingerichtet werden

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Per Kabel oder integriertem WLAN-Modul

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Hier via Kabelnetzwerk – die Parameter können auch manuell eingegeben werden

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Erfolgreicher Verbindungstest

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Terrestrisch, Kabel- oder Satellitentuner

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Hier DVB-S(2), Satellit Astra 19.2

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Nach dem Suchlauf ist die Installation abgeschlossen

Bei der ersten Inbetriebnahme oder beim Zurücksetzen des TV-Gerätes auf den Werkszustand wird automatisch ein Einrichtungsassistent gestartet. Hier legt man zunächst die Menüsprache und den Standort fest. Der Shop-Modus dient lediglich Fachhändlern, um den TV im Verkaufsraum optimal zu präsentieren. Im Folgeschritt kann dann direkt die Netzwerkverbindung eingerichtet werden. Dies kann beim FW8785 via Netzwerk-Kabel oder aber mit dem integrierten WLAN-Modul auch drahtlos erfolgen. Bei aktiviertem DHCP sind außer der Eingabe des WLAN-Passworts keine weiteren Einstellungen notwendig, IP-Adresse und Gateway können aber auch manuell eingegeben werden. Der Thomson TV unterstützt übrigens auch den aktuellen WLAN-Standard 802.11n. Ist die Netzwerkverbindung eingerichtet, kann noch ein automatischer Sendersuchlauf durchgeführt werden. Der Fernseher bietet einen Triple Tuner, kann also sowohl von Satellit, via Kabel oder Terrestrisch TV-Signale empfangen. Nach dem Suchlauf ist die Erstinstallation abgeschlossen.

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Hauptmenü

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Bildeinstellungen

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weitere Bildeinstellungen

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Experteneinstellungen inklusive Zwischenbildberechung, Rauschfilter, etc.

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Overscan und Gamma-Regler

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Verschiedene Klangmodi und Equalizer

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Toneinstellungen

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Netzwerkeinstellungen

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weitere Einstellungen

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Software-Update, etc.

Die Menütaste der Fernbedienung gibt Zugriff auf das Hauptmenü des Thomson TVs, welches zunächst in Kachelform daherkommt und wiederum Zugriff auf den Mediaplayer, Smart TV sowie die Bild-, Ton- und Netzwerkeinstellungen des Gerätes ermöglicht.

Innerhalb der Bildeinstellungen bietet der FW8785 vorgefertigte Bildmodi, darunter Standard, Dynamik, Studio, Kino und Benutzer. Abgesehen von Standard und Benutzer, in denen die Hintergrundbeleuchtung fest beim Wert 100 eingestellt ist, lassen sich sämtliche Parameter manuell justieren. Regler für Helligkeit, Kontrast, Farbsättigung, Bildschärfe und Hintergrundbeleuchtung sind vorhanden, außerdem kann die Farbtemperatur (Normal, Warm, Benutzer, Kühl) festgelegt werden. Das Bildschirmformat bzw. Aspect Ratio  und eine Automatische Formatanpassung sind ebenfalls auf der ersten Seite zu finden. Innerhalb der folgenden Eco-Einstellungen gibt es einen Lichtsensor, der abhängig vom Lichteinfall die Einstellungen des TVs anpasst sowie den Modus „Energieeinsparung“  (Aus, Niedrig, Hoch).

Die Experteneinstellungen beginnen mit DNR, einer digitalen Rauschreduktion in verschiedenen Stufen (Aus, Niedrig, Mittel, Hoch). Darauf folgt die Bewegungsoptimierung bzw. Zwischenbildberechnung, die aktiviert oder deaktiviert werden kann.  Nach der MPEG-Rauschreduktion gibt es mit „Dynamischer Kontrast“, „Schwarz-Erweiterung“ und „Hautfarbe“ weitere visuelle Optimierungen, außerdem einen Film- und Spielemodus. Auch der Overscan kann hier ausgeschaltet werden und ein Gamma-Regler ist vorhanden. Je nach verwendetem Bildmodus sind verschiedene Optionen aktiv oder inaktiv bzw. können überhaupt angewählt werden. Im Kino-Modus, und das gefällt uns sehr gut, sind beispielsweise sämtliche Bildoptimierer und auch der Overscan-Modus deaktiviert. Zudem sind 3D-Einstellungen inklusive Tiefeneffektseinstellungen zu finden, auch die Wandlung kann hier gestartet werden.

Auch in den Toneinstellungen gibt es mit Rock, Pop, Klassik, Techno, etc. verschiedene Modi, die mit einem Equalizer, der in verschiedenen Frequenzbereichen eingreift, individualisiert werden können. Auch ein SRS Modus für etwas räumlicheren Klang ist integriert.

Unter Netzwerk lassen sich sämtliche Interneteinstellungen vornehmen, auch der DLNA-Modus kann hier aktiviert werden. Unter dem Menüpunkt Installation finden sich dann weitere Setup-Möglichkeiten zum Teletext, Untertitel, Sendersuchlauf, etc. Auch die Audio-Ausgabe via S/PDIF wird hier eingestellt (PCM oder Bitstream). HbbTV ist aus undurschaubaren Gründen standardmäßig deaktiviert, das kann ebenfalls unter Installation eingeschaltet werden. Auch ein Software-Update via Internet ist hier möglich.

Bilanzierend bietet der Thomson TV ein optisch ansprechendes Menü mit sinnvollem Installationsassistenten. Der Fernseher reagiert zudem flott auf Eingabebefehle der Fernbedienung und sorgt dadurch für keinerlei Frust während der Einstellungsphase. Der Video-EQ ist, abgesehen von einem Weißabgleich recht umfangreich – sehr gut gefällt uns, dass im Kino-Modus sämtliche Bildoptimierer standardmäßig deaktiviert sind.

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Thomson Smart TV Startbildschirm

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Eine Übersicht der vorhandenen Internetangebote

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App-Auswahl #2

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Favoriten

Thomsons Smart TV reagiert nicht ganz so schnell, wie wir es vom Menü des TVs gewöhnt sind. Einen kurzen Moment dauert es schon, bis der Startbildschirm mit einer Übersicht der Internetangebote erscheint. In drei Fenster ist der Homescreen untergliedert. Der linke übernimmt dabei das aktuelle TV-Bild, während mittig Platz für Favoriten-Apps ist. Im rechten Teilbildschirm finden wir dann verschiedene vorinstallierte Apps – mit einem Klick auf „Alle anzeigen“ bzw. „Alle Apps“ öffnet sich ein Fenster mit einer  größeren Auswahl der Applikationen.

Auswahl des Angebots:

  • YouTube
  • Facebook
  • verschiedene Internetradios (NRJ)
  • Servus TV
  • Muzu.TV
  • Netflix
  • Stern.de
  • Picasa
  • GIGA
  • Twitter
  • rtv
  • ARD Mediathek
  • kicker
  • ebay
  • kino.de
  • spox.com
  • arte +7
  • etc.

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Mediencenter

Über das Menü können wir das „Mediencenter“ starten. Dateien, die von einem USB-Stick oder via DLNA über das Netzwerk zugespielt werden, können hierin wiedergegeben werden. Zunächst wählt man die Kategorie Foto, Musik oder Video aus und kann dann aus einer Übersicht den gewünschten DLNA-Server oder USB-Stick auswählen.

JPEG, Bitmap- oder PNG-Dateien stellt der Thomson TV anstandslos und in guter Qualität dar. Im Bereich Musik werden FLAC- und MP3-Dateien wiedergegeben, AAC hingegen nicht. Auch bei den Videos zeigt sich der Thomson sehr flexibel. Sämtliche Quicktime-Trailer, ob im MP4- oder MOV-Container werden ebenso wiedergegeben wie DiVX, WMV, MPEG, AVCHD und TS-Dateien, auch MKV ist kein Problem.

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Die Thomson TV Remote sucht nach unserem FW8785

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Erfolgreiche Verbindung mit dem TV

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Fernsteuerung via Smartphone

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Media-Streaming vom Smartphone

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Übersicht der vorhandenen Fotos, die an den TV gestreamed werden können

Der Thomson TV kann auch mit einer Smartphone-App gesteuert werden. Im App Store kann die Thomson TV Remote kostenlos heruntergeladen und installiert werden. Nach App-Start wird die Übersichtsseite angezeigt, auch wenn der TV nicht verbunden ist. Nach einem Klick auf Einstellungen oder dem „disconnected“-Symbol wird der TV gesucht und muss mit einem Häkchen angewählt werden. Auch der TV gibt Rückmeldung und zeigt am Display an, dass sich das Smartphone mit dem TV verbunden hat.

Unter Fernbedienung stehen dem Anwender die kompletten Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung in fünf Fenstern zur Verfügung – praktisch bei kompletter Dunkelheit, da die TV-Remote keine Beleuchtung mit sich bringt oder wenn man eine Vielzahl an verschiedenen Fernbedienungen vermeiden möchte und seine vorhandenen Geräte ohnehin mit dem Smartphone steuert. Im Bereich Media-Sharing können auf dem Smartphone vorhandene Fotos und Videos an das TV-Gerät zur Wiedergabe gesendet werden. Unter Handbuch findet sich eine detaillierte Beschreibung der möglichen Funktionen.

Display Basick Check powered by

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Wie bei jedem Display Basic Check wählen wir zunächst ein Bildfeld aus, dass unserer Einschätzung nach dem Ideal sehr nahe kommt. Im Fall des Thomson TVs ist dies der Bildmodus „Kino“, die Farbtemperatur wird hier automatisch auf den Wert „warm“ gesetzt. Mit dem PLUGE-Testbild sehen wir uns die Helligkeit genauer an, mit dem Wert 40 ist die Helligkeit perfekt voreingestellt. Beim Wert 41 wird der Unterschwarzbalken am linken und rechten Bildschirmrand bereits sichtbar.  Die EDGE-LED Hintergrundbeleuchtung merkt man dem Thomson schon an, einzelne eklatante Hot Spots gibt es zwar nicht, die Ränder sind aber schon heller als die übrigen Bildschirmbereiche. Im Vergleich mit anderen EDGE LED LCD-TVs sticht der Thomson aber keinesfalls negativ heraus.

Beim folgenden Reverse Grey Ramps & Steps Testpattern zeigt sich eine sauber differenzierte Grautreppe ohne Clipping. Ein minimaler Farbstich ist in den niedrigen IRE-Bereichen für geschulte Augen erkennbar, hält sich aber sehr in Grenzen – ein sehr gutes Ergebnis. Da sich in den Experteneinstellungen des TVs ein RGB-Modus findet, können wir uns auch das Farbdecoding genauer ansehen. Hier sind wir besonders begeistert. In dieser Preisklasse wird es schwer werden ein anderes Gerät zu finden, dass ein derart exzellentes Farbdecoding bietet. Wer unbedingt Kritik anbringen möchte, könne dies auf hohem Niveau bei Grün anbringen, Blau und Rot sind quasi perfekt. Das Overscan-Testbild bestätigt unsere Aussage, dass im Kino-Modus der Overscan deaktiviert ist – ausgezeichnet. Die Schärfe passt ebenfalls und wird bei Zuspielung eines HD-Signals automatisch auf 0 gesetzt. Praktisch – wenn ein SD-Signal zugespielt wird, wird die Schärfe leicht angehoben.

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Übersicht 1

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Gamut und Weißpunkt im Zoom

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Gamut Luminanz

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Übersicht 2

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Gammakurve

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Gammapunkt

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Übersicht 3

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RGB Balance

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Farbtemperatur

 Im Display Basic Check schneidet der Thomson TV insgesamt ausgezeichnet ab. Besonders die Farbtemperatur begeistert mit beinahe perfekter und kontinuierlich authentischer Wiedergabe. Auch für die RGB Balance bedeutet dies eine sehr solide Performance, Grün ist ein wenig überrepräsentiert. An der Gammakurve ist kaum etwas auszusetzen, auch wenn es zur Perfektion noch nicht ganz reicht. Bei der Farbhelligkeit fällt auf, dass lediglich Blau im Vergleich zum Referenz-Weiß zu dunkel ist, bei den anderen Farben ist die Differenz vernachlässigbar. Beim Gamut gibt es minimale Abweichung, die stärkste ebenfalls bei Blau. Beeindruckend, wie sauber der Weißpunkt ist. Zwar liegen die einzelnen Punkte der verschiedenen IRE-Bereiche nicht ganz im Ideal, dafür aber beinahe übereinander.

Praxisbetrieb

Casino Royale, Kapitel 2, Blu-ray 1080p24

Der Thomson FW8785 zeigt sich im Kino-Modus im zweiten Kapitel von Casino Royale recht 24p-stabil, wenn auch kleiner Judder während lang gezogenen Kameraschwenks noch erkennbar ist. Die einzelnen Ebenen der Zuschauer, die um die provisorische Kampfarena auf Madagaskar die beiden Kontrahenten anfeuern, werden vom Flachbildschirm sauber differenziert, auch umliegende Objekte in den Randbereichen des Bildes wirken noch dreidimensional. Bei den Nahaufnahmen des Frettchens und er Schlange wird ausgezeichnete Detailschärfe sichtbar. Sowohl das Fell des Nagers als auch die Schuppenartige Haut der Schlange werden exzellent durchzeichnet. Auch als Bonds Gehilfe in Großaufnahme gezeigt wird beweist der TV Stärke in diesem Bereich. Liegt das Objekt aber abseits des Fokus bzw. ist eine Großaufnahme zu sehen, wirken die hinteren Bildebenen nicht ganz so scharf und sauber wie Nahaufnahmen. Exzellent wiederum Kontrast- und Schwarzwert, als wir den Geheimagenten am verkohlten Holzbalken lehnend, sehen. Hier gelingt die Differenzierung der verschiedenen Schwarz- und Grautöne sehr gut und auch die tiefschwarzen Balken im Hintergrund können wir noch gut auseinanderhalten. Die Farben wirken, wie vom Display Basic Check abzusehen, sehr natürlich und angenehm. Auch Hautfarben wirken nicht erdig oder grünstichig, sehr gut.

Die Bewegungsoptimierung, zuschaltbar in den Experteneinstellungen, liefert ein aalglattes Bild und eine sehr geschmeidige Bewegungswiedergabe. Allerdings ist die Zwischenbildberechnung nicht ohne Probleme. Zum einen sorgt sie für einen deutlichen Video-Look und unnatürliche Darstellung, zum anderen kommt die Berechnung bei schnellen Bewegungen nicht hinterher und produziert Artefakte. Wir empfehlen die Bewegungsoptimierung in jedem Fall zu deaktivieren.

Die Wandlung von 2D in 3D beherrscht der Thomson hervorragend. Nicht nur wirkt das Bild sehr plastisch und verschiedene Bildebenen können problemlos differenziert werden, auch die Objektplastizität einzelner Elemente steigt deutlich an. Störende Artefakte oder Berechnungsfehler konnten wir nicht entdecken, selbst Geisterbilder halten sich in Grenzen. Auch schnelle Bewegungen sorgen hier nicht für Probleme. Die Gesamtbildschärfe gegenüber 2D nimmt geringfügig ab, das fällt im Filmbetrieb selbst aber kaum auf. Auch der Helligkeitsverlust durch die aktive Shutter-Technologie ist vernachlässigbar.

Avatar, Blu-ray 3D 1080p24

Auch im nativen 3D-Betrieb macht der Thomson Fernseher eine ausgezeichnete Figur. In der Anfangssequenz des James Cameron-Blockbusters liefert der FW8785 eine weitgehend ruhige Kamerafahrt, minimales Ruckler sind noch vereinzelt zu entdecken, und zeigt dabei detailliert das Dschungelkanapee Pandoras. Die Blätter an den Ästen der Baumkronen verschmelzen dabei nicht zu einem grünen Einheitsbrei sondern können gut differenziert werden. Als Jake Sully in seiner Schlafkapsel aus dem Cryo-Schlaf erwacht und in den ausladenden Raum des Langstreckenschiffes entgleitet, gefällt die stabile Darstellung der vielen bewegten Personen und Objekte im Raum. Bis in die hinteren Ebenen wirkt das Bild gut durchzeichnet. Ghosting ist an vereinzelten Stellen zu sehen, wirkt aber nicht markant und aufdringlich, so dass es den Filmgenuß kaum stört. Die Farben erscheinen nicht ganz so authentisch wie im 2D-Betrieb, der Unterschied ist aber marginal. Die 3D-Wirkung und Plastizität kann sich problemlos mit anderen TV-Geräten der Preisklasse messen und offeriert ein räumlich eindrucksvolles Bilderlebnis. Ebenfalls sehr gut gefällt uns, dass die 3D-Darstellung relativ unabhängig von der Neigung des Kopfes ist, lediglich das Ghosting nimmt bei zu starker Kopfneigung zu. Wenn man also mal etwas gemütlicher im Sessel oder auf der Couch im Wohnzimmer einen 3D-Film genießen möchte, ist das ohne Probleme möglich. Schnelle Bewegungen meistert der Thomson ohne Mühe und stellt stets ein detailreiches, scharfes Bild dar. Insgesamt eine hervorragende 3D-Performance.

Star Wars Episode III – Die Rache der Sith, DVD 576i Upconversion auf 1080p

Zu Beginn der Star Wars DVD, als die gelbe Laufschrift über den Bildschirm nach hinten hin abläuft, macht der Thomson TV eine exzellente Figur. Erst ab der Bildmitte beginnen einzelne Buchstaben leicht zu zittern, vorher sind alle Kanten absolut stabil. In den hinteren Bereichen nimmt das Kantenzittern und die Treppenstufenbildung etwas zu und leichte Wellenbewegungen schleichen sich ein. Die Sterne sind gut herausgearbeitet und der Schwarzwert sitzt für einen EDGE LED LCD-TV recht tief. Beim Kameraschwenk zittert die obere diagonale Kante und die Kommandobrücke ein wenig, der Sternzerstörer wirkt insgesamt ein wenig unscharf und hier ist, obwohl das Bildrauschen sich sonst sehr in Grenzen hält, etwas Rauschen zu erkennen. Die kleinen Raumjäger bleiben ihren Objektkanten nicht absolut treu, beim Abknicken zeigt sich aber ein recht gutes Panorama mit differenzierten Ebenen, in denen sich die weiteren Belagerungsschiffe über Coruscant befinden. In den hinteren Bildschirmebenen geht aber ebenfalls etwas Schärfe verloren. Bei der Bildstabilität an sich hat der Thomson keine Probleme und bietet trotz der vielen umherfliegenden Objekte im Gefecht ein ruhiges Bild. Bei den Nahaufnahmen der Protagonisten in ihren Cockpits wird ein detailreiches Bild geboten, auch hier könnte aber etwas mehr Kantenschärfe nicht schaden.

AVEC Professional Test DVD, Upconversion 576i auf 1080p

Bei den Laufschriften in verschiedenen Geschwindigkeiten der AVEC DVD zeigen die Buchstaben zwar nicht absolute Kantenstabilität, lassen sich aber in allen Geschwindigkeiten recht gut ablesen und zeigen kaum Nachzieheffekte. Die Farbtrennung gelingt, auch im problematischeren roten Bereich, sehr gut. Beim Pendel sind etwa ab der Mitte Nachzieheffekte zu sehen und auch die Balken lassen sich nicht mehr klar differenzieren – die schwarze Linie, über die das Pendel gleitet, steht aber stabil. Das Bewegtbild von Esslingen wird mit solider Bildstabilität und nur wenigen Artefakten wiedergegeben. Auf den Hausdächern über der Stadt ist etwas Zeilenrauschen zu sehen.

Tuner

Der Tuner des Thomson FW8785 macht beim HD-Bild der öffentlich-rechtlichen Sender, die ihre Programminhalte weitgehend in 720p ausstrahlen, eine sehr gute Figur. Das Bild ist sehr stabil, unruhige Kanten oder gar störendes Zittern an bewegten Objekten gibt es nicht, auch an Schriften im Bild sind keine Treppenstufen oder sonstige Artefakte zu erkennen. Feine Details in Gesichtern oder der Kleidung von Personen im Bild sind sehr gut herausgearbeitet. Ein wenig Bildrauschen ist bei Großaufnahmen noch zu sehen, dieser fällt aber nicht derart stark ins Gewicht, dass es den exzellenten HD-Eindruck mindern könnte. Auch die privaten Sender, die in 1080i ausstrahlen, werden mit authentischen, natürlichen Farben und einer hohen Bildruhe dargestellt. Die Plastizität kommt ebenfalls nicht zu kurz, dank guter Kontrastwerte können die Ebenen gut differenziert werden und auch in dunkleren Bildbereichen sind noch Details erkennbar.

Selbst im SD-Betrieb bietet der Thomson TV stabile Kanten und ein ruhiges Bild. Natürlich ist das Bildrauschen etwas ausgeprägter, hält sich aber für das gering auflösende Signal absolut in Grenzen. Auch die Farben, die in ihrer Dynamik etwas eingeschränkter sind, bleiben natürlich.

Philips bietet mit dem 46PFL8008 ebenfalls einen FullHD 46-Zöller mit sämtlichen Multimedia-Features und einem exzellenten Bild an. Besonders in 3D und der 2D in 3D-Wandlung offeriert der Philips exzellente Werte, allerdings zeigt im nativen 3D-Betrieb auch der Thomson TV absolut Stärke und steht dem Philips besonders aufgrund seines authentischen Bildes kaum nach. Beide Geräte liegen visuell auf sehr ähnlichem Niveau. Bei den Smart TV-Funktionen reagiert der FW8785 zwar ein wenig zäh, der Philips ist aber auch im Menü nicht der schnellste und bietet zudem ein etwas undurchschaubarerers Handling. Die App bietet beim Philips mehr Features, auch TV-Streaming an andere Philips-TVs im selben Netzwerk ist möglich. Dafür ist im Vergleich der Preis des Philips mit aktuellen Marktpreisen um die 1200 EUR recht gesalzen.

Klang

Der Thomson liefert im alltäglichen Fernsehbetrieb eine solide akustische Kulisse mit klar verständlicher Stimmwiedergabe. Der Maximalpegel kann ohne Verzerrungen problemlos ausgenutzt werden. Er ist zwar insgesamt nicht extrem laut, reicht aber aus um auch bei großzügigem Abstand zum TV die Zuschauer zu beschallen. Ohne zusätzlichen DSP wirkt die Bühne ein wenig flach und emotionslos, dies wird besonders bei Filmwiedergabe deutlich. Im Thomson ist allerdings SRS TruSurround HD integriert, was für einen etwas räumlicheren Eindruck und eine breitere Bühne sorgt. Natürlich kann man auch damit die Limitierungen von TV-Lautsprechern nicht ausmerzen, so klingt es besonders bei höherem Pegel etwas blechern und kaum Elementen aus den niederen Frequenzbereichen. Der Thomson liefert insgesamt guten Durchschnitt im Vergleich mit anderen TV-Geräten.

Fazit

Thomson 46FW8785 Front Seitlich2

 

Der Thomson FW8785 nimmt eine äußerst interessante Zielgruppe ins Visier. Nämlich Anwender, die visuell sehr anspruchsvoll sind aber gleichzeitig preisbewusst ihre Kaufentscheidung fällen. Die aufgerufenen 799 EUR für den 46-Zöller sind unserer Meinung nach bei der gebotenen Performance mehr als fair kalkuliert. Visuell wird sowohl im 2D-Betrieb als auch bei nativem 3D hohe Farbauthentizität und ein sehr plastisches Bild geboten – auch Fernsehtuner macht eine exzellente Figur. Klar, einzelne Bereiche wie die DVD-Upconversion, Reaktionszeiten bei Smart TV oder der Funktionsumfang der App bieten noch Potential, allerdings muss man sich bei solchem Anspruch auch bei etablierten Herstellern eher in höheren Preisregionen umsehen. Das Menü-Handling gefällt, die Installation ist dank Einrichtungsassistenten unproblematisch und auch bezüglich der Verarbeitung und der Materialgüte kann uns der Thomson überzeugen.

Zum fairen Preis bietet der Thomson TV hervorragende visuelle Performance und ein stimmiges Gesamtkonzept
ausgezeichnet
FullHD TV-Geräte bis 1000 EUR
21.01.2014

+ Exzellente 3D-Wiedergabe nativ
+ Authentische und natürliche Farbtemperatur
+ Hohe Detailschärfe
+ Hoch auflösendes, ansprechendes Menü
+ Fairer Preis
+ Solide Materialqualität

– Upconversion und Zwischenbildberechnung bietet noch Potential

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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