TEST mit Display Basic Check: Panasonic TX-55CXW754

Panasonic TX-55CXW754 Front Seitlich2

Der Panasonic CXW754, auch auf der High End in München letztes Wochenende zu bewundern, hat in 55 Zoll bereits den Weg zu uns in die Redaktion gefunden und möchte mit umfangreicher Ausstattung und hochwertiger Technologie überzeugen. Der UHD-TV mit 3840 x 2160 Pixeln kommt mit einer leistungsstarken Quad Core CPU und fortschrittlicher Zwischenbildberechnung daher. Sehr interessant ist, dass das IPS-Display des 55-Zöllers, im Gegensatz zu den kleineren Größen der CXW754-Serie, nach unseren Informationen durch Direkt LED-Beleuchtung mit Local Dimming-Funktion von hinten beleuchtet wird und so eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung des Panels resultieren soll. Zudem möchte Panasonic damit enorme Helligkeit sowie ein breites Farbspektrum (bis zu 90% DCI) realisieren. Im 3D-Betrieb wird mit passiven Polfilterbrillen gearbeitet und für den TV-Empfang steht ein vollwertiger Twin HD-Tuner bereit. Hier gesellt sich noch eine SAT>IP-Funktion dazu, der CXW754 kann hier sowohl als Server als auch als Client agieren. Das Streaming auf ein Tablet oder Smartphone ist natürlich ebenso möglich.

Neu ist natürlich auch das Firefox Betriebssystem, bekannte Features wie „My Home Screen 2.0“ bleiben dem Panasonic Flachbildschirm aber erhalten. Der CXW754 gehört zweifellos zu den UHD Premium-Geräten aus dem japanischen Portfolio, wenn auch spezifische Details wie THX- und isf-Bildmodi fehlen. Die unverbindliche Preisempfehlung des 55-Zöllers liegt bei 1.799 EUR.

Panasonic TX-55CXW754 Verarbeitung

Schmaler, eleganter Rahmen 

Panasonic TX-55CXW754 Standfuss

Standfuß aus Metall

Panasonic TX-55CXW754 Standfuss Rueckseite

Der Standfuß ist solide mit dem TV verschraubt

Panasonic TX-55CXW754 Rueckseite Seitlich

Rückseite

Panasonic TX-55CXW754 Bedienelemente Rueckseite

Stationäre Bedienelemente

Der Panasonic CXW754 ist absolut solide verarbeitet und präsentiert sich mit schwarzem geschliffenen Alu-Rahmen zurückhaltend elegant. Der Metall-Standfuß in Hochglanz-Chrom setzt einen schicken Akzent und verschafft dem 55-Zöller sehr gute Standfestigkeit. Die Rückseite ist nicht ganz so clean wie bei manch anderem Modell und ist insgesamt eher konventionell gehalten. Sie besteht aus Kunststoff und bietet stationäre Bedienelemente für eine zumindest rudimentäre Bedienung.

Panasonic TX-55CXW754 Anschluesse Rueckseite2

Anschluss-Sektion

Panasonic TX-55CXW754 Anschluesse Rueckseite1

Seitliche Anschlüsse

Panasonic TX-55CXW754 Anschluesse Rueckseite Gesamt

Gesamt-Ansicht

Panasonic begnügt sich beim CXW754 mit drei HDMI-Eingängen, hier haben sich eigentlich vier Stück als allgemeiner Standard eingebürgert. Identisch an der Zahl sind die USB-Eingänge, dazu kommt ein Komponentenvideo- und Scart-Eingang sowie Digital Audio optisch und ein Stereo Cinch analoger Audio-Eingang. Neben Ethernet und den zwei Satelliten- und Kabel TV-Signalanschlüssen steht auch ein SD-Kartenleser zur Verfügung. Pay-TV Programme empfängt man dank CI+ Einschub ebenfalls ohne Probleme. Ein Kopfhörerausgang rundet die Anschluss-Sektion ab. Der Panasonic CXW754 kann natürlich auch drahtlos ins Netzwerk eingebunden werden.

Panasonic TX-55CXW754 Screenshot 1

Sprache wählen

Panasonic TX-55CXW754 Screenshot 2

Shop-Modus deaktivieren

Panasonic TX-55CXW754 Screenshot 3

Netzwerk-Verbindung einrichten

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Verbindungs-Test

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Auswahl der TV-Empfangsmöglichkeiten, mehrere sind parallel möglich

Panasonic TX-55CXW754 Screenshot 8

Einstellungen spezifisch zu DVB-S/S2

Auf den ersten Screenshots lässt sich der Einrichtungs-Assistent des Panasonic CXW754 den Einfluß des Firefox Betriebssystems noch nicht anmerken. Hier wird in gewohnter Optik die Sprache gewählt, ein Sendersuchlauf der gewünschten TV-Signalart durchgeführt und die Internetverbindung kabelgebunden oder drahtlos hergestellt.

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Kurzer Überblick über neue Features

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Home, Pin und Info Frame

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„Home“ wirft noch keine Fragezeichen auf

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Live-TV, Apps und weitere Quellgeräte

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Mit der Pin-Funktion können häufig genutzte und favorisierte Sender, Apps, etc. zu „Home“ hinzugefügt werden

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Live-TV wird an die Startseite gepinnt

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Mit dem Options-Menü ist der Schritt erledigt

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Der Info-Screen zeigt zusätzliche Informationen an

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Oben, unten, links rechts führt jeweils zu weiteren Infos

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Abschluss des Kurz-Tutorials

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Vorinstallierte Apps

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verfügbare Apps im VIERA Market

Nach der Installationshilfe erklärt der Panasonic TV direkt die Vorzüge bezüglich des Handlings des Firefox Betriebssystems. Im Fokus stehen hier ganz klar Individualisierungsmöglichkeiten. Mit sehr einfachen Handgriffen lässt sich der TV so justieren, dass Lieblingssender bzw. häufig genutze Applikationen direkt mit der Home-Taste erscheinen und aufgerufen werden können. Auch auf zusätzliche Informationen wie das Wetter, empfohlene Sendungen, etc. kann man mittels einfachem Cursor-Tastendruck zugreifen. Die Übersicht der Apps erscheint beim Aufruf mit großen Icons mit hohem Wiedererkennungswert. Zusätzlich zu den vorinstallierten populären Apps gibt es noch reichlich Nachschub im Viera Market.

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Setup

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Hilfe

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Software-Update, falls nötig

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Ton-Einstellungen

Das Hauptmenü und die Konfiguration entspricht bezüglich der optischen Aufmachung der letztjährigen Geräte-Generation. Das Layout ist übersichtlich, hinter den einzelnen Kategorien verbergen sich erweiterte Einstellungen, besoders im Bild-Bereich sind umfangreiche Einstellungen möglich. Die Integration des Firefox Betriebssystems bringt keine für uns ersichtlichen Nachteile mit sich. Das Handling geht sehr flott von der Hand, der TV reagiert schnell auf jegliche Eingabebefehle und auch Applikationen und neue Menüs sind schnell am Bildschirm aufgebaut. Lediglich während der ersten Minute nach dem Bootvorgang reagiert der TV noch ein wenig träge.

Panasonic TX-55CXW754 Fernbedienungen

Beiliegende Fernbedienungen

Die flinke Reaktion des TV-Gerätes wird mit den beiliegenden, solide durchdachten, Fernbedienungen zu hohem Bedienkomfort kombiniert. Die konventionelle Panasonic-Fernbedienung besteht in dieser Form, zumindest grob, bereits seit mehreren Generationen und kann immer noch durch recht großzügig dimensionierte Tasten und einem gut durchdacht aufgebautem Layout punkten. Leichte Abänderungen gibt es natürlich, mitten über dem Navigationskreuz prangt zum Beispiel neu die dedizierte „Netflix“-Taste, die sofort die vorinstallierte Netflix-App auf dem Panasonic TV öffnet. Der Grund für die Integration dieser Taste an prominenter Position ist hier vermutlich nicht nur „convenience“ – Netflix verspricht sich mit dieser Kooperation auch einen höheren Bekanntheitsgrad.

Dennoch bietet sich die Netflix-Nutzung selbstverständlich an – denn der Anbieter, zusammen mit Amazon Instant Video, ist einer der wenigen Services, die bereits UltraHD-Content in größerem Umfang anbietet. Zudem lassen sich die UHD-Inhalte von Netflix und Amazon Instant Video nur mit den Apps am TV nutzen, am PC o.ä. sind diese nicht verfügbar.

Wenn Panasonic bei TV-Geräten schon nicht auf das Curved-Design setzt, so kommt immerhin die beiliegende Touchpad Remote in leicht gerundeter Form daher. Obenauf sitzt der Power-Button und eine Kanalwechsel- sowie Lautstärke-Taste, darunter findet sich die Mikrofon-Taste, mit der das integrierte Mikrofon für bspw. eine Sprachsuche aktiviert wird. Wer nicht mit dem Touchpad durch die Menüs und Apps navigieren will, nutzt das darunter sitzende Navikreuz.

Wer die Netzwerk-Funktionen aufrufen möchte, kann natürlich direkt mit der Home-Taste „Geräte“ wählen und neben den angeschlossenen Komponenten auch direkt Server oder NAS-Festplatten im Netzwerk auswählen. Danach wird der Panasonic Media Player geöffnet und die üblichen Formate werden wiedergegeben. Dazu gehört AVCHD (auch 3D), AVI, WMV, MKV, MP4, FLV, TS-Aufnahmen, etc. Auch HEVC, was aktuell insbesondere für Netflix, Amazon, aber auch für UHD-Satellitensignale via Astra relevant ist, unterstützt.

An Audio-Formaten wird MP3, AAC, WAV und auch WMA Pro, FLAC, und Apple Lossless wiedergegeben, bei Bildern hat man die Wahl zwischen JPEG und MPO.

Wie bereits erwähnt bietet der Panasonic TV auch eine Vielzahl an zusätzlichen Internetapplikationen im Rahmen seines „Smart TV“-Angebotes. Die interessantesten Apps sind hier ganz klar Netflix und Amazon Instant Video, da hier echter nativer Content für den UltraHD TV angeboten werden. Bei Netflix ist dazu ein Abo zum Pauschalbetrag 11,99 EUR nötig, das mit vier Geräten im Haushalt genutzt werden kann. Das Abo ist jederzeit kündbar. Die UHD-Inhalte von Amazon Instant Video kann man als monatliches Abo für 7,99 holen, das Angebot gibt es auch im Rahmen von Amazon Prime. Wer ein solches Abonnement abschließt, hat allerdings nicht den vollen Zugriff auf Amazons Film- und Serien-Portfolio sondern nur auf eine begrenzte Auswahl.

Die SAT>IP Server-Funktion des Panasonic CXW754 funktionierte während unseres Testbetriebs stabil und ohne Probleme. Wer dies nutzen möchte, öffnet das Menü und wählt unter Setup den Punkt „DVB-via IP Server Einstellungen“ aus. Hier kann man dann festlegen, welches Signal über das Netzkwerk verteilt werden soll und aktiviert die Funktion. Damit das Signal auch beim Endgerät angezeigt werden kann, muss dieses natürlich ebenfalls SAT>IP verstehen und akzeptieren.

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Der TV wird automatisch erkannt, sofern beide Geräte sich im selben Netzwerk befinden

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App-Übersicht

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Emulation einer konventionellen Fernbedienung

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Eingegebenen Text an den TV senden

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Videos vom Smartphone auf dem Panasonic TV wiedergeben

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Swipe and Share

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Live-TV am Smartphone/Tablet

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Apps direkt vom Smartphone/Tablet starten

Als Applikation steht auch beim CXW754 die „Panasonic TV Remote 2“ für iOS und Android zur Verfügung. Die App steht sowohl für Smartphone als auch Tablet zur Verfügung und lässt sich besonders am großen Tablet-Bildschirm komfortabel nutzen. Neben der Emulation einer konventionellen Fernbedienung steht auch eine Tastatur zur Verfügung, die den geschriebenen Text per Knopfdruck an den TV sendet. Sehr interessant ist die „Swipe & Share“-Funktion, die in dieser Form auch schon einige Zeit besteht und funktioniert. Einerseits kann man direkt Fotos und Videos mit einer Zieh-Bewegungen binnen Sekunden am TV wiedergeben, andererseits holt man sich Live-TV auf das Smartphone/Tablet. Einziges Problem, dass wir hier während des Testbetriebs hatten war, dass einige unserer Videos auf dem Kopf stehend angezeigt wurden. Weiterhin verfügbar ist ein Web Browser und sämtliche Apps können direkt von mit derm Panasonic TV Remote 2 gestartet werden.

Video-EQ

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Bildeinstellungen – Übersicht

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Bildmodi

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Farbtemperatur gesondert einstellbar

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Erweiterte Einstellungen

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Weißabgleich

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Farbabgleich

Panasonic TX-55CXW754 Screenshot 29

Gamma-Einstellungen

Der Panasonic CXW754 bringt einen umfangreichen Video-EQ mit. Es fehlen zwar die in Panasonics Top-Modellen integrierten THX-Bildmodi, mit Kino und True Cinema stehen aber ohnehin exzellente Presets zur Verfügung, die weiter individualisiert werden können. Neben „konventionellen“ Reglern für Schärfe, Kontrast, Helligkeit, etc., kann man die Farbtemperatur spezifisch festlegen und sowohl einen Weißabgleich als auch einen Farbabgleich durchführen. Auch das Gamma lässt sich in 2er-Schritten festlegen und bei sämtlichen 10er IRE-Pegeln feinjustieren. Damit man auf die erweiterten Einstellungen zugreifen kann, muss man das Kino-, True Cinema oder „Benutzereinst.“ als Bildfeld eingestellt werden, bei Normal und Dynamik sind die zusätzlichen Optionen ausgeblendet. Natürlich stehen hier auch einige dynamische Bildoptimierer, Rauschreduzierer, etc. zur Verfügung. Auf die „Intelligent Frame Creation“, Panasonics Zwischenbildberechnung, werden wir später noch eingehen.

Display Basic Check

Der Panasonic wartet mit fünf verschiedenen Bildmodi auf (Dynamik, Normal, Kino, True Cinema und Benutzereinst.). Während man die Einstellung „Normal“ bei hohem externen Lichteinfall im Alltag für einen dynamischen, aber kühlen Bildeindrück durchaus verwenden kann, sollte man bei der Wiedergabe von Blu-ray Disc, DVD oder auch beim Film-Streaming  auf Kino und True Cinema zurückgreifen. Die Unterschiede zwischen den beiden sind eher marginal, aber spürbar. True Cinema kommt direkt mit Gamma 2.4 und geringer adaptiver Backlight-Steuerung, Kino bleibt erstmal bei Gamma 2.2 und lässt die Backlight-Steuerung auf „mittel“. Für unsere Testsequenzen wählen wir True Cinema. Diverse dynamische Bildoptimierer sind aber auch hier noch am Werk, die Rauschreduzierung kann bei hochwertigen Quellen deaktiviert werden und auch die Intelligent Frame Creation, also die Zwischenbildberechnung, bleibt aktiv.

Als erstes fällt auf, dass 16:9 Overscan noch aktiv ist. Um eine korrekte Wiedergabe zu erhalten, muss im Menü unter „Bild“ und „Bildschirmeinstellungen“ der Overscan deaktiviert werden. Erst dann gelingt eine pixelgenaue Darstellung bei entsprechendem Material. Das Black Level Testbild zeigt, dass die Helligkeit des Panasonic TVs ausgezeichnet voreingestellt ist – hier sollte man nichts verändern. Auch den Kontrast sollte man bei Wert 80 beibehalten, prinzipiell liefert 100 sogar ein stimmigeres Ergebnis bzgl. den oberen IRE-Bereichen, allerdings hat dies negative Auswirkungen auf die Farbtemperatur. Auch die Schärfe ist beim Grundwert 50 sehr solide voreingestellt und muss keinesfalls erhöht werden.

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Übersicht 1

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Gamut und Weißpunkt im Detail

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Gamut Luminanz

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Übersicht 2

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Gammakurve

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Gammapunkt

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Übersicht 3

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RGB Balance

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Farbtemperatur

Die Darstellung des Farbraums gelingt dem Panasonic TV sehr solide. Minimale Abweichungen gibt es bei Grün, Rot und der Sekundärfarbe Cyan – alle bleiben aber im Toleranzbereich. Die Weißpunkte im Zoom liegen geschlossen leicht abseits vom Ideal, tendierend zu Grün/Blau. Die Farbhelligkeit in Relation zum Referenz-Weiß zeigt Abweichungen im Negativ-Bereich, die Sekundärfarben aber geringer als die Primärfarben. Die Gammakurve zeigt ein ausgezeichnetes Ergebnis und auch beim Gammapunkt erkennt man, dass hier über den gesamten Bereich keine großen Abweichungen gegeben sind. Der Durchschnitt ist hier etwa bei 2,3. Allerdings: Die adaptive Backlight-Steuerung muss für einen korrekten Kurvenverlauf deaktiviert sein. Schaltet man sie zu, kommt das Gamma nur auf einen Durchschnittswert von etwa 1,8. Besonders zwischen IRE 50 und 90 sackt der Gammawert stark ab. Die RGB Balance zeigt Potential, Grün ist über- Rot unterrepräsentiert. Die Farbtemperatur ist dennoch sehr solide und kommt auf einen Durchschnittswert von etwa 6700 K. Insgesamt ein ausgezeichnetes Ergebnis mit nur leichten Schwächen.

Praxisbetrieb

Die Performance bei Material mit nativer UltraHD-Auflösung prüfen wir mit dem UHD-Showcase von Florian Friedrich. Die Aufnahmen auf einer Nachbarinsel von Rhodos gelingen mit absoluter Stabilität und Bildruhe. Schon bei der ersten Einstellung fällt die enorme Detailschärfe auf, die das Material in Kombination mit dem CXW754 bis in die hinteren Bildebenen bietet. Der Busch- und Waldbewuchs auf den Hügeln der Bucht wird nicht nur als grüne Einheit und Fläche dargestellt sondern es werden richtige Strukturen und feine Elemente herausgearbeitet, so dass ein sehr beeindruckendes Gesamtbild entsteht. Flüssige Bewegungswiedergabe ist zu jeder Zeit gegeben. Sowohl bewegte Objekte im Bild wie die wehenden griechischen Flaggen als auch längere Kamerafahrten gelingen ohne Bildzittern oder störendes Ruckeln. Auch während der Bewegung ist eine hohe Kanten- und Detailschärfe durchweg gegeben und mindert nicht den messerscharfen Bildeindruck. Gerade bei weitläufigen Panorama-Aufnahmen spielt das Material die Vorteile der UHD-Auflösung voll aus, bis ins letzte wird hier eine strukturierte und detaillierte Darstellung realisiert. Die Farbgebung ist sehr dynamisch und garantiert ein lebendig wirkendes Bild. Der Panasonic geht mit dunklen Szenen und gesetzten Highlights ebenfalls sehr gut um, wir erkennen kein ausgeprägtes Ausbluten oder einen eklatanten Abfall des Detailreichtums. Die LED-Hintergrundbeleuchtung leistet hier exzellente Arbeit, allerdings fällt an der linken unteren und oberen Ecke eine etwas geringere Helligkeit auf als beim übrigen Bild. Auch die Nahaufnahmen der Blüten oder der Panorama-Blick von der Zugspitze begeistern nicht weniger, ganz geringfügig kann man an den weißen Flächen des Bergmassivs Rauschen sehen. Dies fällt aber nur während der Bildbewegung auf, bei ruhigeren Aufnahmen  wird ein absolut sauberes Bild geboten.

Spielt man dem Panasonic UHD eine hochwertig produzierte Blu-ray Disc in 1080p24 zu, liefert das Bildwiedergabegerät kaum weniger beeindruckende Ergebnisse. Auch bei 24 Bildern pro Sekunde wird ein geschmeidiges Bild ohne spürbares Ruckeln ermöglicht, das Pulldown-Verfahren hat Panasonic schon seit jeher gut im Griff. Ein ruhiges und stabiles Bild bietet auch Vorteile bezüglich der Kanten- und Detailschärfe, die auch bei flinken Bewegungen erhalten bleibt. Ob in der Nahaufnahme oder etwas weiter entfernt, die schnellen Handbewegungen der Zuschauer stellen den Panasonic vor keine Probleme, das Bild bleibt sauber und artefaktefrei. Auch bezüglich der Detailschärfe muss man sich trotz der geringeren HD-Auflösung keine Sorgen machen, der Panasonic liefert exzellente Performance beim Upscaling. IPS-Panels haben den Ruf, zwar exzellente Farbdarstellung bieten zu können, dafür aber beim Schwarzwert nicht unbedingt beste Performance zu ermöglichen. Das können wir beim CXW754 partiell nachvollziehen. Der Schwarzwert ist solide und die vergleichsweise homogene Ausleuchtung dank direkter LED-Beleuchtung trägt ihren Teil dazu bei, Potential ist aber definitiv vorhanden. Beim Kontrast hingegen beschweren wir uns keinesfalls, durch das Cluster-Dimming werden viele Details auch in dunklen Bereichen noch sauber herausgearbeitet. Wie bereits erwähnt sind die etwas dunkleren Bereiche in den Ecken noch als Nachteil zu nennen.

Sehen wir uns kurz die Zwischenbildberechnung bei der Wiedergabe von 1080p Blu-ray Discs an. Während der 24p-Wiedergabe spricht Panasonic nicht von „Intelligent Frame Creation“ sondern „24p Smooth Film“. Panasonics Frame-Interpolation kann man in drei verschiedenen Stufen zuschalten. Niedrig, Mittel und Hoch – je stärker man die Funktion einstellt, umso ausgeprägter wird der „Seifenoper“-Effekt und ausgeprägte Artefakte, aber auch die Wiedergabe geschmeidiger. Niedrig zeigt immer noch einen sehr guten Film-Look und kaum Artefakte, es ist aber noch leichtes Ruckeln zu erkennen. Völlig geschmeidig und ohne Judder kann man bei Mittel und Hoch den Film genießen, allerdings muss man dann mit Video-Look und einigen Artefakten leben. Panasonics Frame-Interpolation arbeitet insgesamt exzellent und gehört zu den besten Zwischenbildberechnungen am Markt, völlig artefaktefrei geht aber leider nicht. Besonders bei schnellen, unvorhersehbaren Bewegungen sieht man ab und an Nachzieheffekte und träge Kanten.

Der Panasonic CXW754 verwendet für die 3D-Darstellung die passive Polfilter-Technologie. Es werden alsos nicht zeitversetzt zwei UltraHD-Bilder dargestellt sondern zeitgleich die nativen 1080p-Bilder der Blu-ray Disc. Mit einer passiven Polfilter-Brille erzielt man dann einen sehr angenehmen 3D-Eindruck. In der Praxis überzeugt der Panasonic mit einer stabilen Darbietung, die beinahe völlig frei von Doppelkonturen und Ghosting ist. Auch der 3D-Eindruck ist gut, räumliche Ebenen so wie die Plastizität von einzelnen Objekten kommt gut heraus. Die Kantenschärfe und der Detailreichtum überzeugt, auch bei Bewegungen muss man nur mit minimalen Schärfeverlusten zurechtkommen. Auch den Schwarzwert finden wir hier, im ersten Kapitel von Avatar, bei dem einige Szenen im Weltall spielen, auf gutem Level. Ähnlich wie im 2D-Betrieb verhält sich auch hier die Frame-Interpolation, wenn auch der Video-Look nicht so tragisch ausfällt wie bei einem analog aufgenommenen Film, ein paar Artefakte bleiben aber nicht aus. Die passive Variante von 3D ist unserer Meinung nach definitiv aktuell der richtige Weg bei UHD-TVs und der CXW754 beweist dies erneut.

Die Wandlung von 2D-Material in 3D wird zunehmend unwichtiger, wenn die Bedeutung selbst nie überdurchschnittlich groß war. Das merkt man auch dem CX754 an, denn die Wandlung ist bei Blu-ray Disc Quellen eigentlich nicht nutzbar. Schaltet man sie über das 3D-Menü unter Bild zu – eine dedizierte 3D-Taste gibt es nicht mehr – beginnt das Bild zu ruckeln. Es scheint, der Fernseher kommt mit dem Processing nicht hinterher und die Bildwiederholrate scheint unterhalb der eigentlichen 24 Bilder pro Sekunde zu liegen.

Der Panasonic CXW754 zeigt uns ein hervorragendes Tuner-Bild bei den öffentlich-rechtlichen Programmen, deren 720p-Signal noch intern auf die enorm hohe UltraHD-Auflösung skaliert werden muss. Dennoch wird eine exzellente Kanten- und Detailschärfe geboten, die bei hochwertigem Material keine erkenntlichen Artefakte aufweist. Auch die Plastizität ist auf exzellentem Niveau und verschiedene Ebenen, auch bei dunkleren Szenen, werden sauber herausgearbeitet. Leichtes Bildrauschen ist an bestimmten Stellen zu erkennen, das kann man aber insgesamt vernachlässigen. Das Bild wirkt durchweg sauber und ruhig, so dass ein sehr angenehmer TV-Genuß möglich wird. Die Farbgebung ist natürlich und wir können auch bei Hautfarben, bei denen z.b. ein Rotstich sehr schnell auffällt, nicht nachvollziehen. HD-Signale, die nicht in 720p sondern in 1080i vorliegen, vorwiegend HD+ Programme, stehen den öffentlich-rechtlichen Sendern kaum nach. Bei entsprechend hoher Produktionsqualität wird auch hier hohe Kanten- und Detailschärfe und ein ruhiges, angenehmes Bild geboten.

Selbst SD-Material wird vom Panasonic erstaunlich bildstabil wiedergegeben. An Schärfe holt der CXW754 alles raus, was im niedrig auflösenden Material eben vorhanden ist. Trotz der massiv hohen Anzahl an Pixeln bei einer nativen Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln wirkt das Bild am 55-Zöller nicht unsauber. Natürlich sieht man hier mehr Bildrauschen als beim HD-Signal der öffentlich-rechtlichen, auch Treppenstufenartefakte sind zu sehen. Trotzdem bleibt das Bild angenehm und kaum Pixelwolkenbildung findet statt. Die Farben wirken etwas weniger dynamisch aber verblassen nicht. Mit dem CXW754 kann man ruhig einmal auf ein SD-Programm zurückgreifen.

Der Panasonic liefert auch eine solide Performance beim DVD-Upscaling. Die Anfangssequenz der dritten Episode der Star Wars Saga wird mit hoher Bildruhe und nicht allzu stark ausgeprägtem Rauschen auf den Bildschirm gebracht. Die nach hinten ablaufende Schrift ist nicht ganz frei von Treppenstufen und ab der Bildschirmmitte zittern einzelne Buchstabenkanten etwas. Auffällig ist, dass die Schrift nicht völlig der gelben Farbgebung treu bleibt sondern geringfügig ausbleicht. Das große Raumschiff in der nachfolgenden Szene wirkt kurzzeitig unruhig, dann steht es aber stabil und plastisch im Raum und bleibt auch seinen Objektkanten treu. Die beiden kleinen Raumjäger fliegen ebenfalls stabil über das Schiff und knicken dann in Richtung Coruscant nach unten ab. Der Blick auf die Planetenoberfläche öffnet ein Panorama mit verschieden tiefen Bildebenen und Bildobjekte, die sich klar voneinander abgrenzen. Trotz der vielen bewegten Objekte im Kampfgeschehen schafft der CXW754 ein angenehmes und ruhiges Bild mit solider Stabilität. Artefakten und Bildrauschen kann man nicht völlig entgehen, allerdings ist beides für die hohe benötigte Rechenleistung, um das SD-Bild auf die native UHD-Auflösung zu skalieren, nicht überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Gerade bei den flinken „Dogfights“ und den Nahaufnahmen der Protagonisten realisiert der CXW754 trotz der geringen Auflösungen beinahe HD-Feeling, nur die etwas unsauberen Objektkanten verraten das SD-Material. Die Farbgebung wirkt dynamisch, ein eklatanter Farbstich ist nicht gegeben. Im Praxisbetrieb sehen wir eine ausgewogene Ausleuchtung. Wer genau hinsieht, kann aber noch leicht hellere Stellen entdecken, bei unserem Sample z.B. im linken oberen Bereich. Insgesamt wird aber durch die direkte LED-Hintergrundbeleuchtung eine hohe Homogenität und exzellenter Kontrast erreicht. Auch in geringer beleuchteten Einstellungen wird noch viel Detail gezeigt.

Klang

Der Panasonic 55-Zöller gibt sich auch aus akustischer Sicht keine Blöße. Im Alltagsbetrieb überzeugt das Gerät bei sprachlastigen Sendungen mit klaren Stimmen und sehr guter Verständlichkeit. Auch der Pegel ist für die Bildschirmgröße mehr als ausreichend, im oberen Bereich können wir erfreulicherweise auch kein Durchschlagen oder unangenehme Spitzen entdecken. Während dem Filmbetrieb kommt ein metallischer Einschlag, besonders bei Explosionen, immer wieder durch, hier muss man nachhelfen, wenn man höhere Ansprüche hat. Der CXW754 kommt mit verschiedenen Ton-Modi daher, die weitere akustische Optimierungen zuschalten oder deaktivieren. Den virtuellen Surround-Modus sollte man ausschließlich im Filmbetrieb nutzen und auch hier wird eher verfälscht als mit erweiterer Räumlichkeit für ein immersives Erlebnis gesorgt. Insgesamt weder überdurchschnittlich gut noch eklatant schlecht. Nur für das alltägliche Fernsehen sehr gut einsetzbar, alles darüber hinaus erfordert bei höherem akustischen Anspruch weitere Investitionen.

Fazit

Panasonic TX-55CXW754 Front Seitlich1

Der TX-55CXW754 ist Panasonics günstiger Einstieg in die Premium UHD Kategorie. Dafür spricht neben der umfangreichen Ausstattung bei gleichzeitig hohem Bedienkomfort besonders die direkte LED-Hintergrundbeleuchtung, die für ein ausgezeichnetes Kontrastverhältnis und eine – wenn auch nicht völlig perfekte – homogene Helligkeitsverteilung sorgt. Lediglich ein paar mehr Zonen hätte man integrieren können, herrscht ein starker Hell-Dunkel-Kontrast in verschiedenen Bildbereichen, ist die erhöhte Helligkeit bei genauem Hinsehen auch in anderen Bildbereichen erkennbar. In diesem Preisbereich können wir noch nicht mit vergleichbaren Geräten der aktuellen Generation aufwarten, weshalb wir hier noch auf einen Konkurrenzvergleich verzichten müssen. Visuell liefert das IPS-Panel exzellente Farbgebung, beinahe optimale Betrachtungswinkel und zeigt auch im Display Basic Check beim Gamma hervorragende Werte. Der Schwarzwert ist gut, hier kann Panasonic aber noch mehr. Wer darauf gesondert Wert legt, sollte sich die VA-Panels (z.B. der 704 Serie) näher ansehen. Schwäche zeigt der CXW754 bei der 3D-Wandlung, die in der aktuellen Form leider nicht wirklich funktioniert. Die Ausstattung umfasst sämtliche, von Panasonic gewohnte, Benefits. Als neue Besonderheit ist die native Netflix-Integration, die sogar eine dedizerte Taste auf der Fernbedienung erhalten hat. Dank HEVC-Support kann man sogar die UltraHD-Inhalte von Netflix und seit dem letzten Update auch amazon Instant Video genießen oder auch schon mal den UHD-Demokanal von Astra in Augenschein nehmen. Der Bedienkomfort hat uns bei Panasonic in den letzten Generationen stets überzeugt, auch mit dem Firefox OS Update hat sich diese Tatsache nicht geändert. Flinke Reaktion und eine übersichtliche graphische Nutzeroberfläche begeistern.

Preislich fair kalkulierter IPS LCD-TV mit direkter LED-Hintergrundbeleuchtung, ausgezeichneter visueller Performance und gewohntem Bedienkomfort
ueberragend
20.05.2015

+ Exzellente Kanten- und Detailschärfe bei UHD und 1080p
+ Hervorragende Upscaling-Qualitäten
+ Betrachtungswinkel
+ HEVC-Support
+ Netflix und amazon Instant Video-Support+ Ausgezeichnete Farbtemperatur und Gamma out-of-the-box
+ Direkte LED-Hintergrundbeleuchtung

– 3D-Wandlung
– Helligkeitsverteilung nicht 100% perfekt

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 20.05.2015




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