TEST: Magnat Sounddeck 100 BTX – Hör-Freuden für 299 EUR?

Magnat Sounddeck 100 Front Seitlich1

In den letzten Jahren gelang es Magnat aus Pulheim bei Köln vermehrt, schnell aktuelle Audio-Trends aufzugreifen und ansprechend umzusetzen. Nun versucht der zum Audiovox-Konzern gehörende Anbieter, mit dem gerade neu erschienenen Sounddeck 100 BTX inklusive Bluetooth + aptX verschiedene Trends unter einen Hut zu bringen: Generell liegen aktive TV-Lautsprecher stark im Fokus der Käufer, das ist Trend 1, Trend 2 ist es, diese auch kostengünstig und doch gut ausgestattet anzubieten. Schließlich steht die Fußball-Weltmeisterschaft im fernen Brasilien vor der Tür, und da bietet es sich für viele an, dem akustisch meist schwachen TV durch ein einfach zu installierendes externes Gerät auf die Sprünge zu helfen. 

 

Magnat Sounddeck 100 Unterseite

Unterseite mit vier Standfüßen

Magnat Sounddeck 100 Tieftoener

Aktiver Bass und passiver Radiator, jeweils 13 cm messend

Magnat Sounddeck 100 Rueckseite Seitlich2

Rückseite

Magnat Sounddeck 100 Hochtoener

Breitbänder vorne

Magnat Sounddeck 100 Front Seitlich9

Frontansicht ohne Gitter

Magnat Sounddeck 100 Anschluesse Rueckseite

Kabelgebundene Anschlüsse. Hinzu kommt Bluetooth mit aptX

Das schwarze Sounddeck 100 BTX kommt auf eine unverbindliche Preisempfehlung von 299 EUR und ist auf der Unterseite mit einem 13 cm Langhub-Subwoofer sowie einem 13 cm Passiv-Radiator ausgestattet. Damit möchte Magnat beweisen, dass gerade im Bassbereich, in dem Lautsprechersysteme, die im TV eingebaut sind, praktisch nichts bewirken, nun doch etwas Ausdruckskraft vorhanden ist. Unter dem faltenfrei aufgespannten Stoff-Schutzgitter auf der schlichten Front des 100 BTX befinden sich zwei 6 cm Breitband-Lautsprecher. Akustische Sensationsleistungen kann man von dieser Bestückung nicht erwarten, eine deutliche Aufwertung des sonst müden TV-Sounds hingegen schon. Der eingebaute Dreikanal-Verstärker mit 60 Watt RMS- beziehungsweise 120 Watt Maximalleistung verdeutlicht zum einen, dass das Sounddeck 100 BTX ein Vertreter des 2.1 Layouts ist, zum anderen, dass durchaus Leistung vorhanden ist. Die Verarbeitung des Sounddecks 100 BTX wirkt solide, die Oberfläche sieht schick aus und ist weniger empfindlich gegenüber Staub als hochglänzende Oberflächen. Die etwas spitzen Gehäusekanten sind akkurat foliert. Das rückseite Anschlussterminal mit 3,5 mm Mini-Klinkenstecker, Cinch-Stereo sowie optischem Digitaleingang ist solide verschraubt. Unter dem Sounddeck befinden sich vier Standfüße. 

Magnat Sounddeck 100 Fernbedienung

Fernbedienung zur Steuerung aller Funktionen

Mitgeliefert wird eine kleine Fernbedienung, die aber, was uns gefällt, über richtige Tasten und nicht über billige Folientasten verfügt. Sie wirkt ohnehin hochwertiger als so manches Exemplar, das von uns getesteten Soundbars und aktiven TV-Lautsprechern beilag und überzeugt auch mit griffsympathischer Oberfläche. Mittels der Fernbedienung kann das Bluetooth-Pairing vorgenommen werden, ebenso kann man die verschiedenen anderen Eingänge anwählen. Es finden sich verschiedene EQ-Modi für Musik, Film und Sprachverständlichkeit und ein Nachtmodus. Auch diese Funktionen kann man mittels der Fernbedienung steuern. Für die EQ-Presets gibt es Direktzugriffstasten. Bass und Höhen lassen sich ebenfalls komfortabel per Fernbedienung justieren. 

An Bord des Sounddecks 100 BTX ist ein Decoder für Dolby Digital. Wer DTS-Tonspuren wiedergeben möchte, muss im Menü des BD-Players das ausgegebene Tonsignal für DTS auf „PCM“ umstellen. 

Schnell ist das Sounddeck 100 BTX mit dem Smartphone via Bluetooth gekoppelt, und wir hören uns an, zu welchen akustischen Leistungen das kompakte Device bei der drahtlosen Musikwiedergabe imstande ist. Bei „Tropicali“ von Darius&Finley überzeugt bei Verwendung des Musik-DSPs die Räumlichkeit, und lebendig erscheint der Klang auch. Der Bassbereich ist tatsächlich spürbar, er klingt weder hohl noch unnatürlich. Sicherlich darf man keinen immensen Nachdruck erwarten, aber es steht mehr Kraft zur Verfügung, als man unter Umständen spontan annehmen könnte. Die weibliche Stimme kommt ebenfalls gut heraus, ist nicht nur verständlich, sondern auch fließend ins tonale Gesamtgeschehen integriert. „Free Your Mind“ von Shany erfreut ebenfalls mit tadelloser Raumwirkung. Nicht unwichtig ist die Sitzposition – man sollte sich schon einigermaßen zentriert vor dem Sounddeck 100 BTX aufhalten, dann wirkt die Akustik erstaunlich komplett und homogen. Wenig auszusetzen gibt es an der Pegelfestigkeit, diese ist gut und man kann auch deutlich oberhalb der viel zitierten Zimmerlautstärke hören, ohne dass dem Sounddeck 100 BTX gleich „die Luft ausgeht“. 

Nun legen wir die BD „A New Day“ von Celine Dion in den Blu-ray-Player ein, der über ein optisches Digitalkabel mit dem Sounddeck 100 BTX verbunden ist. Zwar liegt die Mehrkanal-Tonspur in Dolby TrueHD vor, Magnats aktiver TV-Lautsprecher kann aber dank des eingebauten Dolby Digital-Decoders eine heruntergerechnete Version des Bitstreams wiedergeben. Bei „To Love You More“ zeigt das Sounddeck 100 BTX eine ansprechende Leistung. Was uns gut gefällt: Die Stimme zeigt sogar etwas Charisma, darüber hinaus funktioniert die Trennung der Stimme Celines von den Instrumenten gut. Der Bassbereich bietet kein großartiges Fundament, hier werden die Grenzen derartiger kompakter aktiver TV-Lautsprecher dann doch aufgezeigt. Etwas Besserung tritt ein, wenn man den Bassregler ein paar Stufen nach oben dreht, man muss hier aber aufpassen, dass der Gesamtklang dann nicht unausgewogen wird. 

In PCM 2.0 liegt Andrea Bocellis „Romanza“ vor. Wie agiert das Sounddeck 100 BTX in Verbindung mit dem Musik-DSP hier? Klare Antwort – unliebsame Überraschungen gibt es auch bei diesem differenzierten Stück nicht. Andreas Stimme wird klar fokussiert, so, wie es auch sein sollte. Die Instrumente kommen aber trotzdem noch mit korrekter Prägnanz heraus. Die Streicher klingen recht harmonisch, natürlich darf man keine enorme Detaillierung erwarten. Das Klavier wird vom Magnat-Lautsprecher gut eingearbeitet. 

Nun folgt unser Test-Filmbeispiel „Mission Impossible 4 – The Phantom Protocol“, auch hier kann sich der eingebaute Dolby Digital-Decoder wieder bewähren. Wir verwenden diesmal das „Kino“-DSP und starten in der Sequenz, als Ethan Hunt und sein Team in Dubai ankommen. Die Fahrgeräusche auf dem Weg ins Hotel kommen gut heraus, ebenso die Stimmen im Inneren des Land Rover Defenders. Das Tippen auf den Tasten des MacBooks wirkt ebenfalls erstaunlich authentisch. Bei allen akustischen Vorgängen vergisst das Sounddeck 100 BTX auch den Music Score nicht, der beim Anblick des Burj Khalifa sogar mit gewissem Nachdruck ertönt. Einige Kapitel später verfolgt Hunt seinen Widersacher inmitten des gerade wütenden Sandsturms. Hier natürlich merkt man schon, dass ein kompakter aktiver TV-Lautsprecher hier kein Surround-Lautsprechersystem ersetzen kann. Zwar gibt sich das Sounddeck 100 BTX redlich Mühe und stellt die wirbelnden Sandkörner sogar recht gut dar, es fehlt unten herum aber an Nachdruck. Auch weisen parallel stattfindende Effekte nicht mehr das Maß an Struktur auf, das für wahres Heimkino-Feeling sorgt. Kleinere Effekte wie z.B. das Piepsen des Peilsenders auf dem Smartphone-Screen kommen gut heraus, als Hunt aber auf die Windschutzscheibe des BMW X3 prallt, sind zwar die wegfliegenden Glasscherben gut wahrzunehmen, aber dieser Druck bis in die Magengrube ist nicht da – verständlicherweise, schließlich handelt es sich auch nicht um ein ausgewachsenes Surround-Soundsystem.

Wer kommt als Konkurrent in Frage?

Zum gleichen Preis ist von Denon der aktive TV-Lautsprecher DHT-T100 erhältlich, der keinen separaten Woofer für den Bassbereich besitzt, sondern mittels spezieller Bassreflex-Technik tieffrequenten Vorwärtsdrang realisieren möchte. Das gelingt recht gut, Denons Alternative klingt angenehm, klar und recht dynamisch. Die Bedienung bzw. die Nutzung der verschiedenen DSP-Programme – mittels unterschiedlicher LED-Kombinationen sieht man, welches Programm gerade aktiv ist – erweist sich als nicht durchdacht. Hier ist die Lösung von Magnat deutlich besser, für jedes DSP gleich eine eigene Taste auf der Fernbedienung zu integrieren. 

Für 399 EUR ist von Canton der DM 50 Lautsprecher zu haben. Sehr kompakt, sehr solide, und klanglich überraschend pegelfest, lebendig und kräftig aufspielend – für uns tritt der DM 50 außergewöhnlich überzeugend auf. Bluetooth und hochwertige Fernbedienung sind auch an Bord. Wer nicht so viel Geld in die Hand nehmen möchte, ist mit dem Sounddeck 100 BTX aber auch ausgezeichnet bedient. Die Pegelfestigkeit ist etwas geringer, die Auflösung im Hochtonbereich nicht ganz so gut – dafür aber kostet das Sounddeck 100 BTX auch deutlich weniger. 

Fazit

Magnat Sounddeck 100 Front Seitlich6

Zum kleinen Preis bietet das Magnat Sounddeck 100 BTX eine durchweg überzeugende Leistung. Solide verarbeitet, mit guter Fernbedienung und Bluetooth inklusive aptX, sind die Voraussetzungen für einen guten Test schon einmal nicht schlecht. Es fehlt zwar ein DTS-Decoder, ein Dolby Digital-Decoder ist jedoch mit an Bord. Drei DSPs gehören ebenfalls zum Ausstattungsumfang, für Musik, Filmton und besonders hohe Sprachverständlichkeit. Mit guter Pegelfestigkeit, überraschend hoher Räumlichkeit und ordentlicher Dynamik erzielt das Sounddeck 100 BTX bei Musik- und Filmtonwiedergabe ausgezeichnete Ergebnisse. Für rund 300 EUR bringt Magnats aktiver TV-Lautsprecher eine deutliche Verbesserungen gegenüber der Verwendung der im Flachbildschirm eingebauten Lautsprecher. Der Kaufpreis ist in Anbetracht der Leistungen als sehr fair einzustufen.

Kompakt, praxisgerecht ausgestattet und mit ausgezeichnetem Klang stellt das Magnat Sounddeck 100 BTX ohne Zweifel einen guten Kauf dar
ueberragend
A
Aktive TV-Lautsprecher Mittelklasse
Test 28. Mai 2014

+ Solide Verarbeitung
+ recht angenehmer, klarer und räumlicher Klang
+ Stabile Bluetooth-Verbindung
+ 3 DSP-Betriebsarten
+ Gute Fernbedienung
+ Preiswert

– Kein HDMI
– Kein DTS-Decoder

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 28. Mai 2014




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