TEST: Logitech Z207 - Günstige PC-Lautsprecher mit Bluetooth-Funktion

Die Logitech Z207 sind besonders günstige Computer-Lautsprecher, die neben der Kabel-Verbindung zu Notebook und PC auch drahtlose Zuspielung via Bluetooth ermöglichen. Die Lautsprecher kosten UVP lediglich 49,99 Euro und sind am Markt bereits unter 40 Euro zu haben. Eine RMS-Leistung von 5 Watt lässt keine Pegel-Spektakel erwarten, einfache Notebook- oder Monitor-Lautsprecher sollten die Z207 aber relativ problemlos in die Tasche stecken. Mit Bluetooth 4.1 und einer laut Hersteller zuverlässigen Reichweite von 20 Metern ist man auch hier auf einem recht aktuellen Stand. Die Logitech Z207 Stereo-Lautsprecher sind sowohl in Schwarz als auch in Weiß erhältlich.

Detailaufnahme des Kunststoffgehäuses

Chassis

Rückseite

Sowohl dem Preis als auch der Kategorie günstiger Computer-Lautsprecher entsprechend sind die Gehäuse der Stereo Speaker aus Kunststoff gefertigt. Sowohl optisch als auch haptisch zeigen die Z207 ihre günstige Preisklasse. Die Übergänge der einzelnen Kunststoffelemente ist aber weitgehend sauber und scharfe Grate gibt es erfreulicherweise nicht. Der nach hinten abgewinkelte Fuß und eine kleine Gummileiste unten an den Komponenten schafft Stabilität.

Typisch für diese Art von Lautsprechern ist die direkte Verbindung zwischen rechter und linker Komponente über ein einfaches Kupferkabel zur Übertragung des Audiosignals. Dieses ist mit beiden Boxen fest verbunden und kann nicht abgenommen werden. Der rechte Lautsprecher ist der "Master", hier ist auch der AUX-Eingang sowie der Anschluss für das Netzteil integriert. Ein wenig Kabelsalat hat man also immer, selbst wenn man von einer Kabelverbindung zum PC absieht.

Bedienelemente

Anschlüsse

Lieferumfang

Vorne am Master sitzt die Bluetooth-Taste (dient lediglich der Kopplung), ein 3,5 mm Kopfhöreranschluss und der Lautstärkedrehregler, der zusätzlich noch Ein/Ausschaltknopf ist. Der Regler ist nicht gerastert und hat keinen absolut sauberen Lauf, ist aber recht leichtgängig und erfüllt absolut seinen Zweck. Die Material- und Verarbeitungsqualität ist für diese Preisklasse weder unterdurchschnittlich noch außergewöhnlich gut. Die Chassis und Anschlüsse bzw. Bedienelemente sind in den einfachen Gehäuse gut integriert, die beiliegenden Kabel sind einfach gehalten aber praxisgerecht.

Pro Box sind in den Z207 zwei Treiber verbaut, dabei handelt es sich um jeweils einen Breitbänder und eine Passivmembran, die dem unteren Frequenzbereich noch etwas Unterstützung bieten soll. Die Logitech Z207 realisieren 5 Watt RMS und bis zu 10 Watt in der Spitze.

Die Abmessungen betragen 241 mm x 90 mm x 124 mm (HxBxT) und das Gewicht beträgt knapp unter einem Kilo für beide Lautsprecher zusammen.

Klang

Das Logitech Z207 ist zu Marktpreisen um 40 Euro erhältlich und ist zweifellos eine der günstigsten Varianten, um z.B. Notebook-Lautsprecher oder in einem Monitor integrierte Schallwandler zu ersetzen. Gegenüber diesen erwarten wir natürlich durchaus etwas mehr Grundton und Volumen im Bassbereich, außerdem höhere Pegel und eine solide Stereo-Bühne. Ausgezeichnete akustische Leistungen sind hingegen nicht zu erwarten und bei "Kids" von den Leoniden stellen wir auch einige Schwachpunkte, die für derart günstige und kompakte Lautsprecher, typisch sind. Obenrum wird es gerne mal etwas unsauber bis hin zu leichten Verzerrungen, auch der Tiefgang lässt aufgrund der Breitbandcharakteristik zu wünschen übrig. Solide gelingt die Gitarre und auch die Staffelung der Bühne mit zentral stehender Stimme ist dank der guten Loslösung des Klangs von den Komponenten gut. Die Stimmwiedergabe wirkt ebenso recht authentisch und überlagert kaum andere Frequenzbereiche. Dennoch ist die Differenzierung schwieriger, je komplexer das akustische Geschehen gestaltet ist.

Etwas enttäuscht sind wir vom gebotenen Lautstärkepegel. Sicherlich muss man immer den aufgerufenen Preis (UVP 49,99 Euro) mit einbeziehen, etwas mehr Druck hätten wir aber schon erwartet. Die Kombination mit einem Notebook liegt zu dem Preis nahe und die Verstärkerleistung reicht zwar für die direkt vor dem Bildschirm sitzende Person aus, ein wenig Potential nach oben sehen wir aber schon. Immerhin bleiben die Z207 bis zum Pegel-Maximum souverän und verzerren nicht aufgrund der höheren Lautstärke.

Besonders bei elektronischen Klängen, wie "You Want it Darker", dem Paul Kalkbrenner Remix des Leonard Cohen-Hits, wünscht man sich etwas mehr Spektakel. Dass die enormen Bass-Kanonenschläge hier nicht so immens ausfallen war uns vorher klar, etwas mehr Nachdrücklichkeit und Punch haben wir aber schon erwartet. Zweifellos demontieren die Z207 einfache Notebook-Lautsprecher, für ihre Größe könnte aber doch mehr geboten werden. Gut gefällt wiederum die Stimmwiedergabe und die gebotene Räumlichkeit, für den direkt im Stereo-Dreieck sitzenden Zuhörer kann in einzelnen Sequenzen auch die atmosphärische Dichte der Kulisse überzeugen.

Abgesehen von der Zuspielung analoger Signale über den Kopfhörerausgang bieten die Z207 auch die Möglichkeit der drahtlosen Zuspielung über Bluetooth. Um ein Gerät mit den Logitech-Lautsprechern zu koppeln drückt man zunächst für ein paar Sekunden den Bluetooth-Button neben dem Lautstärkedrehregler am rechten Master-Lautsprecher. Die Boxen erscheinen dann als "Logi Z207" im Smartphone oder ähnlichem kompatiblen Gerät und werden mit einem Klick verbunden.

In unserem Fall ist der mögliche erreichbare Pegel via Bluetooth höher als bei der Zuspielung vom PC. Zwar nicht erheblich, aber hier empfinden wir die Lautstärke der Preisklasse angemessen und selbst für Nutzer, die gerne etwas lauter hören, mehr als ausreichend - zumindest, wenn man direkt davor sitzt. "Far from any Road" von The Handsome Family (bekannt aus der ersten Staffel True Detective" kann mit gut differenzierten Percussion-Elementen und einer sauberen Abbildung der dunklen Stimme punkten, auch die einsetzenden Blasinstrumente werden gut in die Klangkulisse integriert. Die ausgeprägte Räumlichkeit und die gute Lösung des Klangs von den Komponenten stellen sich als die Stärken der kompakten Lautsprecher heraus.

Bei "Wrathchild" von Iron Maiden müssen sich die Logitech-Komponenten aufgrund der komplexen Kulisse mächtig anstrengen, schaffen aber durchaus noch eine Struktur zu erhalten. Das Schlagezeug könnte natürlich differenzierter wirken und es fehlt insgesamt an Kraft, dennoch vermitteln die Z207 einen guten Eindruck und schaffen einen dynamisch wirkenden, mitreißenden Klangeindruck. Untenrum wird sogar etwas mehr Volumen suggeriert und die gesamte Kulisse wirkt nicht zu dünn. Die raue Stimme von Bruce Dickinson wird ebenfalls gut umgesetzt und zeigt Charakter.

Sehr praktisch ist, dass man nicht zwischen Bluetooth- und Kabel-Verbindung wechseln muss, Logitech nennt dies die "Easy-Switching Technologie". Dabei werden schlichtweg beide "Kanäle" durchgehend offen gelassen, so dass prinzipiell via Bluetooth sowie über Klinke gleichzeitig zwei unterschiedliche Lieder wiedergegeben werden können, hierauf sollte man achten. Während des Testbetriebes ist leider auch ein mal die Bluetooth-Verbindung abgebrochen und konnte ohne einen Neustart der Boxen nicht wiederhergestellt werden.

Fazit

Logitech Z207

Wer lediglich seinen Schreibtisch mit Lautsprechern ausstatten möchte, da sonst nur das Notebook oder der Monitor für die Tonausgabe vorhanden sind und gleichzeitig ein sehr kleines Budget dafür vorsieht, der kann sich die nicht mal 40 Euro Marktpreis kostenden Logitech Z207 Lautsprecher durchaus genauer ansehen. Besonders wenn die Flexibilität durch die Bluetooth-Signalübertragung gewünscht ist. Akustische Meisterleistungen darf man aber nicht erwarten, etwas mehr Punch, Pegel und insbesondere Räumlichkeit wird mit den Z207 gegenüber einfachen integrierten Lautsprechern schon realisiert.  Bezüglich der Materialqualität sind die Schallwandler im Kunststoffgehäuse sehr einfach gehalten, die Verarbeitung geht aber angesichts der Preisklasse in Ordnung. Dank ihres geringen Gewichtes eignen sich die Logitech-Komponenten durchaus für einen Transport, wirklich portabel sind sie aber auch nicht. Trotz Bluetooth ist immer ein Kabel für die Stromversorgung sowie zusätzlich die Verbindung zwischen rechtem und linkem Lautsprecher zu bedenken.

Solides Upgrade gegenüber in PC-Komponenten integrierten Lautsprechern zum absoluten Sparpreis

12.12.2018

Test: Philipp Kind
Fotos: Oksana Fritz
Datum: 12.12.2018

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