TEST: Klipsch Aktive Subwoofer R-10SW und R-12SW – kompakt und bassstark für wenig Geld?

Klipsch R-10SW Front Seitlich3 Klipsch R-12SW Front Seitlich3

„Guter Bass muss nicht teuer sein“ – so könnte man die beiden Klipsch-Subwoofer R-10SW (400 EUR UVP) und R-12SW (500 EUR UVP) am besten umschreiben. Somit führen die beiden Basskraftwerke mehrere Klipsch-eigene Traditionen fort: Hohe Performance bei günstigem Preis-/Leistungsverhältnis sowie eine solide, robuste Konstruktion ohne „Schnickschnack“. 

Mit professionellem Finish rund ums recht schmucklose, formal zeitlose Gehäuse, das durch die kupferfarbene Cerametallic-Membran an Kontrast gewinnt, zeigen beide Subwoofer deutlich ihre Gesinnung. Die Folierung ist bei beiden aktiven Subwoofern identisch im gebürsteten Struktur-Look in schwarz, was recht  zeitgemäß aussieht. Innen überzeugen beiden „Bass-Aktivisten“ mit einem relativ schlichten, aber ordentlich gemachten Aufbau.

Klipsch R-10SW Anschluesse Rueckseite

R-10SW: Anschlüsse und Einstellregler

Klipsch R-10SW Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung

Klipsch R-10SW Front Seitlich2

Front mit Abdeckung aus Stoff

Klipsch R-10SW Innenleben Gesamt

Schlicht und einfach – die verbaute Elektronik

Klipsch R-10SW Innenleben1

Im Detail

Klipsch R-10SW Innenleben2

Besondere Hochwertigkeit darf man in diesen Preisklassen nicht erwarten

Der R-10SW kommt mit einem Frequenzgang von 32 Hz bis 120 Hz (+/- 3 dB), einem digitalen Verstärker mit 150 Watt Dauer- und 300 Watt Peak-Leistung und einem 25,4 cm messenden Basschassis. Er wiegt 11,6 kg und bringt Lautstärkeregler, Phase (0 oder 180 Grad), An/Abschaltautomatik sowie Regler für die Übernahmefrequenz mit. Er ist 35,56 cm (komplett mit Füßen) hoch, 31,75 cm breit und mit Schutzabdeckung 39,8 cm tief.  

Klipsch R-12SW Front Seitlich2

R-12SW mit Abdeckung

Klipsch R-12SW Rueckseite Seitlich2

R-12SW von hinten

Klipsch R-12SW Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse und Einstellmöglichkeiten

Klipsch R-12SW Bassreflexrohr

Bassreflexrohr

Klipsch R-12SW Innenleben2

Elektronik im Detail

Klipsch R-12SW Innenleben1

Auch der R-12SW ist eher einfach aufgebaut, was der Leistungsstärke aber keinen Abbruch tut

Klipsch R-12SW Innenleben Gesamt2

Übersicht

Der R-12SW bietet von allem etwas mehr: 200/400 Watt anstatt 150/300, ein 30,5 cm Chassis anstatt ein 25,4 cm Chassis, 15 kg Gewicht anstatt 11,6 und 40,64 cm Höhe, 47 cm Tiefe und 35,56 cm Breite. Beide aktiven Subwoofer zeigen mit einem Blick – sie sind geschaffen für die Arbeit und wollen nicht als Design-Objekte dienen. Kippschalter und griffgünstige Drehregler sind für die übersichtlichen Einstellungen hinten montiert. Kurz und schmerzlos – Aktiver Subwoofer pur wird hier geboten, und nun steigt die Spannung, was gleich in der Klangwertung passiert. 

Klang

Wir beginnen mit dem R-10SW und hören uns den Anfang des 007-Films „Ein Quantum Trost“ an, und zwar in DTS-HD Master Audio (englische Tonspur). Der erste tiefe Bassschlag sofort zu Beginn kommt richtig gut heraus – exzellent für einen so preiswerten aktiven Subwoofer. Dann plötzlich ein Dynamiksprung, und der britische Doppelnull-Agent wird von Killern in schwarzen Alfa Romeo 159 auf einer schmalen Uferstraße am oberitalienischen Gardasee gejagt. Der Nachdruck bei den Schüssen aus den automatischen Waffen, die zahlreichen Crashs, die Bassanteile im Music Score und das gesamte tieffrequente Volumen sind von hervorragender Qualität. Selbst, wenn man einen sehr leistungsfähigen AV-Receiver wie den Pioneer SC-LX58 einsetzt, kann man als aktiven Bass den kleinen Klipsch Woofer verwenden.

Er liefert auch beim Titelsong eine eindrucksvolle Performance ab, mit sattem Bass, der gleichzeitig aber auch bezüglich der Präzision gute Noten verdient. Wer denkt, dass US-Bassisten immer im Hintergrund „wummdern“ und einen weichen, indifferenten Bass erzeugen: Der R-10SW macht alles viel besser, einfach mal Probe hören.Auch die wilde Jagd in Siena kommt ausgezeichnet zum Ausdruck, der R-10SW entfaltet ein enormes Volumen, schafft die parallele Darstellung verschiedener Basseffekte problemlos und liefert im Hinblick auf den gebotenen Tiefgang richtig überzeugende Ergebnisse ab. Es sind uns durchaus vom Gehäusevolumen her größere Subwoofer bekannt, die nicht einen so guten Tiefgang besitzen wie der Klipsch R-10SW. Er macht sich überdies nie unangenehm bemerkbar, integriert sich sehr gut in die Front-Effektkulisse und ist mit einem kraftvollen Fundament jederzeit zur Stelle – ein würdiger Einstieg ins Klipsch Subwoofer-Sortiment.

Gilt das auch dann, wenn es um die Musikwiedergabe geht? Paul Kalkbrenners „Altes Karmuffel“ soll die Antwort darauf geben (in DTS-HD Master Audio). Hier sind massive Bass-Schläge zu vernehmen, die definitiv nicht das richtige „Futter“ für einen Einsteiger-Aktivsubwoofer sind. Aber trotzdem geben wir dem R-10SW natürlich die Chance, sich auch unter schwierigeren Bedingungen zu behaupten. Und siehe da – es geht doch! Der R-10SW macht deutlich, dass er es auch gern mit teureren Konkurrenten aufnimmt und in der Lage ist, auch das forcierte Electro-Tempo des Herrn Kalkbrenner mitzugehen.

Wuchtig, überraschend satt und impulstreu – wenngleich man natürlich z.B. im Vergleich mit den großen Klipsch-Woofern R-112SW und auch R-110SW schon merkt, dass nochmals deutlich mehr geht, gerade im Punch ist es beeindruckend, wie z.B. der R-112SW anschiebt. Der kostet aber auch laut UVP schon das Doppelte und eignet sich damit weniger für den qualitätsbewussten Ein- und Aufsteiger. Dass er auch kultiviert kann, zeigt er bei „Tequila Sunrise“ von den Eagles. Der Bass ist satt und klar, nie überzogen, sondern wirklich sauber. Er integriert sich ausgezeichnet in die gesamte Klangkulisse, somit wird ein enormes akustisches Potential freigesetzt.

Weiter geht es mit dem größeren SB-12SW, und hier starten wir mit „Tequila Sunrise“. Was soll man sagen – für 100 EUR schafft der größere der beiden Klipsch-Einsteiger wirklich Beachtliches. Noch genauer wird der richtige Punkt getroffen, es ist mehr Nachdruck hinter dem Bass, ohne dass aber der Faktor einer gelungenen Integration geringer ausfällt. Die Präzision ist wirklich auf einem erstaunlichen Level, zusammen mit dem Pioneer SC-LX58 und einem Quadral Chromium Style Surroundset wird hier eine Performance geboten, die als hervorragend zu umschreiben ist.

Für Hörräume mit 15 bis gut 23 Quadratmeter hält der R-12SW genau die richtige Portion satten Bass bereit. Wechseln wir zu Paul Kalkbrenner und begeben uns ins „Alte Karmuffel“. Hier wird gleich in den ersten Sekunden klar, als die ersten elektronischen Effekte mit teils subtilen Bässen zu hören sind, dass der größere R-12SW auch noch tiefer herunterspielt und bei rasch alternierenden Basseffekten eine tolle Leistungsfähigkeit bietet. Er ist genauso impulstreu wie das kleinere Modell, hier hat Klipsch wirkliche Fortschritte gemacht.  Als dann der Track richtig „Fahrt aufnimmt“, zieht der R-12SW alle Register: Mit enormer Wucht ist er ansatzlos zur Stelle und stemmt eine enorme Basswelle in den Hörraum. Für einen aktiven Subwoofer, der 500 EUR (UVP) kostet und im Marktpreis nochmals darunter liegt, eine Klasseleistung. Der R-12SW bietet auch gleichzeitig eine saubere Strukturierung und eine Pegelfestigkeit, an der selbst anspruchsvolle Hörer wenig auszusetzen haben dürften.

Wie schlägt sich das größere Modell beim 007-Film „Ein Quantum Trost“ gleich zu Filmbeginn? Der R-10SW konnte hier eine gute Figur abgeben. Und der R-12SW setzt nochmals eins drauf: Die Schüsse haben ungemeinen Nachdruck, dazu ist das Timing exzellent. Der Zuhörer hat den Eindruck, mitten im Geschehen zu sein. Der R-12SW nimmt schlichtweg alle basstechnischen Hürden der Eröffnungssequenz und agiert so satt und präzise, dass man immer wieder erstaunt ist. Schlimm nur, dass die „bösen Jungs“ von Klipsch vor allem mit dem R112SW eine noch schärfere Waffe im Gewehrschrank haben – aber diese Waffe kostet mit 800 EUR auch satte 300 EUR mehr laut UVP.

Für denjenigen, der einen dedizierten Heimkinoraum sein Eigen nennt, absolut eine Überlegung Wert, ebenso für den, der einen großen Hörraum mit über 30 Quadratmeter beschallen möchte. Für andere Verhältnisse reicht hingegen der R-12SW aus. Die 12er Modelle sind ohnehin die beiden aktiven Bässe, denen wir eine große Kaufempfehlung aussprechen können, denn sowohl der R-12SW als auch der R-112W bieten für ihre jeweiligen Kaufpreise ein Maximum an Performance, der R-12SW als leistungsstarker „Wohnzimmer-Subwoofer“, der R-112SW als richtig leistungsstarke und dafür preislich faire Alternative fürs dedizierte Heimkino. 

Fazit

Klipsch R-12SW Tieftoener

Universaltalent mit hohen Reserven: R-12SW

Klipsch R-10SW Tieftoener

Empfehlung für den Einsteiger: R-10SW

Zwei erneut überzeugende aktive Subwoofer zu absolut fairen Kaufpreisen. Für den versierten Einsteiger, der wirklich genau rechnen muss, empfehlen wir den R-10SW, wer noch den moderaten Mehrpreis übrig hat, greift zum R-12SW, der mit exzellenter Performance auf allen Gebieten einer der besten aktiven Subwoofer der 500 EUR-Liga ist. 

R-10SW:

Kultiviert oder kraftvoll – der R-10SW kann beides und ist preislich sehr günstig
ueberragend
Aktive Subwoofer bis 500 EUR
Test: 01. Dezember 2015

R-12SW:

Enorm leistungsstark und für Musik sowie Filmton uneingeschränkt zu empfehlen – der R-12SW ist ein präzises Kraftwerk
preisklassenreferenz
Aktive Subwoofer bis 500 EUR
Test 01. Dezember 2014

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 01. Dezember 2015




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK