TEST: JBL Tuner - kompakter Bluetooth-Lautsprecher mit DAB+/FM-Radiotuner und 8 Stunden Akkulaufzeit

Mal wieder etwas Neues aus dem Hause JBL: Schon ab Marktpreisen von rund 90 EUR bekommt man den JBL Tuner - einen Bluetooth-Lautsprecher mit Display und FM/DAB+ Tuner, und zwar wahlweise in schwarzer oder weißer Variante. Wenn man das handliche Gerät einschaltet, wird sofort der aktuelle Batterie-Ladestatus angezeigt. Ebenfalls kann man die Sprache im hochwertigen, sehr gut auflösenden Display festlegen. Das Device zeigt sich in ausgezeichneter Verarbeitungsqualität.

Kompakte Abmessungen

Display

Im markentypischen Orange prangt das Logo zentral auf der Vorderseite, die Chassis sind mit einem soliden Metallgitter überzogen, das auch als schickes Styling-Element dient.

Sicht von oben

Auf der Oberseite befinden sich die Bedienelemente: Fünf Stationsspeicher-Tasten für die Lieblingssender, Lautstärke "+" und "-", die Umschalttaste FM-DAB+, Scan, Tune + und Tune +sowie die Bluetooth-Kopplungstaste.

Von vorn gesehen linke Taste

Rechte Seite

Unterseite

Von vorn gesehen seitlich links ist die On-/Standby-Taste. Die matt-dunkelgrauen Seitenteile des JBL Tuner sehen zwar aus, als wären sie gummiert, sind es aber nicht.

Rückseite mit ausziehbarer Teleskopantenne

Anschlüsse

Eine kleine Teleskop-Antenne auf der Rückseite erinnert an den guten alten FM-Tuner. Sie liegt exakt bei Nicht-Gebrauch in einer Aussparung des Gehäuses. Von unten betrachtet, sieht man zwei Gummi-Streben, die für sicheren Stand des Tuner auf jedem Untergrund sorgen. Ein Micro USB-Anschluss und ein 3,5 mm Miniklinken-Analogeingang finden sich rückseitig. Im Lieferumfang enthalten sind Ladegerät, zwei Adapter für unterschiedliche Stromnetze, ein Ladekabel sowie die Bedienungsanleitung und natürlich der Tuner selber.

Der Akku hält rund 8 Stunden, es dauert aber zu lange 3,5 Stunden, bis er wieder voll geladen ist. Für den Klang ist ein 44,5 mm Breitbänder zuständig, Frequenzen zwischen 85 Hz und 20 kHz werden wiedergegeben. Fünf Watt RMS stehen an Leistung bereit. Als Bluetooth-Version kommt 4.1 zum Einsatz. Der Tuner wiegt 445 Gramm und misst 165 x 66 x 66 mm.

Klang und Gebrauch in der Praxis

Die Bluetooth-Kopplung funktioniert nicht ganz so reibungslos, nach drei Versuchen ist unser iPhone XS Max mit dem Tuner verbunden. Für nur 90 EUR Marktpreis und 99,95 EUR unverbindliche Preisempfehlung kann auch JBL nicht zaubern: Eine bei JBLs BT-Speakern sonst übliche Freisprecheinrichtung fehlt. Die Tasten oben auf dem Tastenfeld sind etwas schwergängig, wirken aber solide.

Natürlich testen wir die Besonderheit des Tuner; Nämlich, Nomen est Omen, die verbaute Tunereinheit. Im DAB-Betrieb hören wir "Died In Your Arms" (Cutting Crew, "Schwarzwaldradio"). In schöner Auflösung wird der Titel im Display präsentiert. Der Sound ist für ein so kompaktes Gerät richtig gut, vor allem das gebotene Volumen hat uns überzeugt. Natürlich darf man keine feinfühlige akustische Brillanz erwarten, aber homogen, angenehm und recht klar klingt der Tuner auf jeden Fall. Auch, dass sich im Bassbereich durchaus etwas tut, loben wir ausdrücklich.

Stimmen sind auch bei Nachrichten oder Werbeblöcken im Radio immer gut verständlich und ebenfalls in harmonischer Qualität wahrnehmbar. Sunshine Live steht nun auf dem Programm, wir lauschen hier verschiedenen Club-Tracks. Mit solidem Bassbereich, selbst bei höheren Pegeln, setzt sich der multifunktionale JBL-Speaker erneut tadellos in Szene. Und das Display verdient sich wirklich Bestnoten, alles Relevante wird in ordentlicher Auflösung dargestellt.

Wie sieht es mit dem Klang über Bluetooth aus? Wir hören in Alex Christensens Brandneue Compilation "Classical 90s Dance 2" hinein, die zusammen mit dem Berlin Orchestra entstanden ist. Die Variante des Klassikers "Insomnia" (featuring SKI) mit Streichern klingt klar und lebendig, die Trennung der Stimme von den orchestralen Instrumenten und dem Beat gelingt tadellos. Auch bei der neuen Version von "Another Night" (Gesangspart von Anastacia) überzeugt der Tuner mit guter Stimmpräsentation und einer gelungenen räumlichen Wirkung. Drittes Beispiel: "Mr. Vain" (Gesangsparts von SKI und Anastacia): Dynamisch, mit Verve legt sich der JBL-Aktivlautsprecher ins Zeug. Im Bassbereich bleiben Wunder natürlich aus, aber trotzdem wirkt das Klangbild überraschend komplett, wirklich vermisst wird nichts.

Erwartungsgemäß schiebt der Tuner beim Fugees-Klassiker "Ready Or Not" nicht massiv an, dazu reichen auch die 5 Watt Leistung nicht aus. Wer es mit dem Pegel nicht übertreibt, freut sich aber über einen homogenen Klang, dem man durchaus gern lauscht. Ab in die 80er Jahre: Starships "We Built This City" geht ordentlich ab. Hier ist mehr Schwung vorhanden als zuvor bei den Fugees. Dieser 80er jähre Pop liegt dem Tuner demnach offensichtlich. Hier kann man auch gern mal etwas lauter hören, die Trennung der Stimme vom akustischen Rest ist immer noch ordentlich. Auch Alphavilles "Sounds Like A Melody" gefällt uns durchaus, wenn der JBL Tuner die erneut schlüssige Wiedergabe übernimmt. Der Rhythmus wird mit tadelloser Impulstreue präsentiert, der Gesang kommt ordentlich heraus, mit nachvollziehbaren vokalen Konturen.

Konkurrenzvergleich

Sky Vision DAB50 S/51 W: In schwarzer oder weißer Version geht das im Vergleich zum JBL Tuner recht ausladende Sky Vision-Radio eher als die klassische Radio-Alternative für zuhause durch. Die Retro-Optik sieht nett aus, das Finish ist fürs investierte Geld in Ordnung. Akku-Betrieb ist nicht möglich, dafür erfreuen  das große Display und der relativ ausgewogene Klang.

Nur noch rund 105 EUR (generalüberholt knapp 78 EUR) werden für ein akustisch sehr talentierten und wasserfesten JBL Flip 4 fällig, der zudem in zahlreichen Farben lieferbar ist und über eine ausgezeichnete Freisprecheinrichtung verfügt. Natürlich hat der Flip 4 weder ein Display noch einen Radiotuner, aber wer einfach nur nach enorme robusten Auftritt und einem richtig kräftigen Sound sucht, ist hier besser aufgehoben als beim JBL Tuner.

Hier kann man kräftig Geld sparen: Nur 55 EUR kostet der gut verarbeitete, robuste und ordentlich klingende Dockin D Tube, der sich optisch ohne Zweifel an JBL-Produkte anlehnt. Aber Hand aufs Herz: Der wahre Preis-/Leistungs-Champion. Wer einen hochwertigeren Klang möchte, nimmt 23 EUR mehr in die Hand und ersteht einen generalüberholten Flip 4.

Fazit

Für einen sehr fairen Preis stellt JBL ein attraktives Paket auf die Beine. Wasserfest ist der Tuner zwar nicht, und auch eine Freisprecheinrichtung sucht man vergebens, aber der gute Klang, das ausgezeichnete Display und natürlich der eingebaute DAB/FM-Radiotuner sorgen für einen hohen Gebrauchswert. Der Tuner ist überdies extrem kompakt und somit ein hervorragender Reisebegleiter.

Praxisgerechte Ausstattung trifft auf guten Klang und ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis

Bluetooth-Lautsprecher mit Radio
Test 02. November 2018

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 02. November 2018

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