TEST: JBL In-Ear-Bluetooth-Sportkopfhörer Reflect Contour – passender musikalischer Begleiter für 100 EUR?

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Workout-Fans, passionierte Jogger und Marathon-Women/Men aufgepasst: Hier kommt der neue, trendige Sound-Begleiter aus dem renommierten Hause JBL. Schon die Optik in recht dominanter Signalfarbe (unser Test-Sample ist rot-orange. Alternativ gibt es schlichtes Schwarz, Grün oder Blau), mit reflektierendem Verbindungskabel zwischen den beiden Ohrteilen verdeutlicht: Der Reflect Contour, knapp 100 EUR kostend, meint es ernst. Das schweißresistente Material liegt angenehm auf der Haut und wirkt hochwertig.

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5,8 mm Treiber

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Spezielle Haltebügel, die am Ohr befestigt werden

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S und L werden mitgeliefert, die Größe M ist montiert

Technisch arbeiten zwei 5,8 mm Treiber in den In-Ears, und der Bereich der darstellbaren Frequenzen geht von 10 Hz bis 22 kHz. Wichtig bei einem für sportliche Aktivitäten ausgelegten In-Ear-Headphone ist ein erstklassiger Sitz. Daher tritt der Reflect Contour mit „Dual Lock“ an, also einer doppelten „Verriegelung“. Ein Bügel und ein Dreh-Mechanismus sichern den Reflect Contour nahezu perfekt im Ohr des Trägers. Drei verschiedene Größen bei den Ohrstöpseln stellen sicher, dass der JBL-Kopfhörer jedem Träger passt. Hat man das für sich passende Ohrstück montiert, überzeugt der Reflect Contour mit sicherem Halt, zudem sitzt der In-Ear sehr bequem und baut keinen unschönen Druck auf. 

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Kabelfernbedienung

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Reflektierendes Band zwischen den Ohrelementen

Der Reflect Contour ist mit Bluetooth 4.0 ausgestattet, was den Freiraum beim Ausüben von Aktivitäten vergrößert. Allerdings ist aptX nicht an Bord, Harman und JBL verzichten nach wie vor darauf. Zwei 3,7 V 60 mAh Akkus sind integriert. Per Micro USB-Kabel lassen sich die Reflect Contour wiederaufladen. Die Laufzeit des Akkus ist mit 8 Stunden ordentlich, aber nicht sensationell. Für ausgedehntere Trainingseinheiten reicht die Kapazität auf jeden Fall aus.

Integriert ist eine Fernbedienung, die befriedigend zu erreichen ist, mit drei Tasten. Die Fernbedienung eignet sich zum Starten und Beenden von Telefonaten, zur Annahme eingehender Anrufe, und natürlich lässt sich in allen Betriebsarten die Lautstärke einstellen – auch, wenn man über die Reflect Contour Musik hört. Die Funktionen der Fernbedienung für die Musikwiedergabe umfassen Play und Pause, und Titelsprung vorwärts sowie rückwärts.

Die eingebaute Freisprecheinrichtung mit Mikrofon liefert eine gute, aber nicht optimale Performance ab. So versteht man selbst, als Träger des Reflect Contour, den Gesprächsteilnehmer am anderen Ende der Leitung recht gut, das Rauschen hält sich im tolerablen Rahmen. Der Gesprächsteilnehmer jedoch empfinde die Stimme als etwas dumpf und hohl. 

Die Bluetooth-Kopplung mit einem Apple iPhone 7 Plus geht absolut problemlos und innerhalb kürzester Zeit vonstatten. Ebenso erweist sich die Verbindung als sehr stabil, wir konnten im Testbetrieb keine Aussetzer feststellen.

Klang

Bei „Space Sheep“ von Oliver Heldens und bei „The Power Of American Natives“ von Dance 2 Trance überzeugt der Reflect Contour mit solider Auflösung auch im Hochtonbereich. Die maximal mögliche Lautstärke ist gut – und völlig ausreichend, denn zu hohe Pegel schaden dem Gehör, und die Schäden sind irreparabel. Gut werden die verschiedenen elektronischen Effekte voneinander getrennt, der Tiefgang im Bassbereich ist als brauchbar zu bezeichnen. Im Bassbereich treten leichte „Lücken“ in der Gesamtstruktur auf, das heißt, einzelne Bass-Frequenzen werden nicht mit dem gleichen Nachdruck erfasst wie andere. Das fällt aber nicht bei jedem Musikstück auf und wird nur in geringem Umfang als störend empfunden. 

Bei „What Is Love 2016“ von Lost Frequencies punktet der JBL-In-Ear-Kopfhörer mit klaren vokalen Konturen und einer passenden tonalen Auslegung. Im Vergleich zu manch anderem, recht basslästigen JBL-Modell empfinden wir den Reflect Contour als relativ differenziert, nicht typisch für einen Sport-Kopfhörer, die sonst immer eher auf „Dampf in allen Lebenslagen“ getrimmt werden. Der Bassbereich ist nicht zu schmal oder zu sehr im Hintergrund, das bestimmt nicht, aber der Reflect Contour kann auch mit einem natürlichen und angenehmen Sound aufwarten. Was uns besonders gut gefällt: Der In-Ear agiert im Hochtonbereich mit sehr guter Klarheit, wird aber trotzdem nie spitz. 

Tiestos „I Want You“ zeigt die zuvor herausgestellten Talente des JBL ein weiteres Mal auf. Die akustischen Konturen sind deutlich nachvollziehbar, und der Track wird direkt von Beginn an tadellos aufgebaut. Über dem Durchschnitt liegt auch dieses Mal wieder das Auflösungsvermögen, und das Gefühl echter, realistischer Räumlichkeit, das wir als Träger empfinden, bieten viele In-Ears nicht. 

Nicht ganz so gut kommt der Reflect Contour mit „I Like“ von Keri Hilson zurecht. Der sehr massive, sehr tief nach unten reichende Bass des Black-Songs bringt den JBL dann doch an seine Grenzen. Es hapert an Tiefgang und an Nachdruck, und wenn man lauter hört, treten auch Verzerrungen auf. Die Stimmwiedergabe ist auch diesmal wieder überzeugend, die Trennung vokaler und instrumentaler Elemente gelingt tadellos. Der relativ frei und mit sauberer Balance aufspielende Hochtonbereich ist auch zu loben.

Wie schlägt sich der JBL bei Musik, die gar nicht typisch für den Workout oder die zügige Jogging-Runde ist, die man aber gern nach getaner sportlicher Arbeit zum Relaxen hört? Wir checken „L’attesa“ von Andrea Bocelli, und Überraschung macht sich breit. Denn die Wiedergabe ist fundiert, die Stimme Andreas wird dabei sehr schön fokussiert, ohne dass die Instrumente zu weit in den Hintergrund geschoben werden. Die akkurate Herausarbeitung instrumentaler Gesamtstrukturen gelingt dem Reflect Contour demnach auf einem beachtlichen Level. Der Bass hat genau das richtige Maß an Volumen und tritt überdies differenziert und mit klar nachvollziehbarer Linie auf. 

„Moonraker“, 007-Film-Titelsong von Shirley Basel, liegt dem JBL ebenfalls. Schon der Auftakt, nicht unbedingt perfekt geeignet für die Wiedergabe mittels eines Sport-Kopfhörers, gelingt dem Reflect Contour richtig gut. Klar kann man die verschiedenen klanglichen Elemente voneinander unterscheiden. Die Präsentation der Stimme von Shirley gelingt dem JBL In-Ear besonders gut. Vokale Details holt er ausgezeichnet aus dem Quellmaterial heraus, das Auflösungsvermögen ist auch hier wieder richtig gut. Auch die Ausprägung instrumentaler Einzelheiten ist auf einem sehr ansehnlichen Niveau, so dass man bilanzierend bei diesem Track von der besten Leistung des JBL innerhalb des Test-Parcours sprechen kann.

„A View To A Kill“ ist ebenfalls ein Titelsong aus einem James Bond-Film, performed by Duran Duran. Und dass das Quellmaterial hier nicht sonderlich hochwertig ist, macht normalerweise der leicht blecherne Mittel- und Hochtonbereich deutlich. Der JBL Reflect Contour jedoch schafft es, einen recht aufgeräumten, klaren und lebendigen, kaum blechernen Hochtonbereich anzubieten. Dazu passt der entschlossen zupackende, trockene Bass. störenden, leicht spitzen und schrillen Elemente im Quellmaterial haben daher kaum die Chance, sich negativ ins Gesamtklangbild einzubringen. Der JBL macht hier große Hörfreude und eignet sich sehr gut für den erlebnisorientierten Hörer, er erfreut aber auch durch erstaunliche Präzision und empfiehlt sich für anspruchsvollere Aufgaben.

Fazit

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Der JBL Reflect Contour überzeugt im Testbetrieb mit dem sehr guten, gleichzeitig angenehmen Sitz und mit stabiler Bluetooth Verbindung. Das hautfreundliche, hochwertige und schweißresistente Material ist ebenfalls zu loben. Für mehr Sicherheit zum Beispiel beim Joggen in der Dämmerung im Herbst oder Winter ist das reflektierende Verbindungsband zwischen den Ohrelementen zu loben. Der Reflect Contour offeriert einen erstaunlich klaren und fundierten Klang, nur selten stören kleine Lücken im Bassbereich. Die hervorragende Wiedergabe von Stammen und die authentische Räumlichkeit sind weitere Vorzüge. Die Akkulaufzeit geht in Ordnung, die eingebaute Freisprecheinrichtung agiert gut, aber nicht überdurchschnittlich.

Optisch pfiffiger, akustisch starker Sport-In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer mit hohem praktischem Nutzen
ueberragend
Bluetooth-Kopfhörer Mittelklasse
Test 24. November 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 24. November 2016 

 




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