TEST: Jamo Aktivsubwoofer J 112 SUB – Hochleistungs-Basskraftwerk für massive tieffrequente Energie?

Jamo J 112 Sub Front Seitlich2

Sind aller guten Dinge vier? Anhänger des neuen Jamo Subwoofer-Sortiments werden es zweifelsfrei behaupten – der J 112 Sub ist der vierte und letzte Subwoofer der aktuellen Serie bei uns im Test, die anderen drei Neuzugänge des Portfolios haben wir bereits eingehend geprüft. Jetzt ist das Topmodell am Zug. Der größte im Bunde ist mit einem 30 cm Subwoofer ausgestattet und bietet 300 Watt RMS bzw. 600 Watt maximale Leistung. Der 43 x 43 x 46,4 cm (BxHxT) messende Bassist kommt auf 26 kg Gewicht und soll bis auf 24 Hz hinunter spielen. Der UVP des J 112 Sub beträgt 750 EUR.

Jamo J 112 Sub Detail Abdeckgitter

Geschickt platzierte Design-Akzente schmücken die Front des Subwoofers

Jamo J 112 Sub Front Seitlich4

Gerundete Schallwand des J 112 Sub

Jamo J 112 Sub Tieftoener

12-Zoll Woofer im Detail

Neben der schicken Hochglanzlackierung in Weiß ist der Jamo Subwoofer auch in Schwarz hochglanz und Apfel dunkel erhältlich. Die Lackierung ist sauber aufgebracht, auch die nicht gerundeten Kanten bereiten diesbezüglich keine Probleme. Die Schallwand aus mattschwarzem Kunststoff sitzt solide am Gehäuse, lediglich ein geringes, gleichbleibendes Spaltmaß ist zwischen den beiden Komponenten zu sehen. Wie schon beim J 110 Sub ist die Schallwand konvex gewölbt und bis auf die Aufnahmen für die Stifte des Lautsprechergitters makellos. Die Verschraubung des Lautsprecherchassis ist hinter Schallwand verborgen, ein sehr sauberer optischer Auftritt entsteht. An der Unterseite sorgen solide Leisten für Standfestigkeit und Bodenentkopplung.

Jamo J 112 Sub Rueckseite Seitlich1

Rückseite

Jamo J 112 Sub Bassreflexoeffnung

Bassreflexöffnung

Jamo J 112 Sub Anschluesse Bedienelemente

Bedienelemente und Eingänge

Jamo J 112 Sub Innenleben Gesamt

Innenelektronik

An der Rückseite ist der Verbund der einzelnen Gehäuse-Komponenten sichtbar und auch der Metall-Einsatz der Bedienelemente in die Rückwand könnte etwas präziser sein, hier ist der Übergang nicht absolut plan. Im unteren Bereich ist die längliche Bassreflexöffung sauber integriert und gibt keinerlei Anlass zu Kritik. Die Bedienelemente entsprechen dem kompakteren 10-Zöller J 110 Sub, die Lautstärke und Übergangsfrequenz kann hier eingestellt werden. Außerdem gibt es eine Einschalt-Automatik und einen Phasenumschalter. Unterhalb der elementaren Stereo-Cinch-Eingänge ist der „WA Port“ für den Anschluss eines Wireless-Moduls zu finden.

Klang

Ab dem 14. Kapitel haben wir die BD „Avengers“ angehört, und Vorsicht ist geboten: Zum einen muss man den J 112 SUB sehr niedrig einpegeln, man braucht sich demnach nicht zu wundern, wenn im Menü des AVRs – 8 oder – 8,5 dB stehen (hängt natürlich auch von der Akustik des Hörraums und von dessen Größe sowie vom verwendeten AV-Receiver ab), obwohl der J 112 SUB am rückseitigen Pegelregler nur gut ein Viertel aufgedreht ist. Das dänische Basskraftwerk veranstaltet auf jeden Fall ein Höllenspektakel, das wir  bislang selbst bei Klipsch- und SVS-Subwoofern dieser Preisklasse, ebenfalls wie Jamo von Osiris vertrieben, nicht erlebt haben. Als der Thesserakt seine Arbeit aufnimmt und das Portal geöffnet wird, kündigt massiver Basseinsatz vom drohenden Unheil. Iron Man versucht dies zu verhindern – auch diese Bemühungen werden tieffrequent brutal untermalt. Der J 112 SUB schießt Bass-Salven in den Hörraum, dass es sensibleren Zeitgenossen Angst und Bange wird, während der Actionfilm-Fan vor Begeisterung Gänsehaut bekommt. Parallele Bassereignisse berücksichtigt der J 112 SUB sehr gut und differenziert sie, wenn er korrekt eingepegelt ist, auch bei großer Hörlautstärke noch auseinander. Stets gibt er dem Geschehen auf dem Screen einen sehr nachdrücklichen tieffrequenten Hintergrund. Bei den zahlreichen Schusswechseln, Faustkämpfen und Explosionen sowie wilden Flugmanövern im Verlauf der Alien-Invasion lässt der J 112 SUB gekonnt seine Muskeln spielen. Der Tiefgang ist immens, das gilt auch für die Pegelfestigkeit. Damit eignet sich dieser Jamo-Bassist sehr gut auch fürs dedizierte Heimkino. Bedenkt man den Straßenpreis von rund 600 EUR, kann man hochzufrieden sein, wie massiv, kraftvoll und zupackend der J 112 SUB eingreift. Das beweist er auch, als die gepanzerte Riesenechse aus dem schwarzen Loch donnert und ganze Straßenzüge verwüstet. Ohrenbetäubende, enorm druckvolle Bässe lassen echtes Heimkino-Feeling aufkommen. 

Im fünften Kapitel von „Stirb Langsam 4.0“ (BD, DTS-HD Master Audio) beweist uns der J 112 SUB ein weiteres Mal, wie komplett er den tieffrequenten Bereich auskleidet. Nicht nur die Schusswechsel, sondern natürlich auch die Explosion des Feuerlöschers im Treppenhaus sind „gefundenes Fressen“ für den dänischen Bassmeister. Hier wird wahrhaft explosiver Heimkinospass geboten, den wir nun nüchtern analysieren möchten. Klar ist – der Jamo ist etwas für denjenigen Hörer, der den Erlebnisfaktor in den Mittelpunkt seiner Erwartungen stellt. Es soll etwas passieren – dieser Anforderung wird der J 112 SUB absolut gerecht. Für differenzierte Hörer ist dieser aktive Subwoofer nicht die erste Wahl, denn er ist zu präsent, zu massiv, zu nachdrücklich. Er drückt der Tonspur gnadenlos seinen Stempel auf, und die eingebaute Endstufe liefert Druck ohne Ende. Schüsse aus den automatischen Waffen von Gabriels Killern haben einen Nachdruck, als stünde man daneben, und als am Ende der Sequenz Matthew Farrells Wohnung in die Luft fliegt, zuckt man spontan zusammen, so raumfüllend und brutal ist der Basseinsatz. 

Beim 007-Film „Ein Quantum Trost“ (DTS-HD Master Audio) lässt der Jamo J 112 SUB wiederum keine Zweifel daran aufkommen, dass man richtige Action-Sequenzen auch spüren muss. Es zieht bis in die Magengrube, als sich zahlreiche Unfälle bei der Verfolgungsjagd rund um den oberitalienischen Gardasee ereignen. James Bond 007 wird von schießwütigen Killern in Alfa Romeo 159 Limousinen verfolgt. Er könnte spielerisch mit seinem 12-Zylinder-Sportwagen Aston Martin DBS davon fahren, doch bei dem hohen Verkehrsaufkommen gibt es kaum ein Entrinnen. Der Jamo J 112 SUB lässt es massiv krachen, auch bei den Schusssalven aus den Automatikwaffen. Der Bassbereich ist nicht nur wuchtig, sondern auch höchst lebendig. Der dänische Bassist versteht es sehr gut, vielfältige Bass-Kombinationen, von krachend hart bis tief und satt, entsprechend und ansprechend wiederzugeben. In leiseren Filmsequenzen hält er sich nie ganz zurück, sondern lässt auch hier, wenn auch subtiler, durch Bereitstellung eines kraftvollen Fundaments seine Muskeln spielen.. Gut zu merken ist dies beim Titelsong, der 007-typisch nach der Eröffnungssequenz läuft. Kraftvoll-raumfüllend agiert der J 112 SUB auch hier, und liefert somit eine dynamische Bass-Untermalung des Titelliedes. 

Wiederum in DTS-HD Master Audio liegt die sehr kraftvoll und räumlich abgemischte Tonspur der „Lichtmond 3 – Days Of Eternity“ BD vor. „Nightflight To Chronos 1 + 2 “ lässt bezüglich der Performance des Jamo J 112 SUB spüren, dass effektgeladene musikalische Spektakel ebenfalls Domäne des kompakten Basskraftwerkes ist. Er liefert erneut einen hervorragenden Tiefgang und ein immenses Volumen, in beiden Belangen steckt der J 112 SUB selbst teilweise doppelt so teure Konkurrenten in die sprichwörtliche Tasche. Er liefert subtile Tiefbässe, lebendige, dynamische Gesamtakustik im tieffrequenten Bereich und ist durch Pegelfestigkeit und gebotenes Volumen auch für Hörräume zwischen 25 und 30 Quadratmeter im Single-Woofer-Betrieb geeignet. „Spaß am Bass“ ist auch bei der Wiedergabe von Musikmaterial das Motto des kräftigen Dänen: Zurückhaltung kommt im Vokabular des aktiven Subwoofers nicht vor. 

Und es geht weiter im dänischen Bass-Festival: Tiestos Doppel-Blu-ray „Elements Of Life – World Tour Copenhagen“ hält auf der zweiten Disc die Titel „Adagio For Strings“ sowie „He’s A Pirate“ bereit (DTS-HD Master Audio 5.1). Nach dem, was wir bislang mit dem J 112 SUB erlebt haben, wundert uns auch nicht, dass er sich hier sehr nachdrücklich bemerkbar macht. Was aber genauso erfreulich wie der Nachdruck ist: Der Kickbass wird auch vom Timing her sehr gut erfasst, so entsteht ein passender, impulstreuer und kraftvoller Bass-Gesamteindruck. Besonders gut gefällt uns der J 112 SUB zu Beginn von „He’s A Pirate“ – hier wird ein unterschwellig spürbarer Druck erzeugt, der die Live-Atmosphäre perfekt unterstützt. Uns sind kaum aktive Subwoofer bekannt, schon gar nicht in dieser Preisklasse, die diesen Titel so lebendig, druckvoll und gleichzeitig auch präzise wiedergeben. Eine herausragende Leistung des Jamo J 112 SUB.

Fazit

Jamo J 112 Sub Front Seitlich1

Der Jamo J 112 Sub entwickelt massive Bass-Kräfte und veranstaltet ein wahres Höllenspektakel. Action-geladene Tiefton-Tiraden werden vom 12-Zoller makellos umgesetzt und gelingen mit enormem Tiefgang, Power und Nachdruck. Dabei steht die Präzision kaum im Hintergrund, gezielt und auf den Punkt gelingen Kickbässe und Paukenschläge mit entsprechendem Punch und ohne unschöne Nachschwingeffekte. Auch wenn es bei Musik-Stücken mal etwas dezenter zugeht, gliedert sich der J 112 Sub hervorragend in die Bühne und rückt sicht nicht zu sehr in den Vordergrund – bei Bedarf holt er aber jederzeit das Großkaliber heraus und wirft auch mit subsonischen Frequenzen ohne Mühe um sich. Die Verarbeitung ist solide, optisch bietet er einen Mix aus klassischem Design und modernen Akzenten. Reine Bassgewalt kombiniert mit exzellenter Impulstreue machen den Jamo J 112 Sub zu einem exzellenten Kandidaten im kleinen bis mittelgroßen Heimkino, in weißem Hochglanzlack macht er sich selbst im Wohnzimmer sehr anständig.

Tiefgang, Power, Präzision – der J 112 Sub ist eine massive Bass-Gewalt zum fairen Preis
preisklassenreferenz
17.07.2015

 

+ Extrem kraftvoll
+ Spielt voluminös und nachdrücklich auf
+ Ausgezeichneter Tiefgang
+ In Schwarz, Weiß und Apfel verfügbar
+ Preis/Leistung sehr gut
+ Harmoniert perfekt mit Jamo Concert Series

– Verarbeitung im Detail hat noch etwas Potential

 

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 17.07.2015

 




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