TEST: Isotek EVO3 Mini Mira – Bringt der Netzfilter eine bessere Bild- und Tonqualität ?

IsoTek Evo3 Mini Mira 1

Vorsicht, Voodoo – werden sich viele Leser denken. Ein Test von einem Netzfilter, das hört sich sehr gefährlich an. Hier gibt es zwei Lager, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die einen schwören auf derartige Netzfilter, die den angelieferten Strom aus der Steckdose „säubern“ und somit störende Einflüsse auf hochwertige Audio– und Videogeräte reduzieren, die anderen verweisen Ergebnisse, die eine bessere Bild- und/oder Tonqualität aufzeigen, in den Bereich der Fabel. Wir gehen unvoreingenommen an diesen Themenbereich heran, zumal der von uns getestete Isotek EVO3 Mini Mira aus der „Discovery Range“ mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 298 EUR durchaus noch als preislich geerdet empfunden werden kann. Generell schützt ein Netzfilter hochwertige AV- und Stereoanlagen vor sogenannten Störströmen, die aus dem öffentlichen Stromnetz kommen, zugleich verhindert ein Netzfilter störende Einflüsse anderer Komponenten, die sich im Netz befinden. Zugleich bietet die Isotek-Konstruktion einen wirksamen Überspannungsschutz. 

Das geht auch um ein Vielfaches teurer, und irgendwann wird es wahrhaftig nicht einfach, noch ein vernünftiges Preis-Nutzen-Verhältnis herauszustellen. Diese Probleme gibt es bei EVO3 Mini Mira nicht. Für knapp 300 EUR erhält der geneigte Kunde erst einmal ein hochwertig erscheinendes Metallkästchen mit einem Kaltgeräte-Netzsteckeranschluss auf der einen Seite und zwei Steckdosen auf der anderen Seite. Eine blaue LED signalisiert, dass EVO3 Mini Mira in Betrieb ist. EVO3 wiegt 900 Gramm und ist 130 mm breit, 65 mm hoch und 170 mm tief. Maximal werden Stromstärken von 10 Ampere verarbeitet.

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Kaltgeräte-Netzsteckeranschluss

IsoTek Evo3 Mini Mira 3

 Zwei Steckdosen

In der Isotek-Beschreibung hört es sich schon irgendwie „magisch“ an, was EVO3 Mini Mira bewirken soll: Klang- und Bildqualität werden verbessert, die gefährlichen Einschaltströme, schlecht für viele elektronischen Bauteile, werden verhindert. Dafür ist der sogenannte „Triple Resonance Filter“ zuständig. Es findet sich ein 13.500 A unverzögerter Kurzschlussschutz, zudem werden Gleichtakt- und Gegentaktstörungen eliminiert.

Unter Gleichtaktstörungen versteht man Störspannungen, die in identischer Phase auf dem Außen- und dem Neutralleiter gegenüber der Erde auftreten. Gegentaktstörungen sind zwischen den Zuleitungen auftretende Störspannungen. Um diesen entgegen zu wirken, kommen zwei unterschiedliche Arten von speziell zu diesem Zweck entwickelten Kondensatoren zum Einsatz. Der Fachausdruck dafür ist „Sicherheits-Entstörkondensatoren“. Die X-Kondensatoren, erste Gruppe, kümmert sich um die Gegentakt-Störspannung, die zweite Gruppe, die Y-Kondensatoren, um die Gleichtaktstörungen. 

Und die ebenfalls kurz angesprochenen Funkeinstreuungen werden um 30 dB bei Audio und um 40 dB bei Video herabgesetzt. Für bestmögliche Qualität sorgt die Innenverkabelung aus versilbertem Kupfer, in mehreren Strängen ausgeführt. Die maximale kontinuierliche Leistungsaufnahme beträgt 2.300 Watt.  

Dank K.E.R.P. (Kirchhoffs Equal Resistance Path) wird ein gleichmäßiger Widerstand erzielt, ebenso eine homogene, serielle Stromversorgung für die beiden Ausgänge. 

Mehrere Dinge möchten wir gleich vorausschicken: 

  1. Es dürfen, weder bei Audio- noch bei Videosignalen, „Wunder“ in Form drastischer Bild- oder Tonverbesserungen erwartet werden. Aufgrund der Arbeitsweise und dem praktisch vorhandenen Optimierungspotential ist dies aber auch klar. 
  2. Es ist aber genauso nicht korrekt, Devices wie EVO3 Mini Mira komplett jeden Nutzen abzusprechen. Es sind Verbesserungen erkennbar, die nicht von der Hand zu weisen sind.
  3. Es dürfte ebenfalls klar sein, dass man nur mit entsprechend hochwertigem Equipment Verbesserungen erkennen kann. Das heißt: Der 500 EUR 50 Zoll-LCD-TV wird keinerlei Verbesserungen hinsichtlich der Bildgüte zeigen, weil diese Verbesserungen in einem Prozentbereich liegen, der schlichtweg untergeht bei einem TV, der ohnehin nur ein durchschittliches Bild aufweist. Überdies würde niemand, der einen 500 EUR-TV kauft, nochmals 300 EUR in ein Netzfilter stecken, sondern wenn das Geld zur Verfügung stehen würde, fließt dies in einen besseren TV oder in Zuspieler. 
  4. Bei TVs merkt man ab Bildgrößen von 65 Zoll (UHD) einen wirklichen Effekt. So größer die Bildschirmdiagonale, um so mehr stechen Bildbeeinträchtigungen wie Flächenrauschen, Gesamt-Bildrauschen oder auch Artefakte ins Auge. Auf TVs mit Bilddiagonalen unterhalb der 65 Zoll sind die Differenzen folglich so marginal, dass sie selbst erfahrene Anwender kaum feststellen. TVs ab 65 Zoll und Beamer – für diese Geräte-Gruppen ist EVO3 Mini Mira sehr gut geeignet. 
  5. Die Verbesserungen bei der Bildqualität sind einfacher auszumachen als bei der Tonqualität.

Wir führen nun verschiedene Testreihen durch. Als Display dient uns ein Panasonic WT600, als zudem setzen wir den Onkyo TX-NR3030 ein und zwei Nubert nuVero 14

  1. Wir betrachten ein DVB-S2-Signal mit und ohne EVO3 Mini Mira, und zwar bei HD-Sendern in 720p (ARD, ZDF, Arte HD) und in 576i (RTL, Vox, Pro 7). Man kann es nun „Voodoo“ nennen oder das bewerten, was man erkennen kann: EVO3 Mini Mira reduziert sichtbar das Rauschen, und man muss sagen, dass der Panasonic WT600 immer noch einen hervorragenden, rauscharmen Tuner mitbringt. Die nicht optimale Stromqualität direkt aus dem Netz kann aber auch er verständlicherweise nicht verbessern. Gesamtbildrauschen wird demnach erniedrigt, auch Flächenrauschen reduziert. Sichtbar ist zudem ein Plastizitätsgewinn: Beim „Morgenmagazin“ steht die Moderatorin vor rotem Hintergrund, und die Abgrenzung mit eingebundener Isotek-Filterung ist eine Idee besser, so dass das Bild plastischer erscheint. Störende Farbsäume, die man ohne EVO3 noch rund um die Schultern der Moderatorin sah, werden abgeschwächt. Als dann in einer Reportage ein Bauernhof mit Kopfsteinpflaster gezeigt wird, wirken die Pflastersteine besser differenziert, in den Stellen, in denen Schatten auf den Steinen liegt, ist der Detailkontrast leicht verbessert. Wir müssen nochmals betonen: Es handelt sich nicht um gravierende Unterschiede. Wir möchten nicht den Eindruck vermitteln, dass ein Netzfilter „zaubern“ kann und Bildschwächen „einfach nebenbei“ eliminiert. Nein, das ist nicht der Fall, aber es geht um Optimierung im Detail, und diese ist durchaus erkennbar und rechtfertigt den Einsatz. Natürlich muss jeder Anwender selber entscheiden, ob ihm diese Detailverbesserungen 300 EUR Wert sind, aber wer mehr als 3.000 EUR in Beamer oder UHD-TV investiert, kann sich schon überlegen, ob er sich diesen Luxus auch noch gönnen möchte. Bei SD-Sendern in 576i, ohnehin auf einem UHD-Display kein Augenschmaus, merkt man weniger, wobei sich das Rauschen auch hier reduziert.
  2. Nun haben wir unseren Blu-ray-Player – ein ganz normales, preiswertes Standardmodell von Samsung (BD-H5500) – noch mit integriert und haben uns die BD „Baraka“ angeschaut. In dieser Konstellation haben wir ebenfalls bildqualitative Verbesserungen registriert, die im Detail auffallen. Bei „Baraka“ löst das vulkanische Gestein in der entsprechenden Szene minimal besser auf, was man am besten dann registriert, wenn man sich das Standbild dazu anschaut. Die Abgrenzung zur glühenden Lava gelingt einen Hauch besser. Auch der alte Mann mit den Rastazöpfen erscheint minimal plastischer, wie er im Bildvordergrund sitzt. Die Struktur am Baumstamm, hinter dem sich die Steppe Afrikas auftut, ist etwas besser herausgearbeitet. Alles Dinge, die einem nicht direkt ins Auge fallen, wenn man jedoch geschult ist im Betrachten, dann bemerkt man die kleinen Verbesserungen. Wir betonen nochmal: Es sind keine massiven Differenzen – Grundvoraussetzung, dass man überhaupt etwas bemerkt, ist ein hochwertiger Bildschirm. Dieser sollte dann im Idealfall kalibriert sein oder zumindest in einem entsprechenden ISF- oder THX-Bildmodus laufen. „Out Of The Box“ wird kaum ein TV oder Beamer in der Lage sein, die Optimierungen im Detail, die EVo3 Mini Mira ermöglicht, klar darstellen zu können. 
  3. Wir spielen drei HiRes-Audio-FLAC-Stereo-Files im Modus Pure Direct (DSP off, Display off, kürzeste Signalwege) ab: „Dronning Fjellrose“ (Hoff Ensemble, 192 kHz/24-Bit), „Diamante“ (Sandra und Tony Alessi, 96 kHz/24-Bit) und „California Dreaming“ (Version von Diana Krall, 48 kHz/24-Bit) ab, und auch hier ist festzustellen: Im Detail wirkt der Klang im Hochtonbereich freier, breitet sich noch etwas feiner dosiert aus. Für Klangtestreihen muss man sich aber Zeit nehmen, um hier die Differenzen herauszuhören. „Mal eben nebenbei“ geht das nicht. Interessanterweise ist die Wirkung bei „Diamante“ am deutlichsten zu hören, hier wirkt die Feinauflösung wirklich verbessert, alles wirkt luftiger, frischer. Beim Track mit der höchsten Auflösung, „Dronning Fjellrose“, sind die Effekte am geringsten, und in erster Linie nicht bei den Vocals, sondern beim Klavier wahrzunehmen. Bei „California Dreaming“ bekommt Dianas Stimme etwas mehr Kontur und hebt sich eine Spur gekonnter vom Background ab. 
Fazit

IsoTek Evo3 Mini Mira 1

Braucht man einen Netzfilter wie Isoteks EVO3 Mini Mira nun oder nicht? Diese Frage lässt sich generell nicht beantworten. Vielmehr ist es eine Frage des persönlichen Anspruchs und des vorhandenen oder eben nicht vorhandenen Wunsches, alles aus einer hochwertigen AV-Kette herauszuholen. Wer behauptet, es handele sich ausschließlich um Voodoo, der irrt, das muss in aller Klarheit gesagt werden. Zu offensichtlich sind für eine solche Einschätzung die positiven Veränderungen, die EVO3 besonders hinsichtlich der Optimierung der Bildqualität herausholt. Akustisch stellen wir ebenfalls Verbesserungen fest, es handelt sich aber um relativ kleine Nuancen. Dem sehr erfahrenen und versierten Hörer werden diese aber auffallen. Wer behauptet, ein Netzfilter wäre ein „Zauberkasten“ und würde audiovisuell ein deutlich erweitertes Leistungsspektrum eröffnen, irrt genauso. In neue Welten dringt man definitiv nicht vor. Also liegt, wie so oft, die Wahrheit in der Mitte. Wer eine relativ hochwertige Kette einsetzt, am besten mit UHD TV > 65 Zoll und/oder Beamer sowie einer zumindest der oberen Mittelklasse zugehörigen AV- oder Stereo-Lösung, kann schon im Detail optimieren, und das Ergebnis zeigt dann, dass doch noch etwas Potenzial zuvor verschenkt wurde. Die 300 EUR sind, gemessen an dem dem, was eine Kette der oberen Mittelklasse kostet, dann auch nicht zu viel Geld. Das erstklassige verarbeitete Isotek-Gerät ist somit kein Voodoo-Zauber, sondern ein ehrliches, Nutzen bringendes Device – wenn man in der Lage ist, die Rahmenbedingungen richtig abzustecken.

Hochwertig verarbeiteter Netzfilter mit gelungener Optimierung im visuellen und akustischen Detail
ausgezeichnet
AV-Zubehör bis 300 EUR

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 22. April 2015




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