TEST: HUMAX iCord Pro – Set-Top-Box & Netzwerk-Zentrale

Humax iCord Pro Front Seitlich4

Schon in unserem Info-Special von der ANGACOM-Messe in Köln vorgestellt, ist der iCord Pro nun bei uns in der Redaktion eingetroffen und stellt sich unserem Testprozedere. Das HUMAX-Gerät ist sozusagen der kleine Bruder des bereits getesteten iCord Evolution und ist daher mit der identischen Technologie, wenn auch nicht in gleichem Umfang, wie das Topmodell ausgestattet. Zwei Satelliten-Tuner stecken in der Set-Top-Box, eine 500 GB Festplatte speichert aufgenommene Inhalte. Neben der konventionellen Recorder-Funktion ist natürlich auch Timeshift bis zu 90 Minuten und eine Fernprogrammierung möglich.

Hinzu kommt die Funktion des iCord Pro als SAT>IP Servers, mit dem TV-Signale über das Netzwerk an mobile Endgeräte weitergeleitet (gestreamed) werden können. Damit man nicht nur Free TV sondern auch private Bezahlsender genießen kann, bietet der iCord Pro sowohl einen HD+ Smartcard-Reader als auch einen CI+ Einschub. Eine HD+ Karte, die für ganze 12 Monate gültig ist, liegt dem Humax-Gerät bei. Ebenfalls erwähnenswert ist die Apple-Kompatibilität bzw. AirPlay-Funktion des iCord Pro. Im HUMAX stecken noch weitere, erklärungsbedürftige Features, die wir im Laufe des Testberichtes beleuchten werden. Der iCord Pro ist zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 379 EUR erhältlich.

Humax iCord Pro Fernbedienung

iCord Pro mit zugehöriger Fernbedienung

Humax iCord Pro Anschluss Front HD Karte

USB-Slot und Smartcard Reader für HD+

Humax iCord Pro Bedienelemente Front

Stationäre Bedienelemente am iCord-Gerät

Humax iCord Pro Innenleben Gesamt2

Innenleben

Humax iCord Pro Innenleben2

Unter der Abdeckung sitzt die 500 GB Festplatte

Humax iCord Pro Innenleben1

Anschlüsse, CI+ Einschub, passiver Kühlkörper, Smartcard-Reader – das Innenleben ist recht übersichtlich

Humax iCord Pro Rueckseite Seitlich1

Rückseite

Der „kleine Bruder“ des iCord Evolution kommt bezüglich seiner Gehäuse-Abmessungen deutlich kompakter daher. Abgesehen von der geringeren Breite wirkt auch der Auftritt nicht ganz so massiv. So ist die Gerätefront in transparentem hochglanzschwarz gehalten, während hier beim iCord Evolution auf einen geschliffenen Alu-Look gesetzt wird. Auch verjüngt sich die Front beim Pro etwas stärker und das runde, zentrale Bedienelement entfällt. Dafür finden sich nun ein Power-Button sowie Lautstärke- und Programmwechseltasten auf der linken Seite. Diese Tasten sind zwar als physische Tasten ausgeführt, aber berührungssensitiv. Ein Display gibt es nicht, lediglich eine blaue Status-LED ist in der Mitte der Vorderseite platziert. Da mittlerweile ohnehin alles „on-screen“ angezeigt wird, hat ein Display größtenteils Benefits im Bereich zusätzlicher Komfort & Bequemlichkeit. Rechts ist ein USB-Slot und der HD+ Cardreader untergebracht.

Insgesamt fühlt sich der iCord Pro hochwertig an, vermittelt sehr gute Haptik und bringt aufgrund der HDD auch ein wenig Gewicht mit sich. Das übrige Gehäuse besteht aus Metall, der Mantel ist mattschwarz markiert. Solide verschraubt und mit guten Materialübergängen versehen macht der iCord Pro einen exzellenten Eindruck im Punkt Verarbeitungsqualität.

Das Innenleben birgt keine bösen Überraschungen und recht aufgeräumt, die Festplatte ist unter einer schwarzen Abdeckung untergebracht. Für die Kühlung des Gerätes ist die Unterseite mit Lüftungsschlitzen versehen und ein passiver Kühlkörper untergebracht. Unterstützend wirkt ein aktiver Lüfter an der Rückseite.

Die Fernbedienung ist identisch zu der des iCord Evolution. Sie passt vom Design her, da sie den geschliffenen Alu-Look der Geräte-Front aufnimmt, nicht ganz so perfekt zum iCord Pro, wirkt aber immer noch sehr schick und fasst sich dank der größtenteils gummierten Tasten haptisch hochwertig an. Im oberen Drittel befindet sich ein Navigationskreuz mit mittiger OK-Taste. Die Fernbedienung wird von zwei AAA-Batterien mit Strom versorgt.

Humax iCord Pro Rueckseite Seitlich2

Rückseites des iCord Pro

Humax iCord Pro Common Interface

Links ist noch der CI+ Slot sichtbar

Humax iCord Pro Anschluesse Rueckseite1

Anschlüsse komplett

Für die Übertragung der maximal möglichen Video-Auflösung von 1080p ist ein HDMI-Slot integriert. Das Backup übernimmt der FBAS-Videoanschluss, der über den beiden analogen Stereo-Cinch-Anschlüssen zu finden ist. Wer das Audiosignal digital aber nicht via HDMI übertragen möchte, dem steht ein optischer TOSLINK-Ausgang zur Verfügung. Rechts der AV-Slots gibt es einen Ethernet- und USB-Slot, links davon sind die beiden LNB-Eingänge und ein LNB-Ausgang zu finden. Am Stromnetz angeschlossen wird der iCord Pro nicht direkt mit einem Kaltgerätekabel sondern über einen 12V Anschluss und ein beiliegendes Netzteil. Vorne findet sich ein zusätzlicher USB-Slot und der HD+ Smartcard Reader. Der einzelne CI+ Slot gesellt sich zu den übrigen Anschlüssen auf der Rückseite.

 Humax iCord Pro Screenshot 1

iCord Pro Installationsassistent

Humax iCord Pro Screenshot 2

Einrichtung der Netzwerkverbindung

Humax iCord Pro Screenshot 3

Test der Internetverbindung

Humax iCord Pro Screenshot 4

Bevorzugte Senderliste

Humax iCord Pro Screenshot 5

Automatischer Satellitensuchlauf

Humax iCord Pro Screenshot 7

Abschluss des Installationsvorgangs

Beim ersten Start des iCord Pro werden wir von einem Installationsassistenten empfangen. Der ansprechende Look und die hohe Auflösung der graphischen Benutzeroberfläche machen direkt einen positiven Eindruck. Vor allem anderen wird die Internetverbindung eingerichtet. Prinzipiell ist der iCord Pro für die Verbindung mit Kabel vorbereitet, kann aber auch drahtlos eingerichtet werden. Für die drahtlose Verbindung ist aber ein optionaler WLAN-Adapter notwendig. Bei der Kabelverbindung sind im Normalfall keine weiteren Einstellungen notwendig. Wird kein DHCP verwendet, kann man dem HUMAX-Gerät natürlich auch eine statische IP zuweisen. Danach wird das Land gewählt, dessen Ordnung der Kanalliste man übernehmen möchte und ein automatischer Satellitensuchlauf durchgeführt. Hier kann man entscheiden, ob man nach allen Programmen (inklusive Pay-TV) oder z.B. nur nach Free-TV Stationen suchen möchte. Danach wird noch eine Übersicht angezeigt und der Vorgang ist abgeschlossen.

Humax iCord Pro Screenshot 17

Einstellungen

Humax iCord Pro Screenshot 18

Audio-Settings

Humax iCord Pro Screenshot 19

Netzwerkeinstellungen

Humax iCord Pro Screenshot 20

Verwendung des iCord Pro als DLNA-Server

Humax iCord Pro Screenshot 21

Einstellungen zur Aufnahmefunktion

Humax iCord Pro Screenshot 22

weitere Einstellungsmöglichkeiten

Humax iCord Pro Screenshot 23

Senderliste bearbeiten, etc.

Das Hauptmenü des iCord Pro ist nicht weniger ansprechend wie der Installationsassistent und liegt ebenfalls hochauflösend vor. Dank guter Gliederung und klar verständlichen Texten ist das Menü problemlos bedienbar. Auch die gute Reaktionszeit wirkt sich auf das einfache Handling positiv aus. Wichtig bei den Interneteinstellungen ist die Aktivierung der Server-Funktion, da nur so das TV-Streaming auf mobile Endgeräte, etc. möglich ist.

Humax iCord Pro Screenshot 10

Umfangreiches Multimedia-Angebot

Humax iCord Pro Screenshot 11

TV Apps

Humax iCord Pro Screenshot 12

App Market für zusätzliche Angebote

Verschiedene Mediatheken, Youtube, Facebook und viele weitere Apps stehen allesamt mit dem iCord Pro zur Verfügung. Direkten Zugriff erhält man außerdem auf Fotos, Musik und Videos, die entweder von einem USB-Stick oder einem DLNA-Server im Netzwerk zugespielt werden. Im App Market kann man sich weitere Programme und Angebote herunterladen, die noch nicht auf dem HUMAX-Gerät vorinstalliert sind.

Beim iCord Evolution waren noch sämtliche Funktionen, also auch die Wiedergabe von Dateien über das Netzwerk etc. unter TV Apps untergebracht. Jetzt ruft man diese Funktion mit der Home-Taste und dem Punkt „Media Center“ auf. Hier kann man dann zwischen der internen Festplatte, angeschlossenen USB-Sticks oder vorhandenen DLNA-Servern wählen. Die Navigation und Bedienung erfolgt auch hier recht schnell und unkompliziert.

An Formaten gibt der iCord Pro bei Musik MP3- und AAC-Dateien anstandslos wieder, FLAC wird allerdings nicht wiedergegeben, hochauflösend oder nicht. Bei Bildern werden sowohl JPEGs und Bitmaps als auch PNG-Dateien wiedergegeben. Bei Videos spielt der iCord Pro DiVX, MP4, MPEG, WMV, AVCHD, TS-Aufnahmen sowie Quicktime MOV und MKV-Dateien anstandslos ab, natürlich auch in HD, sofern die Quelldatei in dieser Auflösung vorliegt.

Humax iCord Pro Screenshot 9

Elektronischer Programmführer

Aufgrund der integrierten Festplatte ist die Nutzung des iCord Evo als digitaler Videorekorder besonders komfortabel. Man muss nichts externes via USB anschließen, muss keine Formatierung vornehmen oder sonstige Vorbereitungen treffen. Natürlich kann man in den Aufnahmeeinstellungen verschiedene Parameter individualisieren – die Grundeinstellung bietet hier aber eine ausgezeichnete Basis.

Direkt am Gerät kann die konventionelle Aufnahme-Programmierung aboslut unkompliziert erfolgen. Startet man mit der „Guide“-Taste der Fernbedienung den elektronischen Programmführer, kann man einfach die gewünschte Sendung auswählen und mit einem Druck auf die REC-Taste die Timer-Aufnahme programmieren. Der iCord Pro nimmt dann das gewünschte Programm zuverlässig auf. Will man schlichtweg das aktuelle Programm aufnehmen, wird mit der REC-Taste die Aufnahme sofort gestartet und endet mit dem Ablauf der Sendung. Natürlich bietet die HUMAX Set-Top-Box auch Timeshift, dies wird mit der Pause-Taste eingeleitet.

Die aufgezeichneten Dateien – und selbstverständlich auch andere Dateien, die sich auf der integrierten Festplatte des iCord Pro befinden – stellt der Receiver via DLNA anderen Geräten im Netzwerk zur Verfügung. Dafür muss man, wie bereits erwähnt, die Serverfunktion in den Netzwerkeinstellungen im Hauptmenü aktivieren.

Dies gilt auch für Live-TV, mit der HUMAX Live TV-App holen wir uns das aktuelle Fernsehprogramm auf ein mobiles Endgerät. Bei unserem Test des iCord Evolution lag die App nur für Android-Tablets vor. Mittlerweile gibt es das Programm auch für iOS und sowohl für Tablets als auch für Smartphones. Die App kann kostenlos heruntergeladen werden. Die Qualität des TV-Signals ist auf dem mobilen Endgerät zwar nicht identisch wie live vom Satelliten am TV, sieht aber immer noch sehr gut aus. Das Signal muss schließlich vom iCord Pro in ein kompatibles Format gewandelt und dann mit entsprechend passender Bitrate über das Netzwerk gesendet werden. Neben Live TV via App bietet der iCord Pro auch eine SAT>IP Serverfunktion und stellt das Signal anderen DLNA-Klienten im Heimnetzwerk bereit. Allerdings kann während der Nutzung der SAT>IP Funktion der iCord Pro nicht zum TV-Genuß am via HDMI angeschlossenen Bildwiedergabegerät verwendet werden.

Neben der Live TV-App bietet HUMAX noch eine „Remote App“ und eine „Media Player App“ an. Bei der Remote App handelt es sich lediglich um eine Fernbedienung auf dem Smartphone. Die gesamte Steuerung erfolgt mit dem mobilen Endgerät, die konventionelle Fernbedienung ist dann zu keiner Zeit mehr notwendig. Die Media Player App hingegen fungiert als komfortable Plattform für die Wiedergabe von Dateien von DLNA-Servern. Ohne das am iCord Pro angeschlossene Wiedergabegerät nutzen zu müssen, durchsucht die App das gesamte Netzwerk nach vorhandenen DLNA-Servern und zeigt diese inklusive sämtlicher, darauf befindlicher Dateien auf dem Smartphone oder Tablet an. Mit einem Klick auf die jeweilige Datei wird diese an den HUMAX gesendet und am Bildwiedergabegerät angezeigt. Wer sich die Apps einmal genauer ansehen möchte, ohne sie gleich herunterzuladen, kann unsere Screenshots im Test des HUMAX iCord Evolution begutachten.

Mit der App „HUMAX TV Guide“, die ebenfalls kostenlos zum Download bereit steht, kann man nicht nur das aktuelle Fernsehprogramm einsehen sondern auch Aufnahme-Timer setzen. Das geht sowohl im Bereich des Heimnetzwerkes als auch dann, wenn man mal nicht zuhause ist.

Fernprogrammierung ist nämlich ein wichtiges Thema beim iCord Pro. Wenn man mal vergessen hat, bei einer bestimmten Sendung den Aufnahme-Timer zu setzen oder etwa im Stau steht und nicht pünktlich zum gewünschten Programm zuhause ist, lässt sich dies auch von unterwegs aus konfigurieren. Dafür erforderlich ist eine einmalige Registrierung unter www.myhumax.net erforderlich.

myhumax_tvguide

Die My Humax-Website mit dem Programmführer

geraet_verwalten

Das Gerät muss zunächst unter „Gerät verwalten“ hinzugefügt werden

myhumax_serienaufnahme

Problemlos können wir einen Aufnahme-Timer setzen

app_markt

Auch Apps kann man über die Webseite verwalten

Wir gehen also zunächst auf die Homepage. Da wir ja bereits den iCord Evoliution ausführlich getestet haben, besitzen wir schon einen Account und müssen unter „Gerät verwalten“ nun lediglich das neue Gerät hinzufügen. Hierbei muss lediglich der Geräte-Registrierungscode und der Geräte-PIN (im Auslieferungszustand 0000) eingegeben werden, die einzelnen Schritte sind ausführlich beschrieben. Jetzt können wir nicht nur unter „Programmführer“ das EPG einsehen und nach Belieben Aufnahme-Timer setzen und den iCord Pro programmieren sondern auch unter „TV Apps“ von hier aus weitere Applikationen installieren. Stellen wir einen Timer ein, wird dieser Befehl binnen kurzer Zeit (das Aktualisierungsintervall kann im 10-Minutentakt von 10 Minuten bis 50 Minuten eingestellt werden) an den iCord Pro weitergeleitet und erscheint auch sofort im EPG. Wie schon beim iCord Evolution funktioniert die Fernprogrammierung zuverlässig und komfortabel.

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Kurze Erläuterung nach dem ersten Einloggen

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EPG mit zwei gesetzten Timern

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Bis zu einer Woche im voraus kann man planen

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Anzeige eines Programms, auch eine Serienaufnahme oder Erinnerung ist möglich

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Die gesetzten Timer in der Übersicht

Bei der TV Guide App loggen wir uns ebenfalls mit unserer Email und dem Passwort, das wir auf www.myhumax.net festgelegt haben ein. Hier wird ebenfalls ein recht übersichtliches EPG angezeigt und absolut problemlos können wir einen Aufnahme-Timer setzen. Auch sind hier, wie schon auf der Webseite, Serienaufnahmen von mehreren Sendungen möglich und der Timer-Zeitplan kann eingesehen werden.

Die Fernprogrammierung geht nach einmaliger Registrierung und Anmeldung des HUMAX-Gerätes unter Eingabe des Registrierungscodes (unter „TV Apps“ einsehbar“) sehr unkompliziert und komfortabel vonstatten. Sowohl unter www.myhumax.net oder mit der TV Guide App ist die Prozedur schnell erledigt und wird zuverlässig ausgeführt. Man muss nur darauf achten, dass bis zum Aufnahme-Zeitpunkt ausreichend Zeit ist, damit der iCord Pro die Informationen abrufen kann, also minimal 10 Minuten. Die Apps sind zudem allesamt optisch schick aufgemacht und ansprechend – ob man wirklich vier verschiedene Apps anbieten muss, ist Geschmackssache. Allerdings sind die Funktionen derart umfangreich, dass eine einzelne Applikation wohl tatsächlich überladen wäre. Auch die AirPlay-Funktion soll noch kurz erwähnt werden. Befinden sich sowohl iPhone/iPad und iCord Pro im selben Netzwerk, wird das HUMAX-Gerät schnell erkannt und beim iPhone unter den AirPlay-Geräten angezeigt. Wählt man dann ein Foto aus, wird es direkt über den HUMAX iCord Pro am angeschlossenen Bildwiedergabegerät angezeigt.

Bild

Bisher konnten wir bei HUMAX Set-Top Boxen, seien es Kabel- oder Satellitenreceiver, stets sehr positives bezüglich der visuellen Darbietung berichten. Der iCord Pro bildet hier erfreulicherweise keine Ausnahme und liefert eine sehr solide Performance ab. Bis auf die native FullHD-Auflösung von 1080p skaliert bzw deinterlaced die HUMAX Set-Top-Box das von den Sendern ausgestrahlte Signal hoch. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern muss lediglich skaliert werden, da diese TV-Stationen zwar in der Auflösung von 1280 x 720 Pixeln ausstrahlen, das Signal aber bereits progressiv, in Vollbildern, vorliegt. ZDF HD wirkt mit dem iCord Pro angenehm stabil, rauscharm und sauber durchzeichnet. Auch die Kantenschärfe ist hoch, dabei treten keine sichtbaren Artefakte auf. Nur wer sehr genau hinsieht, erkennt ab und zu – natürlich auch abhängig von der Signalqualität des Programms – Treppenstufen und nicht ganz stabile Kanten. Bei Aufnahmen im Studio, bei denen auch keine schnellen Bewegungen zu sehen sind, ist davon aber nichts zu sehen. Die Farbdynamik ist sehr gut ausgeprägt und, da wir über ein hochwertiges Bildwiedergabegerät verfügen, auch natürlich und authentisch. Die Farben wirken lebendig, aber nicht überzogen oder zu strahlend. Dank den ausgezeichneten Basisparametern erscheint das Bild auch insgesamt sehr dreidimensional und plastisch. Einzelne, verschieden tiefe Bildebenen kommen sauber heraus und können voneinander unterschieden werden. Die Bildschärfe bleibt durchgängig auf hohem Niveau, auch wenn das Bildgeschehen mal etwas komplexer ist oder schnellere Bewegungsabläufe zu sehen sind, bleibt das Bild scharf und stabil.

Die privaten HD-Sender wie z.B. „ProSieben“, „Sat.1“, etc. strahlen ihr Programm in 1080i aus. Da wir den iCord zu unseren Testzwecken sämtliche Aufgaben selbst erledigen lassen und daher das Signal in 1080p an unser TV-Gerät weiterleiten, muss die Set-Top-Box das Signal deinterlacen. Subjektiv wirkt das Bild weder besser noch schlechter als das 720p-Signal der öffentlich-rechtlichen Sender. Natürlich hängt dies auch stehts von dem jeweiligen Programm, und wie aufwändig dieses produziert wurde, ab. Die Farbgebung ist ebenfalls lebendig und dynamisch, bleibt aber natürlich. Die Bildschärfe, sowohl an den Kanten als auch im Detail, ist wie bei 720p auf exzellentem Niveau und nimmt auch bei schnellen Bewegungen nur geringfügig ab. Stabil und angenehm wird ein räumliches und realitätsnahes Bild geliefert.

Im SD-Betrieb ist das Bild natürlich nicht ganz so rauscharm und weniger scharf. Wichtig ist aber, dass die Bildstabilität und Ruhe auf hohem Niveau bleibt und das ist beim iCord Pro definitiv der Fall. So ist das Sehen von SD-Programmen, auch wenn es bei bestimmten Parametern natürlich nicht auf das visuelle Niveau einer HD-Ausstrahlung kommt, sehr angenehm. Die Farbdynamik ist ein wenig eingeschränkt, dennoch bleibt die Farbgebung recht lebendig und auch die Authentizität leidet nicht. Das Bild wirkt zwar insgesamt etwas weniger plastisch, einzelne Ebenen können aber weiterhin differenziert werden. Die visuellen Qualitäten des iCord Pro überzeugen, in Kombination mit einem hochwertigen TV-Gerät oder auch Projektor wird hier maximale Live TV-Performance geboten.

Fazit

Humax iCord Pro Front Seitlich1

Der iCord Evolution hat vorgelegt – kann der iCord Pro nachziehen? Wir meinen: Absolut! Wie schon der große Bruder verfügt der iCord Pro nicht nur über zahlreiche sinnvolle Benefits und Vorteile, die praktischen Nutzen bieten – sondern bietet darüber hinaus auch noch Betriebssicherheit und einfaches Handling. Zwar kann man gegenüber dem iCord Evolution nur zwei Programme gleichzeitig aufnehmen und man büßt u.a. die Möglichkeit ein, eine zusätzliche Festplatte über den Wechselschacht im Gerät zu integrieren. Die sonstigen wichtigen Funktionen wie Fernprogrammierung, Live TV-Streaming auf mobile Endgeräte und die Funktion als DLNA-Server sind aber genauso eifnach zu bedienen wie beim großen Gerät. Ob App auf dem Smartphone/Tablet oder über www.myhumax.net mit dem Browser, auch weniger versierte Anwender werden sich flink zurechtfinden. Der iCord Pro bietet zudem AirPlay, womit man komfortabel Fotos von einem iOS-Gerät übertragen kann. Die visuellen Qualitäten stehen dem multimedialen Angebot in nichts nach. Ob HD- oder SD-Programme, der HUMAX-Receiver liefert ein angenehmes, ruhiges und scharfes Bild.

Der iCord Pro überzeught mit zahlreichen Features mit hohem praktischem Nutzen, tollen visuellen Qualitäten und exzellentem Bedienkomfort
referenz
HDTV Set-Top-Box
22.08.2014

+ Zwei Tuner für parallele Aufzeichnungen
+ Remote-Aufnahme via App oder www.myhumax.net
+ Live TV-Streaming
+ DLNA-Client & Server-Funktion
+ Hoher Bedienkomfort
+ Betriebssicherheit auch bei häufig problematischen Features wie z.B. Remote-Aufnahme
+ Ausgezeichnete visuelle Qualitäten
+ HD+ SmartCard-Reader und CI+ Slot

– kein WLAN integriert
– Live-TV Signal wird nicht via DLNA an andere Klienten gesendet

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 22.08.2014




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