TEST: Honor 8 – Aktuelles Honor-Flaggschiff mit Top-Performance?

Schlichter Name, große Ansprüche: Mit dem aktuellen Flaggschiff fordert die Huawei-Tochter die aktuelle Referenz-Elite heraus. Der Praxistest zeigt, wo sich der Chinese qualitativ einordnet.

Honor traut sich was! Nach günstigen Einsteigergeräten soll das Honor 7 für rund 400 Euro bereits das volle Smartphone-Programm liefern und damit auch direkt dem Mutterkonzern Huawei Konkurrenz machen.

Dass die Ansprüche beim Honor 8 höher sind, zeigt sich bereits beim Designkonzept, denn der Unibody-Korpus bietet beidseitig eine Vollverglasung, einen hochwertigen Alurahmen, soliden Klavierlack sowie elegante Abrundungen. Sicherlich wurde das Designrad nicht neu erfunden, doch im direkten Vergleich zu aktuellen Referenzgilde, macht dieser Chinese eine sehr gute Figur. Einzige optische Auffälligkeit ist die doppelte Linse auf der Rückseite, doch dazu später mehr.

Rückseite

Auch das 5,2-Zoll große Display überzeugt. Der LCD-Vertreter bietet Full HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) und beeindruckt durch eine hohe Helligkeit, knackige Schärfe und gutem Farbraum. Einzige kleine Kritik: Die Weißdarstellung ist nicht optimal und das Display reagiert recht sensibel auf Druck. Insgesamt aber eine sehr runde Vorstellung, zumal die Verarbeitungsqualität makellos geraten ist.

Aufnahme bei Sonnenaufgang

Auch wenn nicht das Leica-Logo (wie beim Huawei P9) auf dem Gehäuse zu sehen ist, scheint es dennoch technische Parallelen zu geben, denn auch die Kamera des Honor 8 ist schlichtweg top! Unterstützt wird die 12-Megapixel-Hauptkamera durch zwei Sensoren und einem leistungsstarken Dual-LED-Blitz. Das Honor 8 konnte seine Qualitäten auf Teneriffa eindrucksvoll unter Beweis stellen, denn die Spiegelreflex-Kamera blieb meistens zuhause, da die Tageslichtaufnahmen durch die Bank weg reif für das Fotoalbum sind. Aber auch Landschaftsaufnahmen beim Abendrot sowie Nachtaufnahmen bei kurzen Distanzen gelingen noch. Auch die 8-Megapixel-Frontkamera ist qualitativ gut und kann überzeugen.

So gibt es diverse „Schönmacher“-Modi, einen 3-Sekunden-Timer, sowie ein Bild-im-Bild-Zoom, um sein Gesicht noch besser in Szene rücken zu können. Der einwandfreie FullHD-Camcorder rundet diesen gelungenen Auftritt perfekt ab.

Neben dem exzellenten Fingerprintscanner (siehe Handhabung) bietet der Chinese noch eine Dual-SIM-Funktion als weiteres Extras neben allen Android-Standards. Hier wurde allerdings gespart, da lediglich ein Hybrid-Slot verbaut wurde. Der Nutzer muss sich also entscheiden, ob er eine zweite SIM-Karte oder eine microSD-Karte einlegen möchte, um den Speicher zu erweitern. Apropos Speicherplatz: Es gibt es zwei Version mit 32 und 64 GB ROM, wobei letztere Version mit 50 Euro mehr zu Buche steht – das ist fair.

Seitliche Ansicht

Sprechen wir gleich über das absolute Komfort-Highlight, den Fingerprintscanner. Der arbeitet dermaßen flink und zuverlässig, dass er die Konkurrenz in den Schatten stellt. Selbst bei leichtem Feuchtfilm auf dem Finger gelingt noch die sofortige Entsperrung – bravo! Mit dem Scanner lassen sich sogar unter anderem Anrufe annehmen oder Fotos knipsen, was situativ sehr hilfreich ist. Via Smart Key ist es unter anderem außerdem möglich direkt die Kamera zu aktivieren, indem man schnell die Taste drückt. Der Fingerprintscanner ist somit eine wichtige Schaltzentrale des Bedienungskonzeptes.

Honor 8 Screenshot Fingerprintscanner

Einstellungen zum Fingerabdruck-Scanner

Ansonsten wandelt das Honor 8 beim Bedienungskonzept auf bewährten Pfaden. Vorinstalliert ist Android 6 mit dem User Interface EMUI 4.1. Einen App Drawer gibt es zwar nicht, doch dafür wurden viele Apps vom Start weg sinnvoll in Menüpunkten zusammengefügt. Es ist letztendlich Geschmacksache, was einem besser gefällt.

Extras, wie Bewegungs-, Sprach- & Handschuhsteuerung oder eine optimierte Einhand-Bedienung durch eine verkleinerte Display-Darstellung, sind ebenfalls am Start und lassen sich optional aktivieren. Insgesamt also eine starke Vorstellung, die auch durch ein zügiges Tempo überzeugt.

Wer oben mitspielen möchte, muss eine entsprechende CPU-Leistung einbauen – und auch hier lässt sich Honor nicht lumpen. Die 64-Bit Prozessor-Architektur setzt sich aus dem Achtkern-Prozessor HiSilicon Kirin 950, einer 2.300 MHz Prozessor-Taktung sowie satten 4 GByte Arbeitsspeicher zusammen – beeindruckend! Das klingt nicht nur gut, es funktioniert im Alltag auch einwandfrei.

Weniger überzeugend ist dafür der fest eingebaute 3.000 mAh Akkublock. Egal, ob wenig, mittel oder auch bei höherer Nutzungsintensität, mehr als drei Tage Rufbereitschaft war während des Praxistests nicht drin. Das ist angesichts des Ausstattungspakets sicherlich kein Beinbruch, doch hier ist die Referenz-Konkurrenz dem Honor 8 noch einen Schritt voraus. Das Honor 8 unterstützt zwar USB-C, doch dafür sind die Ladezeiten dennoch recht lange.

Kein Manko aber bei der Sprachqualität! Hier überzeugt der Fernöstler durch klare, lautstarke und weitestgehend nebengeräuschfreie Verbindungen in beide Senderichtungen, die manchmal sogar fast Festnetzniveau erreichen. Auch der Freisprecher punktet durch eine lautstarke und sehr verständliche Wiedergabe. Zwar besitzt das Honor 8 nur einen Mono-Lautsprecher unterhalb des Displays, doch der ist groß, klangstark in vielen Facetten und hat sogar ein dezentes Bassfundament. Samsung Galaxy S7 hat in dieser Disziplin auch nicht mehr zu bieten.

Fazit

Überraschend stark! Die vermeintlich billige Huawei-Tochter liefert eine positive Überraschung ab. Das Honor 8 überzeugt im Praxistest mit einer ganzen Reihe an Kaufargumenten. Das deutlichste ist die ausgesprochen gute Kameraleistung. Aber auch die größtenteils glasklare Sprachqualität, das elegante Erscheinungsbild sowie der flinke Fingerprintscanner sind starke Argumente.

Sehr solides Smartphone mit exzellenter Kamera zum fairen Preis
ausgezeichnet
01.12.2016

+ Sehr gute Kamera
+ Schneller Fingerprintscanner

– Keine optimale Rufbereitschaft
– Eingeschränkte Dual-SIM-Funktion
– Lange Ladezeiten trotz USB-C

Test: Ulf Schneider
Datum: 01.12.2016




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