TEST: Harman/Kardon Soundbar mit drahtlosem aktivem Subwoofer SB 26/230

Harman Kardon SB 26 Gruppenbild2

Auch wenn es so scheint, als wäre der größte „Hype“ vorbei – nach wie vor stoßen hochwertige Soundbars und aktive TV-Lautsprecher auf reges Interesse. Harman/Kardon hat bereits seit geraumer Zeit mit der in hochglänzendem Schwarz im Duett mit einem aktiven drahtlosen Subwoofer antretende SB 26/230 im Produkt-Portfolio. Zum Kurs von 529 EUR bekommt man eine hochwertige verarbeitete, aus seitlicher Sicht runde Soundbar, die pro Kanal mit zwei 75 mm Mitteltönern und einem 25 mm Hochtöner bestückt ist. Die Leistung liegt bei 2 x 30 Watt, was zumindest in der grauen Theorie dem Mittelfeld in der Preisliga entspricht. Der aktive drahtlose Bassreflex-Subwoofer, ebenfalls sauber verarbeitet wie die Soundbar, verfügt über einen 25 cm Basstreiber, der von einer 100 Watt Endstufe versorgt wird. Das Gesamtsystem weist einen Frequenzgang von 38 Hz bis 22 kHz auf. Die Soundbar ist 110 mm hoch, 920 mm breit und 89 mm tief, das Gewicht liegt bei 3,6 kg. Der aktive Bass ist 365 mm hoch, 320 mm breit und 320 mm tief, somit fast würfelförmig, und wiegt 15 kg. 

Harman Kardon SB 26 Sub Rueckseite Seitlich

Kabelloser aktiver 100 Watt-Bassreflex-Subwoofer

Harman Kardon SB 26 Sub Tieftoener

Downfire-Sub mit 25 cm Chassis

Harman Kardon SB 26 Sub Bedienelemente Rueckseite

 Pairing-Button (das Pendant findet sich an der Soundbar), Crossover-Drehregler, Phasenumschalter hinten am Subwoofer

Harman Kardon SB 26 Sub Front Seitlich

Schlichte Optik 

Harman Kardon SB 26 Soundbar Front Seitlich1

Hochwertiges, schnörkelloses Industriedesign, typisch für Harman Kardon 

 

Harman Kardon SB 26 Soundbar Rueckseite Seitlich

Rückseite komplett Harman Kardon SB 26 Soundbar Anschluesse

Anschlusssektion der SB 26

Harman Kardon SB 26 Soundbar Bedienelemente Oberseite

 Bedienelemente an der Soundbar

Harman Kardon SB 26 Soundbar IR Sensor

IR-Repeater im Lieferumfang

Beim Soundbar/Subwoofer-Set handelt es sich um ein Ensemble mit klassischen Merkmalen, was die Ausstattung anbetrifft. Es findet sich eine Wiedergabeart für klassisches Stereo, ebenfalls gibt es den Harman Display Virtual Surround Speakers Mode, der das Klangfeld effektiv weitet und somit die Räumlichkeit entscheidend verbessert. Mitgeliefert wird auch Harman Volume, das System gleicht Lautstärkeunterschiede zwischen verschiedenen Eingangsquellen aus. Harman Volume ist in den Stufen Low und High schaltbar. Decodiert wird nur Dolby Digital, aber kein DTS, was für die Preisklasse ebenso dürftig ist wie die mitgelieferte Scheckkarten-Fernbedienung mit Folientasten. Direkt auf der Fernbedienung kann man auf die beiden HDMI-Inputs, auf den optischen digitalen und den analogen Eingang zugreifen. Bluetooth ist ebenfalls integriert, allerdings findet sich keine Pairing-Möglichkeit oder Quellanwahl über Fernbedienung. Daher muss man dies direkt an der Soundbar bewerkstelligen.

Harman Kardon SB 26 Soundbar Fernbedienung

Fernbedienung

Harman Kardon SB 26 App 2

App:  Lautstärke und Bassregelung 

Harman Kardon SB 26 App 3

Harman Volume 

Harman Kardon SB 26 App 5

Quellwahl 

Harman Kardon SB 26 App 6

 Zugriff auf Musik, die auf dem Smartphone gespeichert ist

Wer keine Lust hat, auf die kleine Fernbedienung zurückzugreifen, kann die SB 26 auch mittels App (läuft über Bluetooth) steuern. Die App selber birgt keine Überraschungen und ist einfach zu handhaben, was in Anbetracht der relativ geringen Funktionsvielfalt auch kein großes Wunder ist. Sie heißt schlicht „HK Remote“ und ermöglicht den direkten Zugriff auf die lokal auf dem Smartphone oder Tablet vorhandenen Musikdateien (was man eigentlich nicht braucht, beim iPhone 6 Plus, das wir für den Test benutzten, kann man ganz normal auch in die iTunes Mediathek gehen und die Wiedergabe per Bluetooth nach rascher, problemloser Kopplung starten). Des Weiteren kann man Lautstärke und Bass-Intensität steuern, den Surroundmodus aktivieren oder deaktivieren und die gewünschte Quelle auswählen. 

Leider gibt es an der Soundbar kein Display, was Freude eines sehr reduzierten Designs sicherlich freut, aber denjenigen, der in erster Linie auf Praxistauglichkeit achtet, nicht unbedingt für die SB 26 einnimmt. Die Soundbar selber kommt mit externem Netzteil, während der aktive Wireless-Subwoofer mittels Eurostecker direkt mit einer freuen Steckdose verbunden wird. Harman liefert erfreulicherweise umfangreiches Zubehör mit. So beispielsweise auch ein HDMI-Kabel, ein optisches Kabel und ein IR Repeater Kabel. Natürlich kann man die SB 26 auch an der Wand befestigen, sie steht aber auch problemlos und ist nicht zu wackelig. Allerdings sind die Standfüße doch etwas weiter auseinander, so dass sie auf einem TV-Stand mit nicht ausreichender Breite keinen soliden Platz findet. 

Klang

Nun, Harman-Produkte stehen und standen durchaus für ausgezeichneten Klang, und gerade auch die Soundbars des Hauses haben uns hier bislang nicht enttäuscht, siehe zum Beispiel die Sabre SB 35, das ultraschlanke Topmodell des Hauses, die hervorragend im damaligen Test abschnitt. Und auch die SB 35 müssen wir sehr loben – kraftvoll, lebendig, und mit einem erstklassigen Surround-Programm für virtuelle Räumlichkeit versehen, begeistert uns die Soundbar bei der Zuspielung von Musik mittels Bluetooth – hier sind übrigens rund 9,5 Meter Distanz möglich, ehe die Verbindung dann abbricht.

„R.E.D.“ von Talla 2XLC donnert als nachdrücklicher Trance-Track mit erstaunlichen Pegeln durch den Hörraum. Als ärgerlich erweist sich nur das verzögerte Reagieren der SB 26 auf Änderungen der Lautstärke. Ganz gleich, ob aus der iTunes-App heraus oder mittels der Harman-App geregelt, das Ansprechen ist immer verzögert und nicht besonders präzise. Genug der Kritik, mit weitläufiger Effektwiedergabe und einem Bass mit ordentlich Kick und Fundament können wir hier sehr gute Zensuren verteilen. Was uns auch sehr gut gefällt: Wie gering die Neigung zu unschönen Verzerrungen ist, selbst bei hohem Pegel. Bei „Girls In Luv“ von DJane Housekat featuring Rameez entpuppt sich das Soundbar/Subwoofer-Bundle wiederum als spielstark und erstaunlich fundiert im Bassbereich. Aber auch die Loslösung von Stimmen und Effekten von der Soundbar gelingt ausgezeichnet. 

Und wie ist es um die Klanggüte der SB 26 bestellt, wenn wir einen gänzlich anderen Musikstil fokussieren? Bei „Love in Portofino“ beweist uns Harman Kardons Klang-Riegel, dass es auch beim wunderschönen Andrea Bocelli-Stück keinerlei Berühungsängste gibt, ganz im Gegenteil. Die Instrumente gruppieren sich auf glaubwürdigte Art und Weise rund um die Stimme, und selbst Klavier und Violine wirken nicht synthetisch, sondern weisen eine Feindynamik auf, die für eine Soundbar ganz erstaunlich ist.

Der Klang ist auch dann, wenn man es lauter angehen lässt, stehts sehr angenehm, ohne fade zu erscheinen. Die identischen Eindrücke konnten wir auch bei „Senza Fine“, ebenfalls vom Album „Passione“, sammeln. Wie gut Andreas charakteristische Stimme herausgearbeitet wird, verdient Anerkennung. Sicherlich, nach wie vor ist eine Soundbar kein optimales Wiedergabeinstrument für passionierte Musikliebhaber, aber dass doch ein so hohes qualitatives Niveau möglich ist, erstaunt. Im Vergleich zur teureren Sabre ES 35 präsentiert sich die SB 26 als milder abgestimmt, harmonisch und homogen geht sie stets ihrer Arbeit nach. 

Bei der Celine Dion-Adaption von „The Power Of Love“ wechseln wir nun ins Blu-ray-Metier und checken gleich, ob der interne Dolby Digital Decoder auch seiner Arbeit nachgeht. Tut er, in geringerer Auflösung wird die Dolby True HD-Tonspur der BD ausgegeben, und das, was qualitativ herauszuhören ist, gefällt uns durchaus. „Dolby Digital“ wird im Übrigen per OSD eingeblendet, genauso, wie man „Bluetooth“ auf dem TV lesen kann, wenn man zwischenzeitlich auf den BT-Input wechseln.

Ein rudimentäres OSD hat die SB 26 demnach auch. Zu den akustischen Eigenschaften – hier kommt Celines Stimme recht klar und lebendig heraus, auch die Trennung der Stimme von den Instrumenten gelingt tadellos. Etwas monoton und nicht allzu einhüllend wirken nur die Beifallsbekundungen des Publikums. Bei „It’s aAll Coming Back To Me Now“ sind die Piano-Klänge direkt am Anfang sehr passend eingearbeitet, und als Celine zu singen anfängt, merkt man auch hier, dass die SB 26 ihr Handwerk hervorragend versteht: Detailtreue, Klarheit im Hochtonbereich, Raumgefühl – all dies kann die SB 26.

In PCM Stereo hörten wir „Boys Of Summer“ von den Eagles (BD „Farewell Tour“), Und auch hier – eine klare, lebendige Gesamtwiedergabe trifft auf einen straffen Bass und ein erstaunliches Maß an Weitläufigkeit. Somit ist die SB 26 sogar in der Lage, so etwas wie Atmosphäre zu schaffen. Die Zusammenarbeit von Soundbar und Subwoofer ist sehr gut, der Bass kommt praktisch zeitgleich zum Rest des akustischen Geschehens beim Zuhörer an, überdies ist kaum eine klangliche Lücke zwischen unterster Grenzfrequenz der Soundbar und oberster Grenzfrequenz des aktiven Subwoofers festzustellen. 

Wie sieht es mit dem Können der SB 26 bei der Wiedergabe von Filmen aus? Wir hören uns „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“an und sind auch hier enorm zufrieden mit der Leistung – schon direkt zu Beginn des zweiten Kapitels, als das riesige Hangartor aufgeht, sind wir angetan von den Fähigkeiten des aktiven Subwoofers, der den Effekt mit Wucht und einem guten Tiefgang wiedergibt. Die folgenden Geschehnisse beweisen, dass die SB 26 nebst aktivem Subwoofer gerade für den Einsatz im Wohnzimmer eine einfach zu installierende Lösung ist, die für richtiges Filmvergnügen sorgt. Natürlich kann eine Soundbar/Subwoofer-Kombination nicht ein „echtes“ Mehrkanallautsprechersystem mit kraftvollem AV-Receiver ersetzen, aber das kann auch nicht die Aufgabe einer so einfach zu installierenden Lösung sein.

Als Indiana den verkleideten KGB-Agenten und russischen Soldaten helfen soll, den geheimnisvollen, magnetischen Behälter aufzuspüren, kommen die Geräusche, als das magnetische Schießpulver durch die Luft fliegt, wirklich gut heraus – das hätten wir von einer Soundbar nicht in diesem Maße erwartet. Auch, als es heiß her geht – Mac hat sich als Doppelagent geoutet und Indiana Jones ergreift trickreich die Flucht – behält das Harman-Duo den akustischen Überblick. Die Schüsse haben richtig Durchschlagskraft und klingen nicht nur wie „heiße Luft“, und als die beiden Armeefahrzeuge zusammen fahren, hat der Aufprall richtig Wucht. Hier zeigt sich, dass die Leistungsfähigkeit der HK-Soundbar und des aktiven drahtlosen Subwoofers auch im Filmtonbetrieb ohne Fehl und Tadel ist. Die Stimmwiedergabe hat uns ebenfalls überzeugt, auch in den Dialogsequenzen, die nach der turbulenten Eröffnung kommen, bricht die SB 26 nicht ein, sondern serviert eine allzeit verständliche vokale Darstellung, die sogar stimmtypische Charakteristika nicht außen vor lässt. 

Konkurrenzvergleich 

Wie steht die SB 26 im Vergleich zur Konkurrenz da? Akustisch auf jeden Fall sehr gut, auch was das Finish angeht, kann man gute Zensuren ausstellen. Nicht so überzeugend ist, dass ein DTS-Decoder fehlt, überdies gibt es nur ein Surround-Programm und nicht verschiedene, z.B. für Musik, Film und Nachrichten. 

Die Panasonic Soundbar mit aktivem drahtlosem Subwoofer SC-HTB580 kokettiert mit einem deutlich niedrigen Einstandspreis (329 EUR), der Marktpreis ist sogar noch günstiger (unter 300 EUR). Dafür gibt es sogar ein Display an der Soundbar, Bluetooth mit NFC, einen (nicht wie bei der SB 26 zwei Eingänge) HDMI-Input und auch einen DTS-Decoder, der den Dolby Digital Decoder ergänzt. Also gute Karten für die SC-HT580,  die auch akustisch stark auftritt. Die teurere SB 26 kann sich aber mit höherer Auflösung, kräftigerem Subwoofer und noch homogenere Räumlichkeit distanzieren. Wäre die Ausstattung der SB 26 noch besser, könnten wir auch beim Testprädikat noch aufstocken: Panasonics SC-HTB580 ist aufgrund des kaum zu schlagenden Gegenwert fürs Geld Preisklassen-Referenz in der Einsteigerliga der Soundbars, dies würde der SB 26 aus akustischer Perspektive auch sofort gelingen, wären da nicht die Ausstattungs-Defizite. 

Schön anzusehen ist die Samsung Soundbar HW-H550, die hochinteressant für Schnäppchenjäger ist – nur noch 220 EUR wechseln den Besitzer der wahlweise in schwarzer oder silberner Variante verfügbaren Soundbar mit kabellosem Subwoofer. Vorteil der Samsung-Lösung ist, dass man, einen entsprechend kompatiblen Samsung-TV vorausgesetzt, die beiden Komponenten drahtlos mittels Bluetooth koppeln kann. Wird der TV aktiviert, aktiviert sich auch automatisch die Soundbar, was sehr praktisch ist. Klanglich rangiert die HW-H550 auf sehr erfreulichem Niveau, aber hörbar unter der SB-26. Harmans teure Alternative klingt deutlich detailreicher, brillanter und auch noch homogener. Somit dürften sich Klang-Liebhaber ohne Platz für ein großes Boxensystem doch mehr für das Harman International-Produkt interessieren. 

Wer noch nicht einmal Platz hat für einen separaten aktiven Subwoofer, auf guten Klang aber nicht verzichten möchte, findet in der Q Acoustics Soundbar Media 4 für 499 EUR einen zuverlässigen Partner – der klanglich richtig stark auftritt, darüber hinaus gefällt die gute Verarbeitung. Was die Ausstattung angeht, fehlen allerdings bei der Media 4 Essentials. Bluetooth ist hier zwar sogar in Version 4.0 und mit aptX plus NFC am Start, Decoder für DTS oder Dolby Digital fehlen gänzlich, somit muss man am BD-Player brav alle akustischen Outputs auf PCM stellen. 

Fazit

Harman Kardon SB 26 Gruppenbild1

Optisch attraktiv, zeitlos-schick, sauber verarbeitet und klangstark – die Harman Kardon SB 26 überzeugt mit vielen positiven Eigenschaften. Sie ist relativ teuer, zugegeben, aber dafür kann man mit ihr auch musikalisches Material in ansprechender Qualität hören. Es gibt noch eine App zur Steuerung, die man alternativ zur etwas billig wirkenden Scheckkarten-Remote mit Folientasten verwenden kann. Wirklich braucht man die Bluetooth-basierte App aber nicht. Daher – nettes Add-On, aber kein Must-Have. Anstatt in die App-Anbindung zu investieren, wäre ein integrierter DTS-Decoder deutlich sinnvoller gewesen. Auch ein Display sowie verschiedene Virtual Surround-Betriebsarten hätten wichtige Punkte aufs Konto der SB 26 gebracht. So bleibt als Quintessenz übrig: Akustisch braucht die SB 26 keinen Konkurrenten zu fürchten, mehr Opulenz den Ausstattungsumfang betreffend hätte daher eine Preisklassenreferenz eingebracht. 

Klangstark, schick, hochwertig – die Harman Kardon SB 26 macht sich in der Redaktion sehr beliebt
ueberragend
Soundbar-/Subwoofer-System Mittelklasse
Test 16. Februar 2015

+ Elegant und hochwertig
+ Kraftvoller aktiver Subwoofer mit sehr gutem Tiefgang
+ Weitläufige und lebendige Gesamtwiedergabe
+ Überraschend gute Detaillierung
+ Stabile Bluetooth-Übertragung

– Kein DTS-Decoder
– Kein Display

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 16. Februar 2015




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