TEST: Harman Kardon Bluetooth-Kompaktlautsprecher Esquire Mini – Stilvoller Begleiter

Harman Kardon Esquire Mini Draufsicht

Stilvoller Reisebegleiter mit „Music Inside“ gesucht? Wer ins aktuelle Lufthansa-Magazin schaut, wird ihn sogleich erblicken, den Harman Kardon Bluetooth-Lautsprecher Esquire Mini, der für 149 EUR angeboten wird. Mal ganz abgesehen von den klanglichen Eigenschaften – die Optik sorgt dafür, dass man den kleinen Aktiv-Schallwandler gleich „ins Herz“ schließen möchte.

Harman Kardon Esquire Mini Bedienelemente Seitlich2

Sehr schön sind die Bedienungselemente in den Metallrahmen integriert

Harman Kardon Esquire Mini Anschluesse Seitlich3

Nobles Metallgitter oben

Harman Kardon Esquire Mini Oberflaeche

Harman Kardon-Logo 

Kühles, schönes Metall bestimmt die Gehäuseoberseite, das Abdeckgitter für das Lautsprecherchassis macht einen enorm hochwertigen Eindruck. das Harman Kardon Logo ist ebenfalls in sehr attraktiver Form darauf zu finden. Gerundete Ecken am Gehäuse sind dafür verantwortlich, dass der attraktive Lautsprecher keine Löcher in Jackett- oder Jackentaschen reißt. Der edle Rahmen, ebenfalls aus Metall, zwischen Ober- und Unterseite fasst die Bedienungselemente in ein hochwertiges Ambiente mit ein.

Harman Kardon Esquire Mini Anschluesse Seitlich2

3,5 mm Miniklinken, USB-A und Micro USB-Anschluss

 Die griffgünstige Laut-Leise-Taste ist schraffiert, so dass man mit dem Finger kaum abrutschen kann. Rufannahme (Esquire Mini kann man auch als Freisprecheinrichtung verwenden,  integriert ist ein laut HK „vielseitiges Konferenzsystem mit dualen Mikrofonen), Bluetooth-Kopplungstaste für die einfache, schnelle und zuverlässige Bluetooth-Kopplung sowie Standby-Schalter finden sich seitlich im Rahmen.

Harman Kardon Esquire Mini Rueckseite Seitlich

Unterseite aus Leder, ausklappbarer Ständer

Stilvoll geht es selbst unter dem Esquire Mini zu – die Unterseite fühlt sich nicht nur haptisch toll an, sie besteht tatsächlich aus echtem Leder. 

Mit Bluetooth 3,0, bis zu acht Stunden Akkulaufzeit und Nachlademöglichkeit (per USB) für schwachbrüstige Smartphone-Akkus ist der Micro-Lautsprecher bestens ausgestattet. Praktisch ist die  mitgelieferte Trageschlaufe. Mindestens ebenso praxisgerecht ist der Halter auf der Rückseite, der im ausgekappten Zustand für beste akustische Ausbreitungsmöglichkeiten sorgt.  Immerhin acht Watt leistet der eingebaute Verstärker, der Frequenzgang reicht laut Hersteller von 180 Hz bis 20 kHz. 

Und Harmans mobiler Musiker hält akustisch durchaus einige Überraschungen parat. Natürlich muss man seine Anspruchshaltung zunächst zurechtrücken, gerade dann, wenn man oft und gern Musik in ausgezeichneter Qualität genießt. Hochwertige Heimlautsprecher, auch in Wireless- oder Bluetooth-Ausfertigung, bieten natürlich mehr Basskraft, Präzision, Feingefühl und Pegelfestigkeit. Das sollte jedem vor dem Kauf klar sein. Es geht bei der Intention des Esquire Mini schließlich darum, die meist unzureichend klingenden Lautsprecher selbst in teuren Smartphones und Tablets oder Notebooks in die wohltuende Untätigkeit zu verbannen.

Auch für Präsentationen unter nahezu allen Bedingungen eignet sich der Esquire Mini. Geht ein Anruf ein, so kann man diesen auch entgegen nehmen, wenn das Smartphone gerade nicht in Griffweite ist. Dazu verwendet man die Anruf-Taste an der Seite des Esquire Mini. Während man selber den Gesprächspartner zwar leicht gedämpft, aber bilanzierend gut versteht, ist das, was vom Freisprechen beim Gesprächspartner ankommt, leider etwas leise. Das Rauschen hält sich noch im tolerablen Rahmen. 

Kommen wir nun zu den klanglichen Eigenschaften bei der Musikwiedergabe. Hier beginnen wir mit dem 007-Titelsong „The World Is Not Enough“ von Garbage. Besonders erstaunt hat uns, dass selbst in tieferen Frequenzbereichen einiges geht. Sicher, von „tiefreichender Basswiedergabe“ zu sprechen, trifft den Sachverhalt nicht wirklich. Aber der ultrakompakte Esquire Mini stellt mehr Bassleistung zur Verfügung als manches schwachbrüstiges Soundsystem, das in modernen Flachbildschirmen eingebaut ist. Erst recht werden praktisch alle Smartphone- und Tablet-Lautsprecher deutlich in den Schatten gestellt. Auch die Verständlichkeit der Stimme ist tadellos. Ähnliche Höreindrücke sammeln wir bei „Moonraker“, gesungen von Shirley Bassey und ebenfalls 007-Titellied. Gut gefällt uns auch die gebotene Räumlichkeit. Sicherlich darf man nicht ewig weit vom kleinen Harman Kardon-Lautsprecher entfernt sitzen, aber selbst in einer Distanz von ca. 150 cm vom Lautsprecher weg ist man noch, bildlich gesprochen, „mittendrin“. 

„L’Attesa“ von Andrea Bocelli kommt ebenfalls brauchbar heraus. Andreas Stimme wird klar fokussiert, minimal rücken die Instrumente in den Hintergrund. Die bilanzierend trotzdem ausgewogene, tonal angenehme Wiedergabe erfreut das Ohr mit ordentlicher Räumlichkeit und kultiviertem Auftritt. Anstatt im Hochtonbereich Großes vollbringen zu wollen, betont der Esquire Mini auch bei hohen Frequenzen seinen Willen zur homogenen Gesamtwiedergabe. Bei „Music Of The Night“, performed by Paul Potts, stellt sich ein ganz ähnlicher Eindruck ein. Der Aufbau des Stücks kommt gut heraus, auch hier stellt der Esquire Mini die Stimme Pauls in den Mittelpunkt. Die orchestralen Elemente liegen ein wenig zu weit im Hintergrund, können dafür aber mit der gelungenen, weil fließenden Einarbeitung Punkte sammeln. 

Musikwechsel total – Mayday – The Complete Rave Generation“ bietet Rave-Freunden das Beste der 90er Jahre, das auf den legendären Maydays in Dortmund geboten wurde. Natürlich darf da „Outside World“ von Sunbeam als einer der größten Klassiker nicht fehlen. Recht lebendig und sogar mit leichtem Bassdruck gibt der Esquire Mini das Stück wieder. Der Rhythmus kommt tadellos zum Ausdruck, die elektronischen Effekte und Synthesizer-Effekte verbreiten sich aus räumlicher Sicht tadellos. Dass der harte Bass etwas hohl klingt, verzeihen wir dem kleinen Lautsprecher. „Sound Of Machines“ war einer der großen Mayday-Erfolge des DJ- und Produzenten-Duos Blank&Jones. Und auch hier bemüht sich der Esquire Mini erfolgreich um eine stimmige Wiedergabe. Ordentliche Dynamik, erneut recht weitläufige Effektverteilung und ein sauberer Aufbau der Maxi-Version des Tracks stehen auf der Habenseite. Für die Mayday-Dosis unterwegs ist der hochwertige kleine Aktivlautsprecher demnach problemlos zu verwenden. 

Konkurrenten gibt es natürlich, aber keine wirklich direkten – das liegt daran, dass der Esquire Mini eben keine „trendige Krawallbüchse im Mini-Format“ ist, die in erster Linie jüngeres Publikum ansprechen soll. Vielmehr ist der Esquire Mini auch für Business-People in gesetzterem Alter interessant, weil man sich nicht blamiert, in dem man irgendeinen froschgrünen Schallwandler zur akustischen Präsentationsunterstützung auspackt. Auch tritt man nicht mit einem extra Rimowa-Koffer zum Transport eines ausladenden Lautsprechers auf  – sondern man hat einen stilvollen, edlen und wohlklingenden, gleichzeitig enorm kompakten Lautsprecher dabei. 

Harman Kardon Esquire Mini Front Seitlich1

Bilanzierend können wir den Harman Kardon Esquire Mini gerade Vielreisenden wärmstens empfehlen – Eleganz trifft auf hohe Material- und Fertigungsqualität sowie einen überraschend klaren und zugleich angenehmen Klang. Die Nutzung als Freisprecheinrichtung ist ebenfalls möglich, die Bluetooth-Verbindung ist überdies sehr stabil.

Konkurrenzlos elegant und mit sehr guten akustischen Eigenschaften – der Harman Kardon Esquire Mini ist der besondere Bluetooth-Lautsprecher 
ausgezeichnet
Bluetooth-Lautsprecher bis 200 EUR
Test 22. Oktober 2014

+ Enorm hochwertig bezüglich Materialqualität und Verarbeitung
+ Ultrakompakt
+ Für kleine Baugröße gute Akkulaufzeit
+ Recht lebendiger und räumlich guter Klang
+ Ständer zur idealen Aufstellung gleich integriert

– Nur durchschnittliche Freisprecheinrichtung

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 22. Oktober 2014




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