TEST: Fishhead Audio Resolution 2.6 FS – Auflösungsmeister in markanter Optik

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Sehr viel Lautsprecher für knapp 1.500, ganz genau für 1.499 EUR Paarpreis: Dieser Eindruck drängt sich spontan auf, wenn man das Erstlingswerk von Fishhead Audio aus Berlin, die Resolution 2.6 FS, in Augenschein nimmt. Nomen est Omen – Auflösung, Auflösung und nochmals Auflösung soll der elegant daher kommende Standlautsprecher bieten. Laut Website kann man mit der Box „tief in das musikalische Geschehen eintauchen“. Der Lautsprecher Resolution 2.6 FS „kann die feinen Details, Facetten und Abstufungen der Aufnahmen naturgetreu und akustisch präzise darstellen. Bei jeder Art von Musik“.

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Achja, der Lautsprecher heißt „Resolution“. Kein Wunder, dass im Hochtonbereich ein Bändchen arbeitet

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Ausgebauter Mitteltöner

Als wir das lesen, beschließen wir spontan, das übliche Szenario – Verarbeitung, technische Daten, Besonderheiten etc. – sein zu lassen, vielmehr schließen wir den Schallwandler sofort an und hören in eine 192 kHz/24-Bit Flac-Aufnahme: Mark Knopflers „Mighty Man“. Alles, was sonst wichtig ist, arbeiten wir rund um die Klangeindrücke in den Bericht ein. Und noch etwas: Die Box legt ihr Hauptaugenmerk auf Auflösung, daher verwenden wir nur Hi-Res-Dateien, die besonders hohe Ansprüche an den Lautsprecher stellen, zum Test. Und wie hört sich die Resolution nun an?

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Löst wirklich überraschend gut auf: Fishhead Audio Resolution 2.6 FS 

Das Anzupfen der Gitarrensaiten gelingt ungemein authentisch – ja, da ist Auflösung vorhanden. Und zwar in einem für die Preisklasse beachtlichen Maße. Es folgt Marks Stimme: Charismatisch, etwas melancholisch, so muss es klingen. Wir rufen in Erinnerung: 1.499 EUR Paarpreis. Fein, filigran staffelt sich der Hochtonbereich. Ein AMT-Bändchenhochtöner, extrem leicht und auf kleinste Impulse schnell ansprechend, zeichnet dafür verantwortlich. Der Hochtöner spielt bis 19 kHz linear und fällt im Anschluss bis 30 kHz um 6 dB ab. Der Mitteltöner, der einen sauberen, sehr gelungen gestuften Präsenztonbereich ermöglicht, bringt sich ab 350 Hz ins Spiel.

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Tieftöner ausgebaut

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Einer der beiden 160 mm Tieftöner

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In ausgebautem Zustand. Fishhead Audio verwendet hochwertige Chassis, solide sowie langlebig

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Bassreflexrohr unter der Box. Top – der Standfuß sieht sehr schön aus und bietet mit Spikes nahezu optimalen Halt

Zwei 160 mm Tieftöner stellen eine schnelle, aber gleichzeitig kräftige Basswiedergabe sicher. „Mighty Man“ läuft weiter, und wir sind nicht nur angetan von der Auflösung – sondern auch vom echt wirkenden Raumgefühl und dem Bassfundament, das Nachdruck und den Willen zur Integration auf hohem Level miteinander verbindet. Wir lauschen und blicken auf die charakteristische Form der Resolution 2.6 FS, die ausschließlich in weiß-mattem Schleiflack-Finish auf dem sehr soliden, steifen MDF-Gehäuse lieferbar ist. 

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Logo auf der Front eingearbeitet

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Charakteristisches Design

Kein „Mee too“ Produkt ist hier entstanden, sondern etwas Eigenständiges, das die große Erfahrung von Fishhead-Gründer Christoph Winklmeier wiederspiegelt. „Heart Have Never Changed“ – auch dieses Stück ist der Resolution 2.6 FS auf den schlanken Leib geschneidert.

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Auch von hinten schön: Die Resolution 2.6 FS

Parallel stattfindende akustische Ereignisse bereiten keinerlei Probleme, sauber wird alles differenziert – und doch ergibt sich gleichzeitig ein in sich schlüssiger akustischer Gesamteindruck. „Diamante“ (Flac 96 kHz/24-Bit) soll nun zeigen, dass die Box aus Berlin auch mit typisch leichter, Lust auf den Sommer machender italienischer Musik zurecht kommt. Das Stück von Sandra und Tony Alessi wird oft mit zu wenig Details, aber dafür schrillen Unterton wiedergegeben. Gut, dass die Resolution 2.6 FS alles anders angeht. Eine auch hier tolle Auflösung trifft auf eine enorme Souveränität. Nichts ist überspitzt, nichts ist blechern. Anstatt „Resolution“ könnte die Box auch „Harmony“ heißen.

Was die Resolution 2.6 FS kann, stellt sie bei „Dronning Fjellrose“ vom Hoff Ensemble (Flac 192 kHz/24-Bit) wiederum nachdrücklich unter Beweis: Die Stimme der Sängerin präsentiert sich in toller Auflösung, und sogar die Anschlagdynamik des Pianos arbeitet der Standlautsprecher sehr gut heraus. Die Räumlichkeit ist dicht, und die Staffelung überzeugt praktisch ohne Einschränkung. Kleine dynamische Differenzen werden enorm schnell berücksichtigt und erfasst. 

Auch mit Punkrock nach Art von Bad Religions „Changing Tide“ gibt es keine Berührungsängte. Klar, kraftvoll und dynamisch macht sich die Resolution 2.6 FS an die Arbeit und beeindruckt durch den straffen, schnellen Bassbereich. Die Stimme sowie die E-Gitarre und das Schlagzeug kommen mit exzellent herausarbeiteten Konturen zur Geltung. Bei aller Finesse bleibt die Fishhead-Box stets souverän, auch bei deutlich gehobenem Pegel leistet sie sich keine unpassenden Verzerrungen. Auch der folgende Bad Religion-Titel (wie auch der erste in Flac 88,2 kHz/24-Bit) „Crisis Time“ verdeutlicht, wie impulstreu und nachdrücklich die Resolution 2.6 FS agiert. Immer bleibt sie „Herr der Lage“ und lässt sich auch von parallelen akustischen Ereignissen nicht aus der Ruhe bringen. Das Ein- und Ausschwingen der beiden jeweils 160 mm messenden Basschassis ist auch bei beachtlicher Lautstärke noch sauber, hier ist noch „Luft nach oben“ – beeindruckend. 

„Beyond“ von Daft Punk (48 kHz/24-Bit, Flac) legt schon mit hervorragender Brillanz los, der Bassbereich zieht einmal mehr alle Register seines Könnens: Volumen, Tiefgang, Nachdruck, Staffelung, Gesamt-Präzision, alles ausgezeichnet. Als dann nach dem orchestralen Intro mit enormer Raumwirkung der eigentliche Song beginnt, trifft die Resolution 2.6 FS den Beat absolut auf den Punkt. Sie macht richtig Spaß, Fishhead wählte eine nahezu optimale Auslegung, die emotionales „Spaß-Hören“ jederzeit möglich macht – gleichzeitig aber mit sehr guter Präzision und hoher Klarheit, so dass auch derjenige Anwender glücklich sein wird, der es genauer nimmt und in einem Lautsprecher auch ein Präzisions-Instrument sieht. Beim zweiten Daft Punk Titel „Contact“ das gleiche Spiel: Weitläufige Raumwirkung, fließende Einarbeitung aller elektronischen Elemente und Effekte, dichte Hör-Atmosphäre. Erstaunlich, wie reif sich die Resolution 2.6 FS für ein Erstlingswerk präsentiert. Sie macht alles richtig, nirgendwo im akustischen Konzept scheinen Ungereimtheiten durch. Der volle Bass sorgt auch bei „Contact“ für Furore, so dass zusammen mit der dichten Räumlichkeit lautes Hören enorme Freude bringt. 

„Stop for a Moment“: Wie ist die Resolution 2.6 FS konstruiert? „Der richtige Stereo-Lautsprecher zum präzisen Hören“, heißt es auf der Website. Um dieses Ziel zu erreichen, was, wie wir schon feststellen, sehr gut funktioniert hat, wurden die verbauten Komponenten mit Sorgfalt ausgesucht. So griff man auf Membranen mit einer eher kleinen Membranfläche zurück, die mit einem besseren Rundstrahlverhalten und einer besseren Impulstreue aufwarten können. Die Membranfläche der beiden 160 mm Tieftöner entspricht der Membranfläche sowie der Schubkraft eines einzelnen 200 mm Tieftäners, wird auf der Fishhead-Website verständlich erklärt – und Schub im Bassbereich ist, wie wir immer wieder feststellen, mehr als genug vorhanden. Die Bassreflex-Rohre wurden bewusst sehr tief abgestimmt, daher ist die untere Grenzfrequenz mit 35 Hz sehr niedrig. In den Testreihen fiel der ausgedehnte Tiefgang immer wieder positiv auf. Eine hohe Ausgewogenheit ist Trumpf, so ist der Schalldruckverlauf bei der Resolution 2.6 FS linear zwischen 45 Hz und 21 kHz – laut Konstrukteur sind die Abweichungen vom theoretischen Ideal einer geraden Linie in einem Berich von weniger als 1,5 dB. Dadurch ist die Wiedergabe homogen und nahezu frei von tonalen Verfärbungen.  Auf der Website werden die sehr präzisen Gruppenlaufzeiten angepriesen, wir können dem aus Sicht der Praxis zustimmen. 

Kommt die Box auch mit der legendären Arie „Nessun Dorma“, gesungen von Jonas Kaufmann (Flac 96 kHz/24-Bit) aus der Puccini-Oper „Turandot“ zurecht? Schon der Beginn zeigt uns, wohin die sehr gut auflösende Reise geht. Ungemein sauber wird die Stimme dargestellt, präzise fokussiert, charismatisch und feinfühlig. Man mag es kaum glauben, wie preisgünstig die Resolution 2.6 FS ist, denn sie spielt kultivierter und sensibler als manche beinahe doppelt so teure Konstruktion – das verdient Beifall. Auch die Streicher klingen ausgewogen und detailreich. Der Chor im Hintergrund beeindruckt durch die nahtlose Einarbeitung und das hohe Maß an Detailtreue. 

Diana Kralls Adaption von „California Dreamin“, die sich auf dem Album „Wallflower“ befindet, liegt in Flac 48 kHz/24-Bit vor. Sensibel und klar machen sich die beiden Fishhead-Schallwandler ans Werk und bringen sowohl die Streicher als auch Dianas charakteristische Stimme hervorragend zur Geltung. Die Resolution 2.6 FS beherrscht schlichtweg jede Spielart, jedes Tempo, immer ist sie spontan zur Stelle, überzeugt durch Impulstreue und eine nachdrückliche, zugleich immer kultivierte Spielweise. 

Konkurrenzvergleich

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  • Teufel Theater 500: Für aktuell knapp 900 EUR Paarpreis spielen die gut verarbeiteten und optisch nett aufgemachten Standlautsprecher in einer deutlich günstigeren Preisklasse. Sie bestechen durch enorme Pegelfestigkeit, eine prima Auflösung und eine tolle Räumlichkeit. Für spürbar unter 1.000 EUR fürs Paar eine Spitzenleistung. Klar ist aber auch, dass die Resolution 2.6 FS ihren Mehrpreis auch akustisch rechtfertigt. Sie detailliert besser, klingt noch homogener, das Bassfundament ist stärker spürbar und zugleich präziser. Fazit: In den jeweiligen Preisklassen setzen Theater 500 und Resolution 2.6 FS deutliche Akzente. 

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  • Zwischen der Theater 500 und der Fishhead Audio Resolution 2.6 FS ist noch eine komplette Preisklasse. Und in dieser hat die große, kraftvoll und klar aufspielende Saxx coolSOUND CX-90 die Preisklassenreferenz inne. Mit viel Volumen und guter Staffelung tritt die pro Stück 600 EUR kostende Box auf. 1.200 EUR werden demnach für das Paar fällig – und das Geld ist bestens angelegt, denn auch die Auflösung hoher Frequenzen ist dank Hochton-Bändchen richtig gut. trotzdem – die Fishhead-Box ist hier nochmals eine Idee besser, und lässt eine nochmals präzisere Ortung von räumlichen Details zu. 

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  • Die coolSOUND CX-90 führt aber nicht allein die Preisliga an, denn die Nubert nuLine 244 hat ebenfalls ein Wörtchen an der Spitze mitzureden. Das Paar liegt hier bei 1.250 EUR. Dafür gibt es akkurat ausgeführtes Schleiflack-Finish oder Echthholz-Furnier, High-Tech-Chassis und einen schicken Traversenstandfuß. Was vergessen? Aber klar! Aufwändige Frequenzweiche, großartige Pegelfestigkeit, einen der besten Kalottenhochtöner überhaupt, und einen ehrlichen, direkten Klang. Die nuLine 244 klingt etwas nüchterner, sachlicher als die Resolution 2.6 FS – es ist Geschmackssache, welcher Sound bevorzugt wird. Top-Lautsprecher sind beide Konstruktionen ohne Zweifel. 
Fazit

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„Durchmarsch der Fischköppe“ – was geht denn hier ab? Es ist nicht zu verhindern, dass wir der grandios aufspielenden Resolution 2.6 FS in der Liga bis 2.000 EUR Paarpreis eine klare Preisklassenreferenz mit auf den Weg geben müssen. Schon optisch macht der Auflösungsmeister viel her und präsentiert sich in akkurater Verarbeitungsqualität. Akustisch begeistert die Resolution 2.6 FS dann auf der ganzen Linie. Sie kommt mit jedem Musikstil zurecht und ist trotz des vergleichsweise günstigen Kaufpreises absolut in der Lage, die Vorzüge von Hi-Res-Audio-Material klanglich gekonnt zu verdeutlichen. Sie löst überragend auf, platziert Details exzellent im virtuellen Raum, der sich durch saubere Staffelung und enorme Weitläufigkeit ausgezeichnet. 

Der Name ist Programm: Die Fishhead Audio Resolution 2.6 FS löst grandios auf und präsentiert sich auch ansonsten als fast makelloser Schallwandler
preisklassenreferenz
Standlautsprecher bis 2.000 EUR Paarpreis
Test 03. August 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 03. August 2017




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