TEST: Denon Netzwerk-Musiksystem CEOL Piccolo

Denon Ceol Piccolo Gruppenbild6

Der Partner fürs moderne „Easy Living“  – Denons kleines Netzwerk-Musiksystem CEOL Piccolo möchte mit schicker Optik und sehr kompakten Abmessungen für 499 EUR Großes bewegen und vertraut dabei auf aktuell stark nachgefragte Merkmale. So besitzt CEOL Piccolo ein eingebautes WLAN-Modul mit WPS, kann Musikdateien von PC oder Server abspielen, ist DLNA-zertifiziert, besitzt vTuner Internet Radio und Spotify-Zugang und beherrscht bei FLAC und WAV Dateien die Gapless-Wiedergabe. CEOL Piccolo spielt MP3, WMA, AAC, FLAC und WAV (bis 192 kHz) sowie ALAC ab – sehr formatefreudig. 

Denon Ceol Piccolo DRA-N5 Front Seitlich2

 Klein und elegant, mit akkurater Verarbeitung

Denon Ceol Piccolo DRA-N5 USB Front

 USB-Anschluss vorn

Natürlich fehlt auch AirPlay nicht, und auch ein USB-Anschluss, an dem z.B. ein USB-Stick Platz nehmen kann, gehört zum Angebot des kleinen weißen Schönlings. Am USB-Terminal können entsprechend kompatible angeschlossene Devices übrigens auch im Standby-Betrieb der CEOL geladen werden. Wer seinen TV mit CEOL digital verbinden möchte, um CEOL die akustische Präsentation von TV-Shows und Sendungen zu überlassen, findet für diese Zweck einen optischen Digitaleingang vor. Sogar einen aktiven Subwoofer kann man mittels Pre-Out gleich mit der kleinen Netzwerk-Musikanlage verbinden. 

Denon Ceol Piccolo DRA-N5 Bedienelemente Dock3

Wer braucht das noch? iPod-Dock auf der Oberseite

Denon Ceol Piccolo DRA-N5 Display

 Dreizeiliges Display

Denon Ceol Piccolo DRA-N5 Anschluesse Rueckseite1

 Anschlüsse

Denon Ceol Piccolo DRA-N5 Rueckseite Seitlich1

 Auch hinten gut verarbeitet

Denon Ceol Piccolo DRA-N5 Fernbedienung2

 Fernbedienung

Der einzige Anachronismus befindet sich auf der schmucken Anlage, und zwar ein weniger interessantes Dock für Apple-Devices mit altem 24-Pin-Stecker. Für neue Apple-Devices muss also ein Lightning-Adapter her – aber wer möchte in Anbetracht der anderen Ausstattungsmerkmale dieses Feature unbedingt nutzen? Da kann man die über 20 EUR, die man in einen solchen Adapter investiert, lieber gleich in einen Spotify Premium-Account (10 EUR monatlich plus 1 Monat zu Beginn gratis) investieren. Denon selbst hat einiges in die Verstärkerleistung investiert, und so stehen 65 Watt pro Kanal (an 4 Ohm, 1 kHz, 0,7 % Klirr), recht üppig für eine so kompakte Anlage, zur Verfügung. Kürzestmögliche Signalwege für beste Klangqualität, das ist das Motto beim Schaltungslayout. Der Verstärker ist digital und arbeitet nach dem Class D-Prinzip. Dies hat den Vorzug geringer Verlustwärme und daraus resultierend hoher Effizienz. 

Im Zentrum der Frontblende befindet sich das dreizeilige OLED-Display, das mit gutem Kontrast und tadelloser Ablesbarkeit auch in der Praxis anstandslose Ergebnisse erzielt. Eine recht große, hochwertig wirkende Fernbedienung ist ebenfalls dabei, wer lieber bei der Bedienung aufs Smartphone vertraut, kann die Denon Remote App für Android- und Apple iOS-Devices in den entsprechenden Stores herunterladen. Für eine vereinfachte Erstinstallation bietet CEOL Piccolo einen Installationsassistenten in sieben Sprachen. Dieser kümmert sich um die Einbindung ins Netzwerk, so dass die CEOl Piccolo schnell einsatzbetrieb ist. Im Standby-Betrieb verbraucht die 2,3 kg wiegende CEOl Piccolo nur 0,3 Watt, sie ist 180 mm breit, 90 mm hoch und 234 mm tief. 

Denon Ceol Piccolo SC-N5 Front Seitlich1

Schicke, kleine 2-Wege-Boxen

Denon Ceol Piccolo SC-N5 Anschluesse Rueckseite

 Anschlussterminal

Denon Ceol Piccolo SC-N5 Bassreflexrohr

 Bassreflexöffnung

Denon Ceol Piccolo SC-N5 Hochtoener

 Hochtöner

Denon Ceol Piccolo SC-N5 Tieftoener

 Tief-/Mitteltöner

Denon Ceol Piccolo SC-N5 Rueckseite Seitlich1

 Rückseite

Denon Ceol Piccolo SC-N5 Gruppenbild1

 Perfekte optische Ergänzung zum CEOL Piccolo

Im Kaufpreis enthalten ist auch das SC-N5 Lautsprechersystem. Hierbei handelt es sich um sehr ansprechend verarbeitete 2-Wege-Lautsprecher, deren Design passend auf die Hauptanlage abgestimmt wurde. Die perlweiße Lackierung wurde akkurat aufgebracht, darunter befindet sich ein stabiles MDF-Gehäuse. Anstatt billiger Klemmanschlüsse setzt Denon auf Schraubterminals. Bestückt sind die Boxen mit einem 10 cm messenden Tief-/Mitteltöner und einem 2 cm Kalotten-Hochtöner.  Ein Frequenzbereich von 70 Hz bis 20 kHz wird wiedergegeben, der Wirkungsgrad liegt bei 82 dB. Kurzzeitig sind die kleinen Lautsprecher bis 120, langzeitig bis 60 Watt belastbar. Die Impedanz liegt bei 6 Ohm.  Die Boxen wiegen pro Stück 2 kg und sind 130 mm breit, 185 mm hoch und 224 mm tief. 

Und wie klingt Denons kleines Netzwerk-Musiksystem? Die Bedienung ist einfach und die Reaktionen, z.B. bei der Auswahl des gewünschten Musik-Servers, recht flott. Wir haben zunächst in CD-Qualität das aktuelle Daft Punk-Album „Random Access Memories“ angehört. Die Stücke „Doin It Right“, „Beyond“ und „Get Lucky“ werden von der CEOL Piccolo flott und schwungvoll präsentiert. Die Pegel, die erzielt werden können, sind ausgezeichnet für eine so kleine Anlage. Die von Denon angegebene, recht üppige Verstärkerleistung scheint sich also auszuzahlen. Die Stimme wird sauber von den Instrumenten getrennt, und selbst im Bassbereich wird etwas bewegt – wenngleich hier natürlich schon Defizite durchscheinen. Abhilfe schafft der rückseitige Vorverstärkerausgang für den direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers. 

Mit Diana Kralls „Garden In The Rain“ (96 kHz FLAC) kommt die Piccolo auch sehr gut zurecht. Die beiden kleinen Boxen bemühen sich erfolgreich um ein ordentliches Volumen. Wiederum überzeugend die Stimmwiedergabe – das enorme Charisma von Dianas vokaler Präsentation kann natürlich nicht zur Gänze erfasst werden, aber das, was beim Zuhörer ankommt, ist weitaus mehr, als man von kleinen Musiksystemen kennt. Der erfahrene Musikhörer merkt an der Darstellung z.B. des Klaviers schon, dass man es mit einem relativ günstigen Gerät zu tun hat, so klingt das Klavier etwas synthetisch, da die Anschlagdynamik nicht plastisch herauskommt – aber für solche Aufgaben braucht man eben eine größere und auch teurere Anlage. „All Or Nothing“ zeigt gleich ab Beginn die durchaus vorhandenen Talente der kleinen Denon-Anlage auf. Volumen, Klarheit der Stimme und auch Weite sowie Tiefe sind beachtlich. 

Richtig gut agiert CEOL Piccolo auch bei Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert in D-Dur, frisch, lebendig und authentisch ist hier die Auslegung der CEOL Piccolo. Fürs Home Office, das Gästezimmer oder aber auch die kleinere Bibliothek ist die schmucke Anlage eine klangstarke Lösung, die sich auch klassischer Musik keinesfalls verschließt: Die Streicher werden prima wiedergegeben, die orchestralen Gesamteinsätze kommen akkurat heraus. Insgesamt schafft es die kleine Denon-Anlage, sogar einige feindynamische Nuancen herauszuholen.

Bei „Diamante“ von Sandra&Toni Alessi gelingt dies ebenfalls überzeugend. Kultiviert, gleichzeitig lebendig mit guter Stimmdarstellung und einer ordentlichen Räumlichkeit – Denon stellt klar, dass Klangkompetenz keine Frage der Größe der Anlage ist. Die Instrumentierung wird auch hier mit ansprechender Detaillierung wiedergegeben. 

Wer die Denon Remote App nutzt, kann sich über eine besonders komfortable Steuerung der CEOl Piccolo freuen, so z.B. bei Verwendung der Internet Radio-Plattform vTuner, die kostenlos ist und mit großer Vielfalt erfreut. Kurze Ladezeiten bei den Menüs, schnelles Puffern und eine aussetzerfreie, lebendige Klangqualität sind zu loben. Wer gern Club- oder Techno-Musik hört, sollte nur aufpassen – es können zwar respektable Pegel erreicht werden, die recht kleinen Basschassis können ihre Dimensionierung irgendwann aber nicht mehr verleugnen und schlagen dann an. Mit tadelloser Dynamik und ebensolcher Effektwiedergabe werden beim Sender „Base Trax Club“ aber saubere Ergebnisse realisiert, die für die Gerätekategorie durchweg positiv bewertet werden können.

Ohne Probleme funktioniert auch Apple AirPlay, zunächst getestet mit unserem iPhone 5s und dem aktuellen Rene Rodrigezz-Hit „Born 2 Rock“. Piccolo bietet hier eine kräftige Wiedergabe, der Bass neigt aber bei erhöhtem Pegel zu hörbarem Dröhnen. Auch  mit der aktuellen iTunes-Version auf dem PC und AirTunes gab es beim R.I.O.-Megamix keine Wiedergabeprobleme. 

Wie sieht die Konkurrenz zum CEOL  Piccolo aus? Es gibt auch die „große“ CEOL-Variante, die new CEOL, die mittlerweile nur noch 100 EUR teurer ist als CEOL Piccolo. Die größeren Boxen weisen bei  dieser Variante schon einen bei 50 Hz beginnenden Übertragungsbereich auf. Sonst sind die beiden CEOL Netzwerk-Musiksysteme weitgehend identisch. 

Kompakt und klanglich überraschend stark ist auch das Kenwood Mini-Stereo-System K-531 mit Bluetooth und USB-Recording. Mit 399 EUR noch 100 EUR günstiger, handelt es sich hier aber nicht um ein Netzwerk-Musiksystem, sondern um eine Micro Stereo-Anlage, die aber in der Lage ist, Aufnahmen von CD, dem analogen Tuner und von analogen Quellen auf USB aufzunehmen. Der eingebaute Digitalverstärker leistet 2 x 40 Watt. Der ausgewogene Klang und die schicke Optik überzeugen, die billig wirkende Fernbedienung weniger. 

Fazit

Denon Ceol Piccolo Gruppenbild7

Denons kleines Netzwerk-Musiksystem CEOL Piccolo trifft den Geschmack vieler Hörer unserer Zeit sehr gut. Kompakt in den Abmessungen, schick und elegant in der Optik, mit vielen Features, die derzeit stark nachgefragt werden. Sogar die HiRes-Audio-Dateiwiedergabe in den Formaten FLAC und WAV sowie das Gapless-Playback werden beherrscht. Spotify ist mit an Bord (allerdings nicht Spotify Connect), wahlweise auch die kostenlose Internet Radio-Plattform vTuner. Verarbeitung und Technik sind tadellos, wer Basskraft vermisst, kann über den Pre-Out direkt einen aktiven Subwoofer anschließen. 

Attraktives Netzwerk-Musiksystem mit praxisgerechter Ausstattung und klarem Klang
ausgezeichnet
Netzwerk-Musiksystem Mittelklasse
Test 06. Februar 2014

+ Sehr kompakte Abmessungen
+ Klarer Klang
+ HiRes-Wiedergabe bei FLAC und WAV bis 192 kHz möglich
+ AirPlay an Bord
+ Spotify und Internet Radio-Plattform
+ Gute Fernbedienung
+ Gute App

– Kein Spotify Connect

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 06.02.2014




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