TEST: Bluetooth-Lautsprecher Sharp GX-BT480 - gelungenes Power-Paket für rund 130 EUR Marktpreis?

Obwohl man auf dem Markt schon ein großes Angebot an Bluetooth Lautsprechern finden kann, möchte Sharp dieses Segment mit dem GX-BT480 zusätzlich bereichern. Der optisch etwas an so manchen JBL-Lautsprecher erinnernde GX-BT480 ist für einen Marktpreis von rund 130 Euro zu haben.  Er verfügt über den Bluetooth-Standard 4.2, leistet 40 Watt und soll satte 100 dB Schalldruck schaffen. Zudem ist der robuste aktive Lautsprecher IP56-zertifiziert (spritzwassergeschützt) und bietet recht beachtliche 20 Stunden maximale Akkulaufzeit (bei mittlerer und nicht zu hoher Lautstärke). 

Verarbeitung und Funktionalität

Der Sharp GX-BT480 sieht robust und recht stylish aus, wenngleich die Optik in der ebenfalls lieferbaren roten Variante noch besser zur Geltung kommt. Der Stoff, mit dem der Mittelteil des Lautsprechers bezogen ist, scheint recht unempfindlich und langlebig zu sein, die Seitenteile und Einsätze oben und unter dem Gerät sind komplett gummiert und haptisch sehr angenehm. 

Anschlüsse: Auch ein MicroSD-Karten-Slot ist vorhanden

Bedienelemente

Oben auf dem Sharp-Speaker ist die etwas schwergängige Lautstärkeregelung untergebracht. Seitlich finden sich verschiedene Bedienelemente. "M" steht nicht etwa für eine spezielle Kurzwahltaste, um den Chef von James Bond 007 anzurufen, sondern für die Möglichkeit, zwischen Bluetooth und dem 3,5 mm Miniklinkeneingang umzuschalten bzw. kommt als Alternative noch die MicroSD-Karte hinzu, wenn sie sich im Slot befindet. In der Mitte ist der Standby-Schalter untergebracht. Links und rechts vom Standby-Schalter sind die Tasten für Titelsprung nach vorne und nach hinten. Fehlt noch der Button "EQ". Das gerade aktive EQ-Programm wird per Stimme angesagt:

  • Bass Boost - fülliger Bass bei mittleren Lautstärken, weniger gut bei hohen Pegeln 
  • Movies - Für die kräftige und räumlich gelungene Wiedergabe z.B. von Filmtrailern über YouTube und Netflix-Filmen
  • Standard - ausgewogenes Klangfeld, das man auch bei höherem Pegel verwenden kann

Lautstärkeregelung

Rückseite

Insgesamt weist der GX-BT480 eine sehr gute Verarbeitungsqualität vor, die hinsichtlich der Materialwahl etwas an JBL erinnert, auch die Optik schafft Verbindungen zum JBL Xtreme.  Wird der Lautsprecher mit dem Smartphone verbunden, ertönt bei herstellter Verbindung das Wort "Connected". Im Testbetrieb erwies sich die Verbindung als äußerst stabil, es kam zu keinen Verbindungsabbrüchen. 

Klang

Der Sharp hat auch eine Freisprecheinrichtung integriert, die gute, aber keine überwältigen Leistungen bereitstellt. Ein leichtes Hintergrundrauschen und ein leichtes Time Delay verhindern eine noch bessere Bewertung, ansonsten klingt die Stimme recht natürlich und ist gut verständlich. Nur minimale Einschränkungen sind beim Hochtonbereich hinzunehmen, aber nichts Gravierendes.

Bei dem Lied „No More“ von Maxx hat der Lautsprecher einen kraftvollen Bass, weshalb manchmal die Stimmen des Lieds etwas untergehen. Hier gibt sich der Sharp, gerade wenn man den EQ"Bass Boost" verwendet, als "Party Machine". Was aber sofort positiv auffällt, ist, dass der Lautsprecher sehr räumlich wirkt - so kommt stets der Eindruck eines vollen, satten Klangs auf. Die elektronischen Effekten gibt der Sharp-Speaker mit guter Impulstreue wieder. 

Beim Lied „Low“ von Flo Rida passt der recht druckvolle Bass im EQ-Modus "Bass Boost" gut zum Song, allerdings sollte man es nicht mit dem Pegel übertreiben, dann kommt es zu Verzerrungen.  Die Stimmen gehen aber wie beim Lied davor ein bisschen unter, wenn man den Bass Boost-Modus einsetzt. Mehr Prägnanz in den Vocals und weniger druck im Bassbereich bekommt man im Modus "Standard" servier.

Bei manchem Quellmaterial tut sich der Lautsprecher im oberen Teil des Frequenzspektrums ein wenig schwer, wenn es darum geht, fein aufzulösen. Beim Song "WTF" von HUGEL  (featuring Amber Van Day) konnte der Speaker daher nicht nicht ganz überzeugen, da er im Hochtonbereich etwas spitz und oberflächlich wirkt, und im Bassbereich selbst im Standard-Modus bei höherem Pegel etwas hohl klingt - irgendwie fehlt hier die Substanz, die wir bei anderen Beispielen durchaus vorfinden konnten.

Ähnlich gut funktioniert der Lautsprecher bei dem „The Spectre“ von Alan Walker bei dem er sich fast keine Schwächen erlaubt. Das einzige was vielleicht negativ auffällt, ist der Klang in höheren Tonbereichen, der etwas schrill wirkt, wenn man höhere Pegelregionen aufsucht. Der Bass fühlt sich in mittleren Lautstärkebereichen am wohlsten, wo auch die gesamte Leistung am besten ist. Hört man mit wenig Pegel, so kommt nicht allzu viel Emotion auf, wer es mit dem Pegel übertreibt, bekommt dann doch einige Verzerrungen ins Klangbild. 

Die akustische Performance beim 90er Jahre Eurodance-Hit „With My Own Eyes“ von Sash! war deutlich besser: Sehr sauber, mit überzeugendem Bass, und passender Klarheit im Hochtonbereich: Mit diesem Titel kommt der Sharp richtig gut zurecht und schafft es durch die erneut überraschend weitläufige Räumlichkeit, auch eine glaubwürdige Atmosphäre zu erzeugen.

Nun kommt ein weiterer Klassiker: "Ready Or Not" von den Fugees. Hier braucht es Tiefgang und enormen Nachdruck im Bassbereich, und hier liefert der Sharp nicht ab. Gut, an diesem Track scheitern auch andere Bluetooth-Lautsprecher, aber etwas mehr Fundament hätten wir gerade aufgrund der vorherigen Leistungen schon erwartet. Die Stimmwiedergabe ist nicht schlecht, reißt es hier aber allein auch nicht "raus". Mehr Emotion und Feuer wären wünschenswert. 

Und beides bekommt man beim Titelsong des 007-Films "Moonraker", gesungen von Shirley Bassey. Hier ist mehr Volumen vorhanden, Dynamik-Differenzen des Gesangs von Shirley arbeitet der GX-BT480 richtig gut heraus. Auf die schwächste Leistung im Test folgt die beste: Dass der GX-BT480 sich gerade bei diesem durchaus komplexen Song so bewährt, erstaunt uns in positiver Hinsicht. Die Auflösung über den gesamten Frequenzbereich ist hier auch wirklich in Ordnung. 

Wechseln wir nochmals komplett das Genre. Bei Wolfgang Amadeus Mozarts „Requiem, Köchelverzeichnis 626: Lacrimosa“  ist der Klang überraschend klar, dynamische Unterschiede arbeitet der Sharp-Lautsprecher ordentlich heraus. Natürlich darf man hinsichtlich der Auflösung keine Wunder erwarten, aber der recht homogene Klang mit gelungener räumlicher Ausbreitung ist gar nicht schlecht. Manchmal mischt sich im oberen Mitteltonbereich eine leicht blecherne Note hinzu, die aber nur deutlich gehobenem Pegel wirklich stört. 

Der Bluetooth-Lautsprecher ist auch dann in seinem Element, wenn man z.B. Filmtrailer von YouTube oder auch Filme von Netflix vom Smartphone oder Tablet anhören möchte. Beim Trailer von "The Transporter 3" schlägt sich der Lautsprecher ausgesprochen gut. Kräftiger Klang, sehr gute Verständlichkeit der Stimmen, immer angenehm, und zudem erweist sich der Sharp als pegelfest. Wie sieht es beim Trailer zum Rennfahrer-Movie "Rush" aus? Erneut überrascht uns, wie hohe Pegel der GT-BX480 schafft, ohne unschön zu verzerren. Auch die Räumlichkeit überzeugt. Natürlich sollte man sich nicht zu weit vom Lautsprecher entfernt aufhalten, aber wer rund ein bis zwei Meter weit weg ist, kann sich nicht beklagen. Die Stimmen sind auch bei diesem Beispiel wieder tadellos verständlich. 

Konkurrenzvergleich

Der Mackie FreePlay Go ist deutlich teurer und trotzdem kleiner - aber wie wir schon damals im Test feststellten, klingt er erstaunlich gut: Kraftvoll, lebendig, angenehm: Hier rechtfertigt er seinen Mehrpreis schon. Er sieht schlicht aus, ist aber sehr gut verarbeitet. Der Sharp hat Vorteile aufgrund seiner Spritzwasser-Festigkeit, der Freisprecheinrichtung (hat der Mackie nicht) und beim Preis-/Leistungsverhältnis. 

Als B-Ware bekommt man den JBL Charge 4 bereits für unter 140 EUR. Unsere Benchmark überzeugt mit sehr kräftigem Klang und einer unerschütterlichen Souveränität. Wie der Sharp offeriert auch der Charge 4 satte 20 Stunden Akkulaufzeit. Der Sharp kann aber trotzdem Akzente setzen: Aufgrund des größeren Gehäusevolumens schafft er noch etwas mehr Räumlichkeit, und er verfügt praktischerweise über drei verschiedene EQ-Kurven. 

Fazit

Insgesamt ist der Sharp GX-BT480(BK) ein recht überzeugender, sauber verarbeiteter Lautsprecher, der sich bei normaler Hörlautstärke am wohlsten fühlt und dessen Klang meistens räumlich und ausgewogen ist. Wählt man den EQ-Modus "Bass Boost", kann man je nach Quellmaterial mal sehr zufrieden sein, aber ab und zu verzerrt der Sharp dann doch. Insgesamt aber ist der EQ-Modus in einigen Fällen gut zu verwenden. Der Sharp besitzt überdies einen EQ-Modus "Movie" - braucht man diese Betriebsart überhaupt? Wer sich zu zweit auf dem Tablet einen Film von Netflix oder Amazon Prime Video anschauen möchte, wird sich freuen, denn in diesem Modus klingt der Sharp-Speaker räumlich dicht und durchaus kräftig, ohne es im Bassbereich zu übertreiben. Die Akkulaufzeit fällt mit rund 20 Stunden überzeugend aus, im Lieferumfang befindet sich zudem ein praktischer Tragegurt. 

Sauber verarbeiteter, gut ausgestatteter Bluetooth-Lautsprecher mit räumlich dichtem und meist angenehmem Klang

Bluetooth-Lautsprecher bis 150 EUR
Test 08.März 2019

Test: Vincent Rampacher
Redaktion: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich 
Datum: 08. März 2019

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