TEST: Bluetooth-Lautsprecher Mackie FreePlay Live - Massiver Sound für knapp 400 EUR?

399 EUR kostet der große Bluetooth-Lautsprecher Mackie FreePlay Live. Für den nicht unerheblichen Betrag wird auch einiges an Performance offeriert. Mit satten 150 Watt tritt der aktive Lautsprecher an. Bestückt ist er mit einem 15,24 Tief-/Mittelton-Treiber und zwei 2,54 cm-Hochtönern. Man kann mit einem Bluetooth-Device gleich zwei FreePlay Live koppeln, so ist es möglich, dann entweder in zwei Hörzonen oder aber eine aus 2 FreePlay Live bestehendes Stereo-Setup zu realisieren. Integriert ein leistungsstarker Lithium-Ionen-Akku. Bis zu 15 Stunden, für einen so großen Aktivlautsprecher ein guter Wert, kann man damit Musik wiedergeben. Das Netzteil wird extern angeschlossen.

Anschlüsse

Anschlussseitig bietet der FreePlay Live zweimal Klinke-/XLR-Kombo-Eingang, 1 x 3,5 mm Klinke Stereo-Aux-Eingang und als Monitorausgang 1 x 6,3 mm Klinke (symmetrisch). Hinzu kommen der Anschluss fürs externe Netzteil und ein An-/Ausschalter auf der Rückseite. Dank dieser Anschlussbestückung mit den XLR Kombo-Eingängen kann man auch z.B. Mikrofone oder elektrische Gitarren mit dem FreePlay Live verbinden. Dank des symmetrischen Monitorausgangs ist es möglich, das Signal des FreePlay Live zu einem anderen aktiven Lautsprecher oder zu einem Mischpult zu senden.

Rückseite

Schriftzug

Logo vorn im robusten Metallgitter

Bedienelemente am Gerät selber

Der FreePlay Air präsentiert sich im robusten Finish, und lehnt sich eindeutig an professionelle Geräte an. Der Kunststoff ist in mattem Schwarz gehalten und gänzlich unempfindlich, die Anschlüsse hinten sitzen fest und das Gitter, hinter dem sich die Chassis befinden, ist aus Metall und sauber eingepasst. Der FreePlay Live 4 wiegt kg und misst 19,7 x 35,6 x 17,8 cm.

App

Für die Steuerung des FreePlay Live ist auch eine entsprechende App namens "FreePlay Connect" kostenlos verfügbar. Hier einige Screenshots.

App in Apples Store

EQ "BT" in Grundstellung

Reverb on/off plus Modi Music und Live

Auro Connect on/off

Speicherbänke für drei Szenarien

Die FreePlay Connect App funktioniert über Bluetooth und hat zahlreiche Einstellmöglichkeiten. So kann man die Kanalpegel justieren, es findet sich zudem ein EQ (für Höhen, Mitten und Bässe, einfach mit dem Finger einstellbar), und man kann zwei FreePlay Live miteinander koppeln für eine kraftvolle Stereowiedergabe.

Klang

Bei Chris Browns "Beautiful People" im EQ-Modus "Music" erfreut der Mackie mit kräftigem Antritt und einer sehr guten räumlichen Wirkung. Im Bassbereich macht sich das relativ große Gehäuse positiv bemerkbar, hier bleibt kaum ein Wunsch offen. Der Kickbass wird recht präzise getroffen, und der Tiefgang ist tadellos. Nun wird es "moderner", nach dem Hit aus 2010 folgt nun "Love No More" von Loud Luxury. Wem der Klang nicht passt - zu dumpf, Stimmen zu sehr im Hintergrund, zu starker Bass - der kann innerhalb der praktischen App sofort eingreifen und mit einfachen Fingerbewegungen an drei Punkten die Einstellungen ändern. Trotz EQ-Optimierung ist der Bass bei "Love No More" zwar ordentlich, auch der Tiefgang ist überzeugend, der Kickbassbereich könnte aber noch druckvoller ausfallen.

Bei der 2018er Version des Culture Beat-Klassikers "Mr. Vain", performed von Alex Christensen und dem Berlin Orchestra (Album Classical 90s Dance 2), machen sich die Gesangsstimme von Anastacia und der Rap von SKI richtig gut. Die Stimmen sind prima ins akustische Gesamtgefüge eingearbeitet. Der Bass gefällt uns hier ebenso gut wie der akustische Gesamtaufbau. Dynamische Differenzen werden impulstreu hervorgehoben, einmal mehr ist die Räumlichkeit tadellos. In kleineren Lokalitäten bis knapp 20 Quadratmeter kann der Mackie FreePlay Live durchaus als gelungene Erstlösung herhalten. Das zeigt sich auch bei der "klassischen" Variante der ruhigen Stevie B.-Ballade "Because I Love You". Fein dosiert, mit einer dichten Atmosphäre, gefällt uns der FreePlay Live hier ausgezeichnet. Auch die langsamen, im Bassbereich recht wuchtigen Parts und die zahlreichen Effekte sowie Instrumente arbeitet der große BT-Lautsprecher prima heraus.

Richtig gespannt sind wir auf die Performance bei "Sheep" von LAY (Alan Walker Relift). Selbst der recht ausladende FreePlay Live kann natürlich nicht den enormen Tiefgang bieten, den dieser Song fordert. Hier muss man zu großen Standboxen oder zu Lautsprechersystemen, die von einem kraftvollen aktiven Subwoofer ergänzt werden, greifen. Für einen doch durchaus noch als transportabel zu bezeichnenden BT-Lautsprecher aber erzielt der FreePlay Live hervorragende Werte und gibt einen beträchtlichen Teil des massiven Bassbereiches sauber wieder. Zudem trennt er die Stimme gut vom Rest des akustischen Geschehens. Wir lassen dem Mackie-Lautsprecher keine Ruhe, denn die Voraussetzungen für eine akkurate Wiedergabe gestalten sich bei "I Like" von Keri Hilson ebenso komplex. Den satten Bass kann der FreePlay Live nicht in vollem Umfang präsentieren - aber anstatt mit massiven Verzerrungen für Ärger zu sorgen, greift das interne DSP gekonnt ein und sorgt für eine saubere, klare Bassdarstellung, auch wenn dadurch vielleicht etwas der maximal möglichen Nachdrücklichkeit verloren geht.

Kompletter Musikwechsel, nun hören wir "land Of Confusion" in der Cover-Version von Disturbed. Der FreePlay Live geht hier richtig "ab", er schiebt mit Nachdruck voran und bringt die gewollte Aggressivität in den Vocals treffend zur Geltung. Im Bassbereich wird genau die Energie erzeugt, die man von einem relativ großen Bluetooth-Lautsprecher auch erwartet. Nun folgt der Gary Moore-Klassiker "Friday On My Mind". Nur ausreichende Güte des Quellmaterials, was macht der Mackie-Speaker daraus? Erstaunlich viel, vor allem an Kraft und Dynamik. So merkwürdig es klingt: Bei diesem Song läuft der FreePlay Live zu ganz großer Form auf. Er macht die Defizite der Quelle fast vergessen und zeigt die nur an leichten Verzerrungen bei der Stimmwiedergabe, die aber erst bei rund 80 Prozent des maximalen Pegels auftreten.

Und wie sieht es bei "It's My Life" von Bon Jovi aus? Hier beeindruckt uns der FreePlay Live mit einer sehr soliden Pegelfestigkeit, und selbst bei 80 Prozent der maximal möglichen Lautstärke vermischt sich Jon Bon Jovis Stimme nicht unpassend mit anderen akustischen Elementen - eine tadellose Leistung. Wir hören noch "Living On A Prayer" und freuen uns über das üppige Volumen, welches der FreePlay direkt im Intro bereitstellt. Wer den EQ akkurat justiert, Höhen und Bässe sowie Mitten nicht gnadenlos aufdreht (was man grundsätzlich nie tun sollte), erhält eine dynamische, lebendige und kräftige Wiedergabe, die auch für die gehobene Preisliga als sehr gut zu bezeichnen ist.

Back to the 80s - dieses Motto gilt weiter. Nun mit "Never Let Me Down Again" von Depeche Mode. Trotz der zwar ordentlichen, aber keinesfalls überdurchschnittlichen Güte des Quellmaterials ermöglicht der FreePlay Live einen klar strukturierten, stets sauberen Klang. Das ändert sich auch bei gehobenem Pegel nicht. Wir schieben noch einen Depeche Mode Klassiker nach, "Everything Counts" überzeugt direkt ab Beginn, und wieder ist es die kräftige Gesamtwiedergabe, die uns freudig stimmt. Ein Auflösungsmeister ist der FreePlay Live nicht, muss er aber auch nicht sein. Dafür nämlich wird er auch bei beträchtlicher Lautstärke nie schneidend oder blechern, sondern bleibt souverän, und kann bei der spontanen Party auch wegen der sehr respektablen Maximallautstärke absolut als "Hauptbeschaller" seine Arbeit aufnehmen.

Konkurrenzvergleich

JBL Xtreme 2: Mit knapp 300 EUR (UVP) ist der robuste, stylishe JBL Xtreme ein harter Konkurrent. Instrumente kann man beim JBL nicht anschließen, dafür ist der robuste Speaker wasserfest. Akustisch erreicht der Xtreme 2 nicht ganz die Pegel des FreePlay Live, der auch umfangreichere Einstellmöglichkeiten bietet. Der Xtreme klingt aber sehr homogen, und die Wiedergabe von Stimmen gelingt dem preiswerteren JBL genauso gut.

Teufel Boomster NG: Ausgestattet mit edlem Design und auch einem FM-/DAB+ Tuner, ist der Teufel Boomster der neuen Generation ein erstklassiges Angebot: Aktuell (Stand 12. November 2018) ist der hervorragend verarbeitete Boomster NG für schlappe 250 EUR erhältlich. Beinahe so pegelfest wie der FreePlay Live, dazu mit den Radiofunktionen und einem Display, ist der Boomster eine echte Vielzweckwaffe, die mit Akku, zusätzlichen Batterien und am Stromnetz betrieben werden kann.

Der Dreamwave Elemental für rund 250 EUR kommt im auffälligen "Survivor" oder "Dschungelkämpfer" Design daher. Akustisch hält er durchaus Schritt mit dieser Optik und offeriert eine prima Pegelfestigkeit und eine ordentliche Räumlichkeit. Der teurere FreePlay Live spielt aber nochmals deutlich souveräner auf und offeriert überdies eine bessere Auflösung über den gesamten Frequenzbereich.

Fazit

Der Mackie FreePlay Live ist ein sehr gut ausgestatteter, robuster und nachdrücklich antretender Bluetooth-Lautsprecher, der eine ausgezeichnete Pegelfestigkeit offeriert und zudem durch die Anschlussmöglichkeit für Musikinstrumente einen erweiterten praktischen Nutzen bietet. Zudem ist der im PA-Style auftretende Aktivlautsprecher auch mittels Bluetooth-App bedienbar. Für die Klangqualität, die Ausstattung und die Einsatzmöglichkeiten ist der Kaufpreis nicht zu hoch.

Kraftvoll aufspielender, pegelfester Aktivlautsprecher mit hoher Anwendungs-Flexibilität

Bluetooth-Lautsprecher bis 500 EUR
Test 16. November 2018

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 16. November 2018

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