TEST: Auna Virginia – DAB/DAB+ Digitalradio mit Bluetooth-Streaming

Auna Virginia BK Front Seitlich3

Mit dem „Virginia“ Digitalradio bietet der Berliner Elektronik-Hersteller und Versender auna ein multifunktionales Gerät mit UKW, DAB/DAB+ und Bluetooth für direktes Audio-Streaming mit Smartphone oder Tablet an. Außerdem steht ein MP3-fähiger USB-Slot, ein AUX-Eingang für den Anschluss externer Audiogeräte und ein Kopfhöreranschluss zur Verfügung. Mit Hochglanzgehäuse und einer Kombination aus klassischer und moderner Optik soll das „Virginia“ Blicke auf sich ziehen und natürlich insgesamt eine solide akustische Performance bieten. In schwarz und weiß erhältlich kostet das Digitalradio 109,90 EUR.

Auna Virginia BK Bedienelemente Front1

Bedienelemente links

Auna Virginia BK Bedienelemente Front2

Bedienelemente rechts und Anschlüsse

Auna Virginia BK Display

Das Display ist mittig platziert

Auna Virginia BK Rueckseite Seitlich2

Rückseite

Aushängeschild bezüglich Verarbeitung und Material des Auna Virginia ist die hochglanzlackierte Oberfläche des Gehäuses. Der Lack wirkt bei unserem Modell sauber aufgebracht und macht auch haptisch einen ausgezeichneten Eindruck. Die gerundeten Kanten tragen ebenfalls zum sehr soliden Eindruck bei. Nicht ganz perfekt gelöst ist die Verschraubung der einzelnen Teile, denn über die Schrauben-Aussparungen im vorderen Bereich der Seitenteile wurde lediglich ein schwarzer Aufkleber aufgebracht. Der Frontbereich ist von einem silbernen Kunststoffrahmen umgeben, der recht gut eingepasst ist. In Kombination mit den stationären Bedienelementen bietet das Virginia optisch eine Mischung aus klassischem und modernem Look.

Hinter dem nicht abnehmbaren Lautsprechergitter aus Stoff verbergen sich zwei Breitband-Lautsprecher, die die Schallwandlung übernehmen. Darunter sind die Bedienelemente untergebracht, vier schmale Knöpfe auf jeder Seite und dazu zwei Drehregler. Die stationären Bedienelemente sitzen nicht ganz perfekt im Gehäuse oder zeigen keine ganz nahtlosen Übergänge, bieten aber einen ordentlichen Druckpunkt. Zum Ändern der Lautstärke bewegt man den rechten Drehregler so weit es geht nach links oder rechts – und dann noch ein kleines Stückchen weiter. Mit einem Klicken wird die Pegeländerung signalisiert. Das Display löst solide auf und bietet gute Helligkeit. Der Betrachtungswinkel allerdings lässt zu wünschen übrig, besonders bei seitlich zu stumpfem Winkel kann man die Schrift am Display nicht mehr gut lesen. Die Anschlüsse rechts, USB sowie Aux In und Kopfhörer, sind recht gut eingepasst. Insgesamt kann der Kunststoff-Frontteil inklusive Bedienelemente dem ausgezeichneten Eindruck des Hochglanz-Gehäusese nicht ganz folgen, setzt aber optisch einen schicken Akzent.

An der Unterseite ist das Digitalradio mit Gummifüßen versehen, die führ solide Standfestigkeit sorgen. Der Rückseite wird die geringste Aufmerksamkeit zuteil, hier sehen wir eine unlackierte MDF-Platte mit Lüftungsöffnungen. Außer dem Anschluss für das Netzteil und der fest montierten Antenne ist hier auch nichts zu finden. Wirklich kompakt kann man das Virginia nur noch bedingt bezeichnen, ein kleiner Nachttisch ist mit den Abmessungen von 34 x 18 x 18,5 cm (BxHxT) bereits überfordert. Mit 2,7kg ist das Virginia für seine Größe eher ein Leichtgewicht.

Auna Virginia BK Fernbedienung

Fernbedienung

Das Virginia Digitalradio lässt sich auch mit der beiliegenden Fernbedienung steuern. Zum Betrieb wird eine CR2032 Knopfzelle benötigt. Die Fernbedienung ist kompakt, aber breiter als eine typische „Scheckkarten“-Remote. Die Folientasten bieten einen guten Druckpunkt.

Zum Handling müssen wir kaum Worte verlieren. Dank der üppigen Bestückung von acht Tasten und den zwei Drehreglern findet man jede essentielle Funktion recht flink. Der linke Drehregler „Tone“ dient übrigens einem sehr sehr rudimentären Equalizing, hier sollte man eine passende Mittelstellung finden. Um eine drahtlose Verbindung via Bluetooth herzustellen, wechselt man mit der „Function“-Taste auf „bt“, um das Virginia für andere Bluetooth-Geräte sichtbar zu schalten. Unser iPhone 6 hat das Radio auch direkt gefunden und wir konnten Audiodaten an das Gerät senden. Anzeige von Titel und Interpret ist aber dem DAB/DAB+ Radio sowie der MP3-Zuspielung via id3-Tag vorbehalten.

Akustisch darf man von Breitbändern natürlich keine audiophilen Meisterleistungen erwarten, insgesamt macht das Virginia aber einen spritzigen und lebendigen Eindruck. Sehr positiv können wir festhalten, dass das Digitalradio recht laut aufspielen kann und dabei weitgehend souverän bleibt. Erst in den oberen 10 Prozent der möglichen Lautstärke fallen dann Verzerrungen und Artefakte verstärkt auf. Je komplexer das Musikgeschehen, umso schwieriger tut sich das Auna-Radio mit der sauberen und differenzierten Darstellung. Die Bühne beim akustischen Abend mit Joe Bonamassa in Wien gelingt aber recht gut und sogar das Piano gefällt mit einer vergleichsweise soliden Präsentation. Gutes Volumen suggeriert das Virginia auch untenrum, wenn es auch an Struktur und Nachdruck fehlt. Die Stimme zeigt etwas Charakter und die Stahlsaiten der Gitarre sind unverkennnbar. Insgesamt finden wir die Kulisse aber etwas plan, hier könnte man mit etwas besserer Staffelung und örtlicher Platzierung viel erreichen. Das macht das Gesamtgeschehen aber nicht fad, wie bereits erwähnt realisiert das Virginia durchaus eine angenehme und lebendige Atmosphäre.

Wechseln wir zu etwas flotterer elektronischer Musik beweist das Virginia, dass es auch mit der höheren Geschwindigkeit und einer Vielzahl an Synthesizer-Elementen keine Probleme hat. Die atmosphärisch unterschwelligen Klänge in der ersten Minute von Digital X’s Raptor werden sauber und sogar mit angemessenem Nachdruck wiedergegeben. Geräte mit ähnlichem Gehäusevolumen und dedizierten Tieftönern erreichen hier natürlich eine höhere Authentizität und mehr Kraft, insgesamt ist das Virginia aber durchaus begeisterungsfähig und spielt lebendig auf. Auch als die schnellen Synthi-Elemente hinzukommen, bleibt das Klangbild klar und noch gut durchdifferenziert. Vereinzelt gehen Details natürlich ein wenig unter, insgesamt spielt das Virginia aber recht präzise und harmonisch auf. Auch bei „Jovian Planet“ liefert das auna Radio einen guten Kickbass, der lediglich in der aggressiven Härte noch etwas Luft nach oben bietet. Bei nicht allzu komplexen Titeln zeigt sich das Virginia Digitalradio am ansprechendsten und beschallt durchaus auch etwas größere Räume mit angenehmem, dynamischem Sound, der definitiv Gefallen findet.

Auch die Eagles kann man mit dem Virginia hören, ohne dass der Kenner sofort die Nase rümpfen würde. Natürlich vermisst derjenige die klare Charakteristik der Stimmen und einzenen Gitarren. Dennoch vermischt das Auna Gerät nicht das komplexe Geschehen zu einer musikalischen Masse, die geradeso nebenher läuft, sondern liefert eine im Ansatz gestaffelte Bühne mit recht solider Instrumentaldifferenzierung. Wer wirklich aufmerksam hören möchte, ist bei einem Kompaktradio ohnehin verkehert, aber mit solidem Pegel beschallt das Virginia Digitalradio kleine bis mittelgroße Räume angenehm und harmonisch.

Auna Virginia BK Front Seitlich2

In moderater Größe bietet das auna Virginia Digitalradio DAB/DAB+ und UKW-Empfang sowie drahtloses Musik-Streaming via Bluetooth. Der Vielfalt noch nicht genug, kann man auch per USB-Stick MP3-Dateien wiedergeben oder über den AUX-In weitere Geräte per Klinkenkabel anschließen. Mit seinen zwei Breitbandlautsprechern liefert das Virginia zwar keine audiophile Maximalperformance, beschallt aber auch etwas größere Räume mit solidem Pegel und einer lebendigen Klangkulisse. Besonders gefällt das hochglanzlackierte Gehäuse mit gerundeten Kanten, die Kunststoff-Front steht etwas hintenan, ist aber für das Preisgefüge noch in Ordnung. Frei aufgestellt macht es natürlich aufgrund der unlackierten Rückseite nicht die allerbeste Figur. Die Bedienung geht ebenfalls recht einfach von der Hand, allerdings merkt sich das Digitalradio nicht den vorher gewählten Eingang sondern startet aus dem Standby-Modus immer wieder automatisch in den DAB-Modus. Auch die Bluetooth-Verbindung mussten wir häufiger wieder vom mobilen Endgerät aus neu aktivieren.

DAB/DAB+ Digitalradio mit Bluetooth-Streaming und hochglanzlackierter Oberfläche
sehrgut
23.06.2015

+ DAB/DAB+
+ Bluetooth-Streaming
+ Bluetooth-Verbindung schnell und problemlos hergestellt
+ Stabile BT-Verbindung
+ Solide hochglanzlackierte Oberfläche+ Gerundete Kanten am Gehäuse
+ USB-Slot und Kopfhörerausgang

– Aus dem Standby startet sich stets der DAB-Modus
– Bluetooth-Verbindung muss manchmal neu aufgebaut werden nach Neustart
– Rückseite unlackiert

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 23.06.2015




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