TEST: Auna Swizz – Mediacenter mit 7″ Display und 2.1 Lautsprechersystem

Front Seitlich

In unserem heutigen Test nehmen wir das Auna Swizz Mediacenter genauer unter die Lupe, welches bereits zu günstigen Preisen von gerade einmal etwa 100 EUR erhältlich ist. Auf der Produktseite bei www.elektronik-star.de wird uns eine mobile Allround-Lösung für Unterhaltung, Spiele, Produktivität und Social Media versprochen, welche mit ihren Multimedia-Fähigkeiten überzeugen soll. Unter anderem beherrscht das Swizz Video- und Fotodarstellung von auf externen Datenträgern befindlichen Dateien (via HDMI ist auch die Verbindung zu größeren Displays möglich), besitzt eine integrierte WLAN-Schnittstelle und kann außerdem per Bluetooth oder AUX-Eingang als 2.1 Lautsprecher verwendet werden. Betrieben wird das ganze mit dem Android 4.1.1 System. Ob das Tablet mit integriertem Lautsprecher seine Versprechen einhält, lesen sie in unserem Test.

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Frontansicht des Auna Swizz

Rueckseite

Die Rückseite im Ganzen, gut sichtbar sind die zwei Bassreflexöffnungen

Schauen wir uns also zunächst die Optik und Verarbeitungsqualität des Auna Swizz an. Vom Aussehen her hinterlässt das Media Device direkt einen sehr positiven Eindruck, was hauptsächlich an der mit Klavierlack versehenen Rückseite und dem in Silbermetall gehaltenem Standfuß liegt. Dieser ist unten fest angeschraubt und verleiht dem ca. 900g schweren Swizz nicht zuletzt durch mehrere Gummipads eine ordentliche Stabilität, dennoch sollte man vorne nicht zu stark an den oberen Rand (etwa auf Höhe der integrierten Kamera) stoßen, da es hier sonst leicht kippen kann. Klassischerweise befindet sich unter der Kamera das 7“ Multi-Touch-Display, links und rechts davon die Stereo-Lautsprecher. Hinten über dem Standfuß bietet das Swizz mehrere Anschlüsse, darunter den HDMI-Ausgang, einen MicroSD-Slot, MicroUSB-Anschluss, Line In-Anschluss, sowie den Reset Button und den Anschluss für das Ladekabel. Oben leicht hinter der Kante lässt sich das Swizz einschalten und die Lautstärke verändern. Alle drei Knöpfe sind durch ihre Größe leicht zu bedienen und haben einen guten Druckpunkt.

Display

Das 7″ Display des Auna Swizz

Lautsprecher

Lautsprecher links

Anschluesse

Anschlüsse an der Rückseite und Standfuß

Bedienelemente oben

Power- und Lautstärkeknöpfe oben

Durch seine Ellipsenform macht das Swizz auf unserem Schreibtisch eine elegante Figur. Dass Fingerabdrücke schnell zu sehen sind, ist nun einmal der Preis für den schwarzen Klavierlack.

Weiter im Lieferumfang enthalten sind ein MicroUSB-Kabel, das Ladekabel selbst und eine Fernbedienung. Die Fernbedienung macht im Vergleich zum Auna selbst keinen hochwertigen Eindruck, da diese hauptsächlich schlichtweg in Kunststoff gehalten und fast federleicht ist. Sie bietet aber die nötigen Funktionen (Bluetooth-Aktivierung, Stummschaltung, Lautstärke usw.), tut also auch bei wenig bemerkenswerter Optik mit einfach zu bedienenden Knöpfen ihren Job.

Fernbedienung

Die Fernbedienung des Swizz

Nach einem ca. 5-sekündigen Druck auf den Power-Button bootet das System mit ordentlicher Geschwindigkeit und wir können uns direkt ins lokale WLAN-Netzwerk einloggen. Nebenbei stellen wir fest, dass die Touch-Steuerung weitgehend fehlerlos funktioniert. Lediglich ein, zwei Mal registrierte der Touchscreen einen „Klick“, obwohl wir eigentlich scrollen wollten. Auch beim Tippen auf der Tastatur treffen wir auf keine Probleme. Lediglich ist hier die Tastatur immer im Querformat und je nach Gewöhnung kann das für etwas langsamere Tippgeschwindigkeit sorgen. An sich funktioniert das Tippen aber problemlos.

Öffnen von Apps, Webseiten und sonst die Bedienung des Swizz geht sowohl direkt am Display als auch mit der Fernbedienung leicht und schnell von der Hand und stellt uns ohne weiteres zufrieden. Allerdings entsteht bei jeder Tonausgabe, also auch bei Tipp- oder Klicksounds, ein leichtes Rauschen des Lautsprechers, was anfangs recht irritierend klingt.

Als nächstes laden wir uns die leider nicht vorinstallierte Skype-App aus dem Google Play Store herunter, um die Funktion der Videotelefonie zu überprüfen. Wir haben dies mit zwei Teilnehmern getestet, von denen ein Gespräch, abgesehen vom hin und wieder gefrorenen Kamerabild, problemlos ohne Nebengeräusche, Echo oder Ähnliches verlief. Beim anderen waren mehrmals ein Knacken und ein Echo auf beiden Seiten zu vernehmen. Das gefrorene Kamerabild, welches allerdings eine gute Bildqualität liefert, kann aber ebenso einer schlechten WLAN-Verbindung oder einer Instabilität der Skype-App verschuldet sein.

Die Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone zur Audioübertragung (in unserem Fall ein HTC One X) war ebenfalls einfach nach Aktivierung der Bluetooth-Funktion beider Geräte schnell erledigt.

Klang

Starten wir also den Klangtest. Wir bedienen uns einfach der Tabletfunktionalität, beziehen aus dem Play Store die Spotify-App und beginnen mit dem Basstest. Geben wir dem Auna Swizz also das Remake des House-Klassikers „French Kiss“ von Olav Basoski. Und wir merken gleich, dass das Swizz nicht das tiefenstärkste Gerät ist. Synthesizerklänge kommen allerdings klar zur Geltung und das kontinuierliche Schnellerwerden nach dem Break, wofür das Original 1989 so bekannt war, wird hier ordentlich dargestellt und zeigen die Dynamik unseres Testdevices. Allerdings müssen wir auch bei Audiomatic’s „Lost in the mix“ feststellen, dass die tiefen Kickbässe bei der Wiedergabe eher schwach vertreten sind.

Gehen wir also zu etwas melodischerem über. Parov Stelars „The Sun“ ist momentan ein Radiohit. Hierfür verantwortlich sind auch die Vocals der Sängerin Graham Candy, die schön in den Vordergrund gestellt werden und auch im Refrain, wo viele Klangelemente zusammenkommen, keineswegs an Dynamik verlieren. Gleiches gilt für das Klavier und die Geigen, die sich nicht vordrängeln, aber dennoch deutlich zur Geltung gebracht werden und insgesamt sogar etwas an Räumlichkeit vermuten lassen, was bei solchen melodischeren und harmonischen Titeln für ein angenehmes und spaßiges Hörerlebnis sorgt. Negativ fällt hier nur leider auf, dass bei lauterer Einstellung das Gerät zumindest hier bei mehreren Klangelementen leicht übersteuert. Pegelfestigkeit ist aber ohnehin gerade für so einen mobilen Lautsprecher und in dieser Preisklasse ein schwieriges Unternehmen.

Nun also mal etwas rockiges. Jamie Christophersons Soundtrack zum Spiel Metal Gear Rising: Revengeance weiß durch Hard Rock und Heavy-Metal-Klänge zu überzeugen. Bereits am Anfang von „A Soul Can’t Be Cut“ setzt das Auna Swizz den treibenden Rhythmus in Szene. Wir vermissen zwar durch die eher leichte Basswiedergabe die Power des Schlagzeugs bei dieser Nummer, dafür sind aber wiederum die Höhen und Mitten betonter zu hören. Gleiches zeigt sich bei „The Hot Wind Blowing“. Gerade hier spielen sich die E-Gitarren gekonnt in den Vordergrund und auch weiter hinten zeigt das Auna Swizz, dass es das Schlagzeug dynamisch darstellen kann und mit dem schnellen und treibenden Rhythmus des Liedes mithalten kann.

Zum Abschluss gönnen wir uns wieder etwas Ruhigeres mit Hans Zimmers „Now We Are Free“ aus dem Film „Gladiator“. Löblich hervorzuheben ist an der Stelle wieder das harmonisch inszenierte Aufeinandertreffen der Gesänge und der Streicher. Anfangs schienen die vielen Elemente des Orchesters das Swizz etwas zu überfordern, da hier dann einige ruhigere Instrumente, wie hier z.B. die gefühlvoll gespielten Handtrommeln, im Hintergrund verloren gehen. Gerade, weil die Gesangsstimmen hier sehr prominent inszeniert werden. Die Räumlichkeit lässt an dieser Stelle etwas zu wünschen übrig, nichtsdestotrotz ist das Gesamtklangbild ein harmonisches und eine detaillierte Aufführung sämtlicher in einem Orchester vertretenen Instrumente lässt sich wie gesagt in dieser Preisklasse erwarten.

Fazit

Front Seitlich

Ein audiophiles Klangerlebnis ist bei einem derart portablen Lautsprechersystem kaum möglich, dennoch liefert das Swizz in diesem Preisgefüge eine solide Performance ab. Zudem ist die Musikwiedergabe nur eine Funktion des Auna Swizz, darüber hinaus gibt es interessante und sinnvolle Multimedia-Features. Die Verbindung zu anderen Geräten ist schnell hergestellt und die Bedienung des „integrierten Tablets“ funktioniert ebenfalls einwandfrei und ist sehr benutzerfreundlich. Bei dem einen oder anderen wird das Auna Swizz neben dem PC am Office-Schreibtisch sicher eine gute Figur machen.

Auna Swizz – Multifunktionaler portabler Lautsprecher mit solider Verarbeitung und schicker Optik
sehrgut
01.08.2014

+ Solide Verarbeitung
+ Ansehnliche Optik
+ Durch Android 4.1.1 schnelle und intuitive Bedienung
+ Solides Klangbild für diese Preisklasse

– Pegelfestigkeit hat Potenzial
– Tiefen nicht sehr ausgeprägt

 

Test: Michael Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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