TEST: Auna Stealthbar 50 – Kompakte 2.1 Soundbase mit Bluetooth-Funktion und DAB+

Auna Stealthbar 50 Front Seitlich1

Auna, der Eletronik-Anbieter aus Berlin hat nicht nur konventionelle Soundbars im Programm sondern stellt mit der Stealthbar auch eine kompakte 2.1 Soundbase mit integriertem Subwoofer vor. Dabei stehen 15 Watt Leistung für die zwei Breitbänder und 30 W für die sehr tiefen Frequenzen zur Verfügung. Außerdem bietet das Gerät Bluetooth-Kompatibilität sowie DAB+ Radio-Empfang. Die Stealthbar 50 ist für knapp 140 EUR unter www.auna.de erhältlich.

Auna Stealthbar 50 Bedienelemente Oberseite

Stationäre Bedienelemente

Auna Stealthbar 50 Display

Integriertes Display

Auna Stealthbar 50 Fernbedienung

Mitgelieferte Fernbedienung

Die Stealthbar ist eine eher kompakte Soundbase – was der Name im Ansatz schon vermuten lässt. Sie bringt 4,3 kg auf die Waage und misst 52,5 x 7,5 x 30,5 cm (BxHxT). Sie sollte daher auch nicht unbedingt mit sehr großen TV-Geräten verwendet werden sondern passt optisch besser zu Geräten bis etwa 42 Zoll.

Die Oberfläche ist komplett mattschwarz foliert. Die Folierung ist recht gut aufgebracht, Schwächen zeigen sich durch die geraden Kanten besonders an den Ecken. An unserem Modell zeigt sich zum Beispiel an der vorderen linken Ecke, am Übergang zur Kunststoff-Front leichte Ausfransungen, und auf der rechten Seite schiebt sich die Folie ein wenig zusammen. Natürlich muss man hier schon genau hinsehen und in dieser Preisklasse ist das auch kein K.O.-Kriterium, allerdings soll es nicht unerwähnt bleiben. Der Materialübergang ist an der rechten Seite sauber, links steht die Front etwas über das Gehäuse hinaus.

Die Frontseite des Gerätes besteht hauptsächlich aus einem Metallgitter, mittig ist noch ein Display untergebracht. Insgesamt wirkt das zurückhaltend schick und elegant – erinnert jedoch auch ein wenig an einen sehr erfolgreichen, amerikanischen Hersteller. Das Segment-Display in Punktmatrix-Optik ist sauber integriert und in vier Stufen dimmbar, es zeigt die Quelle, Lautstärke und sonstige Parameter an. Die Bedienelemente auf der Oberseite dienen der rudimentären Steuerung. Die Knöpfe sitzen in einem kleineren, gummierten Abschnitt und bieten einen guten Tastendruckpunkt. Die mitgelieferte Fernbedienung ist sehr einfach gehalten und bietet lediglich Folientasten. Zum Betrieb wird eine Knopfzelle benötigt.

Auna Stealthbar 50 Rueckseite Seitlich2

Rückseite der Stealthbar 50

Auna Stealthbar 50 Anschluesse Rueckseite

Anschluss-Sektion

Auna Stealthbar 50 Unterseite

Unterseite

Auf der Rückseite findet sich neben der großzügigen Bassreflex-Öffnung die Anschluss-Sektion. Hier steht ein optischer Digitaleingang und analoge Cinch-Anschlüsse zur Verfügung. Außerdem kann hier auch die mitgelieferte Wurfantenne angeschlossenen werden. Gegenüber der kürzlich getesteten Areal Bar 850 von Auna zum gleichen Preis fehlt hier doch einiges, weder HDMI noch ein digitaler koaxialer Anschluss steht parat.

Die Stealthbar wird über gewöhnliches Kaltgerätekabel mit Strom versorgt. Wie üblich strahlt der Subwoofer nach unten ab. Die gummierten Standfüße sind sogar recht großzügig dimensioniert und sorgen für solide Standfestigkeit.

Auna Stealthbar 50 Front Seitlich1

Auna Stealthbar 50

Wer einen DVD- bzw. Blu-ray Player via optischem Digitalkabel mit der Stealthbar 50 verbindet, muss auch die interne PCM-Wandlung des Gerätes aktivieren. Einen Dolby Digital- oder DTS-Bitstream kann die Auna Soundbase nämlich leider nicht dekodieren. Sinnvoll finden wir, dass die Stealthbar dies direkt im Display anzeigt. Zwar wird lediglich in englischer Sprache darauf hingewiesen, aber immerhin weiß man, was zur Behebung des Problems zu tun ist.

Nach der Umstellung der digitalen Audio-Wiedergabe in unserem Blu-ray Player von Bitstream auf PCM-Ausgabe spielt die Stealthbar dann auch munter los. Die ersten Szenen der dritten Star Wars-Episode werden überraschend kräftig dargestellt. Trotz der kleinen Membranfläche suggeriert die Stealthbar einen kräftigen und voluminösen Tieftonbereich. Sehr gut gelöst finden wir auch, dass Frequenzen, die das Gerät überfordern und zum Durchschlagen führen würden, einfach ausgeblendet und nicht wiedergegeben werden. Man kann bei einem solchen Produkt keinen absolut linearen Frequenzgang erwarten und so bleibt das akustische Gesamtbild zumindest angenehm und sauber. Ab einer gewissen Lautstärke schafft der Woofer die Bass-Tiraden des Kampfgeschwaders nicht mehr, bis zu etwa 5-6 Steps vor der Maximal-Lautstärke schlägt er sich aber recht gut. Der Pegel insgesamt kann als absolut solide gelten und trotz des komplexen Klanggeschehens bleiben die Dialoge sehr gut verständlich. Sogar eine gewisse Räumlichkeit bietet die Stealthbar und so kann man sich zumindest ansatzweise in die Lage der bedrohten Jedi-Ritter Luke Skywalker und Obi-Wan Kenobi versetzen. Natürlich werden nicht alle der vielzähligen akustischen Elemente von der Stealthbar 50 erfasst, insgesamt wird aber doch eine recht dynamische und angenehme Kulisse geboten.

Auch bei „The Dark Knight“ schlägt sich die kompakte Soundbase recht gut, die anfänglichen Bass-Schläge werden umgesetzt und führen bei angemessenem Pegel nicht zum Durchschlagen. Natürlich fehlt die Struktur in den Tieftonbereichen, auch beim stets unterschwelligen Bassgrummeln über die gesamte Szene des Banküberfalls, großartig beklagen kann man sich über die Performance aber nicht, die Anspannung durch den Score kommt gut heraus. Auch die leicht gedämpften Stimmen, die durch die Clowns-Masken der Räuber entstehen, werden gut erfasst. Schüsse aus den Pistolen und Maschinengewehren klingen auch bei höherer Lautstärke nicht zu aggressiv, die tiefen Pumpgun-Shots bei William Fichtners letztem Versuch, den Bankraub zu verhinden, wirken kräftig und voluminös. Insgesamt eine erstaunlich immersive und angenehme Performance, natürlich gibt es besonders bezüglich der Räumlichkeit und feinen akustischen Elementen noch viel Potential. Die Stealth Bar versucht aber nicht mehr zu sein als sie ist und bietet innerhalb ihrer Möglichkeiten eine sehr gute Präsentation des Gesamtgeschehens. Mit der EQ-Schaltung „Movie“ kann man sogar noch etwas mehr Räumlichkeit erreichen, allerdings wird hier auch der Gesamtpegel angehoben. Die Einstellung „TV“ schiebt die Mitten nach vorne und sollte eher nur bei sprachlastigen Sendungen verwendet werden.

Selbst bei der Musikwiedergabe schlägt sich die Auna Stealthbar 50 recht gut, wir spielen der Soundbase die Farewell Tour der Eagles, live aus Melbourne, zu. Der sehr charakteristische Stahlsaitenklang der Eagles kommt zwar nicht so prägnant zur Geltung, das Gesamtgeschehen macht aber einen sehr harmonischen Gesamteindruck. Etwas zurückhaltend sind die hintergründigen Instrumente des komplexen Geschehens, die Blechbläser kommen nicht so gut heraus und natürlich kann auch das Schlagwerk nicht in seiner ganzen Komplexität erfasst werden. Gut gelingt die Stimmwiedergabe, die stets zentral und mit Klarheit Wirkung zeigen. Mit den meisten konventionellen Lautsprechern, die in aktuellen Flachbildschirmen integriert sind, ist die Stealthbar nicht vergleichbar. Hier wird deutlich mehr Volumen, Substanz und auch Dynamik entwickelt. Vordere klangliche Elemente werden gut herausgearbeitet und die primären Instrumente sind solide differenziert. Natürlich werden nicht alle feindynamischen Elemente der Bühne erfasst, hier bedarf es dann aber auch dem Einsatz hochwertigerer HiFi-Komponenten.

Die Bluetooth-Verbindung mit der auna Stealthbar ist schnell und einfach hergestellt. Wählt man als Quelle „Bluetooth“ aus, wird die Stealthbar 50 binnen Sekunden auf einem mobilen Endgerät als „Stealthbar“ sichtbar. Ein Knopfdruck auf unserem iPhone 6 und die Verbindung steht. Wir muten der Soundbase mit „Violetta“ von Orjan Nilssen flotten, elektronischen Sound zu, dessen Tieftonfundament ein wenig zu viel für den Woofer ist, dennoch wird Souveränität gezeigt und nur bei hohem Pegel ist ein leichtes Durchschlagen in Kauf zu nehmen. Das Gesamtbild ist angenehm und harmonisch, wenn die Räumlichkeit auch etwas ausgeprägter und einhüllender sein könnte. Die Stealthbar entfaltet bei der Zuspielung von DVD/Blu-ray mehr Potential und wirkt hier ein wenig metallischer. Die einzelnen Synthesizer-Elemente werden aber weitgehend gut erfasst, das Stück aber ist einfach zu komplex, um in seiner Gänze erfasst zu werden. Mit der hohen Geschwindigkeit gibt es aber keine Probleme, auch an der Verbindungsstabilität bedarf es keiner Kritik.

DAB+ Empfang stellt sich ebenso unproblematisch dar. Nach dem Anschluss der beiliegenden Wurfantenne führen wir mit der Taste „Scan“ auf der Fernbedienung einen Suchlauf durch. Die Stealthbar bietet dann 20 mögliche Speicherplätze für die Lieblins-Radiosender. Ein Druck auf die „Store“-Taste und man kann den gewünschten Speicherplatz wählen, ein weiterer Druck legt den aktuell gewählten Sender auf diesem Platz fest. Mit der Vor- und Zurück-Taste kann man das gesamte Band durchschalten.

Fazit

Auna Stealthbar 50 Front Seitlich1

Die kompakte Soundbase mit dem stimmigen Namen „Stealthbar 50“ überrascht mit einer kräftigen und räumlichen Klangkulisse, die sowohl bei Film- als auch im Musikbetrieb mit soliden Leistungen überzeugt. Die Optik ist schlicht und elegant, allerdings ist die Stealthbar 50 mit ihrer kompakten Größe eher für TV-Geräte mit kleineren Bilddiagonalen vorgesehen. Die Material- und Verarbeitungsqualität ist durchschnittlich bis gut. HDMI-Beschaltung hat es in das Preisgefüge von ca. 140 EUR leider nicht in das Produkt geschafft, auch Dolby Digital- und DTS-Dekoder fehlen. Hier hätte man überlegen können, ob eines dieser Merkmale nicht wichtiger gewesen wäre als die Integration von DAB+ Radio. Sinnvoll und auch komfortabel bezüglich der Einrichtung ist die Bluetooth-Funktion. Bilanzierend gesehen eine recht schicke Soundbase mit guter Audio-Performance, Auna hat aber unserer Meinung nach Produkte mit besserem Preis-/Leistungsverhältnis im Programm.

Schicke Soundbar für kleinere Bilddiagonalen mit sehr solider Audio-Performance
sehrgut
28.04.2015

+ Integriertes Display
+ Solide Sound-Performance
+ Kräftige Wirkung untenrum
+ Bluetooth-Verbindung zuverlässig

– kein HDMI
– kein DD/DTS-Dekoder
– einfache Fernbedienung

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 28.04.2015




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