TEST: auna Linie 501 FS – Günstige Standlautsprecher mit seitlichem Tieftöner

Auna Linie 501 FS Gruppenbild3

Erst kürzlich haben wir uns die Regal-Lautsprecher der Linie 501 von auna angesehen und waren positiv überrascht. Aber darf es auch eine Nummer größer sein? Die Bezeichnung „FS“ unserer heutigen Testgeräte steht für „Floorstander“ – die Standlautsprecher sind in Walnuß, Schwarz und Weiß erhältlich und kosten knapp 180 EUR. Das passive 3-Wege System fällt besonders durch seine flache Form und die seitliche Unterbringung eines 8″-Tieftöners auf. Als Weiterentwicklung der „Linie 500“ sollen die neuen Komponenten akustisch optimiert sowie das Gehäuse besser versteift worden sein.

Auna Linie 501 FS Front Seitlich1

Frontansicht der Linie 501 FS

Auna Linie 501 FS Verarbeitung

Gehäuse und Schallwand

Auna Linie 501 FS Mitteltoener

Mitteltöner

Auna Linie 501 FS Hochtoener

Hochtöner

Auna Linie 501 FS Rueckseite Seitlich

Rückseite

Auna Linie 501 FS Tieftoener

20cm Tieftöner seitlich

Auna Linie 501 FS Bassreflexrohr

Bassreflexöffnung

Auna Linie 501 FS Anschluesse Rueckseite

Lautsprecheranschlüsse

Die Bassreflexkonstruktion der Linie 501 FS gefällt mit unaufdringlicher, schmaler Formensprache. Durch die schlanke Form hat man sich entschieden, den Tieftöner seitlich unterzubringen und auf eine großzügige Membranfläche von 20 cm zu setzen. Vorne an der Schallwand sitzen zwei 10cm Mittel- und ein 2,5cm Hochtöner. Wer nicht maximale Präzision erwartet, findet recht gut eingepasste Chassis vor, die optisch durch den silber/chrom-Akzent absolut vorzeigbar sind. Dass es sich hier lediglich um Blenden handelt, die lediglich aus einer dünnen Metallschicht besteht, ist diesbezüglich sekundär. Die Lautsprechergitter sind aus Stoff und werden mit kleinen Gummistiften an der Schallwand befestigt. Der Übergang von der Schallwand zum Gehäuse ist ordentlich gelöst und die Kanten sind sogar leicht gerundet. Das Gehäuse ist selbstverständlich foliert, was zu diesem günstigen Preis absolut zu erwarten ist. Die Folierung scheint aber recht solide aufgebracht worden zu sein, lediglich an den hinteren nicht abgerundeten Kanten und an der Unterseite wurde nicht absolut sauber gearbeitet.

Ebenfalls zum schicken Auftritt trägt der Sockel, auf dem die Standlautsprecher fußen. Bei der schwarzen sowie der Walnuß-Variante ist der Sockel schwarz gehalten, bei den weißen Modell ist auch der Sockel weiß. Das seitliche Chassis ist ebenfalls sauber eingepasst, allerdings sollte man hier das abnehmbare Stoffgitter an seinem Platz belassen, da sonst die Verschraubung sichtbar wird. Das Bassreflexrohr und Lautsprecher-Terminal an der Rückseite schließt nicht völlig mit dem Gehäuse ab, sitzt aber fest. Die Lautsprecherkabel werden mit den Terminals per „Schraubverschluß“ verbunden oder via Bananenstecker angeschlossen.

Die Abmessungen der Lautsprecher betragen 15 x 93 x 31cm (BxHxT) bei einem Gewicht von je 14,3 kg.

Klang

Zu Beginn unserer Klangbeispiele muten wir den günstigen Standlautsprechern viel zu. Mozarts Violinkonzert in D-Dur, vorgetragen von Marianne Thorsen an der ersten Geige sowie den Trondheim Solistene, dürfen die Linie 501 FS, von SACD zugespielt, verarbeiten. Zunächst einmal müssen wir direkt festhalten, dass man hier keine akustische Darbietung höchster Güte erwarten darf. Sicherlich ist es für Komponenten, bei denen das Stück nicht einmal hundert Euro kostet, sehr schwierig, den Zuhörer in die erste Reihe des Konzertsaales zu versetzen. Diesbezüglich verliert man bei den Standlautsprechern der Linie 501 Detailreichtum und Feindynamik, außerdem Struktur und Präzision in den unteren Bereichen. Umso erstaunlicher ist es, wie sauber ein weitgehend akkurates Bühnenbild mit exakter Positionierung der Instrumente abgebildet wird. Auch die Differenzierung der einzelnen Insrumente gelingt gut, wenn auch bei identischen musikalischen Elementen nicht ganz so einfach. Die auna machen eine Sache ebenfalls noch sehr richtig: Sie versuchen gar nicht, zu feingeistig und diffizil aufzutreten. Sie begnügen sich mit einer harmonischen, warmen und einfach angenehmen Präsentation, die dann zwar im Detail den Liebhaber klassischer Musik nicht völlig überzeugt, aber denjenigen, der einfach gerne zum günstigen Preis Musik hören will, begeistern kann. Auch in den unteren Bereichen trägt der seitlich montierte Woofer nicht zu dick auf, er wirkt beim Klarinettenkonzert eher dezent und zurückhaltend. Zwar könnte man sich an vereinzelten Stellen etwas mehr Nachdruck wünschen, dieser müsste aber dann gerade innerhalb dieses Musikstiles sehr präzise kommen. Wir finden es so definitiv besser gelöst, als einen zwar präsenteren, teilweise dann aber unpräzisen und überzogenen Tieftonbereich auszugestalten.

Zugegeben, beim folgenden Piano Track – eine Sonate von Mozart für zwei Pianos D-Dur (Allegro) – wird dem Klassik-Fan der Charakter und die typischen Nebengeräusche einer erstklassigen Klavier-Darstellung fehlen. Auch muss man schon genau hinhören, wenn man die beiden Pianos voneinander unterscheiden möchte. Wieder aber entfalten die Linie 501 FS einen sehr gefälligen und durchaus auch lebendigen Sound. Wieder greift der Tieftöner nur in den unteren Bereichen recht gezielt und nicht zu vordergründig ein, so dass ein balanciertes, harmonisches Klangbild entsteht.

Wir wechseln das Genre, werden aber kaum weniger anspruchsvoll. Die Eagles dürfen auf ihrer „Farewell“-Tour, live aus Melbourne, nochmal kräftig loslegen und begrüßen uns mit einem Trompetenintro bei Hotel California. Die charakteristische Schärfe des Blechbläsers lassen die auna Lautsprecher etwas vermissen, bieten aber eine solide lokale Integration des Instruments in der Konzert-Kulisse. Als das Geschehen komplexer wird, fällt der Bühnenaufbau nicht mehr ganz so leicht. Auffällig ist, dass der Klang recht gut vom Lautsprecher  gelöst wird und die Linie 501 FS durchaus Räumlichkeit bieten können. Schwieriger ist es um die Instrumentalstaffelung bestellt, die einzelnen Gitarren können kaum zugewiesen werden und auch feine akustische Elemente des Schlagzeugs verschwinden im Sound-Getümmel. Recht gut gefällt uns die Stimmwiedergabe. Wenn auch nicht absolut authentisch, steht die Stimme zentral und wird nicht von der Gesamtkulisse beeinträchtigt. Hier dürften die Woofer unserem Empfindem nach durchaus etwas kräftiger zupacken, dem Fundament fehlt es etwas an Tiefgang und Volumen, auch bei schnellen und harten Bässen mangelt es uns ein wenig an endgültigem Punch. Insgesamt überzeugt die Linie 501 wieder durch ein angenehmes Klangbild ohne allzuviel Spektakel.

Die Power „untenrum“ dürfen uns die auna Lautsprecher bei der Elements of Life-Tour von DJ Tiesto beweisen. Live aus Kopenhagen bringt lädt uns der niederländische Dj und Produzent mit „Traffic“ und „Back in your Head“ auf die Tanzfläche. Die Linie 501 bieten durchaus ein solides Fundament, wenn es auch hier wieder an Tiefgang fehlt. Die verschiedenen Strukturen des Tieftonbereichs werden auch nicht vollends erfasst, das Fundament bleibt aber trotz schneller Kickbässe erhalten. Geschwindigkeit bereitet keine größeren Probleme, die Woofer agieren recht präzise und sauber, so dass kein unschönes Nachschwingen entsteht. Als ausgezeichnet dürfen wir völlig ohne Scheu die Pegelfestigkeit bezeichnen. Die günstigen Standlautsprecher lassen sich nicht beeindrucken, hohe Lautstärken meistern sie souverän. Hier kommt den Schallwandlern natürlich ihre grundsätzlich sehr angenehme, beinahe geschmeidige Auslegung voll zugute – von Aggressivität keine Spur. Bei hohem Pegel machen sich auch die seitlichen Subwoofer deutlich präsenter bemerkbar und offerieren Nachdrücklichkeit, Kraft und Volumen, bei niedriger Lautstärke sind sie doch eher zurückhaltend. Bei Teagan und Sara’s Back in Your Head bekommen wir gar ein paar subsonische Frequenzbereiche zu spüren. Ab einer gewissen Lautstärke ist natürlich Schluß, dann beginnen auch die auna 501 FS zu clippen und nicht mehr ganz so sauber aufzuspielen. Bis das aber der Fall ist, haben die Nachbarn längst geklingelt. Trotz solidem Pegel bleibt man souverän und auch die Integration der Vokalstimmen in die elektronische Musik gelingt sehr solide. Grobdynamisch gut, pegelfest und angenehm wird hier aufgespielt – für einen kräftigen Tieftonbereich ist aber ein gewisser Pegel Voraussetzung.

Fazit

Auna Linie 501 FS Gruppenbild2

Mit schicker Optik, schlanker Formensprache, soliden akustischen Leistungen und natürlich besonders dem absolut günstigen Preis begeistern die auna Linie 501 FS den HiFi-Einsteiger. Für keine 180 EUR wird ein pegelfester Lautsprecher mit sehr angenehmen Klangeigenschaften angeboten, der nicht versucht mehr zu sein, als mit dem gegebenen Budget möglich ist. Realistische Ansprüche vorausgesetzt, können wir hier problemlos von einem guten Preis-/Leistungsverhältnis sprechen.

Schicke, sehr schlanke Standlautsprecher mit solider akustischer Performance
sehrgut
02.07.2015

+ Pegelfest
+ Angenehm, harmonisch
+ Preisgünstig
+ Optisch schick
+ Schlanke Form

– Verarbeitung im Detail
– Etwas wenig Punch bei gemäßigter Lautstärke
– Differenzierung bei komplexem akustischen Geschehen

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02.07.2015




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