TEST: Auna IR-140 – Kompaktes Internetradio mit Musik-Streaming und DAB+ für unter 90 EUR

Auna IR-140 Front Seitlich1

Der Berliner Elektronik-Versand und Hersteller auna erweitert aktuell stetig das Produktsortiment im Bereich kompakter Internetradios. Ein eher günstiger Vertreter des Genres ist das IR-140, das für knapp 90 EUR unter www.elektronik-star.de erhältlich ist. Neben Internetradio und DLNA-Streaming wird auch hier wieder DAB und DAB+ sowie UKW geboten. Außerdem steckt ein Dual-Wecker und MP3-Wiedergabe von USB und im Gerät. Die Schnittstelle kann sogar zum Laden eines Smartphones genutzt werden. Das IR-140 ist in schwarz, weiß und grün erhältlich – die technischen Spezifikationen bleiben identisch.

Auna IR-140 Display

Integriertes Display

Auna IR-140 Rueckseite Seitlich2

Rückseite

Auna IR-140 Anschluesse Rueckseite

Anschluss-Sektion

Auna IR-140 Front Seitlich2

Gesamtansicht IR-140

Mit dem schicken Design und der Materialqualität des kürzlich getesteten Connect 150 desselben Herstellers kann das deutlich günstigere IR-140 nicht mithalten. Es präsentiert sich in eher geradliniger Formensprache mit klaren Kanten, nach hinten verjüngt sich das Gehäuse aus Kunststoff etwas. Die Seiten der grünen Front-Abdeckung gehen recht plan auf das weiße Gehäuse über, dazwischen ist ein gleichmäßiges Spaltmaß von ca. 1-2 mm. Das Lautsprechergitter ist aus Metall, lackiert und sitzt sauber in der vorgesehenen Öffnung, rechts oberhalb ist das Display platziert, das auf den ersten Blick recht gut aufzulösen scheint – im Standby-Betrieb wird hier Datum und Uhrzeit angezeigt.

An der Rückseite ist die Antenne untergebracht, die sich ein wenig schwergängig erst zur Bewegung verführen lassen muss. Die Anschlüsse sitzen nicht ganz perfekt im Gehäuse und schließen auch nicht ganz plan ab. Zur Verfügung steht ein Kopfhörerausgang, ein Line-In, der Ethernet-Slot und die USB-Schnittstelle, die sogar ausreichend Ladestrom für unser iPhone 6 zur Verfügung stellt. Mit kaum 700g ist das IR-140 beinahe ein Leichtgewicht. Durch die kompakten Abmessungen von 18x11x14 cm (BxHxT) findet es fast überall Platz.

Das IR-140 macht einen recht schicken Eindruck, fällt aber bzgl. seiner Haptik etwas zurück. Insgesamt muss man sicherlich bedenken, dass das IR-140 für unter 90 EUR mit WLAN, DLNA, DAB und Internetradio sehr umfangreich ausgestattet ist, dennoch könnte man mit etwas mehr Einsatz im Detail einen hochwertigeren Eindruck erreichen.

Auna IR-140 Bedienelemente Front

Bedienelemente an der Geräte-Vorderseite

Auna IR-140 Fernbedienung

Die stationären Bedienelemente sind zahlreich und bieten einen soliden Druckpunkt. Das mittige Scroll-Rad mit Taste dient der Suche im Frequenzband und läuft nicht ganz rund. Links der Bedienelemente ist der IR-Sensor für die mitgelieferte Fernbedienung integriert. Die Remote ist nicht unbedingt kompakt und überschreitet sogar leicht das Gehäuse des IR-140. Wir finden es aber gut, dass hier keine einfache Scheckkarten-Fernbedienung mit Folientasten dabei ist. Der Druckpunkt der einzelnen Buttons ist recht gut, das Navigationskreuz lässt sich etwas bitten. Die silberne Oberfläche macht einen ganz guten Eindruck, die schwarzen Gummitasten entpuppen sich aber als Staubfänger. Für den Betrieb ist eine Knopfzelle erforderlich.

Nach dem Einschalten wechselt das IR-140 auf die Anzeige des aktuell gewählten Internetradio-Senders, die Uhrzeit wandert ins rechte obere Eck. Zunächst ist allerdings die Einrichtung der Internetverbindung essentiell. In den Systemeinstellungen unter Interneteinstellungen kann man das Gerät per WPS Push-Button- und PIN-Methode einbinden oder konventionell das Passwort eingeben. Mit dem zentral gelegenen Scroll-Rad geht sogar die Eingabe des Passworts recht flott.

Insgesamt gefällt uns die Menüführung des IR-140 recht gut und mit dem gerasterten Scroll-Rad navigiert man zielstrebig und zügig durch die einzelnen Ebenen. Die Menü-Taste einmal gedrückt, offeriert das Radio „Zuletzt gehört“, „Senderliste“, „Systemeinstellungen“ und „Hauptmenü“. In den Systemeinstellungen wird die eigentliche Konfiguration vorgenommen. Hier kann man unter Equalizer unter einer Vielzahl an Presets wählen (Normal, Mittig, Jazz, Rock, Soundtrack, Klassik, Pop, Nachrichten und Mein EQ – „Mein EQ“ lässt sich dann bezüglich Bass & Höhen (jeweils +/- 14 dB) individualisieren. Das IR-140 stellt die Uhrzeit automatisch ein, hat aber bei uns die Sommerzeit nicht korrekt erkannt. In den „Zeiteinstellungen“ können wir dies korrigieren oder natürlich auch alles manuell festlegen. Unter Sprache wählt man die Systemsprache, hier ist reichlich auswahl vorhanden. Zudem kann man nach Software-Updates suchen, Geräte-Infos abrufen oder das IR-140 auf Werkseinstellungen zurücksetzen.

Das „Hauptmenü“ ist quasi die Quellenwahl des IR-140 Internetradios. Internetradio, Musikabspieler (MP3 via USB und DLNA), DAB, FM, Auxiliary Input (Line-Eingang), Schlummer und Wecker steht zur Verfügung. Zwei verschiedene Wecker können gesetzt werden und der Modus, wie man geweckt werden möchte, inklusive Lautstärke steht zur Auswahl. Auch, ob der Wecker wiederholt werden soll, nur an Werktagen, am Wochenende oder täglich kann man festlegen.

Auna IR-140 Display

Solide Auswahl an Internetradio-Sendern

Die Internetradio-Funktion des auna-Gerätes ist schnell durchschaut. Dreht man während der Wiedergabe das Scroll-Rad kann man aus einer großzügigen Auswahl den gewünschten Sender wählen. Hier wird nach Populären Sendern, Genre, Neuen Sendern und Ländern kategorisiert, man kann aber auch nach einem spezifischen Sender suchen. Favoriten setzt man, indem man die Memory-Taste gedrückt halt und dann einen gewünschten Platz in den 10 vorhandenen Speicherplätzen festlegt.

Bei der elektronisch geprägten Musik des gewählten BaseTrax.FM macht das kompakte Radio einen recht soliden Eindruck. Niemand sollte hier hohe akustische Performance erwarten, der Breitbänder aber schafft ein recht angenehmes Klangbild mit recht klaren Mitten und solidem Pegel. Wenig nützlich sind allerdings die integrierten EQ-Modi. Hier werden lediglich Höhen bzw. Tiefen angehoben oder abgesehnkt, was in keinem Fall zu einer wirklichen Verbesserung führt. Selbst bei Nachrichten sollte man den EQ auf „Normal“ oder „Rock“ – diese beiden Möglichkeiten stellten sich als identisch heraus – stehen lassen. Greift man selbst in den Höhen/Tiefen-Regler ein, erreicht man ähnliches. Zwar kann man dem Breitbänder etwas mehr Volumen untenrum entlocken, dass greift dann aber wiederum negativ ins Gesamtgeschehen ein. Wir empfehlen, die Einstellungen zu belassen und mit dem nicht übermäßig dynamischen, aber dennoch lebendig ansprechenden Sound des IR-140 Vorlieb zu nehmen. Stimmen klingen ebenfalls recht angenehm und klar, auch das übrige Klanggeschehen gerät nicht allzu stark in den Hintergrund.

Will man Musik via DLNA streamen wählt man im Hauptmenü als Quelle „Musikabspieler“ und kann dann unter Gemeinsame Medien den Server im Netzwerk auswählen. Hat man sich durch die Ordner zum gewünschten Track durchgeklickt, kann das IR-140 MP3-, AAC-, und sogar FLAC-Dateien wiedergeben, solange es sich nicht um High-resolution Audio handelt. Via DLNA bietet das IR-140 eine deutlich höhere Lautstärke als im Internetradio-Betrieb. Viel höher sollte man das Gerät aber nicht pegeln, da man sonst des Breitbänder überfordert und sich Artefakte in das Klangbild einschleichen. „Bei A View To A Kill“ liefert das Gerät überraschend charakteristische Stimmwiedergabe und einen recht mitreißenden Sound, wenn natürlich die unteren Mitten und das Fundament gänzlich fehlen. Insgesamt gefällt uns aber der harmonische und ansprechende Klang des IR-140 – das Auna-Gerät bleibt bei seinen Möglichkeiten und spielt diese selbstbewusst aus. Leise, also unter etwa der Pegeleinstellung „10“ macht das Gerät einen nicht ganz so Eindruck, es klingt dann etwas dumpf und weniger klar, eine gewisse Lautstärke ist also für das volle Potential notwendig.

Die USB-Wiedergabe findet sich auch unter „Musikabspieler“. Das IR-140 zeigt sämtliche Ordner und Dateien an und man kann dann einfach zum gewünschten Ordner navigieren und die gewünschte Musik-Datei wiedergeben. In den Metadaten enthaltene Informationen werden am Display gut lesbar angezeigt. Für die Wiedergabe via AUX In benötigt man ein eigenes Klinkenkabel, die Liederauswahl etc. wird dann natürlich komplett vom eigentlichen Wiedergabegerät gesteuert.

Fazit

Auna IR-140 Front Seitlich1

Wer ein dediziertes, kompaktes Internetradio mit DAB-Funktion und recht soliden akustischen Eigenschaften im Auge hat, findet im Auna IR-140 einen guten Partner. Legt man lediglich auf Internetradio Wert, sollte man aber bedenken, dass man mit der Kombination eines Smartphones und eines entsprechenden Bluetooth-Lautsprechers zum ähnlichen Preis akustisch ein höheres Niveau erreichen kann. Beim Smartphone ist man zudem nicht an einen bestimmten Internetradio-Anwender gebunden und kann auch Streaming-Dienste wie Spotify nutzen. Benefit des IR-140 von Auna ist sicherlich die DAB- und UKW-Funktion sowie das unkomplizierte DLNA-Streaming. „Obendrauf“ gibt es einen Dual-Wecker und Wiedergabe- sowie Lade-Funktion via USB.

Kompaktes Internetradio mit DLNA-Funktion und DAB
sehrgut
26.05.2015

+ Einfaches, komfortables Handling
+ WLAN mit WPS-Funktion
+ Internetradio, DAB & DLNA
+ Ladefunktion via USB
+ Gutes Display

– Bzgl. Verarbeitungs- und Materialqualität ist Luft nach oben

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 26.05.2015




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