TEST: Auna DR. Bang! 2.1-Bluetooth-Lautsprecher mit Karaoke-Funktion

Auna Dr. Bang! Front Seitlich3

Eine transportable, preiswerte Party-Soundmaschine mit Bluetooth, die richtig Spaß machen soll – das ist die Mission von Aunas neuester Kreation „DR.Bang!“ – bitte das Ausrufezeichen beachten! Der Preis der in roter oder schwarzer Version lieferbaren Röhre: 69,99 EUR. Wir haben uns den Beat-Doktor in die Redaktion kommen lassen, um zu prüfen, ob die Beratungsgebühr für den ärztlichen Beistand auch berechtigt ist.

Auna Dr. Bang! Tragegriffe

Doppelt ausgeführter Tragegriff aus Hartplastik

Auna Dr. Bang! Tieftoener

„Eine Seite der Medaille“ mit Bass-Chassis

DR. Bang! kommt mit doppeltem Tragegriff, der oben auf dem Gehäuse befestigt ist und aus Hartplastik besteht. Steht der Doktor dann, um für den spontanen, rezeptfreien Party-Einsatz zu sorgen, lassen sich die beiden Transportgriffe einklappen. Die Materialqualität entspricht den Erwartungen, die man an die Preisklasse stellt. Hartplastik findet Verwendung, sicherlich nicht wirklich edel, aber man sollte auch stets bedenken, dass man lediglich 70 EUR investiert hat. Recht robust und somit bedenkenlos geeignet für die nächste Outdoor-Fete ist der promovierte Sound-Spezialist auf jeden Fall. Ein Kippschalter trennt den Arzt komplett vom Strom, ein kleines rotes Display mit recht bescheidener Auflösung zeigt den gerade aktiven Eingang an. Damit der Doktor während seiner Tätigkeiten auch ein solides Stehvermögen aufweist, sind vier Gummi-Pads unter dem Gehäuse montiert. Eine Fernbedienung befindet sich nicht im Lieferumfang. Rund 2,8 kg wiegt der Lautsprecher, der 21,5 cm breit, 22 cm hoch und 31,5 cm tief ist. Die Aufstellung, sehr praktisch, kann horizontal oder vertikal erfolgen.

Auna Dr. Bang! Seitenansicht1

Zwei Hoch-/Mitteltöner, Bedienelemente

Zwei 7,6 cm messende Hoch-/Mitteltöner und ein 15 cm Tieftöner finden im Gehäuse Platz – eine klassische 2.1-Anordnung. Das röhrenförmige Bassreflexgehäuse ist so konstruiert, dass man es horizontal oder vertikal aufstellen kann. Laut Auna wird ein „kräftiges und dynamisches Klangbild, welches vor allem mit einem ausgeprägten Tieftonbereich überzeugt“, ermöglicht. Ob dies auch in der Praxis so ist, haben wir natürlich später überprüft. Für genug „Saft“ ist ein 1.800 mAH-Akku eingebaut. 2 x 3 Watt für die Hoch-/Mitteltöner plus 15 Watt für den Subwoofer. Man lädt den Arzt schlichtweg mittels des mitgelieferten Kabels auf. Geiz schlägt bei der medizinischen Fakultät der Universität Auna beim Thema Ladegerät durch. Dieses ist nicht im Lieferumfang enthalten und daher optional zu erwerben. So muss man ein vorhandenes Ladegerät, z.B. vom Tablet, nehmen und in dieses das USB-Kabel stecken, oder der Mediziner wird vom PC/Notebook mit neuer Heilkraft versorgt. 

Auna Dr. Bang! Seitenansicht Detail

Gestatten, DR.Bang, hilft auch dann, wenn man selber singen möchte

Ausgestattet ist der Beat-Medicus ansonsten reichhaltig. Nicht nur drahtloses Streaming mittels Bluetooth gehört zum Repertoire, sondern auch zwei 6,3 mm Mikrofon-Eingänge, so kann man sogar eine spontane Karaoke-Einlage darbieten. Ein Drehregler, um die Echo-Funktion einzustellen, fehlt auch nicht. Also sind schon einmal gute Voraussetzungen für eine lebendige Behandlung durch den Doktor gegeben.  Der Arzt bringt ein Mikrofon sogar schon serienmäßig mit. Vier kleine Drehregler kümmern sich um Bassjustage, Gesamtlautstärke, Mikrofon-Lautstärke und Mikrofon-Echo-Intensität. Ist das Mikrofon angeschlossen, härt man dauerhaft ein hochfrequentes Zirpen – nicht perfekt, aber Perfektion gibt es in dieser Preisklasse eben nicht. Hier findet eher kassenärztliche Versorgung statt. Ganz gleich aber, welches musikalische Problem vorliegt: Unterschiedliche Patienten werden gerne behandelt, so z.B. SD-Karten, die sich endlich einmal wünschen, dass sich DR. Bang! den auf ihnen enthaltenen Musikdateien fürsorglich annimmt. Ein MP3-fähiger USB-Port ist ebenfalls auf der Ausstattungsliste. Ein UKW-Radiotuner mit automatischem Sendersuchlauf und 30 Speicherplätzen fehlt auch nicht. 

Pro und Contra:

+ Bluetooth, USB und SD-Karten-Einschub
+ BT-Verbindung sehr stabil
+ UKW-Radiotuner
+ Reichlich Leistung
+ Karaoke-Funktion plus mitgeliefertes Mikrofon
+ Robuste Verarbeitung
+ Jugendlich-trendige Optik, gerade in roter Variante
+ Horizontal und vertikal aufstellbar

– Nur Hartplastik überall
– Zirpen hörbar bei angeschlossenem Mikrofon
– Kein Ladegerät/Netzteil im Lieferumfang, nur optional
– Keine Fernbedienung

Klang 

Und wie klingt der Mediziner nun, wenn er in Behandlung ist? DR.Bang! – bitte in den OP, dort wartet „Don“ von Orjan Nilsen. Das Trance-Stück wird vom behandelten Arzt erstaunlich vehement und dynamisch wiedergegeben. Sicherlich ist DR. Bang keine Maschine für den HiFi-Kenner, aber solche Anwender werden sich schon von der jugendlich-extrovertierten Optik eher abschrecken lassen, und nicht zuletzt vom günstigen Kaufpreis. Wer schlichtweg Spaß sucht, ist hingegen sehr gut bedient. Die Pegel, die DR.Bang! realisiert, sind auch alles andere als einschläfernd. Klar, wenn man die Lautstärke anzieht, ist die Bassmembran irgendwann am Ende, aber das dauert etwas. Wir checken nun „The Dreamers“, erneut ein Trance-Track, von MaRLo featuring Jano. Der langsame Aufbau mit weiblicher Stimme und Piano-Part kommt gut heraus. In den Höhen leistet sich der Doktor keinen Behandlungsfehler, sondern beruhigt den Patienten durch die lebendige und recht frische Art der musikalischen Präsentation. Der Aufbau des Stücks wird glaubwürdig und mit guter Impulstreue übertragen.

Und wir drücken weiter aufs Gas, allerdings nun mit älterem Material: „Out Of The Blue“ von System F. wird mit gutem, weil recht kräftigem Bass übertragen. Es fehlt etwas an Präsenz in den Mitteln, dafür klingt der Hochtonbereich erneut klar. Die Räumlichkeit, die DR.Bang! bereithält, ist ordentlich, zu weit weg vom Behandlungsort sollte man sich aber nicht befinden. Auch bei „Out Of The Blue“ kann man sehr zufrieden sein mit den Pegeln, die maximal und ohne zu störende Verzerrungen ermöglicht werden. Wir beenden den ersten Part der Testsequenzen mit „With My Own Eyes“ von Sash, einem 90er Jahre Eurodance-Hit. Auch das ist musikalisches Material, mit dem der Doc gut zurechtkommt. Wiederum ist der Mitteltonbereich nicht sonderlich stark präsent, aber insgesamt zu loben sind die prima Dynamik, das ziemlich freie und nicht unangenehm belegte Aufspielen und, ein weiteres Mal, die Pegelfestigkeit. 

Wir widmen uns jetzt anderen Musikstücken. Wie schlägt sich der Doc bei „A View To A Kill“ von Duran Duran? Recht passabel. Vor allem erfreut wieder die erstaunliche Dynamik, mit der sich DR.Bang! ans Werk macht. Das leicht Schrille im oberen Mitteltonbereich ist auch dem Quellmaterial zuzuschreiben, ebenso wie das leichte Zischeln der Stimme. Für die „Party zwischendurch“ eignet sich der Doktor aber wirklich gut, vor allem darf man nie die Preisklasse vergessen. Und wenn es, wie bei Shirley Basseys „Moonraker“, wie auch „A View To A Kill“, 007-Titelsong, etwas beschaulicher zugeht? Kommt der behandelnde Arzt auch damit zurecht? Der kassenärztliche Verband meldet: Deutlich besser als erwartet. Das Zischeln in der Stimme stört etwas, ansonsten notieren wir ein gutes Volumen und eine wieder lebendige Präsentation. Feindynamisch, so viel dürfte klar sein, bleiben Wunder aus, allerdings schlägt sich DR.Bang! wacker und enttäuscht keinesfalls auf ganzer Linie. Einmal Bond geht noch. Wir flößen dem Doktor „The World Is Not Enough“ von Garbage ein und stellen fest: Für knapp 70 EUR stellt DR.Bang! eine wirklich wohlfeile Okkasion dar. Was wir sehr bedauern – es wird von Auna keine Akkulaufzeit angegeben. Wir denken, wir mit beachtlichem Pegel hört, sollte mit nicht extrem langer Laufzeit rechnen. Einige Stunden Musikgenuss sind aber bestimmt im Bereich des Möglichen. 

„The Final Countdown“ von Europe lässt sich ganz gut an. Das Intro kommt ordentlich heraus, nun geht es gleich „zur Sache“. DR.Bang! bleibt seiner Auslegung treu: Gute Dynamik, etwas schmal im Mitteltonbereich, tadelloser Bass und frische Höhen. Die Stimme wird ordentlich wiedergegeben und entwickelt auch eine brauchbare Dynamik. Der letzte Nachdruck fehlt zwar, aber eine komplette Vorstellung kann man in dieser Preisklasse auch nicht wirklich erwarten. „Don’t Be So Shy“ von Moti Special kommt jetzt auf den Rezept-Zettel. Ganz gleich, was wir dem Medicus auch vorsetzen, er zeigt immer klar sein Wesen – Spaß ist seine Domäne, und Lebendigkeit ebenfalls. Somit steht auch der spontanen 80er Jahre-Party kaum etwas im Wege – wenn die Sprechstundenhilfe an die Nebelmaschine und an die Beleuchtung gedacht hat. Nicht zu vergessen die klassische Disco-Kugel natürlich. 

Pro und Contra:

+ Gute Pegelfestigkeit
+ Bassbereich ordentlich
+ Höhen überraschend klar

– Mitten etwas unterrepräsentiert
– Zischeln bei der Stimmwiedergabe

Fazit

Auna Dr. Bang! Front mit Mikro

Das Rezept geht auf: Kleiner Preis, robustes Finish und guter Klang. Mit sehr stabiler Bluetooth-Verbindung, SD-Karten-Slot sowie USB-Terminal und UKW-Radiotuner erweist sich auch der Ausstattungsumfang als tadellos. Leider wird kein Ladegerät mitgeliefert, das ist dann doch etwas viel „Sparzwang“. Dafür befindet sich zur umgehenden Verwendung der Karaoke-Funktion ein Mikrofon im Lieferumfang. 

Die Behandlung durch DR.Bang! kann bedenkenlos empfohlen werden – viel Spaß für kleines Geld
ausgezeichnet
Bluetooth-/Multimedia-Aktivlautsprecher bis 100 EUR
Test 29. Februar 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 29. Februar 2016




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