TEST: Auna Connect 150 – Internetradio mit DAB+ und DLNA-Funktion

Auna Connect 150 Front Seitlich2

Das Auna Connect 150 ist das neue multifunktionale Internetradio der Berliner Elektronik-Schmiede. Im Bassreflex-Holzgehäuse steht mit UKW und DAB/DAB+ auch Musik aus dem Funknetz zur Verfügung, zur Wiedergabe von Titeln innerhalb eines Netzwerkes ist sowohl WLAN als auch Ethernet an Bord. Natürlich darf in solch einem Gerät auch die Weckfunktion nicht fehlen, die einfache Programmierung soll mit dem integrierten 2,5″ TFT-Display erfolgen. Das Connect 150 will mit Flexibilität und Funktionsvielfalt sowie dynamischem Sound trotz kompakter Größe überzeugen. Der Preis liegt bei knapp 150 EUR.

Auna Connect 150 Bedienelemente Front

Frontblende und Bedienelemente

Auna Connect 150 Rueckseite Seitlich2

Rückseite Connect 150

Das Connect 150 Internetradio ist zwei Varianten erhältlich, neben unserem Modell in Eiche-Holzfurnier ist das Produkt auch in schlichtem Schwarz erhältlich. Der Holz-Look steht dem Connect 150 aber sehr gut und auch die Verarbeitung überzeugt, selbst an den Übergängen und an der Rückseite wurde hier keinesfalls gepfuscht. Die gerundeten Kanten sind elegant, lediglich die Übergänge zur Frontblende sind nicht ganz nahtlos. Insgesamt wirkt das Internetradio recht schick und erwachsen, zwei Dinge möchten wir dennoch anmerken. Dass es sich bei der Frontblende um Kunststoff handelt, ist trotz des gebürsteten Alu-Looks nicht zu übersehen und wir finden, die Integration der seitlichen Lautsprecher und des Tieftöners obenauf könnte etwas dezenter erfolgen. Hinter den Metallgittern, die mit einem breiten, hochglanzschwarzen Rand versehen sind, arbeiten seitlich jeweils 2,5″ Breitbänder, der 3″ Tieftöner strahlt nach oben ab.

Auna Connect 150 Anschluesse

Anschlüsse und Bassreflexöffnung

Auna Connect 150 Bestueckung Oberseite

Der Tieftöner sitzt obenauf

Auna Connect 150 Bestueckung Seitlich

Seitlich sind die Breitbänder untergebracht

Die Bedienelemente hingegen, besonders die zwei Drehregler aus Metall machen einen hochwertigen Eindruck und bieten auch einen exzellenten Druckpunkt. Darüber sind fünf silberne Drucktasten für den Direktzugriff, die ebenfalls gut eingepasst sind. An der Rückseite befinden sich diverse Anschlüsse, u.a. für einen Kopfhörer, ein 3,5mm Aux-Eingang sowie ein Line Out. Außerdem steht ein USB-Slot für die direkte Wiedergabe von Musik von einem USB-Massenspeicher und ein Ethernet-Anschluss zur Verfügung. Darüber liegt ein dedizierter Power-Schalter für die komplette Trennung vom Stromnetz sowie die Bassreflexöffnung und die Antenne. An der Unterseite sind solide, transparente Gumminoppen für festen Stand angebracht. Die Abmessungen betragen 23,5 x 13 x 17,5 cm (BxHxT) bei einem Gewicht von 2,2 kg.

Auna Connect 150 Front Seitlich3

Mittig integriertes Display

Wie ist es um die Inbetriebnahme und Bedienung bestellt? Bei der ersten Inbetriebnahme erscheint die Frage „Setup Wizard – Start Now“ auf dem Display, mit einem Druck auf OK (rechter Drehregler) starten wir den Installationsassistenten, der uns zuerst um die Einstellung der gewünschten Sprache bittet. Danach wählt man ein 12- oder 24-Stunden Format sowie die korrekte Zeitzone (bei uns UTC+1) und stellt die Sommerzeit ein. Dann geht es an die Interneteinstellungen, das Connect 150 durchsucht das Netzwerk und zeigt die gefundenen im Display an. Hier kann man sich dann direkt per WPS verbinden oder „manuelle Konfiguration“ wählen. Wer sich nicht über das b/g/n-fähige WLAN-Modul verbinden möchte, nützt die Auswahl „Kabel“. Bei der Auswahl von WPS kann man sich dann noch entscheiden, ob man per Push-Button- oder PIN-Methode verbinden möchte. Nach wenigen Sekunden steht die Verbindung und der Einrichtungs-Assistent ist abgeschlossen.

Wir sehen uns noch etwas in den Systemeinstellungen um. Als erstes finden wir den Punkt „Equalizer“, der verschiedene Modi wie „Normal“, „Sport“, „Mittig“, „Jazz“, „Rock“, etc. umfasst, ganz unten dann die Auswahl „Meine EQ-Einstellung“, bei der man Bässe und Höhen individuell justieren kann. Unter „Interneteinstellungen“, „Zeiteinstellungen“ und „Sprache“ legt man ebendies erneut fest. Außerdem kann man das Gerät auf Werkseinstellungen zurücksetzen, den Einrichtungsassistenten erneut starten und ein Software-Update durchführen. Der letzte Punkt „Backlight“ ist für die Display-Helligkeit zuständig. Hier kann man einstellen, ob das Display im Standby-Modus gedimmt werden soll – allerdings nur mit den Einstellungen „Ein“ und von 10 bis 180 Sekunden – sowie die Helligkeit im Betrieb festlegen. Ganz ausschalten kann man das Display nicht, mit Hell, Mittel und Dunkel gibt es insgesamt drei, nicht immens voneinander abweichende, Möglichkeiten.

Auna Connect 150 Display

Hier Quelle – Internetradio

Zusätzlich zu den Systemeinstellungen wird im Hauptmenü die gewünschte Quelle ausgewählt und der Sleep-Timer (zwischen 15 und 60 Minuten im 15-Minuten-Takt) sowie Wecker gesetzt. Es können insgesamt zwei Weckzeiten eingestellt werden. Legt man eine Uhrzeit fest, kann man noch einstellen, ob der Wecker täglich, nur einmal, am Wochenende oder an Werktagen aktiv sein soll. Außerdem kann man die gewünschte Quelle (Internet Radio, DAB, FM & Summerton) sowie die Lautstärke festlegen.

Die Bedienung fällt uns leichter als zunächst erwartet. Die Kombination aus dem Drehrad, mit dem wir durch die nicht allzu komplexen Menüs navigieren, der OK-Drucktaste und der links darüber platzierten Back-Taste, macht das Handling nach wenigen Minuten Eingewöhnungszeit zum Kinderspiel. Selbst bei der Durchsung eines Netzwerk-Servers mit vielen Ordnern wird es nicht gleich zur Geduldsprobe. Wer grafische Icons einem Text-Menü bevorzugt, kann mit der Taste „Mode“ umschalten, hier kann man dann aber lediglich die Musikquelle wählen. Wer auf das Hauptmenü inklusive Systemeinstellungen zugreifen möchte, muss wieder umschalten.

 Auna Connect 150 Fernbedienung

Beiliegende Fernbedienung

An der Stelle wollen wir gleich noch ein Wort zur Fernbedienung verlieren. Auch hiermit ist dank des Navigationskreuzes die Bedienung kein Problem, außerdem bietet die Fernbedienung 0-9 Zifferntasten sowie weitere nützliche Direktzugriffe. Die Fernbedienung ist kompakt und wird mit einer Knopfzelle betrieben. Sehr gut finden wir, dass hier keine Folientasten-FB mitgeliefert wird, sondern eine mit richtigen, gummierten Tasten mit gutem Druckpunkt.

Auch die Radio-Funktion ist weitgehend selbsterklärend. Bei FM Radio kann man mit dem rechten Drehregler die Frequenz manuell einstellen oder mit einem kurzen Druck einen Scan starten. Bei DAB-Radio hingegen wird der Suchlauf automatisch gestartet und die Sendernamen dann in einer Liste angeordnet angezeigt. Beide Modi bieten dann zusätzliche Informationen, wie z.B. Interpret und Liedtitel, im Display, wenn ein Sender angewählt ist.

Wählt man Internet Radio aus, verbindet sich das Connect 150 mit dem „Frontier Silicon“ Internet-Portal und empfäng eine aktuelle Liste der verfügbaren Sender. Die hohe Anzahl an Sendern ist katalogisiert und kategorisiert, es kann nach Ländern oder Genre gesucht werden, auch populäre Sender sind in einer Liste zusammengefasst. Auch nach einem Stichwort kann man direkt suchen, wenngleich die Eingabe etwas mühselig ist.

Die Favoriten können bei angewähltem Sender (FM/DAB/Internet Radio) gesetzt werden, indem man die FAV-Taste lange gedrückt hält. Um mehr Favoriten also die zehn lokalen speichern zu können, muss man sich auf www.wifiradio-frontier.com registrieren. Die Favoriten sind dann im Profil abgelegt und können auf allen Internetradios, die die Frontier-Plattform nutzen, verwendet werden. Genauere Infos findet man hierzu auf der umfangreichen, wenn auch nicht völlig fehlerfreien, Bedienungsanleitung.

Die Wiedergabe von USB sowie vom DLNA Netzwerk-Server ist in der Rubrik „Musikplayer“ zusammengefasst. Von beiden Quellen werden MP3-Dateien, FLAC und AAC wiedergegeben, allerdings nur bis 44.1 kHz.

Auna Connect 150 Front Seitlich3

Was leistet das Auna Connect 150 akustisch?

Natürlich hören wir auch in das Connect 150 hinein und wollen wissen, was die zwei Breitbänder und der zugehörige Tieftöner im 2.1 Bassreflex-Gehäuse zu leisten vermögen. Ein Klarinettenkonzert von Mozart ist natürlich nicht gerade etwas, mit dem sich das kompakte Internetradio täglich auseinandersetzen wird, und zählt definitiv zu den anspruchsvollsten Stücken für so ein Produkt, wir muten es dem Connect 150 dennoch einmal zu. Grundsätzlich können wir festhalten, dass ein harmonischer und unanstrengender Sound mit warmen Violinklängen entfaltet wird. Natürlich ist es mit der Bühne, der Instrumentalstaffelung und der Differenzierung des komplexen Geschehens nicht weit her. Dennoch wirkt der Klang gefällig und einzelne, vordergründige Instrumente sind stets präsent.

Trotz der soliden Präsentation wechseln wir zu etwas flotterer, elektronischer Musik mit „The Colour of my Dreams“. Bei nicht allzu komplexer Kulisse fühlt sich das Connect 150 sehr wohl und bietet eine recht dynamisches und spielfreudiges Gesamtbild. Auch die Räumlichkeit kann überzeugen, wenn auch die Stereo-Darbietung nicht absolut stimmig ist. Die Stimme wirkt recht charakteristisch und steht zentral in der Klangkulisse. Der 3″ Tieftöner verrichtet gute, wenn auch keine überdurchschnittliche Arbeit. Mit einem hochwertigen DSP und diesem Gehäusevolumen ließe sich vermutlich noch mehr heraus holen, bilanzierend können wir aber von einer sehr soliden Performance ohne Nachhinken des Tieftonbereichs sprechen. Bei „U got 2 let the music“ entfaltet das Auna Internetradio gar einen präzisen und kräftigen Kickbass mit schöner atmosphärischer Dichte.

Das Auna Connect 150 ist recht pegelfest und zeigt bei maximalem Pegel nur minimale Kompression und leichte Verzerrungen, am besten man bleibt hier beim Wert von 18 oder 19. Die Lautstärke selbst ist für das kompakte Gerät absolut souverän, ein kleines Zimmer lässt sich damit problemlos beschallen. Einzelne akustische Elemente sind gut in die Kulisse integriert. Wie bereits erwähnt, ist die Stereobühne nicht absolut authentisch. Generell ist das Internetradio aber nicht auf völlige Authentizität ausgelegt und das ist in diesem Produktformat auch die richtige Entscheidung. Das Auna Connect liefert einen gefälligen und räumlichen Sound, der mit durchaus kräftigem Fundament komplettiert wird.

Fazit

Auna Connect 150 Front Seitlich2

Mit dem Connect 150 bringt Auna solide Sound-Performance in Küche, Schlaf- und Wohnzimmer – sofern diese nicht allzu groß geraten sind. Akustisch gibt sich das kompakte Gerät keine Blöße und liefert entsprechend seinen Möglichkeiten einen räumlichen und sehr gefälligen Klang bei absolut ausreichendem Pegel. Mit Internetradio, Wiedergabe von USB und DLNA-Server sowie UKW und DAB/DAB+ Empfang zeigt sich das Connect 150 zwar flexibel, bleibt aber Fans von Bluetooth, Spotify, etc. etwas schuldig. Die Verarbeitung ist solide, könnte für den Preis von 150 EUR aber noch einen Tick besser sein, die beiliegende Fernbedienung gefällt. Bezüglich der Bedienung haben wir nichts zu beanstanden, sämtliche Funktionen sind beinahe selbsterklärend und einfach zu handhaben.

Internet-/UKW-/DAB-Radio mit programmierbarer Weckfunktion, gutem Klang und unproblematischer Bedienung
ausgezeichnet
07.05.2015

+ WLAN (b/g/n) und Ethernet integriert
+ FM & DAB/DAB+ Empfang
+ Wiedergabe vom DLNA-Server
+ Zwei programmierbare Wecker
+ Einfaches Handling
+ Solide akustische Performance

– kein Bluetooth
– kein Musik-Streaming-Service

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 07.05.2015




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