TEST: Auna Areal Bar 850 – Preisgünstiges und gutes 4.1 Soundbar-/Subwoofer-Set?

Auna Areal Bar 850 Gruppenbild2

Gut und günstig? Aus dem Hause Auna kommt die Areal Bar 850, ein Soundbar-/Subwoofer-Paket im 4.1 Layout für 140 EUR. Hier kann man die Areal Bar 850 gleich bestellen. Was bekommt man für den investierten Betrag? Eine attraktiv gestaltete Soundbar mit drei DSPs für Musik, Movie und News (schaltbar über das Lautsprecher-Symbol auf der Fernbedienung, oben rechts) und mit Bluetooth (inklusive NFC).  Bestückt ist die Areal Bar 850 mit 4 x Hoch/Mitteltönern (Flachmembranen), die sauber eingepasst auf der Frontblende sind, die ganz geschickt die Optik von gebürstetem Aluminium imitiert. Übrigens – eine wie auch immer geartete Abdeckung über die Chassis an der Soundbar gibt es nicht. 

Auna Areal Bar 850 Soundbar Front Seitlich1

Schickes Design

Auna Areal Bar 850 Soundbar Bedienelemente Display

Display- falls aktiviert, wird rechts das DSP, das gerade läuft, angezeigt. Da das „Brushed“ Finish auch übers Display geht, ist die kleine Anzeige der DSPs kaum ablesbar

Auna Areal Bar 850 Soundbar Speaker

Bestückung

Auna Areal Bar 850 Soundbar Wandhalter

Wandhalterung

Auna Areal Bar 850 Soundbar Rueckseite Seitlich

 

Rückansicht komplett

In der Mitte vorn ist sogar ein, wenn auch bescheiden auflösendes, Display, aber immerhin – es ist überhaupt eines vorhanden. Viele, auch teurere, Konkurrenten verzichten gänzlich darauf.

Auna Areal Bar 850 Soundbar Fernbedienung

Fernbedienung

Auna Areal Bar 850 Soundbar Anschluesse1

Cinchbuchsen, 3,5 mm Miniklinken-Buchse sowie Anschluss fürs externe Netzteil

Auna Areal Bar 850 Soundbar Anschluesse Seitlich1

HDMI-Beschaltung

Auna Areal Bar 850 Soundbar Anschluesse Seitlich2

USB-Terminal

Auna Areal Bar 850 Soundbar Anschluss Sub

 Anschluss für den passiven Subwoofer

Perfekt für die Preisklasse ist die Anschlussbestückung: Neben dem bereits erwähnten BT-Modul gibt es HDMi In und Out (mit ARC), USN, optischen und koaxialen Digitalausgang, 1 x AUX-Eingang (3,5 mm Klinke) und einmal Cinch-Stereo. Das ist optimal für praktisch jeden Anspruch.

Auna Areal Bar 850 Subwoofer Front Seitlich

Kompakter passiver Subwoofer

Auna Areal Bar 850 Subwoofer Unterseite

Von unten

Auna Areal Bar 850 Subwoofer Tieftoener

Chassis

Auna Areal Bar 850 Subwoofer Bassreflexrohr

 Bassreflexöffnung

„Pferdefuss“ des Auna-Angebots ist klar der mitgelieferte Billig-Passivsubwoofer. Er wird mittels dünnem Kabel an die Soundbar angeschlossen, da das 2,9 Meter lange Kabel im passiven Subwoofer fest integriert ist, kann man nicht ohne einiges an zusätzlicher Arbeit (zudem erlöscht dann jeder Garantieanspruch) ein längeres bzw. qualitativ besseres Kabel verwenden. Der passive Subwoofer verdient auch wegen der schlechten Oberflächenqualität des Gehäuses Kritik. Obwohl schwarz-matt, sind schnell Kratzer sichtbar. Ganz gleich, von welcher Seite – der Subwoofer wirkt einfach nur billig und sollte tunlichst irgendwo hinter dem TV-Rack versteckt werden. Die Endstufe mit maximal 75 Watt in der Soundbar versorgt den Bassslautsprecher mit, schließlich ist dieser, wie schon erwähnt, passiv. Der Bassist weist 8 Ohm Impedanz auf, das 14 cm Chassis strahlt nach unten ab.

Die Soundbar selber gibt Frequenzen zwischen 250 Hz und 20 kHz wieder. Man kann die Areal Bar 850 auch an der Wand befestigen, was sich aufgrund der schlanken Bauform anbietet, aufgrund der Tatsache, dass der Subwoofer passiv mit Lautsprecherkabeln funktioniert, kann dieses Projekt aber auch zügig wieder verworfen werden. Da die „Käbelchen“ aber sehr dünn sind, kann man auch einen schlanken Kabelkanal verwenden und so diese Problematik lösen. Die mitgelieferte Fernbedienung weist keine Folientasten, sondern richtige Tasten mit angenehmer Gummierung auf. Der Kontrast zwischen Fernbedienungstasten und Fernbedienungsgehäuse ist tadellos.

Für die Preisklasse geht die IR-Remote definitiv in Ordnung. Mit an Bord ist ein Sleep-Timer (unterste Tastenreihe, in der Mitte auf der FB), dieser ist schaltbar in folgenden Schritten: 5/10/15/30/45/60/90 Minuten. Wer die Soundbar direkt am Gerät steuern möchte, kann dies im Übrigen durch die Touch-Bedienelemente oberhalb des Displays tun. 

Klang

Wie sieht es mit den akustischen Qualitäten der Areal Bar 850 aus? Wir haben zunächst unser Apple iPhone 6 Plus per Bluetooth mit der Soundbar verbunden, was zügig und problemlos funktionierte. Und auch akustisch lässt sich die Soundbar nichts vorwerfen,  bei „Lovers On The Sun“ von David Guetta feat. Sam Martin kann sich auch der Subwoofer, dem wir wenig bis gar nichts zugetraut hatten, überraschend gut in Szene setzen. Kraftvoll, relativ präzise und mit stimmigem Volumen agiert Aunas 4.1 Set im Bassbereich. Dafür, dass der passive Basslautsprecher so klein ist, liefert er eine erstaunlich raumfüllende Vorstellung ab. Die Pegel, die ohne nennenswerte Verzerrungen erzielt werden können, sind tadellos. Hier hält das Auna-„Team“ gut mit etablierten Konkurrenten mit.

Die zahlreichen Effekte und auch die Vocals kommen gut heraus. „Blame“ von Calvin Harris wird ebenfalls gut aufbereitet. Kleine Schwäche – im Music-DSP ist etwas zu viel Hall. Ansonsten aber wird auch hier eine kräftige und lebendige Vorstellung mit einem soliden Bassbereich offeriert. Gehen wir etwas zurück – in die 80er Jahre. „So Hard“ von den Pet Shop Boys setzt die Erfolgsgeschichte der Areal Bar fort. Uns gefällt die wirklich ordentliche Pegelfestigkeit – überraschend.

Aber auch Räumlichkeit, Einarbeitung der Stimmen und Verzerrungsarmut sind zu loben. Die Tonalität ist angenehm, nie wird die Soundbar schrill oder aggressiv. Vehement und mit Nachdruck tritt das Auna 4.1-Set auch bei „A View To A Kill“ von Duran Duran an. Das Titellied aus dem gleichnamigen James Bond-Film mit Roger Moore aus der Mitte der 80er Jahre kommt mit brauchbarer Präzision, guter Tiefenwirkung und gelungener Homogenität zum Ausdruck.

Interessanterweise gibt die Soundbar (natürlich nicht in vollem Umfang) die DTS-HD Master Audio 5.1 Tonspur der Lichtmond-BD „Days Of Eternity“ wieder, obwohl nirgendwo ein DTS-Decoder erwähnt ist. Der Vollständigkeit halber sehen wir nochmal nach, aber unser Panasonic DMP-BDT220 steht nicht auf „PCM“, sondern auf Bitstream. Die Wiedergabe bei „Empires Of The Past“ ist ebenfalls überraschend gut. Der Regen zu Beginn kommt mit spürbarer Räumlichkeit heraus, der Bassbereich wird natürlich nicht in vollem Umfang, aber doch mit merklichem Erfolg bedient.

Der Aufbau des Tracks ist jederzeit gut nachvollziehbar und lebendig. Die Stimme kommt tadellos heraus und wirkt überdies recht klar. Wir hätten es kaum für möglich gehalten, dass die Auna-Soundbar im Testbetrieb aus akustischer Perspektive derart viele Punkte sammeln kann. Die verschiedenen Wechsel der Effekte und des Rhythmus werden ohne Schwierigkeiten gesammelt. Gern kann mit durchaus erhöhtem Pegel gelauscht werden, die Areal Bar steckt das locker weg. Durch die bereits weiter oben erwähnte angenehme Grundauslegung bereitet das lautere Hören auch wirklich Freude. 

Auch Dolby-Tonspuren (Dolby Digital, Dolby TrueHD ) werden wiedergegeben, was darauf hindeutet, dass die Soundbar einen DTS/Dolby Digital-Decoder an Bord hat. Bei „The Howling“ von Within Temptation sind wir ein weiteres Mal erstaunt über die kräftige Wiedergabe und das Management der Dynamiksprünge. Nur, wenn es sehr laut zugeht, werden die einzelnen musikalischen Ebenen nicht mehr optimal auseinander differenziert. Dann wirkt das akustische Ergebnis etwas gequält und mittenbetont. 

Das 2. Kapitel von „The Amazing Spiderman 2 – The Rise Of Electro“soll uns nun zeigen, ob sich die Soundbar auch für die Wiedergabe von Filmton eignet. Wir verwenden nun das Movie-DSP, das noch etwas mehr Räumlichkeit herausholt, ohne dass die Präzision stark leidet.  Zersplitterndes Glas, Sirenengeheul, die Fahrgeräusche der Fahrzeuge und der Music Score kommen hier mit Crashs und harten Schüssen zusammen. Also muss sich die Areal Bar durchaus anstrengen, managt diese Übung aber ordentlich.

Überbordende Dynamik, die der Filmliebhaber so sehr an modernen Actionfilmen schätzt, wird zwar nicht geboten, vergleicht man jedoch mit dem lauen Lüftchen, das den Soundsystemen moderner Screens bis auf wenige Ausnahmen entweicht, lässt sich ein deutlicher Zugewinn an Klangqualität nicht leugnen. Stimmen werden prima ins Gesamtgeschehen eingearbeitet, die vorderen klanglichen Ebenen werden sauber auseinander differenziert. Erst bei kleinen Effekten im Hintergrund, die kaum Berücksichtigung finden, merkt man dann, dass die Auna-Soundbar für kleines Geld nicht zaubern kann. 

Wenden wir uns nun dem 5. Kapitel von „Stirb Langsam 4.0“ zu. Hier möchten die Handlanger von Thomas Gabriel den PC-Hacker Matthew Farrell in seiner Wohnung erledigen. Wie gut, dass John McLane vor Ort ist und es mit dem schwer bewaffneten Killerkommando aufnimmt. Scharfe Schüsse aus Automatikwaffen und ein explodierender Feuerlöscher sind zunächst die Highlights. die die Auna-Soundbar nebst passivem Subwoofer mit überzeugender Staffelung und merklichem Bassbereich wiedergibt.

Der Music Score wird stellenweise etwas zu weit in den Hintergrund gedrängt, das merkt aber nur der versierte Anwender. Das Durchladen der Waffen, die Rufe und Schreie, und die Geräusche der Gegenstände, die in Matthews Wohnung zerstört werden, kommen ebenfalls gelungen zur Geltung. Hier kann man Auna nur loben – die Areal Bar 850 klingt im Vergleich zu verschiedenen Konkurrenten wirklich gut und muss sich nicht verstecken. Selbst die große finale Explosion in der Wohnung wird in einer annehmbaren Qualität wiedergegeben, was keinesfalls eine Selbstverständlichkeit darstellt. 

Konkurrenzvergleich

Humax ist vor einigen Monaten in den Soundbar-Markt eingestiegen und bietet für 199 EUR die STE-1000BSW an, also ein recht moderater Mehrpreis. Ein Display bietet die Humax-Alternative nicht, dafür ist die Soundbar aus Metall. Der Subwoofer ist auch bei Humax per Kabel mit der Soundbar verbunden, wirkt aber etwas hochwertiger – solange man ihn nicht von unten (ebenfalls Downfire) betrachtet. Da ist die Verarbeitung sehr billig. HDMI-Beschaltung fehlt bei Humax, Decoder gibt es nicht einmal für Dolby Digital. Somit ist die günstigere Auna-Soundbar die bessere Alternative, zumal sie auch akustisch noch mehr überzeugt. 

Mit einer UVP von 239 EUR ist die Yamaha Front-Surround-Soundbar YAS-103 ein deutliches Stück teurer. Zudem muss sie ohne Unterstützung eines dedizierten Subwoofers auskommen. Dafür ist sie sehr gut verarbeitet und lässt sich mit einer ausgezeichneten, Bluetooth-basierten App auch mit dem Smartphone steuern. Die im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung ist hochwertiger, die DSP-Programme sind ausgezeichnet. Ein Display fehlt, ein insgesamt natürlicher, ausgewogener Klang nicht. Wer hervorragende Qualität sucht, ist mit der YAS-103 gut bedient, wer auf mehr Bass und ein erstklassiges Preis-/Leistungsverhältnis Wert legt, kommt an der Auna Areal Bar 850 nicht vorbei. 

Das ist mal ein Angebot: Die Samsung Soundbar HW-H550 (schwarz) bzw. HW-H551 (silbern) gibt es bereits ab ca. 230 EUR neu auf dem Markt. Wer ein Optimum herausholen möchte für weniger als 250 EUR und bereit ist, noch 100 EUR auf die Auna Areal Bar draufzulegen, erhält hier genau das richtige. Ausgezeichnete Verarbeitung, mit entsprechend kompatiblen Samsung-TVs kabellose BT-Verbindung, natürlich Wireless-Aktivsubwoofer, sehr gute DSPs, Display mit guter Auflösung und HDMI-Beschaltung – es fehlt an nichts. Für das Geld konkurrenzlos, wer mit weniger auskommen muss, nimmt die Auna-Alternative, für 100 EUR kann man noch einen Marken-BD-Player dazukaufen. 

Fazit

Auna Areal Bar 850 Gruppenbild3

Für knapp 140 EUR  bietet die Auna Areal Bar 850 ein ausgewogenes Leistungsprofil Die Soundbar selber sieht gut aus und ist prima verarbeitet, der passive Subwoofer wirkt hingegen billig und passt nicht so ganz zur Soundbar. Die Ausstattung ist ausgezeichnet, es gibt HDMI, offensichtlich Dolby Digital- und DTS-Decoder, USB, Bluetooth, optischen und koaxialen Digitaleingang, drei DSP-Programme und einen Sleep-Timer. Es fehlt also an nichts, auch nicht an klanglicher Performance. Mit guter Räumlichkeit, ordentlicher Pegelfestigkeit und einem klaren Sound wird eine Menge fürs Geld geboten. 

Saubere Leistung für wenig Geld – die Auna Areal Bar 850 bereichert den Markt auf jeden Fall
ueberragend
Soundbars bis 250 EUR
Test 15. April 2015

+ Räumlichkeit tadellos
+ Pegelfestigkeit ordentlich
+ Gute DSPs
+ HDMI
+ Preisgünstig

– Subwoofer wirkt billig

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 15. April 2015




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