TEST: Auna Areal Bar 350 2.0 Soundbar – Eleganz und solider Klang für unter 100 EUR

Auna Areal Bar 350 Front Seitlich1

Eine hübsche Soundbar muss kein Vermögen kosten: Auna offeriert die Areal Bar 350 im 2.0 Layout für schmale 99,90. Fürs investierte Geld gibt es wahlweise Chrom-Metall-Optik wie bei unserem Testgerät oder aber die Platin-Ausführung. Die Soundbar besitzt einen Digitalverstärker mit 40 Watt RMS-Leistung, einem Frequenzgang von optimistischen 40 Hz bis 20 kHz und bringt beleuchtete Touch-Bedienelemente auf der Oberseite mit. Weitere Kennzeichen sind Bluetooth 3.0-Streaming, eine USB-Schnittstelle sowie optischer und koaxialer Digitaleingang. Das ist für den Kaufpreis mehr als angemessen. Im Lieferumfang enthalten ist auch eine kompakte Fernbedienung mit sinnvoller Bedienstruktur. Dass hier einfache Folientasten zum Einsatz kommen, ist in Anbetracht der Preisklasse durchaus zu verschmerzen. Die Soundbar kann wahlweise gestellt oder auch an der Wand befestigt werden. Eingebaut ist auch ein UKW-Radiotuner mit 25 Senderspeicherplätzen.

Auna Areal Bar 350 Display

Auch ein Display bietet Auna, sehr gut in der 100 EUR-Liga

Auna Areal Bar 350 USB Anschluss Seitlich

Absolut saubere Detailverarbeitung bei unserem Testgerät, Metallgitter vor den LS-Chassis

Auna Areal Bar 350 Bedienelemente Oberseite

Akkurat integrierte Touch-Bedienelemente

Auna Areal Bar 350 Bassreflexoeffnung

Rückseite mit Bassreflexöffnung

Auna Areal Bar 350 Anschluesse Rueckseite

Anschlüsse. Sehr positiv – Auna serviert einen koaxialen und einen optischen Digitaleingang

Auna Areal Bar 350 Rueckseite Seitlich1

Rückseite komplett. Die Areal Bar 350 kann auch an der Wand befestigt werden

 

Auna Areal Bar 350 Fernbedienung

Remote

Für nicht einmal 100 EUR bietet die Areal Bar eine erstaunliche Qualität. Sie ist solide verarbeitet und sieht richtig gediegen aus. Dass optischer und koaxialer Digitaleingang vorhanden sind, ist prima. Es gibt keine Decoder, weder für Dolby Digital noch für DTS. daher muss man beim angeschlossenen BD-Player die Tonsignalausgabe von Bitstream auf PCM umstellen. Bei dem Kaufpreis allerdings kann man der Areal Bar 350 keinen „Strick daraus drehen“. Vielmehr haben auch teurere Alternativen diese Features oft nicht an Bord. Seitlich findet sich sogar ein USB-Slot zur Wiedergabe von MP3-Dateien, die auf einem USB-Stick abgelegt sind. 

Klang

Wir starten mit der Bluetooth-Übertragung, die stabil und ohne störende Aussetzer arbeitet. Wir hören den Klassiker „West End Girls“ von den Pet Shop Boys im Modus „Music“. Unten auf der Fernbedienung gibt es Direktwahltasten für drei DSPs „Music“, „Normal“ und „News“. Leider findet sich kein „Movie“ DSP-Programm. Der Klang in der Musik-Betriebsart ist recht gelassen und angenehm. Die maximal erreichbaren Lautstärken sind als befriedigend zu bezeichnen, klar dürfte sein, dass hier weitaus mehr geht. Für den täglichen Einsatz und die Preisklasse aber kann man keine ernsthafte Kritik üben. Der Hit der Pet Shop Boys klingt homogen, in sich schlüssig, es ist sogar im Ansatz ein Bassbereich vorhanden. Dieser dröhnt und wummert nicht, sondern gibt durchaus eine Art Fundament. Die Stimme wird gut eingearbeitet, die Klarheit im Hochtonbereich geht völlig in Ordnung. Baltimoras „Tarzan Boy“ kommt ebenfalls ordentlich heraus. Der Klang ist „ohne Ecken und Kanten“, also es finden sich keine extremen Ausprägungen. Manch einem wird das langweilig erscheinen, uns ist es lieber so, als wenn die Areal Bar 350 im Hochtonbereich plötzlich blechern oder aggressiv würde.

All solche Verstimmungen sind nicht zu finden: Kein blecherner Klang, kein schriller Sound, kein nasaler Einschlag bei den Vocals und kein Durchschlagen im Bassbereich. Nein, der Sound mag nicht enorm aufregend sein, dafür ist er aber sauber – eine, wie wir finden, für diese Preisklasse stimmige Lösung der akustischen Auslegung. „I Belong To You“ von Eros Ramazzotti und Anastacia klingt ebenfalls angenehm, Stimmen und selbst das Klavier werden gut wiedergegeben. Es wird definitiv mehr Klanggüte geboten als bei der Auna Stealth Bar 70. Diese kostet 20 EUR mehr, offeriert aber weniger akustische Homogenität und Klarheit. Hier sieht man, dass auch Produkte, die durchaus technisch miteinander verwandt sind, im Praxistest unterschiedliche Ergebnisse erzielen können. Beim wunderschönen Duett jedenfalls leistet sich die Areal Bar 350 keinen Durchhänger, sondern liefert durchaus anhörbare Resultate. Mehr kann man von einer 100 EUR-Lösung nicht erwarten – man muss bedenken, dass es für diesen Betrag normalerweise höchstens Bluetooth-Lautsprecher zum Mitnehmen der Mittelklasse gibt und keine richtige Soundbar. 

Was kann die Areal Bar 350 im Filmtombetrieb? Wir hören uns die Eröffnungssequenz des 007-Films „Ein Quantum Trost“ an. Hier wird der britische Geheimagent von einer Horde Killer gejagt, die dem Doppelnull-Spion, der in seinem Aston Martin DBS unterwegs ist, mit Alfa 159 und Maschinenpistolen-Feuer jagen. 007 hat eine gefährliche Fracht an Bord, eine wichtige Geisel, und die soll sterben. Die Jagd rund um den Gardasee kommt recht gut heraus, man darf natürlich keine enorme akustische Differenzierugn erwarten. Einzelheiten wie der Funkverkehr der Carabinieri, die Schüsse aus den Automatikwaffen oder die Fahrgeräusche der Baufahrzeuge im Steinbruch werden aber ordentlich wiedergegeben. Auch der Music Score kommt recht gut heraus. Als der Land Rover der Polizisten den Abhang herunterrutscht und hart auf der Straße aufkommt, wird auch dieser nachdrückliche Effekt recht gut wiedergegeben, ebenfalls ist die Areal Bar gut mit dabei, als der verbleibende Alfa Romeo 159 mit durchdrehenden Reifen in den Abgrund fliegt.

Als es dann ruhiger wird und 007 in Verona einfährt, kommt auch diese Sequenz ohne echte Schwächen zur Geltung. Sogar mit ansatzweise spürbarer Ausdruckskraft wird, nach dem Startkapitel, der Titelsong wiedergegeben. Kurze Zeit später dann jagt Bond den flüchtenden Leibwächter, der die Geisel erschossen und das Feuer auf M eröffnet hat. Die Verfolgung findet statt, während ein berühmtes Pferderennen ausgetragen wird. Die donnernden Hufe kommen gut heraus, auch die Rufe der Zuschauer, als sie in Bonds Jagd auf den Leibwächter involviert werden. Schüsse fallen, der heftige Atem Bonds ist prima herausgearbeitet. Das Aufkommen nach Sprung auf den Dachziegeln bringt die Areal Bar ebenfalls ohne Schwächen heraus. Sehr gut wird der Effekt übertragen, als der britische Agent auf dem Dach des Busses aufschlägt. In einem alten Kirche endet die Jagd. Läutende Glocken, zersplitterndes Glas, einstürzende Gerüste – es hagelt einen intensiven Effekt-Cocktail, dem sich die preiswerte Soundbar durchaus gewachsen zeigt. 

Der Beginn von „Stirb Langsam 4.0“ mit dem Music Score, der telefonischen Unterhaltung und den Geräuschen des Tippens auf der PC-Tastatur kommen prima heraus. Dann folgt wenige Sekunden später die erste große Explosion im Haus des Hackers. Natürlich darf man hier kein großartiges Volumen und keinen immensen Nachdruck erwarten, aber immerhin beschneidet die Soundbar zwar den Dynamikumfang, produziert aber keine störenden Dröhngeräusche oder unschöne Verzerrungen. Wir gehen nun vor ins 6. Kapitel, als Gabriels Killerbrigade sich Matthew Farrell vorknöpft. Der hat Glück, dass gerade der erfahrene Cop John McLane bei ihm ist. Auch hier wieder bietet die Areal Bar durchaus gelungene Eigenschaften.

Nur bei der Explosion des Feuerlöschers im Treppenhaus und der Wohnung am Ende des Kapitels ist sie bei erhöhtem Pegel etwas überfordert. Das sind andere Soundbars, erst recht dieser Preisklasse, aber genauso. Ansonsten gibt es einen räumlich ordentlichen Klang, klar verständliche und gut eingearbeitete Stimmen und eine erfreulich gelungene Präsentation der Schuss-Salven aus den automatischen Waffen. Einzelheiten wie z.B. das Ersetzen des Magazins an McLanes Waffe, werden voll befriedigend eingearbeitet. Gut gelingt die Wiedergabe des Music Scores. 

Wie sieht es mit dem von DTS-HD nach PCM gewandelten „The Sun Always Shine On TV“ von a-ha aus? Kann die preiswerte Soundbar für solche Vorführungen eingesetzt werden? Wir bejahen dies durchaus, denn schon die Atmosphäre mit dem jubelnden Publikum und der sich langsam aufbauenden Song-Atmosphäre wird recht gut, wenn auch etwas dumpf gemanagt. Die Räumlichkeit ist nicht zu kritisieren, und die Stimme von Morten Harket wird gut fokussiert. Prima gelungen ist der Bassbereich, auch die Einarbeitung des Synthesizers überzeugt. Natürlich – für Musik-Liebhaber ist die Areal Bar 350 nicht konzipiert. Aber für den Alltagseinsatz bei der Filmton-, Nachrichten- und Musikwiedergabe ist sie gut geeignet und bietet deutlich bessere akustische Leistungen als die in vielen Flat- und Curved-TVs eingebauten Soundsysteme, gerade bezüglich Räumlichkeit und den möglichen Lautstärken. 

Fazit

 

Auna Areal Bar 350 Front Seitlich2

Für lediglich 100 EUR offeriert Auna hier eine formschöne, sauber verarbeitete Soundbar mit praxisgerechter Ausstattung und ordentlichem Sound. Es wird kein separater Subwoofer benötigt – und das ist tatsächlich so. Sicherlich darf man im Bassbereich keine Wunder erwarten, aber die Areal Bar 350 klingt durchaus komplett und leistet sich keine ernsthaften Schwächen. Bluetooth, USB, optischer und koaxialer Digitaleingang sind vorhanden. Dass Decoder für Dolby Digital und DTS fehlen und keine HDMI-Beschaltung vorhanden ist, verwundert in Anbetracht der Preisliga kaum. Prima wäre noch ein Pre-Out zum Anschluss eines aktiven Subwoofers gewesen, dann hätte man noch eine Erweiterung im Bassbereich vornehmen können. Auna hat ein Display integriert und bietet zudem drei DSP-Modi. Insgesamt eine solide Leistung zum kleinen Preis.

Preisgünstige, schicke Soundbar mit angenehmem Klang
sehrgut
Aktive TV-Lautsprecher/Soundbars bis 200 EUR
Test Montag, 16. November 2015

+ Homogener Klang
+ Saubere Verarbeitung
+ Gute Materialqualität
+ Prima im Bassbereich
+ USB, Bluetooth, optischer/koxialer Digitaleingang
+ Display

– Kein Decoder zumindest für Dolby Digital
– Kein Movie-DSP

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 16. November 2015




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