TEST: AudioXperts EVA SCR400D BT-Lautsprecher mit DAB-Tuner

Das Produkt

Für 499 EUR offeriert AudioXperts, in Deutschland von IDC Klaassen vertrieben, das EVA Tischradio SCR400D mit DAB+/FM-Tuner, Bluetooth, Weckfunktion und USB-Anschluss. Wir haben uns nach Inspizierung unseres Test-Kandidaten sofort spontan entschieden, den angestaubt wirkenden Begriff „Tischradio“ diesem optisch sehr schönen und trendigen Produkt nicht mehr angedeihen zu lassen – das gilt für den gesamten Bericht.

Gehäuse mit gewebter Wolle bezogen, Bambus-Elemente

EVA setzt Highlights durch Umweltfreundlichkeit. So besteht das Gehäuse aus umweltfreundlich hergestelltem Kunststoff, der mit gewebter Wolle (wahlweise braun oder grau) bezogen ist. Einsätze aus Bambusholz vervollständigen das Konzept.

Als Lautsprechersystem kommt ein recht großes 102 mm Breitbandchassis zum Einsatz, dem zur akustischen Entfaltung ein 15 Watt (RMS) Verstärker zur Seite gestellt wird.

Es findet sich nicht nur ein konventioneller analoger FM-Radiotuner, sondern auch ein hochmoderner digitaler DAB+ Tuner. Jeweils 8 Speicherplätze für die Lieblingssender gönnt AudioXperts der Tuner-Abteilung seiner schönen EVA.

EVA im Bluetooth-Betrieb

Bluetooth mit CSR aptX-Funktion ist mit an Bord und funktionierte bei verschiedenen Testreihen einwandfrei. Einfach die BT-Taste an Gerät oder FB länger drücken – wenn das mobile Device im BT-Modus „sichtbar“ ist, wird EVA schnell gefunden, und nach wenigen Sekunden sind die Geräte schon gekoppelt.

Anschlüsse. Hinzu kommt der Tuneranschluss, der sich rechts weiter oben befindet

Es finden sich noch weitere Verbindungsmöglichkeiten. So ein optischer Digitaleingang, den AudioXperts aufgrund der dadurch gegebenen Verbindungsmöglichkeit mit einem Apple AirPort Express-Modul verbaut. Ein 3,5 mm Miniklinken-Kopfhörerausgang, eine USB-Schnittstelle, ein 3,5 mm analoger Audio-Eingang, der Tuneranschluss sowie ein Link-Terminal zur Verbindung mit weiteren EVA Komponenten zur Nutzung im Stereo-Betrieb sind vorhanden. Natürlich braucht man, möchte man das Device im Stereoeinsatz verwenden, nicht nochmals eine voll ausgestattete SCR400D Version. Hier reicht der schlichte AC250 oder PS200 aus dem AudioXperts-Sortiment aus.

Hochauflösendes Display

Menü

Highlight von EVA ist das große und fein auflösende Display, allerdings ohne Touchfunktion. Wer „touchen“ möchte, kann sich am Bambus-Bedienfeld mit berührungsssensitiven Tasten austoben. Deren Reaktionsverhalten war aber nicht immer klar definiert, so dass wir manchmal lieber zur mitgelieferten, gut in der Hand liegenden Fernbedienung griffen.

Fernbedienung

Während andere billige Remotes mit Folientasten im Scheckkartenformat mitliefern, gefällt uns die gummierte, vollwertige Fernbedienung von EVA viel besser. Die Tasten weisen überdies einen guten Druckpunkt auf.

Aus seitlicher Perspektive

Von hinten

Von unten, mit Gummi-Applikationen für soliden Halt auf jedem Untergrund

Mit Abmessungen von 240 mm Breite, 152 mm Breite und 143 mm Tiefe findet EVA praktisch auf jedem Sideboard oder Beistelltisch Platz. Die saubere Verarbeitung, die leicht runden Formen und das hohe Maß an Schnörkellosigkeit sorgen für einen hohen „In“-Faktor, gerade auch beim weiblichen Geschlecht und bei designorientierten Zeitgenossen.

Klang

Der Klang von EVA entpuppt sich in der Praxis als sehr ausgewogen. Attraktiv wird die Soundlösung von AudioXperts auch dadurch, dass sich zwei EVA-Systeme per Link-Funktion verbinden lassen. Dadurch kann man nicht nur ein SCR-400D im Monobetrieb nutzen, sondern auch zwei SCR400D im Stereobetrieb. Welche Funktion genutzt wird und ob das betreffende Device als linker oder rechter Stereolautsprecher zum Einsatz kommt, kann man rückseitig per Kippschalter regeln.

Im Monobetrieb ist die Pegelfestigkeit im Rahmen der systembedingten Möglichkeiten in Ordnung – allerdings merkt der Hörer schon, wenn er sich dem Grenzbereich nähert, der sich insbesondere bei Musikstücken mit harten Kickbässen wie Techno- oder Trancemusik verständlicherweise früher ankündigt.

Prima gefällt das System beispielsweise bei „License To Kill“ von Gladys Knight. Hier ist nicht nur die Räumlichkeit ausgezeichnet, auch die Herausarbeitung kleinerer akustischer Dynamikunterschiede und der Stimme gelingt gut. Die Stimme wird sauber integriert und klingt weder zu vordergründig noch zu stark zurückgenommen. Die Trennung von Stimme und Instrumenten ist als gelungen zu bezeichnen. Anstatt monoton und oberflächlich vor sich hin zu spielen, bezieht EVA den Zuhörer tatsächlich mit ins akustische Geschehen ein und eignet sich damit, was uns überrascht, nicht nur als Beschallungs-Instrument für nette Hintergrundmusik.

Wir bleiben in den 80ern und wenden uns „Don’t Be So Shy“ von Moti Special zu. Lebendig, mit überraschender Ausdruckskraft und tadelloser räumlicher Darstellung beweist EVA Reife und Klasse. Das hätten wir in dieser Güte von einem so kompakten BT/DAB Audio-System nicht erwartet. Das leicht Spitze, Blecherne, das der Aufnahme leider eigen ist, verbirgt EVA beinahe zur Gänze – der angenehme, relaxte Klang bleibt daher auch bei diesem Stück erhalten, was lobenswert ist.

„Left To My Own Devices“ war einer der zahlreichen Hits des britischen Pop-Duos Pet Shop Boys – und auch bei diesem heute auf 80er Jahre Parties immer noch beliebten Song gibt sich unser kompakter „AudioXperte“ keine Blöße. Entspannt, beinahe lässig erfolgt die Wiedergabe, das BT Soundsystem gibt sich als „Cool Man“, oder, nimmt man den Namen „EVA“ heran, als „Cool Woman“. Ganz gleich, welches Geschlecht man EVA nun letzten Endes zuordnet, die akkurate Akustik, die auch noch Spaß macht, ist Aushängeschild. Dass es AudioXperts einfach drauf hat, beweisen also nicht nur die Hightech Soundbar-Lösungen des Hauses, die zu Preisen ab 1500 EUR angeboten und bald auch von uns getestet werden.

„Diamonds“ von Rihanna kommt ebenfalls überzeugend heraus, sogar mit erhöhter Lautstärke erscheint die Wiedergabe kräftig und fundiert. Dass EVA durchaus ansehnliche Bässe schafft, wirkt sich natürlich begrenzend auf die Pegelfestigkeit aus. Denn irgendwann ist das verbaute Lautsprechersystem mit seinem Hub am Ende, und Verzerrungen sind die Folge. Ein schlankerer, weniger voller Bass hätte zur Folge, dass bei höherem Pegel noch mehr ginge.

Wir finden die Auslegung, die AudioXperts gewählt hat, aber sehr vernünftig und praxisorientiert. Pegel-Orgien möchte mit einem solchen Gerät ohnehin niemand abfeiern, und das, was an Maximalpegel geht, ist überdies mehr als bei vielen Konkurrenten. Schon eher steht eine harmonische und kräftige Darstellung schon bei Zimmerlautstärke im Mittelpunkt beim angestrebten Käuferprofil. Und diesem Wunsch kommt EVA gekonnt nach.

„Get A Job“ von Gossip mit den Echo-artigen Effekten zu Beginn stellt EVA richtig gut dar. Überhaupt ist das Handling mit den verschiedenen elektronischen Effekten und dem Synthesizer sehr gekonnt. EVA zeigt sich nicht als Auflösungswunder im Hochtonbereich, sondern als stets angenehm und homogen klingendes BT-Audiosystem, das eine überraschende Räumlichkeit verbreitet, sogar in größeren Hörraumen um die 20 Quadratmeter. Die vokale Präsenz der Sängerin ist auch bei diesem Stück wieder in angemessener Form vorhanden, und wird nicht zu weit in den Hintergrund gerückt.

„Everybody“ von Mike Candys stellt EVA ebenfalls vor keine größeren Probleme. Der Bass wird bei Pegeln, die durchaus über Zimmerlautstärke liegen, sehr kräftig betont und mit guter Raumwirkung präsentiert. Der schnelle Rhythmus wird ausgezeichnet zum Ausdruck gebracht, die Grobdynamik ist tadellos. Effektwechsel werden mit guter Impulstreue mitgemacht.

Wie sieht es mit potentiellen Konkurrenten aus? Natürlich gibt es welche, wenngleich EVAs Konzept bislang einzigartig ist. Gemeint ist damit die Kombination aus elegantem, hochwertigem, aber natürlichem und recycle-barem Gehäusematerial, kompakten Abmessungen sowie BT+USB+DAB-Tuner. Wir wagen trotzdem einen Konkurrenzvergleich und starten mit dem Harman Kardon Go+Play Wireless. Enorm schick, schon fast extravagant, ausgezeichnet verarbeitet und enorm klangstark – ein harter Konkurrent. Mit 349 EUR auch noch günstiger, aber keine Umwelt-Attitüde und kein DAB-Tuner, zudem etwas größer. Bei aller Sympathie für EVA muss aber auch gesagt werden, dass der Harman Lautsprecher nach wie vor genauso hoch im Kurs bei uns ist. Man kann ihn übrigens auch mitnehmen, dank möglichem Batterie-Akkubetrieb: Dann wird er allerdings ziemlich schwer.

Wer es portabel und elegant mag, greift zum Samsung DA-F60 Bluetooth-Lautsprecher. Da unsere EVA keinen Akku hat, muss sie leider zu Hause bleiben, wenn es zum Picknicken oder zum abendlichen Grillen an den See geht. Gut, das Wetter lädt im Herbst nicht unbedingt zu solchen Aktivitäten ein, aber der nächste Sommer kommt bestimmt. Und dann kann man sich am schicken und praktischen, rund klingenden Samsung Lautsprecher erfreuen. Bei Basskraft, Detailarbeit und Räumlichkeit muss er sich der lebendigen EVA aber knapp geschlagen geben. Dafür ist er mit rund 240 EUR Marktpreis besonders fair kalkuliert, wenn auch ein DAB-Tuner fehlt.

Fazit

AudioXperts gelingt mit EVA ein großer Wurf. Optisch schick, trendig gestaltet und mit Hinblick auf ökologische Nachhaltigkeit produziert – hier haben wir es mit einem genau durchdachten, sehr zeitgemäßen Produktkonzept zu tun. Der Kaufpreis, in unserem Falle 499 EUR, ist nicht eben niedrig – aber, wie sagt der Volksmund so schön, es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Im Falle von EVA kann man auch getrost „besseren Geschmack“ sagen, denn Schwächen sind dem schicken Device fremd – bis auf die Tatsache, dass es für reinen Netzbetrieb (und hier nur 230 V) konzipiert ist. Akustisch klingt EVA erstaunlich füllig, räumlich, kräftig und angenehm.

Ökologisch nachhaltig produziert, optisch schick und mit kräftigem Klang – EVA wird sich auf dem Markt durchsetzen
BT-/Radio-Soundsysteme obere Mittelklasse
Test 27. September 2013

+ Ökologisch durchdachtes Gesamtkonzept
+ Schicke, zeitgemäße Optik
+ Kräftige, harmonische Akustik
+ BT, USB, DAB+
+ Kompakt
+ Sehr gutes Display
+ Vollwertige Fernbedienung

– Kein Akkubetrieb

Test & Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 27. September 2013




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