TEST: Arcam Netzwerkplayer rPlay – Mediales Multitalent auf dts Play-Fi-Basis?

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Für 479 EUR ist der kompakte, ultrasolide verarbeitete Arcam-Netzwerkplayer rPlay erhältlich. Mit 194 mm Breite, 44 mm Höhe und 124 mm Tiefe ist das 1,1 kg wiegende Device sehr kompakt und findet praktisch überall Platz. Wahlweise kann rPlay drahtlos (WiFi-Modul inklusive WPS-Support) oder kabelbasiert (Ethernet RJ45 Schnittstelle) ins Heimnetzwerk integriert werden. 

Arcam-rPlay-Antenne

Antenne

Arcam-rPlay-Bedienelemente

Bedienelemente

Der Netzwerkplayer basiert auf der immer beliebter werdenden Play-Fi-Lösung von dts, zusätzlich ist auch Apple AirPlay an Bord zu finden. In Verbindung mit einem Windows-PC kann man den rPlay übrigens auch einsetzen. 

Arcam-rPlay-Verwendung

Überblick über die Verwendungsmöglichkeiten

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Kompatibilität und Systemanforderungen

Um den rPlay komplett mit dts Play-Fi verwenden zu können, muss man im App Store von Apple oder bei Google Play die entsprechende dts Play-Fi-Applikation zur Steuerung aufs Smartphone laden. Die App ist von Arcam nicht weiter personalisiert oder mit einer eigenen Benutzeroberfläche versehen worden. Da wir bislang keine Play-Fi-basierte Komponente im Test hatten, stellen wir die App im Bericht zum rPlay genauer vor und haben zahlreiche Screenshots angefertigt. 

Arcam-rPlay-Anschluesse-Bedienelemente-Rueckseite

Anschlüsse

Bei den Anschlüssen vermissen wir einen optischen Digitalausgang, darüber hinaus Bluetooth als Streaming-Option. Doppelt vorhanden sind die analogen Cinch-Ausgänge (Fix und variabel). 

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dts Play-Fi-App in Apples Appstore, mit genauer Beschreibung

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Zahlreiche Neuerungen kamen beim letzten App-Update am 18.04. hinzu

Generell, wenn alles „glatt“ läuft, wird rPlay von der App automatisch erkannt und ist einsatzbereit. Wir haben die aus hochwertigem Metall bestehende Box an unsere Vorstufe PR-RZ5100 per Cinch (es gibt einen fixen und einen variablen Cinchausgang auf der rPlay-Rückseite) angeschlossen, um auch die Güte der im doch recht teuren rPlay verbauten D/A-Wandler mit 192 kHz/24-Bit Maximalauflösung (DAC: PCM5102 von Texas Instruments) zu untersuchen. Wahlweise kann man auch den koaxialen Digitalausgang verwenden. Immer ein klanglicher Vorteil ist laut Arcam der besonders hochwertig konzipierte Audio-Schaltkreis mit möglichst kurzen, reinen Signalwegen. 

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Erklärung, wie man startet

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Verwendung der dreieckigen Schaltfläche „Play-Fi“

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Drückt man die Note, kann man den Musikdienst bzw. die Quelle schnell ändern

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Sind mehrere Lautsprecher im Play-Fi-Multiroom-Audio-System, kann man den Lautsprecher einfach wechseln

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Einfaches Hinzufügen und Entfernen von Lautsprechern

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Zu einem Musikdienst zurückgehen

Vor dem eigentlichen Start stellt die Play-Fi-App verschiedene Screens zur Verfügung, auf dem das Handling der App kurz erklärt wird, damit man sich später leichter zurecht findet. Anschließend schaut Play-Fi, ob keine Updates für das angeschlossene Device, in unserem Falle das Arcam rPlay, zur Verfügung stehen. Finden sich keine Updates, beginnt der Betrieb, sind neue Updates vorhanden, werden diese installiert.

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Neues Update gefunden

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Herstellen der Verbindung

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Download der Updates

Nachdem rPlay betriebsbereit ist, kann man auf zahlreiche Musik-Streaming-Services zugreifen. Zu bedenken ist allerdings, dass die Auswahl zwar gigantisch erscheint, verschiedene Services in Deutschland aber nicht verfügbar sind, sondern nur in anderen Ländern wie z.B. den USA. In den Einstellungen kann man unter „Musik-Dienste“ konfigurieren, welche Services tatsächlich im Menü während des Betriebes angewählt werden können.

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Zahlreiche Musik-Streaming-Services stehen bereit, aber nicht alle arbeiten in Deutschland. Mit iHeart Radio oder Sirius XM kann man hier z.B. nichts anfangen

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Zugriff auf Medienserver, Spotify Connect und auf die Musik, die auf dem Smartphone gespeichert ist

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Konfiguration der einzelnen Musikdienste in den Einstellungen

Insgesamt zur Auswahl stehen: Amazon Music, Deezer, iHeart Radio, JUKE, KKBOX, Napster, Pandora, Qobuz, Sirius XM, Spotify sowie Tidal. Natürlich ist es ebenfalls möglich, auf die Musik, die auf dem jeweiligen Smartphone abgelegt ist, zuzugreifen, und der Zugriff auf NAS-Systeme, Home Server und PCs im selben Netzwerk gehört ebenfalls zum Funktionsumfang. 

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Einstellungen

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Spotify-Wiedergabe

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Ein hochwertiger Media Streamer wie der rPlay eignet sich auch sehr gut für Hi-Res-Audio-Dateien

Die App ist einfach und logisch aufgebaut. Oben mittig befindet sich das Play-Fi-Symbol, links davon sehen wir das Zahnrad-Symbol für die Einstellungen. Rechts oben im Screen ist ein „+“ Zeichen, berühren wir dieses, kann man schnell eine Zone hinzufügen, zudem sieht man, welcher Eingang und welcher Musikdienst gerade aktiv ist. Nun stellen wir die Möglichkeiten im Einstellungs-Menü vor, weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass nicht alle prinzipiell von der Play-Fi-App bereitgestellten Funktionen nicht alle vom rPlay unterstützt werden. So ist die Play-Fi-App zum Beispiel auch für Standalone-Multiroom-Aktivlautsprecher vorgesehen, von denen man z.B. zwei Stück zu einem Stereo-Paar koppeln kann. Das macht beim rPlay natürlich keinen Sinn. Auch kann man sich mit Hilfe von Play-Fi drahtlose Surround-Speaker entsprechend konfigurieren. Die Einstellungen umfassen folgende Optionen:

  • Set Up Play-Fi Device
  • Umbenennen
  • Erfahren Sie mehr (Schulung zu Play-Fi)
  • Musik-Dienste (hier kann man Musik-Dienste aktivieren oder deaktivieren)
  • Lautsprechergruppen (Durch Drücken der Schaltfläche „+“ kann eine Lautsprechergruppe erstellt werden)
  • Spotify Lautsprechergruppen (die gleiche Funktion, speziell für die Spotify-Wiedergabe)
  • Stereo Pairs (Stereo-Lautsprecherpaar erstellen)
  • Surround Sound: Auch hier drückt man wieder das „+“, um Standalone Play-Fi-Lautsprecher für die Verwendung im Rear-Bereich zu konfigurieren. 
  • System updaten
  • Fehlersuche
  • About
  • Erweiterte Einstellungen (Verbesserter Datenservice, MCU-Aktualisierungsbenachrichtigung, automatische Wiederherstellung der Verbindung, Erweitern/Reduzieren einblenden)

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Hi-Res-Audio-Support

Für die Zuspielung hochauflösender Dateiformate (Hi-Res-Audio) findet sich folgender wichtiger Passus in der Schnellstart-Anleitung:

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Normalerweise Downsampling auf 48 kHz/16-Bit, mit aktivierter Hi-Res-Schaltung wird der kritische Hörmodus aktiviert

Der Arcam rPlay ist ein erstklassig verarbeiteter Netzwerkplayer, der dank der dts Play-Fi-Basis eine ausgezeichnete mediale Flexibilität mitbringt. Hochwertige eingebaute D/A-Wandler müssen gleich in der Klangwertung ihre Güte noch unter Beweis stellen. Die automatische Erkennung des rPlay durch die Play-Fi-App funktionierte anstandslos, ebenso das Updaten der Firmware für rPlay. Neben den WLAN-Standards 801.11 b/g wird auch 801.11 n unterstützt.  

Kritik verdient das Fehlen des Supports von DSD sowie vor allem das Fehlen einer Bluetooth-Schnittstelle und eines optischen Digitalausgangs, der meist häufiger an AV-Receivern/Verstärkern vorhanden ist ein ein koaxialer Digitaleingang. 

Klang

Hi-Res-Audio: Die verbauten D/A-Wandler des rPlay sind als leistungsfähig zu bezeichnen, was man bei knapp 480 EUR Kaufpreis aber auch erwarten kann. In FLAC 96 kHz/24-Bit hören wir die legendäre Arie „Nessun Dorma“ aus Puccinis „Turandot“, gesungen von Jonas Kaufmann. Die Harmonie mit unserer Onkyo-Kombination, bestehend aus der 11.2 Kanal-Vorstufe PR-RZ5100 und der Endstufe PR-MA5501, liegt hoch. Fein und nuanciert erfolgt die Stimmwiedergabe, sehr gut und sensibel ist die Trennung der vokalen von den instrumentalen Elementen. Dynamische Unterschiede werden impulstreu herausgearbeitet, ganz gleich, ob sie marginal oder drastisch ausfallen. 

In FLAC 48 kHz/24-Bit hören wir Diana Kralls Adaption des Eagles-Klassikers „Desperado (Stereo). Und erneut beweist uns rPlay, dass der Kunde für den Preis auch eine entsprechende akustische Hochwertigkeit erwarten kann. Sicher wird nun der ein oder andere Leser nach dem Sinn fragen, bei einem Netzwerkplayer überhaupt die Qualität der Audiowiedergabe zu untersuchen. Was sind die Bauteile, die überhaupt die Gesamtakustik beeinflussen? Gibt dieser Player nicht einfach nur Signale aus? Wenn wir uns den Signalweg über die analogen Cinch-Ausgänge ansehen, so müssen wir als Antwort geben: Sehr wohl findet hier eine Beeinflussung der Klangqualität durch rPlay statt. Wie hochwertig die eingebauten D/A-Konverter das digitale in ein analoges Signal wandeln, davon hängen Fein- und Gesamtdynamik sowie Brillanz des ausgegebenen Signals ab.

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Bei der Wiedergabe von Hi-Res-Material bewährt sich der D/A-Wandler

Und wir wissen aus eigener leidvoller Erfahrung, wie schlecht beispielsweise CDs klangen, wenn man sie über einen kostengünstigen DVD-Player abspielte, der über Analog-Stereo-Cinch an einem Stereoverstärker ohne Digitaleingänge hing. Matt und oberflächlich war der Sound – kein Vergleich dazu, wenn der Stereoverstärker einen digitalen Eingang hat, das Signal auf digitalem Wege vom Player bekommt und dann selber wandelt. Wir wissen von anderen, durchaus auch preislich exklusiven Netzwerkplayern wie dem Elac Discovery Music Server, was gute D/A-Wandler zu leisten im Stande sind. Der optisch ebenfalls sehr gut verarbeitete Elac Server basiert auf der innovativen Roon-Software, kostet mit 1.099 EUR aber sehr deutlich mehr als rPlay. Und was die Güte der DACs anbetrifft, muss sich der rPlay keinesfalls verstecken. Bei „Feels Like Home“, ebenfalls in der Adaption von Diana Krall (Album „Wallflower“), bestechen Detailtreue und die exzellent getroffene Temperatur des Klaviers. Dianas Stimme verteilt sich mit feiner Akzentuierung im Hörraum. 

Bei „Changing Tides“ (FLAC 88,2 kHz/24-Bit Stereo) von Bad Religion bewährt sich die für Arcam typische, sehr ausgewogene klangliche Abstimmung. So kann man auch diesen Punkrock-Track souverän mit gehobener Lautstärke hören. Dynamisch und lebendig, mit hoher räumlicher Homogenität erfolgt die Wiedergabe. Viel entspannter, ruhiger, aber sehr melodiös präsentiert sich „Basil“ von Mark Knopfler (Album: Tracker) in FLAC 192 kHz/24-Bit. Marks Stimme wird fein detailliert in den Hörraum transportiert, auch hier ist die sehr gute Trennung der Stimme von den Instrumenten zu loben. Der hochwertige D/A-Wandler begeistert durch die plastische Ausformung des gesamten Klangbildes, und die harmonische Auslegung bewährt sich bei diesem Song ein weiteres Mal. 

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Spotify Connect gehört selbstverständlich auch zu den unterstützen Musikdiensten

Die Akustik ist auch dann außerordentlich gut, wenn wir datenreduziertes Material von Spotify wiedergeben. „Dreamer Trance“ von Mediteria im Mix von General Base kommt mit sattem, erstaunlich präzisem Bass und klar definierter Räumlichkeit heraus. Auch das Svenson&Gielen-Mix des Brooklyn Bounce-Klassikers „Bring It Back“ wirkt hinsichtlich der Klangqualität überraschend rund und zeigt wenige der Schwächen, die wir sonst von Quellmaterial dieser Ausprägung kennen. Der Bass ist deutlich straffer als meist gewohnt, der Rhythmus wird mit sehr guter Impulstreue wiedergegeben, und der gesamte Aufbau des Tracks wird sauber wiedergegeben. Alles wirkt nicht so monoton und oberflächlich, wie wir es leider oft heraushören mussten. Mit Schwung und Nachdruck werden alle klanglichen Anteile in den Hörraum befördert, mit der Onkyo Vor-/Endstufenkombination und unserem nuLine-Set aus dem Hause Nubert hat rPlay natürlich auch entsprechend leistungsstarke Partner. wie sich ein weiteres Mal bei „Helicopter“ von Martin Garrix zeigt: Klarheit, Kraft und dichte Räumlichkeit ergeben einen makellosen Klangeindruck, der die Qualität der im rPlay verbauten Teile verdeutlicht. 

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Musik vom iPhone wird in hoher Qualität wiedergegeben 

Problemlos funktioniert der Zugriff auf Musik, die auf unserem iPhone 7 Plus gespeichert ist, über Play-Fi. Bei den Andrea Bocelli-Titeln „Perfidia“ und „Senza Fine“ vom „Passione“-Album erfreut uns rPlay mit der schon von den anderen akustischen Beispielen her gewohnten Vorzügen wie der runden, gefälligen Wiedergabe, der gelungenen Herausarbeitung von Stimmen und der glaubwürdigen Räumlichkeit.  Alternativ ist im rPlay auch Apple AirPlay eingebaut, so dass man ohne die Play-Fi-App direkt vom iPhone während der Wiedergabe auf den rPlay Media Streamer wechseln kann, was im Testbetrieb ohne Probleme funktionierte. 

Fazit

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Der Arcam rPlay ist ein hervorragend verarbeiteter Media Streamer, der mit dts Play-Fi auf eine aktuell im Trend liegende Plattform setzt. Während dts Play-Fi in Deutschland gerade erst Fahrt aufnimmt, ist das Multiroom Audio-System in den USA schon weit vorgedrungen, was die Beliebtheit angeht. Mit hochwertiger Technik macht sich der rPlay auf Kundenfang, so agiert der eingebaute Texas Instruments D/A-Wandler sehr präzise und sichert allzeit einen harmonischen, lebendigen Klang, sogar dann, wenn datenreduziertes Material wiedergegeben wird. Dank dieser akustischen Klasse, die sich natürlich auch bei der Präsentation von Hi-Res-Audio-Material zeigt, ist der rPlay der richtige Netzwerkplayer für den anspruchsvollen Hörer. So merkwürdig dies in Anbetracht eines Kaufpreises von rund 480 EUR klingen mag, aber als „Streamer für akustisch verwöhnte Ohren“ ist der rPlay durchaus fair kalkuliert. Als Nachteil empfinden wir, dass Bluetooth nicht an Bord ist, dass keine Fernbedienung für elementare Funktionen beiliegt und dass es keinen optischen Digitalausgang gibt. 

Basierend auf dts Play-Fi, bietet der Arcam rPlay eine exzellente Flexibilität und erweist sich aus akustischer Sicht als erstklassig
ueberragend
Media-Streamer/Netzwerk-Player Oberklasse
Test 28. April 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27. April 2017 




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