TEST: Aktivlautsprecher PSB Alpha PS1

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Für 399 EUR/Paar wechseln die Aktivlautsprecher PSB Alpha PS1 den Besitzer. Die beiden hochglanzschwarzen Aktivlautsprecher arbeiten nach dem 2-Wege-Prinzip und sehen recht schick aus. Die Verarbeitung ist akkurat, durch die spezielle Formgebung gibt es zudem keinerlei störende Kanten.

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Alpha PS1 von hinten. Links ist der Hauptlautsprecher zu sehen

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 Hauptlautsprecher – Anschlüsse: Cinch-Stereo, Subwoofer Pre-Out, 3,5 mm Miniklinke, USB (nur zum Aufladen externer Devices), externes Netzteil

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 Hier wird das Kabel zum anderen Lautsprecher eingesteckt

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Gummifüße für sicheren Stand

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 Tiefmitteltöner

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 Hochtöner

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 Elektronik

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 Innenleben im Detail

Kleine Gummifüße sorgen unter den Lautsprechern für sicheren Stand. Die beiden Chassis sind ohne sichtbare Schrauben in die Schallwand eingepasst. Im einzelnen handelt es sich um einen 70 mm Tiefmitteltöner mit einer Membran aus Polypropylen und um einen 20 mm Aluminium-Hochtöner. Um die beiden Aktivlautsprecher in Betrieb zu nehmen, ist eine Steckdose von Nöten, an die das Stromkabel der einen Lautsprecherbox angeschlossen wird. Anschließend wird von der „Hauptbox“ ein dünnes Kabel zum 2. Lautsprecher gezogen. An Anschlüssen auf der Rückseite der Hauptbox (linker Lautsprecher) finden sich 3,5 mm Miniklinke, Cinch Links+Rechts, USB (nur 5V Power) sowie ein Ausgang zum direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers. So kann man sich auch ein schmuckes und kompaktes 2.1 System aufbauen.

Leider fehlt Bluetooth, als USB-DAC kann man die PSB-Aktivlautsprecher nicht nutzen. Der eingebaute Verstärker stellt 2 x 20 Watt an Leistung zur Verfügung, im Standby-Betrieb werden weniger als 0,5 Watt konsumiert. 

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Schicke Form, guter Klang?

Akustisch schlagen sich die kompakten Lautsprecher besser als man in Anbetracht der Abmessungen erwartet hätten. Wir starten mit Daft Punks „Doin It Right“ und stellen fest, dass man gerade in kleineren Hörräumen um die 15 Quadratmeter nicht zwingend einen aktiven Subwoofer als zusätzlichen Support benötigt. Die beiden kleinen Aktivlautsprecher klingen recht frisch und natürlich, trennen Stimmen und Instrumente sauber und bauen eine gute Räumlichkeit auf.

Echte Tiefbassfähigkeiten sind erwartungsgemäß nicht vorhanden, hier sind die Gehäusevolumina schlichtweg zu gering. In 96 kHz/24-Bit liegt Diana Kralls „Stop This World“ vor – die FLAC-Datei wird von den PSB-Boxen tadellos wiedergegeben. Überraschend – selbst die Basswiedergabe geht absolut in Ordnung. Die Aktivlautsprecher kommen deutlich tiefer herunter, als wir es ihnen zugetraut hätten. Was die Feindynamik angeht, darf man ebenfalls den Hut ziehen: Die „Aktivisten“ sind durchaus in der Lage, auch kleinere dynamische Differenzen tadellos einzuarbeiten. Natürlich ist die Wiedergabe von Dianas Stimme besonders wichtig – von dieser lebt die Aura des Titels. Auch hier enttäuschen die beiden Alpha PS1 und ermöglichen eine authentische, klare Stimmpräsentation.  

Bei „Garden In The Rain“, ebenfalls von Diana Krall, erwartet uns wiederum eine gute Einarbeitung auch kleinerer Details. Lebendig und mit ordentlicher Pegelfestigkeit erfreuen uns die beiden PSB-Aktivlautsprecher auch bei diesem Stück. Was die Pegelfestigkeit angeht, kann man mit den Ergebnissen ebenfalls zufrieden sein. Natürlich – für Pegel-Fanatiker eignet sich die PSB Alpha PS1 nicht wirklich. Man kann jedoch recht entspannt mit Pegeln hören, die merklich über der viel zitierten „Zimmerlautstärke“ liegen.  

Aber man muss sich hier auch über den Einsatzzweck klar sein – entweder als kleine aktive HiFi-Lösung im Hörraum um die 12 bis gut 15 Quadratmeter oder als hochwertige Lautsprecher zum PC mit schon vorhandener entsprechend klangstarker Soundkarte – das dürften gängige Verwendungsmöglichkeiten sein. So sind die beiden Lautsprecher denn auch im Nahfeld klanglich stark – dynamisch, frisch und mit echter Räumlichkeit versehen. Uns gefällt auch, wie gering tonale Verfälschungen ausfallen, uns sind viel teurere Lautsprecher bekannt, die deutlich wenig neutral und authentisch spielen.

Ein zeitloser Hit ist zweifelsfrei „You Win Again“ von den BeeGees – und die beiden PSB-Lautsprecher entwickeln beim legendären Song eine sehr gute Performance, die in der klaren Stimmwiedergabe, dem soliden Bass und der sauber gestaffelten räumlichen Wiedergabe ihren Ausdruck findet. Die beiden kleinen Boxen klingen komplett und realistisch anstatt dünn, indifferent und oberflächlich. Der charakteristische Rhythmus wird impulstreu umgesetzt. 

Harte Kickbässe wie in „Mindcrusher“ von Blank&Jones sind für kompakte aktive Lautsprecher nicht unbedingt bestens geeignet – wenn man den Pegelregler aber nicht zu weit aufdreht, sind selbst bei diesem Stück die Resultate richtig gut. Dynamisch, mit erneut ausgezeichneter Räumlichkeit und einem treffsicheren Bass taugen die beiden Schallwandler auch für diese Art von Musik. Der Aufbau des Tracks kommt prima heraus, auch kleinere elektronische Effekte werden mit nachvollziehbarer Struktur eingearbeitet. 

Fazit

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Klassische, kleine aktive Lautsprecher mit sauberem Finish und lebendigem, räumlich authentischen Klang – die Mischung bei den PSB-Boxen passt. Fürs Musik-Studio am PC zu Hause oder aber für den kleinen Hörraum als aktive HiFi-Lösung – die kanadischen Universalisten kommen dank gelungener Auslegung mit praktisch jedem Quellmaterial zurecht. Durch ihr überraschend freies Aufspielen im Hochtonbereich können selbst hochwertige High Resolution Audio-Dateien angehört werden. Nachteile: Keine USB-DAC-Funktion und kein Bluetooth.

Schicke kleine Aktivlautsprecher mit natürlichem und dynamischem Klang
ausgezeichnet
Aktivlautsprecher Untere Mittelklasse
Test 04. März 2014

+ Hübsche Optik und gute Verarbeitung
+ Natürlicher, angenehmer Klang
+ Tadellose Räumlichkeit
+ Gute Feindynamik

– Kein Bluetooth und keine USB DAC-Funktion

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 04. März 2014

 




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