TEST: Advance Acoustic X-Uni Netzwerk/CD-Player – Multitalent aus Frankreich

 Advance Acoustics X-Uni Front Seitlich1

Advance Acoustics aus Frankreich bietet mit dem für 899 EUR (UVP) erhältlichen CD/Netzwerk-Player X-Uni eine moderne Ergänzung zum Stereoverstärker an. Kompromisslos flexibel soll der im aktuellen, sehr eleganten Design des Hauses gehaltene Funktionskünstler sein. Darunter versteht man in Frankreich eine Kombination aus hochwertigem CD-Laufwerk, Bluetooth-Empfänger, Internet Radio, Zugriff auf Musikdateien von PCs und Servern, einen DAB/DAB+ Tuner und einem normalen analogen Radiotuner. Überdies kann man in Verbindung mit aktiven Lautsprechern den X-Uni als Vorstufe nutzen, da Lautstärke- und Klangregelung vorhanden sind.

Klingt soweit gut – ein paar Einschränkungen sind leider gleich am Start zu machen. So gibt der X-Uni zwar Flac wieder, aber nicht in den HiRes-Auflösungen von 88,2, 96 und 192 kHz. Ebenso fehlt eine Nutzungsmöglichkeit als USB-DAC, so dass der Universalist in Verbindung mit PC oder Mac sozusagen die Rolle der externen Soundkarte spielen könnte. Das beweist leider, dass nicht konsequent zu Ende gedacht wurde, was eigentlich sehr gut anfängt: Mittels eingebautem WLAN-Modul kann der Player auch drahtlos ins Netzwerk eingebunden werden, und ein smarter Farb-Touchscreen ist unter anderem für die Steuerung zuständig.

Advance Acoustics X-Uni Display

Touchscreen 

Advance Acoustic X-Uni Display4

Musikwiedergabe vom Home Server 

Advance Acoustic X-Uni Display3

Menü in englisch. Deutsch ist als Sprache auch verfügbar 

Advance Acoustic X-Uni Display2

Zugriff auf Server und PCs im Heimnetzwerk

Advance Acoustic X-Uni Display1

 Grundmenü, erinnert etwas an ältere Apple iOS-Versionen von der Grafik

Schade nur, dass es nicht möglich ist, alle Touchscreen-Funktionen mit der hochwertigen und gut in der Hand liegenden Fernbedienung zu verwalten – dachten wir. Bis wir dann die „Yes“ oder „No“ Taste auf der Fernbedienung drückten. Nun ist man im für die Fernbedienung optimierten Touchscreen-Menü, und mittels Durchschalten auf dem Navigationskreuz kann man sich zum gewünschten Punkt navigieren. Man muss allerdings doch recht nahe am Gerät sein, sonst erkennt man die Symbole nicht, die im Menü auftauchen. Hier wäre es eine bessere Möglichkeit, wenn das gerade im Zentrum des Screens befindliche Symbol vergrößer abgebildet würde.

Bedient man am X-Uni selber, fällt auf, dass der Touchscreen selber befriedigend flott reagiert, ab und zu kommt es zu kleineren Verzögerungen. Diese muss man auch in Kauf nehmen, wenn der X-Uni hochfährt – alles halb so schlimm, denn wenn er erstmal in Betrieb ist, macht der universelle Player praktisch immer, was er soll. Klingt wie eine Selbstverständlichkeit, ist es aber nicht – oftmals haben wir Devices im Testraum, die immer wieder durch Schwankungen bei der Betriebssicherheit unangenehm auffallen.

Advance Acoustics X-Uni Fernbedienung

Hochwertige Fernbedienung 

Advance Acoustics X-Uni Anschluesse Rueckseite

Sehr gut verarbeitete Cinchbuchsen für analoge Ausgänge sowie koaxialen Digitalausgang. Insgesamt gute Anschlussvielfalt

Advance Acoustics X-Uni Bluetooth WIFI Antenne

 Bluetooth- und WiFi-Antenne 

Der X-Uni ist insgesamt hochwertig verarbeitet, hat eine sehr aufgeräumte Frontblende, die präzise eingepasst ist, und elegante große Standfüße unter dem Gerät. Der Touchscreen gefällt, das normale Display, welches z.B. den gerade aktuellen Eingang anzeigt, überzeugt zwar durch die gelungene tiefblaue Farbgebung, sammelt durch die grobe Auflösung aber Minuspunkte – das passt nicht zum sonstigen Habitus des X-Uni. Das Geräteinnere hinterlässt einen recht aufgeräumten Eindruck. 

Advance Acoustics X-Uni Bedienelemente Front Display2

Farbe: Schön, Auflösung: Grob

Advance Acoustics X-Uni Innenleben1

Netzteil-Sektion 

Advance Acoustics X-Uni Innenleben Gesamt2

Geschirmtes Laufwerk

Checken wir die verschiedenen Möglichkeiten in Verbindung mit dem Advance Acoustic X-i90 Vollverstärker und testen unterschiedliche Quellen: 

Wir spielen Musik vom Home Server zu und beginnen mit „Get Lucky“ von Daft Punk. In Verbindung mit dem Advance Acoustic X-i90 Vollverstärker ist eine lebendige und homogene Wiedergabe möglich. Der X-Uni bringt im Übrogen 192 kHz724-Bit D/A-Wandler mit, analoge Eingangssignale werden mit 128 kHz/24-Bit A/D-Konvertern in die digitale Ebene umgesetzt. Man kann sich Musik-Wiedergabelisten mittels des X-Uni zusammenbauen.

Auch von USB nimmt der X-Uni Musikdateien der Formate MP3, WMA, AAC+, RealAudio, FLAC, PCM und WAV entgegen. Die Ordnerstruktur des USB-Sticks wird korrekt angezeigt. Wie auch bei der Wiedergabe von Musikdateien vom Home Server ist die Wiedergabe zusammen mit dem Advance Acoustic X-i90 Vollverstärker lebendig, gleichzeitig angenehm, homogen und räumlich dicht. Als Lautsprecher für diesen Test kam die Teufel Definion 5 zum Einsatz. 

Bluetooth-Support mit aptX für Klanggüte in CD-Qualität bietet der X-Uni auch. „Knock Out“ von den Bingo Players ertönt mit straffem Bass und guter Dynamik. „Forever Young“ von „Crew Cardinal“ zusammen mit dem Advance Acoustic X-i90 Vollverstärker ist ebenfalls Garant für akustische Freude: Man kann sehr gut mit höherem Pegel hören, da die souveräne Auslegung der beiden französischen Komponenten dafür sorgt, dass man das ausgezeichnete Volumen und den sauber gestuften Bass sowie die sich sehr gut lösenden vokalen Elemente bei praktisch jeder in der Praxis üblichen Lautstärke genießen kann. „It’s My Life“ von Bon Jovi macht ebenfalls Spaß, wenngleich es hier Komponenten gibt, die sich mit noch dynamischerer Darbietung hervor tun können. Dafür bestechen die eleganten Franzosen durch enorme akustische Harmonie, der Klang der Advance Acoustic-Komponenten wird nie nervig oder störend. 

Nutzt man die Internet Radio-Funktion, so wird der Stream ohne störende Unterbrechungen in guter Klangqualität wiedergegeben. Erstaunlich ist, dass selbst geringe Bitraten noch recht ordentlich, lebendig und nachdrücklich, klingen. Die Bedienung, sofern man am Gerät selber den Touchscreen betätigt, ist einfach, hat man das Bedienschema einmal verstanden, ist es nicht schwierig, den gewünschten Sender schnell zu finden und sich eigene Favoritenlisten zu erstellen. 

Die Verwendung des CD-Laufwerks zeigt einige Nachteile des X-Uni. Zum einen ist es unverständlich, dass auf dem Touchscreen nur „CD Input“ angezeigt wird, aber keine Infos zu dem laufenden CD-Titel. Nur das normale, grob auflösende Gerätedisplay ist aktiv. Leider gibt es keine Auswurftaste auf der Fernbedienung, und man kann eine CD nur am Gerät auswerfen lassen, wenn der CD-Input angewählt ist. Das formschön integrierte Slot In-Laufwerk begeistert auch nicht auf ganzer Linie. Man muss die CD sehr präzise einführen, und dabei genau den richtigen Druck ausüben. Hat man dies einmal heraus, treten aber keine weiteren Komplikationen auf. Das Sirren beim Einlesen ist etwas dominant, im Spielbetrieb herrscht dann hinsichtlich Laufwerksgeräuschen weitgehend Ruhe. Bei „Dell’Amore Non Si Sa“ von Andrea Bocelli überzeugt das Advance-Acoustic-Team X-Uni und Advance Acoustic X-i90 Vollverstärker aber durch facettenreiche, brillante, aber gleichzeitig harmonische, räumlich echte Gesamtwiedergabe. Hervorragend wird auch das 1. Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert A-dur, Köchelverzeichnis 622, gemanagt. Lebendig, frisch und gleichzeitig sehr angenehm ertönen die Instrumente, die Streicher sind gut durchhörbar und wirken aber weder schrill noch spitz. Dynamiksprünge werden tadellos umgesetzt, kleine musikalische Details bleiben den beiden hi-fidelen Franzosen nicht verborgen. 

Was bietet die Konkurrenz? 

Der Pioneer N-50 Netzwerkplayer ist deutlich preiswerter  (599 EUR) und gibt überdies HiRes-Dateien, z.B. in FLAC 192 kHz/24-Bit, wieder. Dafür gibt es beim Pioneer Bluetooth nur optional, das Display ist kleiner und nicht in Touch-Form ausgeführt. Ein CD-Laufwerk besitzt der N-50 auch nicht. So bleibt hier als Fazit, dass es eine Frage der eigenen Prioritäten ist, welches der beiden Geräte letzten Endes den Weg in die heimische HiFi-Anlage findet. 

Einen anderen Ansatz findet man beim 1.699 EUR kostenden Magnat MCD-1050. Er hat das, was der X-Uni nicht hat, nämlich eine sehr gut funktionierende USB-DAC-Funktion. Im CD-Betrieb klingt er dank des gradlinigen Aufbaus für kürzeste Signalwege ausgezeichnet, auch Verdienst der Röhrenausgangsstufe. Der X-Uni kann deutlich mehr, klingt als CD-Player aber schlechter – weniger detailreich und brillant. Das ist aber keine Schande, denn der X-Uni kostet nur einen Bruchteil des MCD1050 und agiert dafür gelungen. So edel und hochwertig wie der MCD-1050 tritt der X-Uni nicht auf, ist aber für seinen Kaufpreis sehr gut verarbeitet. Der Anwender, der beste Qualität zum absolut noch vertretbaren Preis sucht und kein Feature-Wunder, greift zum Magnat MCD1050, derjenige Interessent, der ein universell einzusetzendes Device als Mittelpunkt der HiFi-Anlage sucht, greift zum X-Uni. 

Fazit

Advance Acoustics X-Uni Front Seitlich2

Der Advance Acoustic X-Uni macht vieles richtig. Er sieht sehr gut aus und ist solide verarbeitet. Er verfügt über eine ausgezeichnete Funktionsvielfalt, die auch Bluetooth und DAB/DAB+ Tuner umfasst. Auch ein CD-Laufwerk fehlt nicht. Akustisch lässt er sich nichts vorwerfen und macht einen hervorragenden Job. Prima ist auch, dass man den X-Uni wahlweise drahtlos ins Netzwerk einbinden kann. Die Betriebssicherheit ist ein weiterer Pluspunkt unseres Testgerätes, es kam zu keinen Internet Radio-Stream-Unterbrechungen, überdies agierte die Bluetooth-Signalübertragung sehr stabil. Nachteile lassen sich aber auch finden. So sind die Symbole des Touchscreens bei der Bedienung mittels Fernbedienung aus größerer Distanz nur schlecht zu erkennen. Das Gerätedisplay löst überdies grob auf. Hier wäre eine komplette Anzeige über den Touch-Monitor die bessere Lösung. Größter Nachteil des X-Uni ist die fehlende High Resolution Audio-Unterstützung für FLAC und DSD, die bereits AV-Receiver in der unteren Mittelklasse anbieten. Wer diese nicht benötigt, bekommt mit dem X-Uni einen flexiblen, eleganten und klangstarken CD-/Netzwerkplayer. 

Eleganter, vielseitig einzusetzender CD-/Netzwerkplayer mit sehr gutem Klang und hoher Betriebssicherheit
ausgezeichnet
CD/Netzwerkplayer Obere Mittelklasse
Test 15. September 2014

+ Bluetooth mit aptX, WLAN, CD-Laufwerk und DAB+
+ Betriebssicherheit überzeugt im Test
+ Klanglich sehr ausgewogen und gelungen
+ Touchscreen für einfache Bedienung direkt am Gerät
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Hochwertige Fernbedienung
+ Nutzung als Vorstufe möglich

– Keine HiRes-Wiedergabe von FLAC- und DSD-Dateien
– Bedienung mit Detailmängeln (Symbole des Touchscreens aus Distanz kaum ablesbar)

 

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 15. September 2014 




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