TEST: Advance Acoustic WTX Microstream – Plug & Play Multiroom Network Audio Streamer

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Advance Acoustic bietet für 149 EUR „Plug & Play Streaming im Miniatur-Format“: Der per Stereo-Cinch mit nahezu allen Verstärkern und Receivern, unter andere per Stereo-Cinch auf 3,5 mm Miniklinke-Stereo auch mit praktisch allen Soundbars und aktiven TV-Lautsprechern zu verbindende WTX Microstream ist ein äußerst flexibles Produkt. 

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Extrem kompakt, sehr leicht, einfaches Kunststoffgehäuse – aber man sieht den WTX Microstream ohnehin nicht

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Cinch-Anschlüsse, solide ausgeführt und vergoldet

Advance Acoustic spricht selbstbewusst vom kleinsten Netzwerk-Streamer der Welt, wir haben den Wahrheitsgehalt dieser Aussage nicht nachgeprüft, können aber zumindest bestätigen, dass die meisten Konkurrenten größere Abmessungen aufweisen. Stolz ist man in Frankreich auf die hochwertige Audiosignalverarbeitung. Schließlich muss das kleine Kästchen eine digital-analoge Signalwandlung vornehmen, da sind gute D/A-Konverter ein nicht zu unterschätzender Vorteil: Ein Wolfson WM8740 DAC ist im Inneren verbaut, dieser verarbeitet Signale mit bis zu 192 kHz/24-Bit. Alle gängigen Hi-Res-Formate und Standard-Formate, darunter FLAC, WAV; Apple Lossless, AAC, WMA und MP3 werden unterstützt. Für die notwendige flinke Netzwerk-Anbindung sorgt 802.11n. Laut Hersteller ist WTX Microstream überdies Upgrade-fähig. Neue Dienste können mittels eines Software-Update des offenen Systems freigeschaltet werden. Derzeit sieht das Dienste-Angebot folgendermaßen aus: 

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Installierte Dienste

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Dienste-Übersicht, Stand August 2017. Pandora z.B. ist in Deutschland nicht verfügbar, darum ist der Dienst auch deaktiviert

Installation

Genereller Hinweis: Prinzipiell ist der Anschluss sehr einfach, bei Stereoverstärkern, Stereoreceivern, Stereovorstufen, AV-Receivern mit reinem Cinch 2-Kanal-Audioeingang, AV-Vorstufen mit reinem Cinch 2-Kanal-Audioeingang bekommt man keine Probleme. Unter Umständen etwas knapp wird es, wenn der AV-Receiver nur einen Cinch-AV-Eingang hat, bei dem oberhalb der der Cinch Stereo-Eingänge noch der Video-FBAS-Cinch-Eingang liegt. Dann sitzt der WTX Microstream nicht ganz gerade, aber wie Testreihen zeigen, ist er fest genug mit den Cinch-Buchsen verbunden, dass es doch funktioniert.

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Etwas schief sitzt der WTX Microstream, wenn noch ein FBAS-Video-Cinch-Anschluss oberhalb der 2-Kanal-Audio-Cinchbuchsen sitzt

  • Der WTX Microstream wird per Cinch mit der jeweiligen Komponente (z.B. Stereoverstärker oder älterer Surroundreceiver) verbunden, das externe Netzteil des WTX Microstream kommt in die Steckdose. 
  • Smartphone muss mit dem Netzwerk verbunden, in das auch der WTX Microstream eingebunden wird
  • Advance Play Stream App starten

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WPS-Button

  • Anschließend folgt man den Anweisungen der App, und die WPS-Taste am WTX Microstream ist zu drücken. Trotzdem braucht man später das Passwort des Routers. 

Hier nun die Screenshots zur Einrichtung: 

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Die App im Apple-Store

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Ist schon zuvor eine Playstream-Komponente installiert worden, kann sie gefunden werden. Ist keine installiert, beginnt die Neu-Installation

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Wi-Fi-Verbindung

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Passwort des Routers wird eingegeben

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WPS-Knopf am WTX Microstream, NICHT am Router drücken

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Verbindungsaufbau

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Erfolg schon nach wenigen Sekunden

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Namensvergabe. Bei „Custom“ kann ein eigener Name vergeben werden

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Kurze Erklärung

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So kennen wir es: Kaum ist das Device in Betrieb, wird eine neue Firmware-Version erkannt

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Keine große Hürde beim WTX Microstream: Der Download der neuen Firmware geht schnell

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Schon geschehen: Nach wenigen Minuten kann es weiter gehen. Top.

Nur lobende Worte für den WTX Microstream: Die auf Link Play basierende App ist sehr gut gelungen, die Ersteinrichtung sowie das Updaten auf die aktuellste Firmware-Version gelinge völlig problemlos. Wir hatten selten einen Streamer, der sich so zuverlässig und unkompliziert ins Netzwerk einbinden lässt. Wirklich jede ältere Komponente wird auf einfache Art und Weise „fit“ gemacht für Music-Streaming, und das in sehr flexibler Art und Weise. Nicht nur internetbasierte Dienste, sondern auch Musik vom Smartphone/Tablet, vom PC, MAC, von NAS oder Homeserver kann bequem abgespielt werden.

Der Betrieb

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Einstellmöglichkeiten

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Der Bildschirm taucht auf, wenn man Spotify starten möchte. Unten ein Haken bei „Don’t Show again“ rein, und das wars

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Gleich geht es los

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Spotify-Wiedergabe

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Unter „My Music“ werden die Musik auf dem verbundenen Smartphone/Tablet, Musik vom PC/MAC/NAS-System/Home Server sowie Playlists und zuletzt gespielte Tracks angezeigt

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Anzeige der Wiedergabelisten auf dem iPhone

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96 kHz/24-Bit Hi-Res-Flac-Wiedergabe vom NAS-System

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Typisch Link Play ist der sich drehende Plattenteller bei der Wiedergabe, hier ein File in CD-Qualität

Die gebotene Betriebssicherheit war in unseren Testreihen schlichtweg perfekt und übertraf praktisch jedes uns bekannte Konkurrenzprodukt. Wir möchten allerdings an dieser Stelle deutlich machen, dass es UNSERE Erfahrungen mit dem EINEN Testsample waren. Wir können nicht ausschließen, dass es,  je nach Netzwerk- und Wi-Fi-Peripherie, nicht immer so 100 % klappt wie in der Redaktion. Hier zeigte sich der WTX Microstreamer nur von der besten Seite: Sofort bei Spotify Connect als Wiedergabe-Device erkannt, das Umschalten von Spotify zu Musik vom Smartphone (iPhone 7 Plus) oder zu Musik von unserem NAS-System, oftmals ein Problem (funktioniert erst beim zweiten oder dritten Mal, lange Umschaltzeiten), gelang immer sehr zuverlässig und schnell. Hi-Res-Dateien im Flac-Format bis 192 kHz/24-Bit lädt der WTX Microsteam ebenfalls sehr zügig und immer ohne Probleme. Mehrstündiger Betrieb ohne Mängel, ohne Aussetzer: Von Advance Acoustic hätten wir ein so ausgefeiltes Streaming-Device nie und nimmer erwartet, weil die Franzosen eigentlich gar nicht so viel Erfahrung mit derartigen Produkten haben und in der Vergangenheit auch schon mal gerne unausgereifte, sozusagen „halbgare“ Lösungen präsentiert wurden. 

Klang

Akustisch zeigt der WTX Microstream keine Schwächen. Auch bei Hi-Res-Files wie dem von Jonas Kaufmann gesungenen „Nessun Dorma“ (Flac 96/24) aus Puccinis „Turandot“ werden mit sehr ansprechender Klarheit und einer feinen Detaillierung präsentiert. Hier lohnt sich ein entsprechend guter Stereoverstärker – am Rande sei erwähnt, dass wir in Kürze passende Stereo-Amps von Advance Acoustic testen werden. Aber auch von anderen Herstellern gibt es exzellente Verstärker, so von Nubert, Pioneer, Denon oder Yamaha beispielsweise. Auch hochwertige ältere AV-Receiver „pimpt“ der WTX Microstream sehr gut auf.

Dadurch, dass die DACs so gut sind, erübrigt sich auch in vielen Fällen die Frage, warum keine digitale Signalausgabe möglich ist. Beim Flac 192 kHz/24-Bit-Stück „River Towns“ macht der WTX Microstream ebenfalls eine gute Figur und sorgt für eine charismatische Einarbeitung der Stimme und eine gute Trennung derselben von den Instrumenten. „Feels Like Home (Flac 48/24) von Diana Kralls Wallflower-Album untermauert durch die homogene, fein aufgebaute Darbietung ebenfalls die Qualitäten des ultrakompaktenn Streamers. Auch anspruchsvollere Hi-Fi-Fans kommen hier fraglos auf ihre Kosten.

Und deutlich geringer auflösendes Material von Spotify, in unserem Falle der Klassiker „Get Up“ von Technotronic, macht viel Freude: Angenehm, mit straffem Bass und insgesamt viel Struktur beweist der WTX Microstream hier seine Klasse. „Subeme La Radio“ von Enrique Iglesias bringt der Microstream prima zur Geltung, die tadellose D/A-Wandlung macht sich auch bei „einfacheren“ Auflösungen bezahlt. Lassen wir die Session mit Elton Johns „I’m Still Standing“ ausklingen. Der Rhythmus wird impulstreu erfasst, und erneut erfreut uns der WTX Microstream durch seine homogene Auslegung.

Wer nun denkt, wie denn ein solches Gerät den Klang beeinflussen kann, dem sei verraten, dass bei analogem Anschluss und der D/A-Wandlung im Gerät, in unserem Falle dem Microstream, einiges an Klanggüte beim digital-analogen Wandlungsprozess verloren gehen kann, und zudem sind die DACs unterschiedlich ausgelegt. Also finden sich hier definitiv Unterschiede, die nicht nur theoretischer Natur, sondern auch hörbar sind. 

Fazit

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Ein erstklassiger ultrakompakter, Hi-Res-fähiger Streamer kommt hier aus Frankreich, der einfach zu installieren ist, durch seine Flexibilität überzeugt und zudem in unseren umfangreichen Testreihen untadelig betriebssicher war. Daher können wir den preislich fair kalkulierten WTX Microstream, der auf der Link Play-Plattform basiert, voll und ganz empfehlen. 

So geht einfaches Streaming: Plug & Play, enorm zuverlässig, flexibel und klanglich hochwertig
ueberragend
Streamer bis 200 EUR
Test 25. August 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 25. August 2017




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