TEST: 55 Zoll Ultra HD-TV Grundig Immensa Vision 9 Modell 9688 – Hochwertiges und stimmiges Gesamtkonzept?

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Hightech Pur: Grundig stellt mit dem 55-Zoll-TV Immensa Vision 9 Modell 9688 einen optisch sehr attraktiven Ultra HD-TV mit der üblichen Panel-Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln vor. Der Marktpreis beläuft sich derzeit auf knapp 1.300 EUR. Wahlweise ist der Flatscreen in Alu-Natur-Silbern oder in schwarzer Variante erhältlich. Immer kennzeichnet der klassisch gestaltete, edle Aluminium-Standfuß und der Rahmen aus echtem Aluminium das formschöne TV-Gerät. 

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Rahmen im Detail

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Standfuß von hinten

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Standfuß von vorne

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Rückseite komplett

Grundig stattet den 139 cm-TV (auch ein 65-Zoll-Modell ist erhältlich) mit zahlreichen interessanten Features aus. Zunächst zu erwähnen wäre der kraftvolle Quad Core-Prozessor, der das Rückgrat der „Ultralogic 4K Plattform“ und der „Smart Inter@ctive TV 4.0 Plus“ Smart TV-Plattform bildet. An Bord sind die Grundig „Micro Dimming Engine“ und die „Local Dimming Engine“ für sehr guten Detailkontrast und tiefes Schwarz. Laut Grundig hat der Immensa Vision 9 ein „Flat LED Dynamic Backlight LC-Display“. Wir gehen davon aus, dass es sich um einen EDGE LED-LCD-TV mit erweitertem Micro Dimming der in den Rahmen-Ecken verbauten LEDs handelt. 

Der Immensa Vision 9 unterstützt laut Hersteller die „native Ultra HD+ Technologie mit HEVC/VP9, HDMI 2.0 und HDCP 2.2.“ Warum wir solche eigentlich elementaren Merkmale immer noch aufzählen? Weil es leider noch nicht bei jedem Hersteller selbstverständlich ist. Grundig gibt an, dass der Immensa Vision 9 auch HDR unterstützt, geht aber nicht näher auf den Standard ein. Wir gehen von HDR10-Unterstützung aus, das ist der Standard, der auch auf aktuellen Ultra HD Blu-rays ist. Ob dies in der Praxis funktioniert, überprüfen wir später. Schließlich ist es recht einfach: Entweder der Grundig erkennt das HDR-Flag, oder eben nicht. Keine Angaben macht Grundig, wieviele Nit das Display an maximaler Helligkeit zur Verfügung stellt. Nur einen „Video Perfection Index“ von 2.000 findet man in den Daten, wirklich etwas damit anfangen kann man aber nicht. 

Weitere Features umfassen die 3D-Darstellung mittels Polfilter-Technologie (6 passive Brillen im Lieferumfang) und eine umfangreich ausgestattete Tuner-Einheit. Zu dieser gehört nicht nur ein doppelt ausgeführter (Twin-Tuner) Triple-Tuner für DVB-C, DVB-S2 und DVB-T/T2, sondern auch, ähnlich wie bei Panasonic, eine SAT>IP-Funktion. Mittels dieser werden DVB-S2-Signale in Netzwerksignale umgewandelt und können auf kompatiblen SAT>IP-Geräten im ganzen Haus wiedergegeben werden. Besonderheit: Features wie HbbTV oder EPG bleiben in vollem Umfang erhalten. 

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Anschlussbestückung, Teil 1

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Gleich 2 x USB 3.0 und auch eine klassische Scart-Buchse

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Polfilter 3D-Brille

Der Immensa Vision 9 hat WLAN sowie Bluetooth integriert und verfügt über USB Recording 4.0 und Web EPG 2.0. Die EPG-Funktion arbeitet in der Praxis zuverlässig. Vier HDMI 2.0a-Eingänge stellen eine absolut ausreichende Bestückung dar. Dass der Grundig darüber hinaus gleich zwei USB 3.0 Slots hat, darf man als beispielhaft bezeichnen. Daran sollte sich z.B. Samsung mal ein Beispiel nehmen, selbst bei den 2016er SUHD-Top-Modellen mit Quantum DOT-Panel finden sich weder am Gerät noch an der „One Connect Box“ USB 3.0-Slots. Des Weiteren bringt der Grundig noch einen langsameren USB 2.0 Port mit. Gleich zwei CI + Einschübe sorgen für Flexibilität. Weitere Anschlüsse: Ethernet-Buchse, optischer Digitalausgang, und eine klassische Euro-SCART-Buchse. Hinsichtlich des Energieverbrauches ist der Immensa Vision 9 mit „A“ klassifiziert. 

Akustisch hält sich der Immensa Vision 9 keinesfalls vornehm zurück, im Gegenteil. Verbaut ist ein 3-Wege-Stereo-Soundsystem mit einer Fünf-Sterne „Sound Perfection Rate“. Im Grundig-Sortiment also das bestmögliche. 60 Watt beträgt die Musikleistung, dts 2.0 sowie Dolby 2.1 und 5.1 werden unterstützt. 

Screenshots Erstinstallation

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Es geht los

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Erklärung des Installations-Assistenten

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Wahl des Landes

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Benutzer-Modus

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Fernseher-Position

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Konfiguration von Zubehör

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WPS an Bord für eine komfortable Verbindung mit einem entsprechend kompatiblen Router

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Netzwerkeinstellungen

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Tuner-Installation (DVB-S2) beginnt

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Details zur Tuner-Installation

Der Grundig bringt selbstverständlich eine Hilfe für die erste Einrichtung mit. Zu dieser ersten Installation gehören unter anderem die Verbindung des TV-Gerätes mit dem Internet zur Nutzung der Smart Inter@ctive TV Plus Smart-TV-Plattform, der automatische Sendersuchlauf für DVB-S2, DCB-C oder DVB-T/T2 sowie die Auswahl von Sprache und Land. Das Ganze funktioniert reibungslos, die Menüführung ist klar sowie verständlich.

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Top: Die Fernbedienung

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App-Angebot

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Suchfunktion „Trailer“ in YouTube

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YouTube-Funktionen

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Netflix ist auch vorhanden

Die mitgelieferte Fernbedienung gefällt uns sehr gut. Zentral ist das Navigationskreuz untergebracht, rund um die Navigationstaste sind die Schnellzugriffe auf „Menü“ und „Tools“ untergebracht. Die Taste mit dem Internet-„Klammeraffen“ schickt den Anwender gleich zu den Smart TV-Apps. Hier finden sich ganz oben die Highlights. Zu diesen zählt Grundig VoD-Dienste wie Netflix (übrigens auch per Direktzugriffstaste von der Fernbedienung aus anwählbar), YouTube, Maxdome, Deezer, die Fußball-Fancloud, oder Kicker.

Es folgt die Rubrik „Am beliebtesten“, mit Apps wie „Social Network“, „Twit Talk“, „My TV Cloud“, der ARD Mediathek oder der ZDF Mediathek. Was frisch hinzugekommen ist im gut bestückten Sortiment, ist unter „Neue Apps“ aufgelistet. Derzeit gibt es dort zum Beispiel: Countdown Timer, Newsmax TV, Italy Guides oder TecTime TV. Man kann unter „Suchbegriff eingeben“ auch eine persönliche Suche starten. Wer auf „Alle Apps“ geht, bekommt alles Verfügbare angezeigt.

Meist geht alles flink, nur selten gönnt sich der Grundig eine Mini-Pause auf Befehle, die mit der Fernbedienung gegeben wurden. Dank eines offensichtlich leistungsstarken Quad Core-Prozessors bewegt sich der Immensa Vision 9 souverän bei allen App-Anwendungen. Zwar entspricht die Benutzerführung nicht dem, was die großen Anbieter wie Samsung., LG, Panasonic oder Sony anbieten (direkt z.B. aus dem Live TV-Betrieb kann man mittels eingeblendeter Toolbar zu Apps, VoD-Diensten etc. wechseln), bietet aber dennoch eine solide Performance.

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Medienplayer – Übersicht 

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Medienplayer, Audio-Wiedergabe

Sehr praktisch ist die Taste „Tools“ auf der Fernbedienung. So erhält man schnell Zugriff auf wichtige elementare Funktionen. Abschalttimer, Zoom, Bildformat, Klangeffekt, Bildmodus und DigiLink sind verfügbar. 

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Zahlreiche Timer-Funktionen

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Menü „TV“

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Menü „TV“, Sub-Menü „Erweitert“

Drückt man die Taste „Menü“ auf der Fernbedienung, taucht das grafisch klar gestaltete Hauptmenü mit folgenden Sub-Menüs auf:

  • Bild
  • Ton
  • Quelle
  • TV
  • Netzwerk
  • Timerliste
  • Jugendschutz

Der Grundig bringt einen gut bestückten Video-EQ unter der Rubrik „Bild“ mit. Hier die Funktionen:

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Bild-Menü

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3D-Einstellungen

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Bild-Parameter

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Weitere Einstell-Optionen

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Eigener Filter fürs Reduzieren von Blockrauschen

  • 3D-Einstellungen: 3D-Effekte – Effektmodus, 3D-Perspektive, Tiefe. 3D-Optionen – LR-Korrektur
  • Bildformat
  • Bildfelder Scharf/Natürlich/Spielfilm/Sport/Spiel
  • Hintergrundbeleuchtung: Eco, Benutzer, Dynamisch-Tag, Dynamisch-Nacht. Dynamisch-Auto (wir würden Dynamisch-Tag bei deutlichem externem Lichteinfall und Dynamisch-Nacht für den Abend mit geringem externem Lichteinfall wählen)
  • Erweitert: In diesem Sub-Menü kann nun der Anwender selbst „Hand anlegen“: Helligkeit, Kontrast (sehr gut – Grundig hat verstanden, dass zu allererst die Helligkeit und erst dann der Kontrast geregelt wird), Farbe, Farbtemperatur, Brillante Farben, Gamma. Unter einem weiteren Unter-Menü „Video“ findet sich der Dynamische Kontrast (Aus, Niedrig, Mittel, Hoch), Perfect Clear (Aus/Ein), Microdimming (Aus/Ein), Filmmodus (Aus/Ein), MEMC (Motion Estimation Motion Compension, Frame Interpolation für scharfe, klare Darstellung von Bewegungen/Kamerafahrten. Aus, Niedrig, Mittel, Hoch. Empfehlenswert: Niedrig oder Mittel). Es folgt das Unter-Menü „Konturen“. Hier gibt es eine Schärferegelung (sehr präzise in 1er Schritten von 0 bis 100 zu justieren, der werksseitig voreinstellte Wert von 50 passt, man sollte nicht deutlich höher gehen, dann kommt es zu Ringing), Rauschreduktion (generelles Rauschfilter, Aus/Niedrig/Mittel/Hoch) und eine Blockartefakte-Reduktion (Aus/Niedrig/Mittel/Hoch). Es ist anzuraten, bei den Rauschfiltern meist die Stufe „niedrig“ im Sinne eines natürlichen, nicht zu „matschigen“ Bildes zu verwenden. 

Für die Toneinstellungen stehen folgende Optionen bereit:

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Verschiedene Ton-Modi

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Audio-Optionen auf die verschiedenen Ausgänge bezogen

  • Der Grundig setzt auf den Sound-Optimierer „dts Studio Sound“. Es finden sich folgende Programme: Natürlich, Standard, Spielfilm, Sprache, Musik, Benutzer. Im Unter-Menü „Erweitert“ gibt es dann die Fernseher-Position (Standfuß oder Wandmontage), die Tonart (Stereo oder Dual I/Dual II), EQ (grafischer Equalizer mit folgenden Bändern: 120 Hz, 500 Hz, 1,5 kHz, 5 kHz, 10 kHz) sowie AVL. Unter „Ausgabestatus“ finden sich Kopfhörer-Lautstärke und TV-Lautsprecher. , ARC, Audio-Ausgang und AV1-Ausgang. , Lautstärke sowie optischer Ausgang. 

Insgesamt präsentiert sich der Immensa Vision 9 als reichhaltig und sinnvoll ausgestatteter TV mit einem rundherum überzeugenden Bedienkonzept. Die mitgelieferte Fernbedienung gefällt uns enorm gut, leider fehlt nur eine Beleuchtung. Der Grundig reagiert in der Regel schnell auf Bedienbefehle, nur selten kommt es zu kleinen „Hängern“. 

Bild

Tuner, DVB-S2

Der eingebaute Tuner hinterlässt bei 720p TV-Sendern der Öffentlich-Rechtlichen Fernsehanstalten einen guten Eindruck. Wir raten, auch im TV-Betrieb den Bildmodus „Spielfilm“ zu verwenden. Alternativ stehen die Bild-Modi „Natürlich“, „Scharf“, „Sport“ und „Spiel“ bereit. Aus der Nähe betrachtet, wirkt das Bild minimal zu weich gezeichnet. Kanten von Objekten bewegen sich manchmal minimal. All diese Probleme geben sich, wenn man auf ca. 2 bis 4 Meter geht. Dann erscheint das Bild recht homogen, Rauschen tritt höchstens in größeren einfarbigen Flächen mal auf. Nicht besonders gut ist die Detaillierung des Bildes im hochfrequenten Bildbereich, selbst aus gewisser Entfernung fällt hier nach wie vor die Weichzeichnung des Bildes auf. 

Netflix in Ultra-HD und Full-HD

Bei Netflix-Content (Folge 1, Staffel 1: „Luke Cage“) in Ultra-HD schlägt sich der Immensa Vision 9 recht gut. Leichte Rausch- und Artefakte-Muster sind im Bildhintergrund zu sehen, das Innere eines Frisör-Salons wird plastisch zur Geltung gebraucht. Das Bild ist von einer natürlichen Schärfe geprägt, so sind die verschiedenen Bild-Ebenen gut auszumachen. Schärfe-/Unschärfe-Relationen im Bild (scharfer Vordergrund, bewusst unscharfer Bildhintergrund) präsentiert der Immensa Vision 9 sehr ordentlich. 

„Sherlock“ (Netflix, Staffel 1, Folge 1) wird in Full HD-Auflösung sehr gekonnt vom Immensa Vision 9 auf die native Panel-Auflösung hochskaliert. Man sieht kaum einen Unterschied zu qualitativ dem Durchschnitt entsprechenden Ultra HD-Serien von Netflix. Was der Grundig bei „Sherlock“ macht, verdient auf jeden Fall Lob. Das Innere eines Labors im Krankenhaus wird mit allen Apparaturen detailreich hervorgehoben.. Die Gesichter der Protagonisten erscheinen ebenfalls scharf, aber nicht unschön überschärft. Die Rauschneigung der offenbar auch qualitativ sehr hochwertig produzierten Serie ist gering. Als ein London Taxi mit Dr. Watson an Bord vor Sherlock Holmes‘ Wohnung ankommt, kommt die charakteristische Form des Fahrzeugs inklusive der Scheinwerfer und dem schwarzen Lack sehr gut heraus.

Das chaotische Innere der Wohnung des Privatdetektivs hebt der Immensa Vision 9 facettenreich hervor, so z.B. auf dem Boden liegendes Papier oder die zahlreichen Bücherstapel mit dicken Wälzern. Sherlock Holmes‘ dichter Lockenkopf wird auch bei nicht optimalen Lichtverhältnissen prima, das heißt mit akkurater Durchzeichnung, wiedergegeben. Es zeigt sich hier, dass der Schwarzwert des Immensa Vision 9 gut ist und sich sozusagen an die Klassenspitze „heranpirscht“, wenn auch noch etwas Respektabstand zu den Besten vorhanden ist. Beeindruckend sind aber die Fortschritte, die Grundig Jahr für Jahr macht. 

Ultra HD Blu-ray, „Independence Day – Die Wiederkehr“

Bei der Ultra HD Blu-ray von „Independence Day – die Wiederkehr“ müssen wir feststellen, was wir aufgrund ausschließlich oberflächlicher Angaben vom Hersteller bereits befürchtet haben: Der Immensa Vision9 beherrscht kein HDR10. Auch dann nicht, wenn wir im Menü bei den Geräte-Anschlüssen für den betreffenden HDMI-Input die „Erweiterten 4K-Einstellungen“ aktiviert haben. Dies ist ein entscheidender Nachteil gegenüber den starken A-Brands wie Samsung, Sony oder Panasonic. Trotzdem haben wir uns natürlich den 2. Teil von Independence Day von Beginn an anschaut.

In dunklen Szenen kommt es zu Halo-Effekten vom Backlight, allerdings nicht in übermäßig starkem Umfang. Der Schwarzwert, den der Grundig während des Intros zum Film präsentiert, ist gut, setzt aber keine Maßstäbe. Die Mondbasis wird in natürlicher Bildschärfe gezeigt, der Detailkontrast ist für sich betrachtet gut, bietet aber das Niveau von Oberklasse-TVs von vor einem Jahr, als HDR noch nicht auf dem Markt erhältlich war. Die Plastizität ist ordentlich, das sieht man auch im Inneren der Mondfähre, die beinahe eine Bruchlandung größeren Ausmaßes hinlegt. Das Innenleben wird, auch im hochfrequenten Bildbereich, mit sauberer Detaillierung wiedergegeben. Der Bild-Modus „Spielfilm“ eignet sich sehr gut für eine authentische und augenfreundliche Gesamt-Wiedergabe.

Auch, als sich die Mondfähre langsam bewegt und man diese Bewegung auf dem Screen mitverfolgen kann, ist die Bewegungsdarstellung des Immensa Vision 9 tadellos.  Mit sehr guter räumlicher Weite kommt die große Halle mit den Mondfähren und Gerätschaften auf der Basis heraus. Die kühle, bläulich-graue Gesamtfarbgebung des Bildes, arbeitet der Grundig gekonnt heraus. Das Bild ist während des Filmverlaufes relativ stabil und rauscharm, nur, wenn wenig Licht vorhanden ist (Konferenzraum der US-Präsidentin), könnte die Rauschneigung des Panels etwas geringer ausfallen. Bewegungen wie der durchs Bild fliegende Helikopter der US-Regierung kommen gut heraus, auch die Fahrt des Fahrzeug-Konvois mit David Levinson an Bord wird souverän erfasst. Bewegungsunschärfen gibt es kaum. Als dann David zusammen mit Catherine bei Dämmerung erste Untersuchungen betreffend der Aliens anstellt, gefällt der Immensa Vision 9 ein weiteres Mal mit solidem Schwarzwert und gutem Detailkontrast. Wer noch keinen aktuellen Ultra HD-TV mit HDR10-Wiedergabe gesehen hat, wird kaum etwas am Immensa Vision 9 auszusetzen haben.

Blu-ray „Avatar“ 3D-Wiedergabe

Der Immensa Vision 9 stellt auch natives 3D-Material wie von unserer BD „Avatar“ gelungen dar. Mit der 3D-Polarisationstechnologie mit passiven Brillen ist überdies die unserer Meinung nach absolut richtige Grundvoraussetzung für eine gekonnte 3D-Wiedergabe an Bord. Polfilter-Brillen sind sehr günstig, zudem liefert Grundig gleich 6 Stück mit. Überdies ist das Betrachten von 3D-Inhalten mittels Polfilterbrille deutlich angenehmer, was vor allem auch Kinder merken, die noch anfälliger gegen visuelle Unregelmäßigkeiten sind als Erwachsene. Aber auch mancher Erwachsene kennt die Kopfschmerzen, die ab und zu beim Betrachten von 3D-Inhalten in Verbindung mit aktiven Shutterbrillen auftreten. Um den TV herum entstehen keine Inhomogenitäten wie störendes Flackern, überdies kommt es auch in den hinteren Bildebenen kaum Crosstalk vor.

Also ein harmonisches, lebendiges 3D-Bild, das der Grundig schon direkt zu Beginn bietet, als die kurze Kamerafahrt über die Vegetation Pandoras stattfinden. Klar und plastisch treten einzelne Äste und Zweige an den Bäumen hervor. Dann wacht Jake Sully an Bord des Langstrecken-Raumschiffs aus seinem langen Schlaf auf. Die Wassertropfen, die vor seinem Gesicht tanzen, präsentiert der Immensa Vision 9 plastisch und mit klarer Differenzierungs-Möglichkeit der Bild-Ebenen. Als dann die Schlafkabinen auf den Gang herausfahren, modelliert der Grundig UHD-TV ein bis in die hintersten Ebenen plastisches, sauberes Bild heraus. Nur bei manchem Detail sind kleine Schärfeverluste zu erkennen (Papp-Sarg von Jakes Bruder vor der Verbrennung). Insgesamt aber eine sehr gute Performance, auch, als das Langstrecken-Raumschiff von außen sozusagen direkt am Zuschauer vorbei fliegt stellen wir eine ruhige, sichere Bewegung fest.

Wenn man den Kopf leicht bewegt, was während eines langen Films bei fast jedem Menschen mehrmals vorkommt, reißt der 3D-Effekt nicht ab. Auch bei stärkeren Kopfbewegungen lässt die Helligkeit kaum nach, nur minimale Farb-Verfälschungen sind erkennbar. Als Jake in Gestalt seines Avatars mit seinem Team und einem Helikopter in den Dschungel Pandoras aufbricht, arbeitet der Grundig das Panorama mit dem Mammutbaum sehr vielschichtig heraus. Die Flugsaurier, die neben dem Hubschrauber fliegen, bringt der TV plastisch und mit natürlicher Bewegungswiedergabe zur Geltung. Als der Hubschrauber inmitten des unwegsamen Dschungels landet, stellt der Immensa Vision 9 die zahlreichen Grün-Nuancen der Vegatation akkurat dar. Bewusst gestreute 3D-Effekte werden authentisch und glaubwürdig aufbereitet, so wähnt sich der Zuschauer inmitten des Geschehens. 

Ton

Im Modus „Spielfilm“ offeriert der Immensa Vision 9 einen guten Klang, bei dem vor allem die überraschend hoch angesiedelte Räumlichkeit eine besondere Erwähnung verdient. Bei starken Basseffekte im Quellmaterial sollte man den Pegel nicht zu hoch wählen, sondern es auf dem Niveau der viel und gern zitierten „Zimmerlautstärke“ belassen. Stimmen sind gut verständlich, die Differenzierung von Effekten, Stimmen und dem Music Score gelingt dem Immensa Vision 9 bei „Independence Day 2“ und bei „Avatar“ sehr gut. Im Modus „Sprache“ sind Nachrichtensprecher und Moderatoren sehr klar verständlich. 

Fazit

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Es hätte richtig gut laufen können für den Grundig Immensa Vision 9, denn der formschöne Ultra HD-TV kann mit vielen positiven Eigenschaften glänzen. Das beginnt schon bei der hochwertigen Verarbeitung und geht weiter mit einer tadellosen Anschlussbestückung, zu der unter anderem vier HDMI 2.0a Terminals, zwei USB 3.0 Slots und zwei CI+ Einschübe gehören. Auch das Bedienkonzept mit der sehr guten Fernbedienung hat uns sehr gut gefallen, wenngleich die Bedienlogik der großen Konkurrenten (Samsung, Sony, LG, Philips, Panasonic) mittlerweile einen anderen Weg eingeschlagen hat. Trotzdem – mit dem Immensa Vision 9 kommt man prima zurecht. Der eingebaute Vierkern-Prozessor liefert eine überzeugende Performance ab, die sich auch im guten Upscaling von Full HD/720p-Inhalten auf die native Panelauflösung niederschlägt. Dank passiver 3D-Technologie punktet der Immensa mit einem stabilen, augenfreundlichen, sehr gefälligen und authentischen 3D-Bild. Einige vermeidbare Nachteile verschlechtern die Test-Bilanz. In erster Linie zu nennen wäre hier, dass HDR10 nicht unterstützt wird, was bei einem 2016er Ultra HD-TV der oberen Mittelklasse eigentlich dazu gehören sollte. Dass Grundig überdies zwar einen Twin-HD-Triple-Tuner inklusive SAT>IP einbaut, die Bildgüte aber lediglich durchschnittlich ist, könnte durch mehr Fein-Tuning ebenfalls vermieden werden. Die Halo-Effekte vom LED-Backlight könnten überdies etwas geringer ausfallen.

Optisch attraktiver, in vielen Punkten reichhaltig und sinnvoll ausgestatteter TV mit ausgezeichneter 3D-Wiedergabe und ordentlichem Upscaling
sehrgut
55-Zoll Ultra HD-TVs Obere Mittelklasse
Test 09. Dezember 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich, Philipp Kind
Datum: 09. Dezember 2016




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