TEST: 5.1-Dali Fazon Mikro/Mikro Vokal + Fazon SUB 1

Das Produkt

Die dänischen Lautsprecherexperten von Dali entern nun auch den Markt hochwertiger Subwoofer-/Satellitensysteme. Mit einem 5.1 Ensemble, bestehend aus dem Satelliten Fazon Mikro (4 x für Front und Surround), dem querformatigen, baugleichen Center Fazon Mikro Vokal und dem kompakten Subwoofer Fazon SUB 1, bekommt der Käufer für 1.099 EUR ein schickes und hochwertiges Subwoofer-/Satelliten-System.

Einzeln sind die Komponenten auch verfügbar, das 5.1 Set ist aber besonders günstig. Der SUB 1 kommt auf 359 EUR, Mikro und Mikro Vokal liegen bei 179 EUR/Stück.

Satellit Fazon Mikro

Rückseite

Im Detail – liebevolle Verarbeitung

Schick, modern, trotzdem zeitlos – mit den leicht geschwungenen Linien und den edlen, hochglänzend lackierten Aluminiumgehäusen machen die Fazon Mikro optisch einiges her. Dali verspricht „echten HiFi-Sound“. Die Front wird entweder von der mattschwarzen Schallwand mit sichtbaren Treibern oder von hochwertigen, bündig eingelassenen Stoff-Schutzgittern bestimmt. Der schmale Chromrand vorn oben am Gehäuse unterstützt das Streben zu Liebe im Detail. Die Zweiwege-Satelliten haben einen 100 mm messenden Tief-/Mitteltöner und eine 20 mm Gewebekalotte für den Hochtonbereich.

Zum Lieferumfang gehört eine multifunktionale Halterung, die sich wahlweise als schlanker Wandhalter oder als Tischfuß verwenden lässt. Ständer für die Aufstellung der Fazon Mikro sind in Kürze ebenfalls optional erhältlich.

Die Daten weisen einen recht hohen maximalen Schalldruck von 101 dB für die Mikro aus. Die geschlossenen Gehäuse garantierten tadellose akustische Präzision. 1,5 kg wiegt der kleine Satellit inklusive Fuß und Abdeckung, zusammen mit diesen beiden Komponenten betragendie Abmessungen 196 mm Höhe x 113 mm Breite x 96 mm Tiefe. Die Satelliten können bedenkenlos auch direkt an der Wand Aufstellung beziehen. Der Wirkungsgrad von 84 dB (2,83 V @ 1 ) verlangt allerdings nach einem Verstärker, der durchaus einiges an Kraft aufzubieten hat.

Der Mikro Vokal für den Einsatz als querformatiger Center ist baugleich mit den Fazon Mikro Satelliten.

Center Fazon Mikro Vokal

Im Detail – der Hochtöner

Im Detail – der Tief-/Mitteltöner mit Dali-typischer Holzfasermembran

Rückseite – Anschlüsse beim Center

Subwoofer Fazon SUB 1

Bedienelemente

Unterseite – der Fazon SUB ist ein Downfire-Subwoofer

Innenleben, hier die Elkos

Innenleben – übersichtliches Layout

Innenleben – Platinenaufbau

Innenleben – Stromversorgung

Innenleben – Gesamtübersicht

In erstklassiger Verarbeitung und zeitlos-eleganter Optik präsentiert sich der SUB 1 aus der Fazon-Baureihe. Lediglich 255 x 230 x 255 mm messend, ist das Basskraftwerk überdies enorm kompakt. Dali sieht den kleinen Bassisten keinesfalls als halbgaren Kompromiss, sondern als vollwertigen Bassexperten für Musik- und Filmtonwiedergabe.

Die Dali-Entwickler haben Signalentzerrung und Reaktionszeit so abgestimmt, dass der Bass jederzeit straff und glaubwürdig übertragen wird. Besonders eignet sich der Woofer für die Zusammenarbeit mit den von uns zum Test verwendeten Fazon Mikro-Satelliten. Das 6,5 Zoll-Basschassis mit langem Hub garantiert gute Reserven.  Ein maximaler Schalldruck von 103 dB kann erzeugt werden, die Übergangsfrequenz ist in einem Bereich von 50 Hz bis 150 Hz einstellbar.

Das Gehäuse funktioniert nach dem geschlossenen Prinzip, was nahe legt, dass der Subwoofer trotz Downfire-Anordnung des Chassis eine ordentliche Präzision mitbringt. Als maximale Verstärkerleistung (RMS) offeriert der Bassist 150 Watt, die kontinuierliche Ausgangsleistung (nach IEC, RMS) beträgt 90 Watt – dies dürfte für kleinere bis mittelgroße Lokalitäten ausreichen.

LFE/LP-Filter, Phasenumschaltung, Automatik-Schaltung zum An- und Abschalten sowie einen Pegelregler findet man auf der Rückseite. Die maximale Leistungsaufnahme beträgt 195 Watt, an Anschlüssen sind Mono-LFE und Stereo-Line-Cinch vorhanden. Dali rät, den Sub in minimaler Distanz von 5 bis 15 mm von der Wand aufzustellen.  Der Subwoofer ist auch im Inneren gut verarbeitet und zeigt ein sauberes, übersichtliches Layout.

Testequipment
Klang

Moderne Satelliten der gehobenen Preisklasse liefern mittlerweile enorm gute Leistungen ab, was z.B. auch die TMicro 3 aus dem Hause Piega in unserem 2.1 Test unter Beweis gestellt hat. Nicht nur bei Filmton, sondern auch bei Musik werden trotz des geringen Gehäusevolumens sehr gute Ergebnisse gezeigt.

Natürlich spielt die TMicro 3 von Piega in einer höheren Preisklasse (ab 275 EUR/Stück), aber auch die pro Stück 179 EUR kostenden Dali-Satelliten sollten einen kultivierten, gleichzeitig lebendigen Klang ermöglichen. Weitere Frage, die auch von Interesse ist: Wie integriert sich der Fazon SUB 1 ins tonale Gesamtgeschehen? Gerade bei derartig kompakten Subwoofern fehlt es oftmals an Leistung und Differenzierungsvermögen.

Wir haben mit „Romanza“ von Andrea Bocelli begonnen, einem uns wohll bekannten Stück, das in PCM 5.1 auf der Blu-ray „Vivere – Live in Tuscany“ abgelegt ist. Hier beeindruckt uns der querformatige Fazon Mikro Vokal mit einer sensiblen, fein gestaffelten Stimmdarstellung – erstaunlich. Die beiden im Hochformat stehenden Fazon Mikro für Links und rechts liefern ebenfalls einen klaren Klang mit akkurater räumlicher Struktur. Der kompakte Subwoofer gliedert sich sehr gut ins tonale Gesamtgefüge ein. Er hat für seine kleinen Abmessungen einen guten Tiefgang, er dickt nicht unschön auf und schiebt sich nicht unpassend in den Vordergrund.

Gern kann es bei Andrea Bocelli etwas lauter zugehen. Besonders pegelfest sind die fünf Satelliten. Auch deutlich jenseits der Zimmerlautstärke legen sie noch munter und verzerrungsfrei an Pegel zu. Der kleine aktive Bassist geht lange mit, dann aber hisst er irgendwann doch die weiße Fahne, das Chassis schlägt an. Bedenkt man, dass ein solches System für den Einsatz im Wohnzimmer vorgesehen ist, reicht die Pegelfestigkeit allerdings locker aus.

Schön werden einzelne Instrumente auseinander differenziert und trotzdem als harmonisches Ganzes präsentiert. Der Bühnenaufbau ist für ein Sub-/Sat-set gelungen, die Balance zwischen Fronts und Surrounds ist ausgewogen.

Nächster Versuch – die „Farewell“ BD von den „Eagles“. Diese Blu-ray liegt in DTS-HD Master Audio vor, wir haben uns „Tequila Sunrise“ und „Love Will Keep Us Alive“ angehört. Die BD ist insgesamt sehr gut abgemischt, wenn auch im Detail nicht unkritisch – die Stimmen wirken etwas spitz. Dieses Phänomen bekommen auch die Dali-Satelliten nicht ganz weg – was auch nicht ihre Aufgabe ist, sie sollen schließlich den Klang so präsentieren, wie er auch auf dem Medium ist. Die Instrumente, insbesondere die Gitarre, werden mit feiner Abstufung wiedergegeben. Das Detaillierungsvermögen nimmt erst in den hinteren klanglichen Ebenen ab.

Es zeigt sich, dass für Musikliebhaber mit normalem bis etwas gehobenem Anspruch ein Sub-/Sat-Set wie das Fazon Mikro 5.1-Ensemble absolut geeignet ist, sehr anspruchsvolle Musikliebhaber werden aber feststellen, dass es mit Investitionen zwischen 1.000 und 1.500 EUR nicht getan ist. Feindynamik, räumlicher Aufbau, Brillanz und auch die Pegelfestigkeit genügen nicht den Ansprüchen, die derjenige stellt, der große Erfahrungen mitbringt und demnach auch große Erwartungen an sein LS-System stellt.

Man kann, möchte man nochmals deutlich höhere Ansprüche befriedigen, gleich beim Hersteller bleiben: das Dali Zensor 5.1 Surroundset mit vier großen Standlautsprechern für Front und Surround, Center sowie leistungsstarkem aktivem Subwoofer kommt zwar auf 2.584 EUR, legt aber auch die Messlatte deutlich höher. Sicherlich ist dies deutlich teurer, aber man kann auch mit zwei Zensor 7 als Stereo-Standlautsprechern anfangen und danach, wenn wieder finanzielle Ressourcen vorhanden sind, sich weitere Komponenten dazu kaufen.

Wer aber weniger Platz hat und die durchaus ausladenden Komponenten nicht stellen kann, fährt, wie schon beschrieben, mit dem Fazon Mikro Set auch sehr gut.

Im 2.1 Betrieb haben wir das Set ebenfalls getestet – und es den Dali-Lautsprechern nicht leicht gemacht. Die 2L The Nordic Sound Sampler BD-Audio haben wir in unseren BD-Player eingelegt und uns das erste Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nr. 4, KV 218, in PCM 2.0 Stereo 192 kHz/24-Bit angehört. Natürlich kann man nicht das brillante Auflösungsvermögen hochklassiger Standlautsprecher erwarten und auch nicht deren räumliche Wirkung, aber das Gebotene erscheint lebendig, recht kultiviert und gefällig. Selbst die Violinen-Soli präsentieren sich als gut durchstrukturiert. Wenn wir nun auf die PCM-Mehrkanal-Tonspur bei identischem Material wechseln (ebenfalls 192 kHz/24-Bit), freuen wir uns über die erneut gelungene Front-/Surroundbalance, in 2.1 und in 5.1 fügt sich der kleine Subwoofer gelungen und nie zu dominant ins Klangbild ein. Bei den orchestralen Einsätzen beweist er jedoch, dass der sofort impulstreu zur Stelle sein kann.

Wie sieht es mit den Leistungen im Filmtonbetrieb aus? Hier haben wir uns den 007-Film „Ein Quantum Trost“ angehört und gleich zu Beginn mit unseren Analysen begonnen. Sofort baut sich ein intensiver Spannungsbogen auf, der musikalischer Natur ist und von den Dali Satelliten ansprechend umgesetzt wird. Es gibt auch einen schwierig zu handhabenden, kurzen, tief nach unten reichenden Bass-Impuls – dieser überfordert bei forciertem Pegel den kleinen Fazon SUB 1. Hier muss man mit richtig „bösen Kalibern“ als Basskraftwerk arbeiten, um hier ein Anschlagen der Membran zu verhindern. Wer mehr möchte und auch bereit ist, größere Abmessungen in Kauf zu nehmen, greift zum Dali-Aktivsubwoofer E-12, der auf ebenfalls moderate 629 EUR kommt.

Nach kurzem Intro wird der Zuhörer aus akustischer Sicht gleich mitten ins Geschehen versetzt. 007 wird in seinem Aston Martin DBS erbittert von schießwütigen Killern in Alfa Romeo 159 gejagt. Die wilde Fahrt geht durch dichten Verkehr über enge Straßen rund um den malerischen oberitalienischen Gardasee, aber Bond hat keine Augen für landschaftliche Schönheit und strahlenden Sonnenschein: Er muss die Gänge ins Getriebe des DBS reinhauen, und der Motor heult auf. Die Geräuschkulisse, das Schalten und das Hochdrehen, stellt das Dali-Ensemble authentisch und dynamisch dar. Die zahlreichen Crashs mit nach allen Seiten wegfliegenden Fahrzeugteilen kommen ebenfalls gut zur Geltung. Sicherlich, es mag unten herum etwas an Fundament fehlen, aber Wunder bezüglich Nachdruck und Tiefgang kann kaum ein kleiner aktiver Subwoofer vollbringen. Lobend ist erneut zu bemerken, wie nahtlos sich der Fazon SUB 1 zwischen die Frontlautsprecher einfügt.

Als die Carabinieri die Verfolgung aufnehmen und nach einigen Schüssen aus der Dienstwaffe mit ihrem Land Rover abfliegen, donnert dem britischen Doppelnull-Agenten der ebenfalls aus dem Empire stammende Urvater (zusammen mit dem Jeep) aller heutigen Geländewagen direkt vor den Aston Martin. Wieder beweist das Dali-Set Impulstreue und die Fähigkeit, räumlich realistisch dazustellen. Bilanzierend, das können wir schreiben, eignet sich das so edel auftretende Set auch für gröbere Aufgaben – die Wiedergabe von mit Actionsequenzen durchwirktem Filmton.

Arg ramponiert kommt Bond mit dem Elite-Sportwagen in Siena an und fährt durch unterirdische Gänge zu seinem Ziel. Diese „kleineren“ Effekte wie der leichte Hall bei der Darstellung der Fahrgeräusche im engen Gang und die Einarbeitung des Music Score gelingt gut – gerade auch in solchen Szenen merkt man, dass das Fazon-Set beileibe nicht nur oberflächlich aufspielen kann.

Bei der Darstellung der Stimmen in den unterirdischen Gemäuern arbeiten die Dali-Speaker kurze Zeit später auch den leichten Hall heraus, der den Stimmen in diesem Surrounding eigen ist. Oben findet in Siena gerade in historisches Spektakel statt, und auch die begeisternden Rufe des zahlreich vertretenen Publikums kommen sehr gut heraus.

Vergleichen wir mit Kontrahenten. Hier springen wir einige Preisklassen höher, um zu zeigen, dass Sub-/Sat-Systeme auch für fast 1.900 EUR im Trend liegen. Die Jamo 360er Serie, genauer gesagt das S 35 HCS Set plus SUB 800, bringt für exakt 1.850 EUR eine enorme Leistung zustande. Besonders der brutal zupackende, sehr kleine Sub mit 800 Watt geht wie die Hölle. Die speziellen kugelförmigen Satelliten beeindrucken mit hoher Räumlichkeit. Obwohl sehr deutlich günstiger, muss sich das Dali-Ensemble beileibe nicht in jeder Disziplin geschlagen geben: Detaileinarbeitung, Klarheit und Echtheit der gesamten Klangkulisse sind Faktoren, in denen das Set auf Augenhöhe liegt, – und bei der Detaillierung sind die talentierten Fazon Mikro sogar noch etwas besser.

Weiter geht es mit dem Teufel Cubycon 5.1 Set für 999 EUR, das in edlem Alu-Design mit massivem Metalleinsatz auftritt und einen kraftvollen aktiven Subwoofer mit sage und schreibe drei (!) Chassis mitbringt. Diese tieffrequente Bombe lässt dem kleinen Dali-Sub keine Chance bei Pegelfestigkeit und Nachdruck. Wer keine großen Pegel braucht und es differenziert und exzellent integriert mag, fährt mit dem kleinen Dali Bassisten aber auch sehr gut., denn er ist besonders sorgfältig auf die Frontsatelliten und den Center abgestimmt.  Alles demnach eine Frage der Ansprüche. Die Cubycon Satelliten gefallen uns ebenso wie die Fazon Mikro sehr, sind aber aggressiver, fordernder abgestimmt und bestechen mit überragender Grobdynamik. Gerade für Rock- oder Dance-Musik sind sie sehr gut geeignet. Die Fazon Mikro tritt geschliffener und kultivierter auf. Zum gerade aktuellen jugendlich-modernen Teufel-Auftritt passt Cubycon hervorragend, zum zeitlosen, schnörkellosen Dali-Auftritt passen die Fazon Mikro erstklassig.

Fazit

Dali ist mit dem von uns getesteten Fazon Mikro 5.1-Ensemble ein guter Wurf gelungen. Mit kultiviertem sowie geschliffenem Klang, sehr guter Dynamik und tadelloser Räumlichkeit präsentiert es sich als erwachsene Lösung, die durchaus auch die Bedürfnisse von Hörern mit gehobenem Anspruch befriedigt. Die edle Optik, die gediegene Verarbeitung und der in Anbetracht des Gesamtpaketes faire Kaufpreis sorgen für einen rundherum gelungenen Auftritt. Wer gerade im Bassbereich enorme Leistung abfordert, kann sich aus dem Dali-Sortiment einen noch größeren aktiven Subwoofer hinzu kaufen. Für den Einsatz im Wohnzimmer jedoch kann man den Fazon SUB 1 bedenkenlos empfehlen.

Kultiviertes, edles und lebendig aufspielendes 5.1 Sub-/Sat-System zum fairen Kaufpreis
Subwoofer-/Satellitensysteme Mittelklasse
Test 04. Oktober 2013

+ Kultivierter und lebendiger Klang
+ edle Verarbeitung
+ Einheitliches, räumlich glaubwürdiges Klangbild
+ Noble Anmutung
+ Hochwertige Verarbeitung
+ Fairer Kaufpreis

– In größeren Hörräumen ab 25 Quadratmeter und bei hohem Pegel Subwoofer-Upgrade erforderlich

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 04. Oktober 2013




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK