SPECIAL: Soundbars & Soundbases – Was bei aktiven TV-Lautsprechen wichtig ist

Beliebt auf dem Markt sind nach wie vor aktive TV-Lautsprecher und System-Kombinationen bestehend aus Soundbar und drahtlosem aktivem Subwoofer. Wir fassen zusammen, wie Ausstattung und technische Eigenschaften zu bewerten sind.

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 Schlichtes 2.1-Layout, aber klangstark: Denon TV Speaker Base DHT-T100

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Hervorragend: YSP-2500 aus dem Hause Yamaha

  • Layout: Hiermit meinen wir, ob es sich um eine schlichte 2.1 Soundbar oder um ein Modell mit höherer Kanal-Konfiguration (z.B. 3.1, 4.1  oder gar 8.1) handelt. Es wird, bis auf Yamahas „Digital Sound“ Projektoren wie dem YSP-2500 für 899 EUR, die mit tatsächlichen Schallreflexionen wie ein echtes Mehrkanal-Lautsprechersystem arbeiten, immer mit psychoakustischen Algorithmen gearbeitet. Das heißt, auch eine 4.1 Soundbar erzeugt keine echten Schallreflexionen an den Wänden des Hörraums, sondern generiert Mehrkanal-Feeling durch virtuellen Surround. Bei Yamaha werden in deren Soundprojektoren, die es schon seit 10 Jahren gibt, mittels sogenannter „Beam“ Lautsprecher echte Schallreflexion erzeugt. Die Yamaha Soundprojektoren werden auch richtig eingemessen und demnach relativ genau an die Akustik des Hörraums angepasst. Dies hat zwar trotz Einmessautomatik erhöhten Installationsaufwand zur Folge, dafür genießt man aber auch ein verblüffend umfassendes Surrounderlebnis. Wer demnach keine volle Mehrkanallautsprecherkonfiguration aufstellen kann, auf Surround in echter Form aber nicht verzichten möchte, findet in Yamahas digitalen Soundprojektoren eine tolle Alternative, zumal auch die Ausstattung ansonsten beispielhaft ist. Wer einfach eine einfache Plug&Play Lösung sucht, um den Sound des TVs nachhaltig aufzubessern, kann ein Soundbar-/Subwoofer-System oder einen aktiven TV-Lautsprecher bzw. eine Soundbase kaufen.

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Aus 2014 stammt die Panasonic SC-HTB580 mit Decoder für Dolby Digital und DTS

  • Decoder: Ein Dolby Digital- und ein DTS-Decoder bieten viele, aber lange nicht alle Soundbars und Soundbases. Oftmals ist nur ein Dolby Digital-Decoder an Bord, manchmal noch nicht einmal das. Die Folge: Signale, die der Soundbar oder Soundbase zugeleitet werden, müssen zuvor z.B. vom Blu-ray-Player in PCM gewandelt werden. Einige Soundbar/Soundbase-Modelle, z.B. von Sony, bringen sogar Decoder für DTS-HD sowie Dolby TrueHD mit. Dies ist ein nettes Feature, aufgrund des meist eher schlichten Aufbaus jedoch werden bei der Wiedergabe dieser HD-Tonformate über die Soundbar die akustischen Benefits nicht deutlich. Surround-Aufpolierer wie Dolby Virtual Surround bringen viele dieser Systeme mit.
  • Nicht alle, aber einige Soundbars z.B. von Samsung, Sony oder Panasonic, verfügen über verschiedene DSP-Modi. Ist eine Soundbar oder eine Soundbase grundsätzlich homogen sowie gekonnt abgestimmt, braucht man nicht zwingend diese DSPs, aber recht nützlich sind sie unter Umständen schon. Es gibt meist Betriebsarten für Musik, Film und Nachrichten, manchmal auch für Games und Sportsendungen.

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App-Steuerung für SRT-1000 von Yamaha

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App-Steuerung für die HT-CT770 von Sony

  • Yamaha und Sony erlauben z.B. die Steuerung der Soundbar oder Soundbase über eine App (nicht via Netzwerk, sondern via Bluetooth). Das ist ein hübsches Feature, aber zwingend braucht man die App-Steuerung nicht. Manchmal aber muss man aufpassen, denn es gibt Features, die nur mit der App zu nutzen sind (EQ-Funktionen z.B.)
  • Die mitgelieferte Fernbedienung ist nicht zu hoch zu bewerten, denn meist kann man die Soundbar oder Soundbase über die Remote des TVs und/oder, wie schon erwähnt, mittels App steuern. Selbst Systeme ohne HDMI-Beschaltung (mit CEC/ARC) weisen diese Möglichkeit auf. Trotzdem – Billig-Remotes mit Folientasten sehen wir nicht so gern. Wie eine vernünftige, edle Fernbedienung aussehen kann, beweist uns z.B. Canton.

Sony HT-XT1 Anschluesse Rueckseite

Bei der Sony HT-XT1 aus 2014 finden sich drei HDMI-Eingänge und ein HDMI-Ausgang

  • HDMI-Beschaltung ist gerade in günstigen Preisregionen nur bei den „Majors“ zu finden, das heißt z.B. bei Panasonic, Sony und Samsung. Teufel offeriert mittlerweile mit der Cinebar 11 auch eine relativ preiswerte Soundbar mit HDMI. Während z.B. Panasonic nur einen HDMI-Eingang und einen HDMI-Ausgang anbietet, bei 2015er Modellen schon mit 4K 2.160p Kompatibilität und mit HDCP 2.2, anbietet, liefert Sony sogar mehrere HDMI-Eingänge mit. So können dann alle Zuspieler gleich an das System angeschlossen werden. Günstige bzw. spartanisch ausgestattete Soundbars treten nur mit konvetionellen optischen und/oder koaxialen Digitaleingängen bzw. mit analogen Cincheingängen an, so dass man hier die Signalausgabe z.B. vom BD-Player zuvor entsprechend umstellen muss.
  • Bluetooth hat sich als drahtlose Streaming-Möglichkeit von Musik von Smartphone oder Tablet bei sehr vielen, selbst preiswerten Soundbars und aktiven TV-Lautsprechern eingebürgert. Meist erfolgt die Kopplung mit dem mobilen Device schnell und problemlos, auch dann, wenn kein NFC zusätzlich an Bord ist. Samsung und LG z.B. nutzen Bluetooth noch zu einem anderen Zweck: Nämlich um TV und Soundbar drahtlos miteinander zu koppeln. So hat man Sound aus der Soundbar, ohne dass ein optisch vielleicht störendes Kabel verlegt werden muss. Das Ganze klappt aber meist nur bei Produkten eines Herstellers.

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SC-ALL30

  • Panasonic liefert mit der SC-ALL170 und der SC-ALL30 zwei Sonderfälle, denn hier handelt es sich um Soundbar bzw. Soundbase mit vollwertigem integriertem Streaming-Client, z.B. für Spotify Connect, Internet Radio oder DLNA-Streaming von Dateien aus dem Heimnetzwerk. Top-Konzept, mit sehr guter App und hohem praktischen Nutzen wissen diese Produkte, die für faire Preis erhältlich sind (Soundbase 449 EUR) zu begeistert. Man kann sie sogar mit weiteren ALL-Speakern koppeln, um z.B. noch zwei Panasonic SC-ALL2 als drahtlose Wireless-Speaker zu verwenden – dies funktioniert komfortabel per App.

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 Klangstark, elegant: Teufel Cinebase

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Raumfeld by Teufel Connector 2

  • Raumfeld by Teufel hat den ultrakompakten Raumfeld Connector 2 als leistungsfähigen Streaming Client im Programm. Der Berliner Direktvertreiber bietet auch Kombi-Pakete an, die aus einem Soundbar/Soundbase-System und dem Connector (z.B. Cinebase plus Connector für aktuell 700 EUR) bestehen, der sich überall verstauen lässt, da er nicht größer als ein Taschenbuch ist. Diese preislich sehr attraktiven Pakete machen aus dem System auch eine vollwertige Streaming-Maschine mit toller App für die Streaming-Funktionen (NICHT für die elementaren Funktionen der Soundbar). HiRes-Streaming, Zugriff auf zahlreiche Musikdienste sowie Streaming der Dateien von Smartphone und aus dem Heimnetzwerk zeigen hier die Performance eindrucksvoll auf.

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Nubert nuPro AS-250

  • Nubert geht wieder einen anderen Weg bezüglich des Angebots einer Soundbase – mit der nuPro AS-250 bieten die Schwaben ein „aktives Stereoboard“ an, das keine virtuellen Surroundmodi offeriert, sondern nur puren, klaren und druckvollen Stereo-Sound liefert. Mit an Bord – ein leistungsstarker USB-DAC, so kann man das 585 EUR kostende Produkt auch als externe Soundkarte verwenden.

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LG LAP341 „SoundPlate“

  • Das komplette Gegenteil zum wuchtigen Nubert-Lautsprecher sind extrem flache Soundbases von Samsung und LG. Hier sind die verbauten Lautsprecher kaum sichtbar, daher darf man auch keinen zu vollen, freien Klang erwarten. Sie sind für die Flat TV Baureihen der jeweiligen Hersteller ausgelegt und mittlerweile sehr preisgünstig zu finden.

Samsung JS9090 HW-J8501 Soundbar

Curved-Soundbar zur 9er TV-Serie

  • Samsung bietet zu den Curved TV-Baureihen des Hauses auch exakt vom Krümmungswinkel her passende Curved-Soundbars an. Diese gibt es auf amazon.de bereits ab gut 330 EUR. Aufpassen – nicht jede Curved Soundbar passt zu jedem Curved-TV!

Samsung HW-J7501 Soundbar Display

Ein Display ist durchaus hilfreich

  • Display: Lange nicht jede Soundbar oder jede Soundbase verfügt über ein Display. Mancher Anbieter lässt es um Interesse eines „cleanen“ Designs sogar bewusst weg. Um sich über den aktuellen Betriebszustand zu informieren, ist unserer Meinung nach ein Display aber durchaus sinnvoll.

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Harman Kardon Sabre ES-35 – ultraflache Soundbar mit OSD für 1.000 EUR

  • On-Screen Display: Dieses bei AV-Receiver weit verbreitete Feature findet sich in kaum einer Soundbar oder einem Sounddeck. Nur Harman/JBL verbaut einfache OSDs in verschiedenen Modellen. 

Special: Carsten Rampacher
Datum: 21. Juli 2015




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