SPECIAL: Was erwartet uns auf der IFA 2017?

Die IFA 2017 steht nun direkt vor der Tür. Für die Presse öffnen sich die Tore schon Donnerstag, 31. August, am 01. September dann kann auch die interessierte Allgemeinheit aufs Berliner Messegelände. 

Was kann man von der diesjährigen Ausgabe der Messe erwarten? Richtige technische Revolutionen haben sich bislang keine angekündigt. Trotzdem, so denken wir, wird auch die IFA 2017 eine interessante Melange aus verschiedenen Zutaten bieten. 

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OLEDs: Tolles Bild, aber teuer

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55-Zoll OLEDs werden mehr und mehr erschwinglich

Nichts wirklich Neues beim Thema Ultra HD-TV und Display-Technologie. Hier hat sich OLED mittlerweile fest etabliert, eine demnach wichtige Rolle werden OLED-TVs mit selbstleuchtendem Panel auch 2017 auf der IFA spielen. Sogar komplett transparente OLEDs gibt es, wenngleich aktuell nur als Prototyp. Frage im Brennpunkt allerdings: Wann endlich werden die Preise für OLED-TVs „volkstümlich“? Im Vorfeld und zur IFA wird es zahlreiche Aktionen geben, 55-Zöller der aktuellen 2017er Generation werden von verschiedenen Herstellern deutlich günstiger als zuvor verkauft.

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Verschiedene 65 Zoll LCD-Modelle mit HDR und Top-Ausstattung werden immer günstiger

Die Rede wird sein von um die 1.800 EUR – nach wie vor aber viel Geld. Vor allem, wenn man bedenkt, dass 65 Zoll HDR Ultra HD-TVs bei speziellen Angebots-Aktionen schon für 1.500 EUR feil geboten werden. Trotz des hohen Kaufpreises aber üben OLED-UHD-TVs schon eine hohe Faszination aus, gerade diejenigen Käufer, die früher Plasma-Fans waren, haben hier nun eine Alternative mit Kino-gemäßem Bild und tiefstem Schwarz.

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In 77 Zoll für knapp 20k zu haben: Panasonic OLED EZW1004

Was die Bildschirmdiagonalen angeht, tut sich nicht viel, die großen Hersteller bauen, z.B. Panasonic, OLEDs bis 77 Zoll oder, wie z.B. Samsung, QLED Quantum Dot Hightech-TVs bis 88 Zoll. 65 Zoll ist das Gardemaß für bald jedermann, und sinngemäß sinken hier die Preise weiter.

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Es geht auch ohne OLED: Samsung Q9F mit Spitzenbild und 2.000 Nit Helligkeit

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Hisense setzt auf ULED

Samsung und Hisense sind bislang OLED-Verweigerer, beide TV-Giganten vertrauen auf QLED (Samsung) bzw. ULED (Hisense) in den Top-Baureihen. 

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LG unterstützt schon seit 2016 Dolby Vision

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2017 statten praktisch alle AVR-Hersteller ihre Geräte mit HDMI-Terminals, die zu Dolby Vision kompatibel sind, aus – so auch Yamaha

Es stellt sich die Frage, wie lange noch sich Panasonic, Philips und Samsung gegen Dolby Vision wehren. Vielleicht kommt auf der IFA 2017 doch noch ein Zeichen? LG unterstützt Dolby Vision schon seit 2016 umfassend, Sony folgt jetzt bei selektierten Modellen. Ultra HD-BDs mit Dolby Vision gibt es, ebenso VoD-Content. Praktisch alle 2017er AV-/Mehrkanal-Receiver, die neu auf den Markt kommen, unterstützen Dolby Vision. 

Eine erste Antwort auf die obige Frage ist der neue Standard HDR10+, wie auch Dolby Vision ein dynamischer HDR-Standard.

Für HDR10+ gewinnt Samsung Panasonic und Fox als Unterstützer. Die neue Kooperation der drei Firmen soll ein offenes, lizenzfreies HDR-Format mit dynamischen Metadaten zum Ziel haben. Neben Video-Anbietern können auch Hersteller von Ultra HD-Fernsehern, Blu-ray Disc-Playern und Set Top-Box-Hersteller sowie Hersteller von Systemchips (SoC) HDR10+ ohne Lizenzkosten nutzen. Es soll lediglich eine symbolische Verwaltungsgebühr erhoben werden. Die Lizenzierung von HDR10+ soll im Januar 2018 beginnen.

Im Unterschied zum bisherigen HDR10 erlaubt HDR10+ ein dynamisches Tone-Mapping, mit dem die „High Dynamic Range“-Parameter für jede einzelne Szene festgelegt werden können. Bereits auf der IFA 2017 wollen Samsung und Panasonic HDR10+ auf ihren Messeständen vorstellen. Genauere Details zur Lizenzierung und technische Demonstrationen sollen auf der CES 2018 präsentiert werden.

Das neue dynamische HDR-Format ist vor allem als Alternative zu Dolby Vision gedacht, das nicht nur kostenpflichtig ist, sondern auch von einigen Herstellern wegen Einschränkungen eigener Bildoptimierungstechnologien kritisiert wird.

Dolby Vision wird u.a. von den TV-Herstellern LG, Sony und Loewe unterstützt. Es sind allerdings gerade einmal Ultra HD Blu-ray-Player von LG und Oppo erhältlich, mit denen sich Dolby Vision-Ultra HD Blu-rays abspielen lassen. Bei Sony sollen entsprechende Updates in Planung sein, zumindest war der Plan auf der CES noch so. 

HDR10+ soll von allen 2017er Samsung UHD-TVs inklusive der QLED-Flagschiffe unterstützt werden und ist für die 2016er UHD-TVs von Samsung via Firmware-Update nachrüstbar. Für die Ultra HD Blu-ray soll HDR10+ voraussichtlich erst mit HDMI 2.1 kommen, welches eine Unterstützung für dynamische Metadaten bietet.

Ab wann erste Ultra HD Blu-rays mit HDR10+ auf den Markt kommen sollen, bleibt noch offen. Neben Fox wird HDR10+ auch von Amazon unterstützt, die das dynamische HDR-Format bei ihrem Streaming-Angebot Amazon Video nutzen wollen. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten und sind gespannt, was man dazu auf der IFA erfahren kann. 

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Auch der Samsung Q8C klingt wirklich erstaunlich gut

Weiterer Trend, bei dem wir auf die Fortsetzung auf der IFA 2017 gespannt sind: Aktuelle Flatscreens ab der gehobenen Mittelklasse haben ausgefeilte Soundsystem und klingen richtig gut. Der Erwerb einer Billig-Soundbar lohnt kaum noch. Nur größere, leistungsstarke Soundbars bieten hier eine bessere Akustik. Ach ja, und dann gab es mal…..den aktiven TV-Lautsprecher, auch Soundboard oder Sounddeck genannt. Hier tut sich praktisch nichts mehr, der Markt ist tot. Nur Canton hat noch einiges, was nennenswert wäre, im Programm. 

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Immer neue Möglichkeiten bei Smart-Plattformen, hier My Home Screen 2.0 mit neuen 2017er Funktionen

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Wichtiger Bestandteil – die Smart Remote, hier in edler Metallversion von Samsung

Natürlich ist die Vernetzung des TVs + die TV-eigene Smart-Plattform Standard und bedarf kaum noch einer Erwähnung. Immer schneller, so die Hersteller, sollen die TVs auch bei multimedialer Verwendung dank leistungsstärkerer Prozessoren werden. Mal sehen, was die IFA hier neues bietet. Zuviel darf man nicht erwarten, da die Hersteller ihre „großen“ TV-Neuheiten schon vor der IFA „ausgepackt“ haben. 

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8K-Prototypen, wie hier von Samsung auf der CES 2017, wird es auch auf der IFA geben

Ein paar nette 8K Prototypen und andere skurrile Einzelstücke wird es geben, vermutlich zahlreiche HLG, HDR10- und Dolby Vision-Vorführungen, Live TV Übertragungen in 4K und mit HLG, eben die übliche Show zum Zeigen aktueller Technologien. Jeder Hersteller versucht zu erklären, warum der eigene selbst entwickelte Algorithmus, der aus SDR-Inhalten Quasi-HDR macht, der beste von allen ist. Das Spiel wiederholt sich bei den Themen Schwarzwart, Farbbrillanz, Frame Interpolation und Kontrast. 

Waren anfänglich nur Ultra HD Blu-ray-Player von Samsung, Oppo und Panasonic erhältlich, gibt es nun auch von Sony und LG – wir schauen auf der Messe, ob es Neues gibt.

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Yamaha setzt auf Amazon Alexa

Das ganze Zuhause wird „smart“, keine neue Botschaft. Aber eine, die mit immer größerem Nachdruck publik gemacht wird. Kühlschränke mit Touchscreen und Internet-Verbindung, die zu den Zutaten gleich die richtigen Rezeptvorschläge suchen, intelligente Herde, innovative Wasch- und Bügelsysteme – alles kommuniziert miteinander. Und dadurch, dass sich Sprachsteuerungssysteme wie Google Assistent oder Amazon Alexa mehr und mehr verbreiten, wird das Thema nochmals neu aufgetischt. Kein Werbeblock im TV-Programm derzeit ohne kurzen Alexa-Spot – eines der Themen im Moment. 

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Google Home wird immer wichtiger

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Streaming-Services direkt integriert

Da passt es ins Bild, dass Yamahas MusicCast-Welt nun von Alexa sprachgesteuert wird. Yamaha hat aber immer noch die selbst entwickelte MusicCast App. Andere machen nicht mehr so viel selber, sondern vertrauen der Expertise von Giganten: Pioneer & Onkyo sowie der Harman Konzern (der ja schon seit geraumer Zeit zu Samsung gehört) sowie Teufel, um mal einige Beispiele zu nennen, vertrauen Google. Die „Google Home App“ hat gerade ihren großen Durchbruch, glaubt man den Ankündigen vor der IFA. War das Interesse auf der CES zu Jahresbeginn noch verhalten (hier stand Alexa im Mittelpunkt, und dts Play:Fi erlebte eine Welle des Erfolges), hat Google nun aufgeholt.

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Wie geht es für dts:Play-Fi weiter?

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Kleinere Hersteller setzen auf Link Play

Kleinere Hersteller setzen hingegen auf das kostengüstig zu integrierende Link Play. Play:Fi ist derzeit etwas aus dem Fokus gerutscht, wir werden die Lage auf der IFA genau beobachten. Klar ist, dass Multiroom Audio nebst umfangreichen Streaming-Services Thema bleibt, im weitesten Sinne gehört diese moderne Art, mit Audiosignalen und Inhalten umzugehen, auch zum Thema „Smart Home“. Nicht umsonst entdecken die Giganten Google und Apple nach Amazon mit verschiedenen Multiroom Audio-Lautsprechern gerade diesen Markt für sich. 

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Nummer 1 der objektbasierten Audioformate: Dolby Atmos

Neue Heimkino-Beamer, so z.B. von LG, sollen auch auf der IFA zu sehen sein. Tolle Multichannel-Vorführungen mit objektbasierten Audioformaten und großen Screens erwarten z.B. bei Yamaha die Besucher. Nicht für jeden Anwender ist 3D-Sound ein Thema – aber doch nimmt dieses Ausstattungsmerkmal langsam für zahlreiche Wege einen festen Platz ein. Nicht nur AV-Receiver, auch Soundbars sind häufig, gerade wenn es sich um Spitzenmodelle handelt, mit integrierten Top Firing-Decodern ausgestattet. Nicht immer werden die Formate dts:X und Dolby Atmos nativ decodiert, manchmal tut es auch ein selbst entwickelter 3D-Algorithmuns, der sich für praktisch jedes Quellmaterial eignet. Dolby Atmos, das war schon auf der CES zu beobachten, hat sich einen deutlichen Vorsprung erarbeitet, bei dts:X stagniert die Lage schon seit geraumer Zeit.

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Yamaha YAS-207 mit dts Virtual:X

Schauen wir, wie es mit dts Virtual:X vorangeht. Das neue System für virtuellen 3D-Sound macht sich richtig gut, wie wir anhand der Yamaha YAS-207 nachvollziehen konnten. 

Daher – wir freuen uns auf die IFA 2017 und werden verschiedene interessante Produkte direkt aus Berlin vorstellen.

Special: Carsten Rampacher
Datum: 30. August 2017




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