SPECIAL: Vorstellung der neuen Piega Lautsprecher-Baureihe Classic Series bei Lifelike in München

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Piega hat neben seinen schon legendären Aluminium-Lautsprechern nun auch eine neuen Lautsprecherbaureihe mit dem Namen „Classic Series“ mit edlen Holzgehäusen und feinster Verarbeitung vorgestellt. Gestern Abend fand beim renommierten Münchner Piega-Händler Lifelike die Präsentation der drei Modelle statt. Im einzelnen handelt es sich um die Classic Series 40.2, die zu einem hochattraktiven Paarpreis ab 5.000 EUR angeboten wird. Darüber rangiert die Classic Series 60.2, deren Paarpreis ab 10.000 EUR je nach Finish beträgt. Die Baureihe wird von der Classic Series 80.2 gekrönt, deren Paarpreis bei 15.000 EUR beginnt. Im Sommer werden die noblen Schallwandler lieferbar sein. 

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Von links  nach rechts: Classic Series 40.2, Classic Series 60.2, Classic Series 80.2

Was heute manch einer vielleicht nicht mehr weiß – als Piegas Erfolgsgeschichte vor über 30 Jahren in Horgen am Zürichsee begann, gab es noch keine Aluminiumbox, sondern klassisches Holzgehäuse. Von daher ist es kein völliger Neuanfang, sondern ein Weg zurück zu den Wurzeln des Traditionsunternehmens, das sich vor allem mit hochwertigen Bändchenhochton- und Bändchenkoaxialtreibern einen Namen als Innovator gemacht hat. Natürlich darf Piegas Vorzeige-Technologie auch bei der Classic Series nicht fehlen. 

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In der Classic 80.2 kommt ein Hightech Coax-Bändchen vom Typ C1 zum Einsatz

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 Sockel, Piega-Schriftzug

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 Hochwertige Anschlussterminals, hier bei der Coax 60.2

Piega sieht in manchen Märkten den Bedarf, neben den bekannten Alu-Lautsprechern, die im High Tech-Modell Master Line Source gipfeln, auch klassische Holzlautsprecher anzubieten, die anderen Maximen folgen. Geht es bei den Alu-Schöpfungen des Hauses darum, aus einem möglichst geringen Gehäusevolumen ein Maximum an Klangqualität herauszuholen, dürfen die Holzlautsprecher der Classic Series, insbesondere das Topmodell Classic Line 80.2 mit 116 Litern Gehäusevolumen, durchaus ausladender ausfallen. Im Bassbereich setzt Piega auch daher nicht auf die kompakten, extrem leistungsfähigen MOM-Chassis aus den Alu-Baureihen, sondern auf – Nomen Est Omen – „klassische“ große, belastbare Basstreiber. 

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Noble Optik, schon bei den Vorserienmodellen glänzende Verarbeitung. Griffsymphatische Kunstlederoberfläche, edles Holz 

Die Classic 80.2 ist eine Dreiwege-Standbox, die an Verstärkern mit einer Leistung zwischen 20 und 250 Watt betrieben werden kann. Diese Leistungsangabe hinsichtlich des angeschlossenen Verstärkers eint alle drei Classic Line-Lautsprecher. Ebenso verhält es sich mit dem ausgezeichneten Wirkungsgrad – 93 dB/W/m konnten verwirklicht werden bei den drei Standlautsprechern. Das große Gehäusevolumen der Classic Line 80.2 hat natürlich positive Auswirkungen auf den Tiefgang. In Verbindung mit zwei 26 cm MDS-Basstreibern (Classic Series 60.2 – 2 x 22 cm Basstreiber, Classic Series 40.2 – 2 x 18 cm Basstreiber) wird eine untere Grenzfrequenz von 22 Hz erreicht. Wer sich wundert, dass drei Abdeckungen auf den Fronten der Classic Series Lautsprecher zu sehen sind, aber nur 2 Bässe aufgeführt werden: Unter der untersten Abdeckung befindet sich das Bassreflex-System, alle drei Schallwandler sind somit nicht mit geschlossenem Gehäuse ausgestattet, sondern arbeiten nach dem Bassreflexprinzip.

An der anderen Seite des Frequenzspektrums trumpfen alle drei Vertreter der Classic Series mit 50 kHz als oberster Grenzfrequenz auf. Damit definieren sich die drei „Wooden Piegas“ ganz klar als ideal geeignet, um hochauflösende Audiodateien in ihrem vollen Glanz wiederzugeben.  Alle drei Lautsprecher weisen eine Impedanz von 4 Ohm auf. Die Classic Series 60.2 ist ebenfalls ein Dreiwege-Lautsprecher, die Classic Series 40.2 ist eine 2,5 Wege-Konstruktion. Die Classic 60.2 hat einen Frequenzgang von 24 Hz bis 50 kHz und die Classic 40.2 von 26 Hz bis 50 kHz. Mit Abmessungen von 120 cm Höhe, 20 cm Breite und 42 cm Tiefe ist die Classic Line 40.2 auch für kleinere Wohnräume geeignet, für die Abmessungen ist der Tiefgang immens. Die Classic 60.2 ist 132 cm hoch, 35 cm breit und 46 cm tief. Die Classic Line 80.2 ist imposante 142 cm hoch, 39 cm breit und 51 cm tief. Als Bändchen kommt bei der Classic Series 80.2 die hoch entwickelte Version C1 zum Einsatz, bei der Classic Series 60.2 ein C2 Treiber und bei der Classic Series 40.2 ein LDR 2642 MkII Bändchen.  

Farblich gibt es die Vertreter der Classic Series in hochwertige ausgeführter Hochglanzlackierung weiß oder schwarz, gegen Aufpreis ist die exklusive Ausführung Makassar Piano-Finish lieferbar, in dieser Farbgebung hat Piega bei der Präsentation die Classic Series 40.2 mitgebracht. Das recht zierliche Gehäuse sieht in dieser Farbgebung besonders attraktiv aus. Allen Classic Serie-Schallwandlern ist die enorme Gehäusedicke von 25 mm gemein. 

In ersten Hörtestreihen hat uns die große Classic Series 80.2 absolut begeistert. Der Bass ist wuchtig, hat einen beeindruckenden Tiefgang, ist aber gleichzeitig trocken. Eine seltene Kombination, für die großen Basstreiber ist die Impulstreue herausragend. Das große Gehäusevolumen und das andere Gehäusematerial sorgen im Vergleich zu den Alulautsprechern für einen etwas wärmeren Klang. Die im ersten musikalischen Beispiel vertretene weibliche Gesangsstimme löst gut auf, die klaren Konturen gefallen. In allen Frequenzbereichen überzeugt die gleichbleibend feine Auflösung. Klar dürfte allerdings sein, dass ein doch recht großer Lautsprecher wie die Classic Series 80.2 ein entsprechend großes Zimmer als Location braucht, und auch der Abstand der Hörerschaft zu den Lautsprechern sollte nicht zu gering ausfallen. 

Sehr eindrucksvoll ist die Bassgewalt, die Tiefenstaffelung ist exzellent, kurze, schnelle Bassimpulse werden überragend erfasst. Der C1 Koax-Bändchentreiber kommt auch den Modellen Coax 90.2 und Coax 120.2 zum Einsatz und konnte dort schon mit superben Leistungen auf sich aufmerksam machen. Das Punktschallquellenprinzip wird von Piega auf die Spitze getrieben, was auf allen drei Achsen – x,y und z – für ein absolut präzises, perfekt getimtes Klangbild sorgt. Bei einem Klavier im Test-Musikbeispiel zeigt die Classic Series 80.2 deutlich die Anschlagdynamik der Tasten und beweist das außergewöhnliche Können auch darin, wie exakt die Temperatur des Instruments getroffen wird.

Ist die Classic Series 80.2 auch in der Lage, männliche Gesangsstimmen ausgezeichnet wiederzugeben? Auch hier kann die große Schweizer Box begeistern. Die Wiedergabe ist charismatisch, die Stimme löst sich hervorragend von den Lautsprecher-Chassis. Der Bass ist erneut sehr nachdrücklich, dabei gleichzeitig extrem präzise – top für die Preisliga. Der Bass bei der großen 80.2 bestimmt durch seine Ausdruckskraft das akustische Geschehen maßgeblich mit, seine Präsenz ist enorm, trotzdem werden keine anderen Klanganteile unschön in den Hintergrund gestellt. Auch bei diesem Beispiel fällt auf, dass die Classic Series 80.2  im Bassbereich sehr schnell agiert. Dynamische Differenzen im Großen oder im Kleinen arbeitet der Lautsprecher überragend heraus, und gerade große Dynamiksprünge erscheinen akustisch beeindruckend.

Im dritten Testbeispiel, wieder mit weiblicher, fein auflösender Gesangsstimme, ist besonders gut herauszuhören, dass der Bass eine unnachahmliche Mischung aus brottrockenem Antritt und hervorragender Wucht bietet. 

Wenden wir uns der Classic Series 40.2 zu. Die kleinste Box der Serie ist mit einem Paarpreis von 5.000 EUR (in Standardfarbausführung) eine echte Kampfansage, und nicht nur wegen der schönen Optik und der noblen Verarbeitung – auch akustisch bietet sie ein enormes Potential. Der Bass ist schwarz, satt und präzise. Natürlich kommt sie nicht ganz so tief herunter wie die Classic Series 80.2, aber das Gebotene ist überragend. Zudem stellt die 40.2 an den Raum nur relativ geringe Ansprüche, demnach kann sie recht einfach platziert werden. Die männliche Gesangsstimme im Beispiel hat viel Präsenz, die Räumlichkeit ist ausgezeichnet. 

Nun folgt eine Live-Aufnahme, die Classic Series 40.2 gibt die räumlichen Bedingungen sehr genau wieder. Das Klavier ertönt auf hohem Niveau, fein umrissene Strukturen sichern eine enorme Detailtreue. Die Trennung einzelner Instrumente gelingt exzellent, das Charisma der vokalen und instrumentalen Anteile sorgt für genussvolles Hören. 

Natürlich werden wir, insbesondere die Classic Line 40.2, Vertreter der neuen Lautsprecherserie von Piega auch einem großen Test unterziehen.

Text: Carsten Rampacher
Bilder: Carsten Rampacher
Datum: 17. Mai 2014




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