SPECIAL: Unsere Over Ear/On Ear-Kopfhörer-Kauftipps von knapp 80 bis gut 300 EUR

Mobiler Musikgenuss liegt voll im Trend. Aber nicht nur mittels ultrakompakter Bluetooth-Lautsprecher, auch Kopfhörer tragen ihren Teil dazu bei, dass das Musikhören unterwegs ein voller Erfolg wird. Es gibt Unmengen an Headphones auf dem Markt. On-Ears, Over-Ears, mit Noise Cancelling, ohne, für 80 EUR und für über 300 EUR. Wir haben in diesem Special Kauftipps zusammengestellt, damit Sie den richtigen Kopfhörer finden, und haben uns auf On- und Over Ear-Headphones in einer Preisregion von knapp 80 bis etwas über 300 EUR orientiert.

Auna BNC-10 1

Gutes Noise Cancelling, stabile Bluetooth-Übertragung – und das für weniger als 80 EUR? Auna macht es mit dem BNC-10 möglich. Der bequem sitzende, recht leichte Kopfhörer punktet auch mit seiner ordentlichen Freisprecheinrichtung. Sein kraftvoller, dynamischer und zugleich angenehmer Klang ist sehr zu loben. Nicht vergessen darf auf, dass der BNC-10 mit Bluetooth 4.1 plus aptX ausgerüstet ist – alles andere als selbstverständlich selbst in höheren Preisklassen. Auch liefert Auna eine solide Transportbox mit – das füllt das Punktekonto des BNC-10 weiter an. Die Verarbeitung und die Materialqualität sind für den Kaufpreis ohne Zweifel in Ordnung, nur die Geruchsentwicklung im Neuzustand könnte etwas weniger intensiv sein. Insgesamt aber gibt es derzeit kaum mehr Kopfhörer für weniger Geld. 

Teufel Massive 3

Massiver Sound – das ist mit dem Teufel Massive im wahrsten Wortsinne möglich. Unter 100 EUR kostend, eignet er sich für die Liebhaber kraftvoller Rock- oder auch Trance-/Techno- sowie R&B-Musik am besten. Robust verarbeitet und mit guter Materialqualität, überzeugt der Berliner Beitrag auch abseits seiner akustischen Fähigkeiten. Für Feingeister eignet sich der komfortabel zu tragende Massive eher weniger. Die Auflösung ist nicht schlecht, aber auch nicht überdurchschnittlich, das Raumgefühl ist sehr gut. Was uns nicht so gut gefällt: Umgebungsgeräusche werden nicht allzu effektiv abgeschirmt, das können andere Headphones, die auch kein aktives Noise Cancelling haben, besser. 

Ultrasone GO 4

Der Ultrasone Go für 109 EUR ist das Einstiegsmodell der bayerischen Kopfhörer-Manufaktur. Für den kleinen Preis beachtlich ist, dass der sauber verarbeitete und relativ leichte Klang-Experte schon mit der Basisversion des hauseigenen S-Logic-Systems ausgestattet ist. Die S-Logic-Technik nennt Ultrasone „Natural Surround. Alle Ultrasone Headphones mit S-Logic erzeugen ein räumliches Klangbild ohne DSP-Spielerei, und der Anwender hat den Eindruck, dass sich der Klang nicht direkt im Kopf abspielt, sondern dass er aus Lautsprechern kommt, die einige Meter vom Hörer entfernt stehen. Überdies kann, bei identischem Lautstärkeempfinden, der Schalldruck um bis zu 40 Prozent (3 – 4 dB) gesenkt werden, was gut für die Ohren ist. 

S-Logic nutzt die gesamte menschliche Ohrmuschel, um sie in den Hörvorgang einzubeziehen. Aus diesem Grunde sitzt der Schallwandler bei S-Logic-basierten Headphones nicht, wie sonst üblich, zentriert, sondern dezentral. Dadurch treffen die Schallwellen nicht mehr Frontal in den Gehörgang, sondern nutzt die Ohrmuschel-Anatomie sozusagen zur Erzeugung natürlicher Räumlichkeit. So steigt das Gefühl echter, authentischer Räumlichkeit – gleichzeitig wird die Musik natürlich und unverfälscht wiedergegeben. Der platzsparend zusammenklappbare Go liefert in allen Testreihen brillante Ergebnis ab. Er klingt angenehm, räumlich dicht und detailliert zum kleinen Preis enorm gut. Leider ist der Versteilbereich des Kopfbügels für Menschen mit großem Kopf etwas zu klein. 

Magnat LZR 588 BT 2

Für rund 130 EUR kann man dem Magnat LZR 588 BT mit Bluetooth 4.0 und aptX viele positive Seiten abgewinnen. Das moderne Design und satte 21 Stunden Akkulaufzeit zum Beispiel. So dauert es zwei Interkontinentalflüge lang, bis der gut sitzende Kopfhörer aufgeladen werden sollte. Klanglich zeigt sich der Magnat als sehr angenehmer Zeitgenosse, der für den geringen Kaufpreis bereits einen erstaunlich kompletten Klang bietet. 

JBL Everest 300 11

149 EUR werden für den noch recht „frischen“ JBL Everest 300 aufgerufen. Dafür gibt es einen Bluetooth-Kopfhörer, der mit starkem Bass und weitläufigem Raumgefühl akustisch überzeugen kann. Sensiblere Naturen werden nicht ganz so gut mit dem Everest 300 zurecht kommen, ihnen spielt der sehr bequem sitzende Over-Ear-Hörer zu nachdrücklich auf. Die Verarbeitung des JBL-Bluetooth-Kopfhörers ist gut, die Materialqualität ebenfalls. Neue Maßstäbe werden bei Finish und Materialgüte allerdings nicht gesetzt. Sehr zu loben ist die stabile Bluetooth-Verbindung. 

Beyerdynamic Custom Studio 2

Ein Spezialfall ist der beyerdynamic Custom Studio für knapp 200 EUR. Ausgestattet mit dynamischen 45mm-Wandlern liefert der 80 Ohm Hörer einen Frequenzbereich von 5 bis 35.000 Hz. Der Custom Studio wurde in Anlehnung an den Custom One Pro als geschlossener Kopfhörer für den Studio-Einsatz entwickelt. „CUSTOM“ – das bedeutet individualisieren, und zwar optisch wie akustisch!

Zum einen optisch, denn es lassen sich die Ohrschalen, Ohr- und Kopfpolster und andere Akzente am Hörer einfach austauschen. Zum anderen akustisch, so ist ein „Bass-Slider“ für die Anpassung des Tieftonbereichs direkt im Kopfhörer integriert. Der Kopfhörer sitzt sehr bequem auf dem Kopf, allerdings ist der Anpressdruck recht hoch – daher vor dem Kauf bitte testen! Akustisch löst er schön auf, offeriert eine tadellose Räumlichkeit und überzeugt mit dem anpassungsfähigen Bassbereich. Nicht nur als „Abhörgerät“ fürs Studio, sondern auch für den Alltag ein guter Begleiter.

Klipsch Reference On Ear 11

Der Klipsch Reference On Ear ist ein 50- und kein 32-Ohm-Kopfhörer wie die meisten Hörer für den mobilen Einsatz. Er kommt auf 199 EUR und ist in weißer oder schwarzer Version lieferbar. Optisch sieht er sehr konservativ aus, verdient sich aufgrund der hervorragenden klanglichen Eigenschaften aber eine Kaufempfehlung. Er sitzt bequem, ist nicht zu schwer, und verfügt über eine ausgezeichnete Abschirmung von Außengeräuschen. Mit Fernbedienung für Apple iOS-Devices und guter Freisprecheinrichtung ausgestattet, weiß der Reference On Ear auf ganzer Linie zu überzeugen. 

Sony MDR-1ADAC 5

Nur noch rund 230 EUR Marktpreis (ehemals 349 EUR UVP) kostet der Sony MDR1-ADAC, ein sehr hochwertiger Kopfhörer mit integriertem USB-Wandler. Dieser unterstützt auch DSD128 und 192 kHz/24-Bit PCM. Eingebaut ist ein S-Master HX Digitalverstärker, der Signale vollständig digital verarbeitet. Audiosignale werden bereits verstärkt, ohne dass eine Umwandlung in analoge Signale stattfindet. „Beat Response Control“ soll starke Bass-Verzerrungen verringern. Das hat im Testbetrieb gut funktioniert, der Bass war auch bei hohem Pegel satt und kraftvoll, störende akustische Disharmonien waren kaum festzustellen.

Sony liefert entsprechende Anschlusskabel mit, und zwar zum einen für die hauseigenen Walkman-Modelle mit speziellem Systemstecker, dann ein Kabel mit Lightning-Stecker für Apple-Devices und ein drittes mit Micro-USB-Stecker für Android-/Windows/-Blackberry-Mobiles. Haben wir nicht etwas vergessen? Doch, haben wir, denn natürlich kann man nach Download des entsprechenden Treibers den Sony-Hörer auch am PC/Mac betreiben. Allerdings ist für diesen Zweck das mitgelieferte USB-Kabel viel zu kurz. Man kann den Kopfhörer dann gar nicht aufsetzen, weil das Kabel so extrem kurz ist.

Der rund 300 Gramm wiegende Kopfhörer ist trotz aller Technologie zwar kein Federgewicht, aber auch nicht zu schwer und sitzt recht bequem. Sony verspricht überdies durch sehr hochwertige Treiber, dass auch HiRes-Audiodateien sehr geschliffen klingen. Alle Testreihen haben bewiesen, dass der MDR1-ADAC ein akustischer Volltreffer ist. Sehr feinsinnig, mit sehr guter Dynamik, toller Auflösung und straffem Bass spricht der edel gestaltete Hightech-Kopfhörer auch versierte Klassik- oder Jazz-Liebhaber an. Bei dem derzeitigen Markpreis können wir nur raten, schnell zuzuschlagen – 

AKG N60 Seite Detail

Der AKG N60 ist ein überdurchschnittlich leistungsfähiger Kopfhörer mit aktivem Noise Cancelling. Dieses funktioniert exzellent, so dass sich der AKG nicht hinter den Pionieren der aktiven Geräuschunterdrückung von Bose verstecken muss. Der N60 lässt sich äußerst kompakt zusammenfalten, ist ausgezeichnet verarbeitet und extrem klangstark. Kräftige Bässe treffen auf klare Mitten und erstaunlich fein auflösende Höhen. Zudem hält der eingebaute Akku sehr lange. Ein erstklassiges Produkt zum fairen Kaufpreis von 249 EUR. 

Denon AH-GC20 3

Der Denon AH-GC20 kommt für 329 EUR mit Bluetooth 4.0 plus aptX sowie aktivem Noise Cancelling. Dem zeitlos-eleganten Kopfhörer kann man eigentlich nur eines vorwerfen: Unser Test-Headphone entwickelte direkt nach dem Auspacken einen etwas strengen chemischen Geruch. Dieser verschwindet aber mit der Zeit. Sehr gut verarbeitet, trumpft der AH-GC20 mit überragendem Tragekomfort auf. Auch nach Stunden wird der edle Kopfhörer nie lästig. Die Bluetooth-Signalübertragung ist sehr stabil, das Noise Cancelling beinahe so gut wie beim AKG N 60, der noch etwas effektiver Geräusche dämmt. Mit ausgewogenem, recht präzisem Klang kann der AH-GC20 auch akustisch voll überzeugen. 

Fazit

Die Auswahl ist groß, die Preise nicht zu hoch. Also worauf warten? Wichtig beim Kopfhörer-Kauf ist, dass man den ins Auge gefassten Hörer auf jeden Fall korrekt einstellt bezüglich der Passform und dann auch mal einen längeren Zeitraum trägt und auch hört. Nur dann kann man feststellen, ob sich der Kopfhörer bequem tragen lässt und zu den eigenen Hörgewohnheiten passt. 

Text: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 15. Januar 2016




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