SPECIAL: Ultra HD TV-Konzepte – Panasonic, Samsung, LG, Sony, Philips und Hisense im Vergleich

QLED, OLED oder ULED, Android, Tizen oder My Home Screen 2.0, Flat- oder Curved-Shape: Jeder TV-Hersteller nimmt für sich in Anspruch, die besten Ultra HD-Smart-Fernseher zu bauen. Wir vergleichen die Konzepte.

Wichtig: Die Reihenfolge der Hersteller in den jeweiligen Unter-Rubriken ist willkürlich und stellt in keiner Form eine Reihenfolge (Bester-Schlechtester) dar!

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Aktueller Top-OLED, in Kürze bei uns im Test: Panasonic TX-65EZW954

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Schon Samsungs Einstieg in die QLED-Welt, der Q7F, begeistert durch sein helles Bild

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Die Krönung: LG Signature OLED TV W mit Highend-Dolby Atmos-Soundbar

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Neue Top-Serien von Hisense: N8700 und N9700

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Der Bravia A1 von Sony ist visuell äußerst talentiert

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Leider auch nur in 55 Zoll: Neuer Top-OLED 55POS9002 mit dem extrem leistungsfähigen P5 Prozessor von Philips

Anschlüsse, Bedienung, Betriebssystem, Fernbedienung und Tuner

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4 x HDMI und 3 x USB sind so etwas wie ein guter Standard ab der oberen Mittelklasse. Im Bild der Panasonic EZW1004

Mindestens drei HDMI-Terminals, meist alle mit HDCP 2.2, sind an Bord. Meist werden vier HDMI-Anschlüsse verbaut. Hinzu kommen mindestens 2, meist 3 USB-Terminals (meist 2 x 2.0, 1 x 3.0). Dazu findet sich mindestens ein CI+ Moduleinschub, seltener ein SD-Card-Reader. Alte Anschlussformen wie Scart funktionieren meist (aber nicht immer) nur per Adapter. Manche moderne TVs haben wirklich noch eine Scart-Buchse. Ein optischer Digitalausgang ist ebenfalls in den meisten Fällen dabei – hier unterscheiden sich die Hersteller nicht wirklich.

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„All Connect Box“ von Samsung

Einen Unterschied macht Samsung. Hier wird eine separate „All Connect Box“ zum Anschluss der meisten Quellen mitgeliefert. 

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Panasonic bietet interessante Neuerungen bei „My Home Screen 2.0“

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LGs TVs arbeiten unter WebOS 3.5

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Samsungs „Tizen“ Oberfläche

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VIDAA U von Hisense

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Sonys TVs laufen unter Android

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Android als Betriebssystem nutzt auch Philips

Jeder Anbieter bietet mittlerweile ein komfortables Bedienkonzept. Ein Assistent, der bei der Ersteinrichtung hilft, ist grundsätzlich mit an Bord. Meist erklärt der Assistent den essentiellen Umfang mit dem TV, bindet ihn ins Netzwerk ein und führt einen automatischen Sendersuchlauf je nach gewählter Tuner-Form durch.

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Luxus-TVs, Oberklasse-TVs und manche TVs der Oberen Mittelklasse haben einen Doppel-Tuner

Mittelklassemodelle haben meist einen Triple-Tuner für DVB-C, DVB-S2 und DVB-T, Oberklasse-Modelle haben einen Doppeltuner. Das heißt, man zeichnet ein Programm auf und kann parallel ein zweites betrachten. Vorsicht ist bei Satelliten-Verbindungen, also DVB-S2, geboten. Wer alle Sat-Sender verwenden möchte bei Nutzung des Doppeltuners, braucht zwei getrennte Sat-Leitungen. Sonderfall Panasonic: Der „Quattro-Tuner“ der Japaner umfasst neben den drei bereits angesprochenen Empfangsformen noch TV>IP. das heißt, die Panasonic-TVs sind in der Lage, als „Master“ ein Satelliten (DVB-S2) Signal in ein Netzwerksignal umzuwandeln und dieses zu „Slaves“ im ganzen Haus weiter zu leiten. Panasonics aktuelle TVs können als Master oder Slave verwendet werden. Der Vorteil von TV>IP: Alle Funktionen, so z.B. auch der EPG, bleiben auf den Netzwerk-TVs vorhanden. Ist also eine Anschlussbuchse für den TV im Zimmer, hilft TV>IP. 

Weiter im Text. Ein eingebautes WLAN-Modul ist inzwischen Standard, und meist ist auch WPS für eine vereinfachte Einbindung in ein drahtloses Heimnetzwerk vorhanden. Voraussetzung ist natürlich, dass der Router WPS kann. Während des Prozesses der Ersteintrichtung kann man auch immer wählen, ob der TV drahtlos oder kabelgebunden Einzug ins Netzwerk finden soll. 

Philips und Sony setzen auf Android als Betriebssystem. Wer schon ein Google-Konto besitzt, kann sich bequem während der Ersteinrichtung bei Google anmelden, vorausgesetzt, er weiß seine E-Mail-Adresse bei Google und sein Passwort. Samsung setzt auf Tizen, Panasonic auf My Home Screen 2.0, Hisense auf VIDAA U, LG auf WebOS 3.5: Überall muss man sich immer irgendwo anmelden, um alle Dienste nutzen zu können, wie z.B. die Verwendung der Apps auf dem TV und das Herunterladen neuer Apps aus den jeweiligen App Stores. 

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Ersteinrichtungsassistent bei Samsung – mit Zusammenfassung, praktisch

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Natürlich hat auch LG einen automatischen Sendersuchlauf

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Der Einrichtungsassistent bei Philips für den automatischen Sendersuchlauf

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Google-User haben es bei Sony (Bild) und Philips einfacher, denn sie haben schon ein Konto

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Panasonic hilft bei der Einbindung ins Heimnetzwerk

 

Ist die Ersteinrichtung abgeschlossen, kann man sich mit dem Betriebssystem näher auseinander setzen. Auch, wenn Samsung und LG große Konkurrenten sind, so finden sich doch Gemeinsamkeiten bei Tizen (Samsung) und WebOS (LG): Einfach kann man direkt von der aktuellen Quelle aus (z.B. Live TV oder VoD) per Symbolleisten auf die zuletzt aufgerufenen Apps, Programme etc. zugreifen. Auch schnell gelangt man zu den Einstellungen zum Beispiel für Bild und Ton. Bei Panasonic und Hisense ist man auch sehr zügig beim gewünschten Menüpunkt. Sony und Philips als „Android-Kandidaten“ schlagen nicht „aus der Art“, wer sich mit Googles Symbolik auskennt, wird sich schnell zurechtfinden. Sony ermöglicht es Anwendern mit dem „Action Menü“ (Taste auf der Fernbedienung“, rasch auf elementare Grundfunktionen, z.B. die Wahl des Bildprogramms, zuzugreifen. Diese Möglichkeit bieten andere Hersteller wie z.B. LG aber auch. 

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Sonys 2017er Remote

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Zwei Fernbedienungen beim EZW1004 von Panasonic

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Auch Hisense baut hochwertige Remotes

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Optisch schön gestaltet: LGs 2017er Variante der „Magic Remote“

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Fernbedienung beim Philips 65PUS7601 – die eine Seite…..

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..und die andere

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Samsung verfolgt ein anderes Konzept

Keinerlei Einigung herrscht hinsichtlich des idealen Fernbedienungs-Konzeptes. 

  • Panasonic: Zwei Remotes bei den Luxusmodellen, hochwertige Tastenfernbedienung und kleine Remote mit Touchpad. Beide Fernbedienungen wirken recht hochwertig, die Tastenfernbedienung stellt für keinen Anwender eine Herausforderung dar, sondern ist höchst gelungen strukturiert. Prima – auch eine Beleuchtung ist bei Panasonics Top-Fernbedienung vorhanden. 
  • LG: „Magic Remote“, die eine konventionelle Steuerung mittels Navigationskreuz ebenso möglich macht wie eine „AirMouse“-Steuerung, ähnlich wie bei Nintendos Wii-Konsole. Nach etwas Eingewöhnungszeit geht dies recht gut. Die aktuelle „Magic Remote“ ist hochwertig und liegt sehr gut in der Hand. 
  • Samsung: Die 2017er „Premium Smart Remote“ ist äußerst edel verarbeitet und liegt exzellent in der Hand. Allerdings herrscht bei Samsung purer Minimalismus. Es gibt nur wenig Tasten, das erfordert doch etwas Eingewöhnung. Hat man sich an die Fernbedienung gewohnt, geht alles reibungslos vonstatten.
  • Sony: Naja, ein Musterbeispiel für enorme Hochwertigkeit ist die Sony-Remote nicht. Gut, die Oberfläche ist ganz angenehm gummiert, aber insgesamt ist sie einem TV wie dem KD-65ZD9 (4.999 EUR) oder dem 5.499 EUR-OLED Bravia A1 in 65 Zoll nicht würdig. Immerhin ist die Tastenfernbedienung einfach in der Handhabung, eine Beleuchtung fehlt.
  • Das unserer Meinung nach beste Fernbedienungskonzept bietet Philips. Denn die Philips-Remote ist zweiseitig und hält auf der anderen Seite eine komplette Tastatur bereit. Das stellt sicher, dass Anmeldedaten z.B. vom Google-Konto, oder die Adresse einer Website bei Verwendung des Internet-Browsers, komfortable eingegeben werden können. Ein tolles Konzept, zumal auch der Druckpunkt der Tasten und das gesamte Layout beider Seiten bestens gelungen sind. 
  • Hisense hat aufgeholt und offeriert bei den neuen Topserien N8700 und N9700 eine sehr gut verarbeitete Tastenfernbedienung, die überdies eine einfache, bequeme Bedienung des VIDAA U Betriebssystems der ULED-Premium-TVs von Hisense zulässt. 
Wie sieht es mit den Bildprogrammen und der Frame Interpolation aus?

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Samsung mit HDR + Bildmodus

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LG mit Hilfetexten

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Viele Bildmodi beim EZW1004 von Panasonic

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Hisense mit deutlich verbesserten Bildprogrammen

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Sony offeriert einen umfangreichen Video-EQ

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Bild-Modi bei Philips (75PUS7101)

  • Panasonic bietet hervorragende ab Werk vordefinierte Bildmodi bei den OLED Spitzenmodellen der Baureihen EZW954 und EZW1004. Dazu zählen insbesondere die beiden „Professionell“ genannten ISF-Modi für Tag und Nacht und die beiden THX-Modi für helle und dunkle Räume. 2017 neu ist der „HDR Game Mode“ extra für Gamer. Die Frame Interpolation „Intelligent Frame Creation“ ist bei den beiden OLED-Baureihen absolute Spitzenklasse, beim LCD-Modell EXW784 sehr gut. Beim 2016er LCD-Topmodell DXW904, immer noch im Angebot, ist die Güte der Intelligent Frame Creation nur knapp hinter den 2017er OLEDs. 
  • Samsung offeriert nur 4 Bildprogramme, aber den recht guten HDR+ Bildmodus, mit dem aus Nicht-HDR-Material (SDR-Quellen) ein nachvollziehbarer HDR-Effekt erzielt wird. Die Frame Interpolation arbeitet sehr rund und ist auf dem Level von LG und Sony. 
  • LG stellt hohe Ansprüche durch ISF-Modi, eine sehr gute Bearbeitung von nativem HDR-Content und eine ausgezeichnete „HDR-Effect“ Funktion (bereitet SDR-Content gelungen auf, es wird beinahe HDR-Standard erzielt) zufrieden. Wird natives HDR-Material wiedergegeben, stehen andere Bildmodi als bei SDR-Inhalten bereit, leider keine ISF-Modi. Die Frame Interpolation von LG ist deutlich, auch gegenüber 2016, überarbeitet worden und ist auf dem selben erfreulichen Niveau wie bei Samsung und Sony. 
  • Hisense hat mit überarbeiteten Bildmodi, wie z.B. „Kino Tag“, einen großen Schritt nach vorne gemacht – natürliche Farben, augenfreundliche, aber zugleich stets ausreichende Maximalhelligkeit, tadelloser Kontrast. Die Chinesen sind auf einem vielversprechenden Weg. Das gilt auch für die Frame Interpolation. 
  • Sony bringt zwei gute Bildprogramme „Cinema Pro“ und Cinema Home“ mit. Die anderen Bild-Modi sind nicht so überzeugend. Fast auf Panasonic-Level ist die Zwischenbildberechnung. Einst war Sony hier nicht nur führend, sondern war der erste Anbieter, noch in der Full HD-Ära, der ein gut funktionierendes System bereitstellte. 
  • Philips bietet in den Top-Serien ausgezeichnete ISF-Modi, die Frame Interpolation ist prima – manchmal extrem gut und sogar besser als bei den meisten Konkurrenten, aber manchmal, je nach Content, schleichen sich doch kleine Bild-Ruckler ein. 
Wie sieht es bei der HDR-Kompatibilität der 2016/2017er Modelle aus?

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LG hat sich auf die Fahnen geschrieben, alle wichtigen HDR-Formate zu unterstützen

  • Samsung: HDR10, HLG
  • Panasonic: HDR10, HLG (auch für 2016er Modelle per Update)
  • Sony: HDR10 – HLG, Dolby Vision (per Update, HLG auch für 2016er Modelle)
  • Philips: HDR10 – HLG (per Update auch für 2016er Modelle)
  • Hisense: HDR10, sonst aktuell keine Angaben
  • LG: HDR10, Dolby Vision – beides bereits an Bord schon seit letztem Jahr – top! HLG ist 2017 mit dabei, für die 2016er TVs begann vor wenigen Tagen das Update. 

Leider gibt es weder bei Samsung noch bei Panasonic Dolby Vision als HDR-Variante. 

Wie sieht es mit der Bildhelligkeit und Schwarzwert sowie Detailkontrast aus? 

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Philips ist es wichtiger, „Halos“ effektiv zu bekämpfen, als bei der Bildhelligkeit vorn zu sein

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Der Samsung Q8C bietet ein enorm helles Bild

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Enorme Fortschritte hinsichtlich der gebotenen Bildqualität macht Hisense

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Hell und präzise, mit tollem Schwarzwert: Sony ZD9

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Das sieht ja aus wie im Kino: LG E7V OLED-TV

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„Altmeister“: Das 2016er Modell DXW904 von Panasonic spielt immer noch vorn mit

  • Philips geht bei seinen LCD-Serien (z.B. PUS7501 oder PUS7101) einen komplett anderen Weg als andere LCD-Anbieter. Während Samsung und auch Sony auf maximale Bildhelligkeit setzen, möchte Philips störende Helligkeitsflecken („Halos“), die man dann sieht, wenn das Bild sehr dunkel ist, minimieren. Das gelingt selbst beim Edge LED-TV PUS7101 hervorragend. Dafür aber muss man in Kauf nehmen, dass man bei Tageslicht, wie bei einem OLED, HDR-Bildinhalte nicht in vollem Umfang wahrnehmen kann. Beide Philips LCDs bietet einen sehr guten Schwarzwert und einen guten bis sehr guten Detailkontrast. Der POS901 als OLED bietet eine für die meisten Praxisfälle ausreichende Bildhelligkeit, bei etwas Sonnenlicht draußen kann es eng werden. Der Schwarzwert ist OLED-typisch extrem gut, der Detailkontrast ist ebenfalls beachtlich. Nachteil beim POS901: Leichtes Panelrauschen. Neu ist nun der 55POS9002 mit 750 Nit maximaler Helligkeit, das ist sehr gut für einen OLED. Wir hoffen, den OLED, der mit 2.499 EUR fair kalkuliert ist, bald testen zu können. 
  • LG hat bei den „Super UHD TVs“ 2017 einen sehr guten Level bei Schwarzwert und Detailkontrast erreicht. Auch sind die LCD-Tvs mit Quantum Dot von LG recht hell und können HDR-Content auch bei deutlichem externem Lichteinfall darstellen. Halos sieht man, aber nur in recht geringem Umfang. Wer ein Kino-likes Bild sucht, wird absolut von LGs OLED begeistert sein. Die von uns betrachteten Modelle sind bei Augenfreundlichkeit, Schwarzwert sowie Detailkontrast überragend. Die maximale Helligkeitsausbeute geht in Ordnung, ist aber nicht weltbewegend hoch. Dafür ist der Spaß im abgedunkelten Raum umso größer. Top – das geringe Rauschen der LG-TVs, ganz gleich, ob OLED oder LCD-basiert. 
  • Samsung trotzt dem OLED-Trend – mit den superhellen und ultrakontraststarken QLED-TVs, die zwischen 1.500 und 2.000 Nit (Q9F) Spitzenhelligkeit schaffen. Egal, wieviel Lichteinfall am Aufstellungsort herrscht – HDR-Inhalte können immer in vollem Umfang genossen werden, es gibt immer noch Reserven. Top ist auch die praktisch völlige Rauschfreiheit, der Kontrast ist extrem hoch. Halos gibt es fast keine, der Philips PUS7501 produziert allerdings noch weniger – dafür ist er deutlich dunkler. Der Schwarzwert der QLED-TVs von Samsung ist sehr gut, das Bild wirkt insgesamt anders als von OLED-TVs: Besonders „clean“ und extrem scharf, wie ein hervorragendes PC-Game. Das klassische Kino-Feeling verkörpern OLEDs überzeugender, wer extreme Bildschärfe ohne Ringing mit massiver Dynamik liebt, fährt mit einem Samsung QLED goldrichtig. 
  • Panasonic hat mit dem EZW1004/954 einen nahezu optimalen Kompromiss gefunden. Die OLEDs sind hell genug, produzieren aber gleichzeitig ein Bild, das richtig wie im Kino aussieht, sehr augenfreundlich und authentisch auftritt. Der Spruch „Bild, wie vom Regisseur beabsichtigt“ verkörpern die Panasonic-OLEDs am besten. Der 2017er LCD EXW784 hält einen Preis- und Respektabstand, der 2016er LCD DZW904 rutscht näher heran, ohne die OLEDs wirklich zu gefährden. 
  • Sony: Nicht so ganz überzeugt hat uns der Edge LCD-UHD-TV XE93 – der Schwarzwert ist gut, aber nicht top, es finden sich Halos, und so richtig homogen möchte das Bild nicht rüberkommen. Ganz anders der 2016er Top LCD-TV ZD9 mit „Backlight Master Drive“: Jede einzelne Backlight.lED des Direct LED-TVs wird einzeln und nicht in Clustern angesteuert. Zudem ist der Abstrahlradius des Lichts präzise definiert. Die Folge: Immense Helligkeit (1.500 Nit) trifft auf tollen Detailkontrast und einen Schwarzwert, der immer noch der beste der uns bekannten LCD-TVs ist. Der Bravia OLED A1 ist nicht ganz so hell wie die Panasonic-OLEDs, die Helligkeit reicht aber, ähnlich wie bei LG, meist aus. Der Schwarzwert und der Detailkontrast sind bravourös. 
  • Hisense: Achtung, die Chinesen kommen, könnte man verkürzt sagen: Hisense hat mit seinen aktuellen ULED-TVs hat einen sichtbaren Sprung nach vorn gemacht. Guter Schwarzwert, vertretbare Halos, sehr guter Detailkontrast und als „Bonbon“ in den Kino-Modi ein sehr angenehmes Bild. Bezieht man das schon traditionell sehr gute Preis-/Leistungsverhältnis des chinesischen Anbieters mit ein, so kann man als Käufer sehr glücklich mit der Performance sein. 
Alles „paletti“ bei der Farbwiedergabe?
  • LG: Die OLEDs schlagen sich souverän. Authentische, augenfreundliche Farben, denen es trotzdem nicht an Dynamik fehlt. Bei den Super UHD TVs (LCD) gelingt LG ein ordentlicher Schritt nach vorn, die Farben wirken realistischer und weniger intensiv. Ein Respektunterschied zu den OLEDs bleibt.
  • Hisense: Den Chinesen gelingt der größte Satz. Klar, man erstürmt nicht plötzlich die Spitze, aber man ist der teureren LCD-Konkurrenz dicht auf den Fersen.
  • Panasonic: So kennen wir Panasonic – extrem hohe Farbtreue bei den OLEDs, erstaunlich gut auch DXW904 und EXW784. 
  • Philips: Man erkennt die Philips-LCDs kaum wieder: Sehr natürliche und zugleich lebendige Farben – auf den Spuren der Besten!
  • Samsung: Höchste Farbdynamik von allen, sehr intensiv und satt. Die QLED-TVs spielen ihre Rolle als „Show-Man“ überzeugend.
  • Sony: ZD9 und A1 hervorragend, auch der ZD9 versagt nicht und bietet extrem realistische, aber zugleich mitreißende Farben. Der OLED stellt Farben noch eine Idee augenfreundlicher dar und spielt auch auf höchstem Level. Der XE93 agiert gut, er vermag aber nicht, zu begeistern, gerade in Anbetracht des beachtlichen Kaufpreises. 
Sounds really good?

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Top-Bild, sauberer Sound: Panasonic EZW1004

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Wo sind die Lautsprecher? Der Samsung Q8C klingt trotzdem richtig gut

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Dolby-zertifizierte Soundbar beim 55POS901 von Philips

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LG-Soundbar beim E7V, die auch Dolby Atmos unterstützt

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Beim Sony Bravia A1 „klingt“ die gesamte Rückseite

Eine gute Frage – klingen aktuelle Top-Modelle auch anständig?

  • Sony: Der Bravia A1 mit seinem „unsichtbaren“ Lautsprecher-System klingt räumlich und klar, mit ordentlicher Pegelfestigkeit. Nachteil: Richtig kräftigen Bass gibt es nicht. Das gilt auch fürs sonst ebenfalls überzeugende Soundsystem des ZD9. Guter akustischer Durchschnitt findet sich im XE93
  • Hisense: Mangels Erfahrungswerten können wir hier keine Einschätzung vornehmen.
  • LG: Was guter Sound beim TV ist, das zeigt uns LG. Der getestete E7V mit Dolby Atmos Soundbar (klein) oder der OLED W (Atmos-Soundbar, groß) demonstrieren mit toller Räumlichkeit und erstaunlich detailreichem Klang, „wie gut ein Fernseher klingen kann“. Und das Harman Kardon-Speakersystem der Top-LCD-Modelle spielt auch auf tadellosem Niveau. 
  • Samsung macht wenig große Worte ums Soundsystem z.B. im Q8C. Zu Unrecht. Denn wir sind mit den klanglichen Qualitäten außerordentlich zufrieden. Klar, satt, lebendig – es mangelt an nichts, und selbst der Bassbereich geht in Ordnung, auch wenn er niemanden vom sprichwörtlichen Hocker reißt. 
  • Panasonic: Der EZW1004, 6.999 EUR (65 Zoll) teures OLED-Spitzenmodell, hat eine 80 Watt-Soundbar, die von Technics akustisch in Form gebracht wurde. Das schlägt sich in sehr guter Stimmwiedergabe, einer überraschenden Musikalität und in ordentlicher Räumlichkeit wieder. Trotz des großen technischen Aufwandes: Der Samsung Q8C klingt fast genauso gut, der LC E7V klingt besser – und der DXW904 überrascht: Kraftvoll, pegelfest, mit sehr guter Raumwirkung, das kaum sichtbare Soundsystem ist exzellent. Der EXW784 und der EZW954 (OLED) bieten guten Durchschnitt. 
  • Philips: Prima klingt die 40 Watt Soundbar mit Dolby Zertifikat beim 55POS901 OLED. Gute Pegelfestigkeit und Räumlichkeit, Stimmen versteht man prima. Auch die LCD-Serien PUS7601 und PUS7101 offerieren einen ordentlichen Klang, der aber nicht ganz mit den Besten mithalten kann. Dafür sind die Philips-LCDs visuell stark und preislich fair. 
Fazit

Ein knallharter Wettbewerb, und keiner gibt „klein bei“. Es kommt daher ganz auf die Prioritäten und aufs Budget an, für welches TV-Fabrikat man sich entscheidet. Hochklassige Technik bieten alle – die Bedienkonzepte sowie auch die Schwerpunkte beim Bild unterscheiden sich aber je nach Hersteller. Festzustellen ist übrigens, dass moderne Fernseher immer besser klingen, auch wenn das nicht für jeden potentiellen Kunden wichtig sein dürfte. 

Special: Carsten Rampacher
Datum: 17. Juli 2017




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